Waldbau - Austausch ohne Forstbashing und ohne Wilddebatten!

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@Busch: Oder man verzichtet auf neue Dachstühle und lässt die weniger einkommensstarken Schichten eben weiter in Mietskasernen mit Betondach hausen, erspart auch die Flächenverbräuche für Neubauten oder die Aufstockung im urbanen Raum, weil das am Besten mit Holz geht, dann wird auch der Ausblick aus dem Loft nicht verbaut.
 

z/7

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Den Weitblick für solch perfide Schlüsse würde ich niemals zu unterstellen wagen. 😊
 
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M.M.n. ist es viel schlimmer!

Mir fällt da der Begriff "nützlicher Idiot" ein.

Es geht noch immer, immer wieder, schon wieder, immer mehr um die "Flächenhoheit!"
Der Naturschutz hat mit den Ausweisungen der Schutzgebietsverordnungen nach FFH ganz massiv an Einfluss in die forstwirtschaftliche Nutzung unserer Wälder gewonnen. Das reicht aber noch nicht, man will alles - Schulz hat es ja klar gemacht.

Also baut man mit Hilfe willfährtiger Wissenschaftler öffentlichen Druck auf.

Wie das funktioniert, sieht man an den zahllosen Hektaren der Landesforstverwaltungen, die ohne jeden gesetzlichen Zwang Flächen still gelegt haben, teilweise mit furchtbaren Folgen für die heimische Wirtschaft. Wer es nicht glaubt, rede z.B. mit einem der vielen, heute nicht mehr arbeitenden Säger in der Eifel.
Wie das funktioniert, sieht man am Wolfsschutz.
Wie das funktioniert, sieht man am Atomausstieg und dem Windpark - Hype, übrigens einem der einträglichsten Geschäfte für den Naturschutz.

In dem Zusammenhang:
Bei allen relevanten Planungen ist eine Beteiligung der Öffentlichkeit zwingend vorgeschrieben, im Vorfeld der sog. Träger Öffentlicher Belange, zu denen auch die NGO`s gehören. Wer NGO wird, bestimmt aber das Naturschutzrecht.

Wie kann es angehen, dass Vereinigungen Stellung zu gebiets - oder flächenrelevanten Planungen nehmen, wenn sie bei passendem Ergebnis hinterher damit Geld verdienen?
Nur mal so am Rande....

Das Thema interessiert mich. Kannst du das mal bitte näher erklären?

Bisher hatte ich das eigentlich immer so wahrgenommen, dass die NGO´s massiv gegen die Offshore-Parks wetterten und auch im Offenland laute Kritik an den Planungen übten, weil irgendwo ständig irgendwelche Vögel gefährdet hätten werden können. Was natürlich stimmt, aber alles im Leben hat halt auch irgendwo seinen Preis und bekennende Freunde von Atom und Kohle waren die NGO´s auch nie.

Beim WInd im Wald gabs seitens der Naturschutzverbände ebenso Gegenwind. Der NABU sagt sonnenklar, dass Offenland bevorzugt werden muss. Außerdem lehnt er in waldarmen Regionen Windwald komplett ab, also praktisch überall dort, wo der Waldanteil unterm Bundesdurchschnitt liegt.

Vom Prinzip her sieht er blos reine Nadelwälder als geeignet an, die zudem sowieso schon durch Infrastruktur negativ in ihren Funktionen beeinflusst sind. In Mischwäldern oder verkehrsarmen Gebieten lehnt er den Bau von Windkraftanlagen ab.

Jetzt ist natürlich schon klar, wenn für die Dinger Nadelholz weichen muss, geht es zu Lasten des wichtigsten Nutzholzes und das ist schlecht. Auf der anderen Seite ist ja fast in jedem BL das Ziel, klimastabile Mischwälder zu begründen.

Also beißt sich irgendwo von Haus aus etwas und das liegt nicht gerade an den NGO´s. Dass NGO´s im Rahmen der Staatswälder angehört werden, finde ich anderseits auch wieder normal. Was ich aber nicht verstehe, womit oder wobei bzw. an welcher Stelle NGO´s daran kräftig verdienen sollen?

Beim Wolf ist das ganz anders. Es gibt doch keine NGO, die nicht dafür wäre, dass sich das Viech flächendeckend sauber ausbreitet, sieht man mal von unserer Seite ab.

Nach meiner Wahrnehmung sind nicht die NGO´s das Problem, sondern vielmehr der Zielkonflikt zw. klimastabilem Zukunftswald (Mischwald) einerseits und Wirtschaftswald zur Erzeugung eines Rohstoffes andererseits, ohne den weniger Energieverbrauch u. klimaschonende Modernisierung in der Bauwirtschaft überhaupt nicht möglich sind.

Was ich vermisse, ist, dass die Forstwissenschaft diesen Zielkonflikt überhaupt nicht thematisiert und es nirgendswo etwas darüber zu finden gibt. Es wird sich darüber gründlich ausgeschwiegen und so verwundert es nicht, wenn die Politik den Marktschreiern folgt, weil es ohnehin ein oppurtunes Thema ist.

Genau genommen könnte die Forstwissenschaft in NGO´s sogar Verbündete finden, denn am Ende lautet das Thema mehr Wald statt weniger bzw. Aufforstung und Verlangsamung / Stop v. Flächenversiegelung, Sannierung / Aufstockung anstatt Neubau mit Stahl, Ziegel und Beton.
 
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@Busch: Oder man verzichtet auf neue Dachstühle und lässt die weniger einkommensstarken Schichten eben weiter in Mietskasernen mit Betondach hausen, erspart auch die Flächenverbräuche für Neubauten oder die Aufstockung im urbanen Raum, weil das am Besten mit Holz geht, dann wird auch der Ausblick aus dem Loft nicht verbaut.

Das wäre die optimale schwarz-gelbe Lösung, wenn man dabei vergisst, dass die weniger einkommenstarken Schichten immer größer werden. Wohin dann mit denen?

Nun, wir wollen ja künftig die Asylbewerber bereits außerhalb der EU abfertigen. Ergo werden hier Auffanglager, Asylheime etc. frei und können mit Holz aufgestockt und saniert werden.

Gleiches gilt für leerstehende Häuser und Wohnblöcke in den hintersten Winkeln zum Beispiel in Franken u. der Oberpfalz, wo mehr raussterben als freiwillig hinziehen. Auch hier bräuchte es Holz, um günstigen Wohnraum zu schaffen. Mit Rigips können wirs nicht machen, weil sonst der @z/7 wieder die Recyclingfrage stellt. :giggle::cool:

@z/7 : Die Idee "Ki...." könnte funzen, allerdings nur im Fichten-, Douglasien-, oder Kiefernsarg, anstatt in ner Urne aus vergänglichem Papperdeckel. :cool:
 
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Das Thema interessiert mich. Kannst du das mal bitte näher erklären?

Bisher hatte ich das eigentlich immer so wahrgenommen, dass die NGO´s massiv gegen die Offshore-Parks wetterten und auch im Offenland laute Kritik an den Planungen übten, weil irgendwo ständig irgendwelche Vögel gefährdet hätten werden können. Was natürlich stimmt, aber alles im Leben hat halt auch irgendwo seinen Preis und bekennende Freunde von Atom und Kohle waren die NGO´s auch nie.

Beim WInd im Wald gabs seitens der Naturschutzverbände ebenso Gegenwind. Der NABU sagt sonnenklar, dass Offenland bevorzugt werden muss. Außerdem lehnt er in waldarmen Regionen Windwald komplett ab, also praktisch überall dort, wo der Waldanteil unterm Bundesdurchschnitt liegt.

Vom Prinzip her sieht er blos reine Nadelwälder als geeignet an, die zudem sowieso schon durch Infrastruktur negativ in ihren Funktionen beeinflusst sind. In Mischwäldern oder verkehrsarmen Gebieten lehnt er den Bau von Windkraftanlagen ab.

Jetzt ist natürlich schon klar, wenn für die Dinger Nadelholz weichen muss, geht es zu Lasten des wichtigsten Nutzholzes und das ist schlecht. Auf der anderen Seite ist ja fast in jedem BL das Ziel, klimastabile Mischwälder zu begründen.

Also beißt sich irgendwo von Haus aus etwas und das liegt nicht gerade an den NGO´s. Dass NGO´s im Rahmen der Staatswälder angehört werden, finde ich anderseits auch wieder normal. Was ich aber nicht verstehe, womit oder wobei bzw. an welcher Stelle NGO´s daran kräftig verdienen sollen?

Beim Wolf ist das ganz anders. Es gibt doch keine NGO, die nicht dafür wäre, dass sich das Viech flächendeckend sauber ausbreitet, sieht man mal von unserer Seite ab.

Nach meiner Wahrnehmung sind nicht die NGO´s das Problem, sondern vielmehr der Zielkonflikt zw. klimastabilem Zukunftswald (Mischwald) einerseits und Wirtschaftswald zur Erzeugung eines Rohstoffes andererseits, ohne den weniger Energieverbrauch u. klimaschonende Modernisierung in der Bauwirtschaft überhaupt nicht möglich sind.

Was ich vermisse, ist, dass die Forstwissenschaft diesen Zielkonflikt überhaupt nicht thematisiert und es nirgendswo etwas darüber zu finden gibt. Es wird sich darüber gründlich ausgeschwiegen und so verwundert es nicht, wenn die Politik den Marktschreiern folgt, weil es ohnehin ein oppurtunes Thema ist.

Genau genommen könnte die Forstwissenschaft in NGO´s sogar Verbündete finden, denn am Ende lautet das Thema mehr Wald statt weniger bzw. Aufforstung und Verlangsamung / Stop v. Flächenversiegelung, Sannierung / Aufstockung anstatt Neubau mit Stahl, Ziegel und Beton.
Ich lebe, arbeite und jage in unmittelbarer Nähe von roundabout >50 Windparks und bilde mir ein, die negativen Auswirkungen der Anlagen einigermaßen einschätzen zu können. Hinzu kommt, dass ich beruflich zu mehr als einem Dutzend solcher Planungen Stellung genommen habe. Das vorab.

Zu
Bisher hatte ich das eigentlich immer so wahrgenommen, dass die NGO´s massiv gegen die Offshore-Parks wetterten und auch im Offenland laute Kritik an den Planungen übten, weil irgendwo ständig irgendwelche Vögel gefährdet hätten werden können. Was natürlich stimmt, aber alles im Leben hat halt auch irgendwo seinen Preis und bekennende Freunde von Atom und Kohle waren die NGO´s auch nie.

Beim WInd im Wald gabs seitens der Naturschutzverbände ebenso Gegenwind. Der NABU sagt sonnenklar, dass Offenland bevorzugt werden muss. Außerdem lehnt er in waldarmen Regionen Windwald komplett ab, also praktisch überall dort, wo der Waldanteil unterm Bundesdurchschnitt liegt.
.........

Also beißt sich irgendwo von Haus aus etwas und das liegt nicht gerade an den NGO´s. Dass NGO´s im Rahmen der Staatswälder angehört werden, finde ich anderseits auch wieder normal. Was ich aber nicht verstehe, womit oder wobei bzw. an welcher Stelle NGO´s daran kräftig verdienen sollen?

Beim Wolf ist das ganz anders. Es gibt doch keine NGO, die nicht dafür wäre, dass sich das Viech flächendeckend sauber ausbreitet, sieht man mal von unserer Seite ab.


Denkt man das zu Ende, wären die NGO`s gegen jede Form von Windparks. Im Meer ginge nicht, auf Offenland ginge nicht und im Wald auch nicht. Was bleibt dann noch????
Die bundesdeutsche Regelung besagt, dass Eingriffe in den Naturhaushalt angemessen ersetzt oder ausgeglichen werden müssen, wobei mit zunehmender Qualität/Quantität der Schädigung die Qualität/Quantität des Ausgleichs/Ersatzs zunimmt. Nun kann man aber verlorenes Flug / Jagdgebiet der Avifauna ja nicht ersetzen, der ihnen zur Verfügung stehende Luftraum ist endlich und fix. Also bleibt nur, den Ausgleich/Ersatz durch Aufwertung des Naturhaushaltes insgesamt vorzunehmen. Und jetzt rate mal, wer ganz maßgeblich an der Entscheidung, wie diese ganz beträchtlichen Mittel verwendet werden, beteiligt ist.

Beim Thema Wolf ist das genauso "degoutant".
Ich kenne keine einzige Schutzgebietsverordnung, weder nach BNatSchG noch nach FFH-RL, weder als Entwurf noch als Endfassung, in der Wolf in irgendeiner Form vorkommt. Letztendlich bedeutet das, dass die VO nicht dem Bundes - und/oder EU - Recht entsprechen.
Ich kenne keine einzige Stellungnahme, wo das von Seiten einer NGO gerügt wurde.

Es gibt in Teilen Niedersachsen einzelne Wolfsschutzzäune, die Blocks von mehr als 50 - 100 ha umfassen. Teilweise stehen diese Zäune in FFH - Gebieten, in denen Tierarten als Schutzzweck/Schutzziel aufgeführt werden, für die diese Zäune ein unüberwindliches Hindernis darstellen. Nach EU - Recht müsste für diese Zäune ab einer zur Zeit nicht definieren Länge und Höhe eine UVP (Umweltverträglichkeitsprüfung) durchgeführt werden. Das Ergebnis wäre klar, weg mit den Zäunen. Auch hierzu schweigen die NGOs.
 

z/7

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Die Idee "Ki...." könnte funzen, allerdings nur im Fichten-, Douglasien-, oder Kiefernsarg, anstatt in ner Urne aus vergänglichem Papperdeckel.
Da muß ich widersprechen. live und in Farbe hat der Mann eine extreme Breitenwirkung. Insbesondere beim weiblichen Teil der Bevölkerung. Du und ich und unser Umfeld sind nicht repräsentativ. Wenn der sich á la Lesch hinstellen würde und die naturnahe Forstwirtschaft erklären, sie würden ihm an den Lippen hängen. Problem erledigt.
 

z/7

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Nach meiner Wahrnehmung sind nicht die NGO´s das Problem, sondern vielmehr der Zielkonflikt zw. klimastabilem Zukunftswald (Mischwald) einerseits und Wirtschaftswald zur Erzeugung eines Rohstoffes andererseits, ohne den weniger Energieverbrauch u. klimaschonende Modernisierung in der Bauwirtschaft überhaupt nicht möglich sind.
Was ich vermisse, ist, dass die Forstwissenschaft diesen Zielkonflikt überhaupt nicht thematisiert und es nirgendswo etwas darüber zu finden gibt. Es wird sich darüber gründlich ausgeschwiegen und so verwundert es nicht, wenn die Politik den Marktschreiern folgt, weil es ohnehin ein oppurtunes Thema ist.
Du suchst nicht nach den richtigen Begriffen. Probier es mal mit "naturnahem Waldbau/Forstwirtschaft" o.ä.

Der Zielkonflikt zwischen Nutzungsformen (Waldfunktionen) untereinander und mit der Naturbelassenheit ist so alt wie die Forstwirtschaft selber. Die Erkenntnis, daß man über die langen Zeiträume, die hier zur Produktion benötigt werden, mit schieren Monokulturen Probleme bekommt, gab es schon vor Jahrhunderten. Unsere Altvorderen waren nicht dumm, und hatten viel Zeit zu beobachten. Die theoretische Auseinandersetzung findest Du in der klassischen Waldbau-Literatur. Mal hatte das eine Lager die Oberhand, mal das andere. Der gemeine Förster betreibt permanent einen Spagat zwischen x verschiedenen Ansprüchen, die an den Wald gestellt werden, und die bisher schlüssigste Art, diese zu vereinen, ist eben der naturnahe Waldbau.

Was die NGOs leider nicht verstehen ist, daß mehr als "Naturnähe", sowieso nicht möglich ist, weil es das Original in Deutschland und weiten Teilen Mitteleuropas spätestens seit Beginn der Neuzeit eh nimmer gibt. Es hat hier kaum ein Fleckchen Erde, das nicht schon mal unter dem Pflug war, und die wenigen extremen Standorte wurden für die Art ausdauernde Gewächse genutzt, von denen der Mensch sich einen Beitrag zum Überleben erhoffte.
 
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Die verstehen das schon, deshalb wollen die ja so viel Fläche aus der Nutzung genommen haben.
 
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Erinnern wir uns an die Diskussionen um Reinertrag usw. zum WWechsel des vorletzten Jahrhunderts. Der Streit, insbesondere innerhalb der Wissenschaft tobte fast 30 Jahre lang, der Reinertrag floss dann in die Bewirtschaftungsvorschriften unter den Nationalsozialisten ein. Aber sogar dort gab es Gegenströmungen, immerhin wurde das damalige BNaturschutzgesetz bis weit in die Nachkriegszeit beibehalten.

Wir können auch noch weiter zurück gehen in die Zeit zwischen 1700 und 1770, als die Waldregale ihre "neuzeitlichen" Ursprünge hatten.

Oder noch weiter, als die 1472 erstmals urkundlich erwähnte Haubergswirtschaft in Bereichen des heutigen Siegerlandes verbindlich wurde.

Teilweise sieht man, wenn man offenen Auges durch den Wald geht, auch noch Spuren weit älterer Regelungen. So gibt es z.B. hier im Norden kirchlichen und ehemals kirchlichen Waldbesitz, der nicht etwa aus eckigen Flurstücken besteht, sondern eine in sich geschlossene runde Form aufweist und aller Wahrscheinlichkeit nach aus der Zeit der Christianisierung um 800 n. Chr. stammt.

Es ging aber immer zunächst um Sicherung der Nutzung, wobei der Nachhaltsgedanke bekanntlich forstpolitisch erst vor rund 250 Jahren manifestiert wurde, auch wenn er bereits lange vorher die Bewirtschaftung beeinflusste.

Was allerdings neu ist: Die Flächenhoheit wird erstmals in Frage gestellt, sieht man vom dem Adel vorbehaltenen Jagdrecht ab.
Der Waldbesitz, ursprünglich als Allmende im Besitz der Siedlung und gemeinschaftlich genutzt, wurde nach 1848 unter die Einwohner aufgeteilt. Diese Besitzrechte werden zwar aktuell nicht in Frage gestellt, jedoch ist die aktuelle Rechtsprechung eindeutig: Ein aus naturschutzfachlicher Sicht erforderlicher Nutzungsverzicht bis hin zur 1 € - Nutzung hat der Eigentümer zu akzeptieren. Dabei ist zu bemerken, dass der Eigentümer, dessen Fläche im Prinzip stillgelegt wurde, selbstverständlich die auf seinem Waldbesitz lastenden Abgaben weiter zu tragen hat.

Wer glaubt, dass diese der Nutzung durch die Eigentümer weitestgehend entzogenen Flächen nun Null-Nutzungszonen darstellen, der irrt allerdings:
In jeder mir bekannten Verordnung zu Naturschutzgebieten, die einem Betretungsverbot unterliegen, gibt es eine Freistellung, die es den Naturschutzverbänden ermöglicht, eben jene Flächen als Excursionsziel zu nutzen. Gegen saftige Eintrittsgelder, versteht sich.
 

z/7

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Die verstehen das schon, deshalb wollen die ja so viel Fläche aus der Nutzung genommen haben.
Wenn man versteht, daß naturnahe Bewirtschaftung gleich Natur mit Mensch ist, und nicht unter Ausschluß des Menschen (wir beamen uns alle auf den Mond oder wie?), also das, was in Europa seit Jahrtausenden stattfindet, gibt es keinen Grund, auf eine Nutzung völlig zu verzichten. Der Mensch ist Teil der Natur, und wenn er sie in all ihren Facetten respektiert, kann das auch funktionieren. Das ist der Zustand, den wir erreichen müssen.
 
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@pudlich:
Eintrittsgelder für private Flächen? Glaube ich nicht, da hätte ich als Grundeigentümer das Hausrecht entsprechend durchgesetzt, denn Exkursionen fallen nicht unter das allgemeine Betretungsrecht und damit hat niemand eine Handhabe, das für meine Flächen zu erlauben. Und selbst bei staatlichen Flächen wüsste ICH aber ganz genau, wer da als erstes die Hand aufhält. Ich kenne auch ein FoA, in dem selbst Vertreter der UNB aus der Totalbetretungsverbotszone herausgeschmissen wurden, weil sie kein zwingendes dienstliches Interesse am Betreten nachweisen konnten.
 
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@pudlich:
Eintrittsgelder für private Flächen? Glaube ich nicht, da hätte ich als Grundeigentümer das Hausrecht entsprechend durchgesetzt, denn Exkursionen fallen nicht unter das allgemeine Betretungsrecht und damit hat niemand eine Handhabe, das für meine Flächen zu erlauben. Und selbst bei staatlichen Flächen wüsste ICH aber ganz genau, wer da als erstes die Hand aufhält. Ich kenne auch ein FoA, in dem selbst Vertreter der UNB aus der Totalbetretungsverbotszone herausgeschmissen wurden, weil sie kein zwingendes dienstliches Interesse am Betreten nachweisen konnten.
§ 3
Verbote
(1) Gemäß § 23 Abs. 2 BNatSchG sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder
Veränderung des NSG oder seiner Bestandteile oder zu einer nachhaltigen Störung führen können.
(2) Es werden insbesondere folgende Handlungen, die das NSG oder einzelne seiner Bestandteile gefährden oder stören können, untersagt
...
4. organisierte Veranstaltungen ohne Zustimmung der zuständigen Naturschutzbehörde durchzuführen, ausgenommen von dem Verbot sind naturkundliche sowie waldkundliche Führungen,
 
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@pudlich:
Eintrittsgelder für private Flächen? Glaube ich nicht, da hätte ich als Grundeigentümer das Hausrecht entsprechend durchgesetzt, denn Exkursionen fallen nicht unter das allgemeine Betretungsrecht und damit hat niemand eine Handhabe, das für meine Flächen zu erlauben. Und selbst bei staatlichen Flächen wüsste ICH aber ganz genau, wer da als erstes die Hand aufhält. Ich kenne auch ein FoA, in dem selbst Vertreter der UNB aus der Totalbetretungsverbotszone herausgeschmissen wurden, weil sie kein zwingendes dienstliches Interesse am Betreten nachweisen konnten.

Die rechtliche Betrachtung ist einfach:
Das Waldgesetz garantiert ein Betretungsrecht => die VO schränkt das Betretungsrecht bis zum völligen Betretungsverbot ein => die VO formuliert eine Öffnungsklausel, die die Einschränkung für bestimmte Personenkreise / Interessengruppen wieder aufhebt => es zieht wieder das allg. Betretungsrecht.
Da ist nix mit Hausrecht.
 
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Die naturschutzrechtliche Erlaubnis hebelt nicht das Waldgesetz oder das BGB aus. Eine organisierte und evtl. sogar kommerzielle Veranstaltung fällt nicht unter das Privileg der Erholungsnutzung und damit steht dem Grundeigentümer ein Vetorecht zu. Denk mal an Rugen und das Schlittenhunderennen ...
 
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