Waldbau - Austausch ohne Forstbashing und ohne Wilddebatten!

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Hallo,

Im Zuge einer Flächen Ausgleichsmaßnahme soll bei uns eine Waldwiese aufgeforstet werden. Angrenzende daran findet sich auf der einen Seite Kiefernwald und auf der anderen einen Erlenbruch. Der Standort ist 2/3 des Jahres relativ feucht. Es handelt sich um einen schweren Boden mit Letteanteil.
Ca. 700mm jährlicher Niederschlag.
So zumindest die Aussage vom Vater.

Angepflanzt werden Hainbuche, Winterlinde und Stieleiche.

Wollte gern wissen ob die angedachten Bäume für den Standort passen oder ob es noch Alternativen gibt?

Vielen Dank WMH
 
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Normal würde ich an dem Punkt etwas von der Esche schreiben, aber der Drops ist wohl gelutscht. 700mm und "relativ feucht" soll wohl staunaß bedeuten?

Nun, aus der Ferne würde ich sagen ist deine Baumartenwahl i.O., aber von hier aus gesehen lebst du auch im Luxus, was Boden und Niederschlag angeht.

Auf Flächen ohne Staunässe würde ich dann Douglasie, Küstentanne, Bergahorn und auch Buche in Betracht ziehen.
 
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Normal würde ich an dem Punkt etwas von der Esche schreiben, aber der Drops ist wohl gelutscht. 700mm und "relativ feucht" soll wohl staunaß bedeuten?

Nun, aus der Ferne würde ich sagen ist deine Baumartenwahl i.O., aber von hier aus gesehen lebst du auch im Luxus, was Boden und Niederschlag angeht.

Auf Flächen ohne Staunässe würde ich dann Douglasie, Küstentanne, Bergahorn und auch Buche in Betracht ziehen.
Ja meine Staunässe.
Vielen Dank für deine Antwort.
 
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schweren Boden mit Letteanteil.
Ca. 700mm jährlicher Niederschlag.
Das lässt viele Baumarten zu.

Das eher wenige.


Was genau ist das Ziel der Maßnahme?
Eher ökologische oder ökonomische Absichten?

Eiche passt häufig, gerade bei Staunässe eine gute Option. Ökologisch super, ökonomisch eigentlich auch nicht schlecht.
Achtung: Verbiss, Kulturkosten, Pflegeaufwand, Verzinsung.
Ob man die Eiche in Mischung begründet oder hinterher unterbaut ist wäre noch zu klären.
Stichwort Mischungsform und Konkurrenz, wobei Hainbuche da noch händelbar ist.

Soweit meine bescheidene Einschätzung.

Mit freundlichen Grüßen und Waidmannsheil
 
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Ausgleichsmaßnahme (AM) heißt für mich ökologischer Ausgleich, Ökonomie sollte der WB dann im weiteren im Auge behalten. Weiters sollten bei einer AM alle Nebenkosten einkalkuliert sein. Leider werden bei solchen Maßnahmen meist gleich alle Pflanzen auf die Fläche geknallt. Eine sinnvolle zeitliche Abfolge wie og fällt flach. Der Zeitraum ist bis zur Abnahme (~ 5 Jahre) zu kurz.


CdB
 
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Normal würde ich an dem Punkt etwas von der Esche schreiben, aber der Drops ist wohl gelutscht. 700mm und "relativ feucht" soll wohl staunaß bedeuten?

Nun, aus der Ferne würde ich sagen ist deine Baumartenwahl i.O., aber von hier aus gesehen lebst du auch im Luxus, was Boden und Niederschlag angeht.

Auf Flächen ohne Staunässe würde ich dann Douglasie, Küstentanne, Bergahorn und auch Buche in Betracht ziehen.
Die Standorteignung von Douglasie und Küstentanne steht außer Frage. Ob die Beiden aber als Baumarten für eine Ausgleichsmaßnahme von der zuständigen Behörde naturschutzfachlich akzeptiert werden ist zunächst zu klären.

Guillermo
 
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Ausgleichsmaßnahme
Danke, seht da oben auch, hätte ich mal lesen sollen🙈


Eine sinnvolle zeitliche Abfolge wie og fällt flach
Ich persönlich würde höchstens die Hainbuche im Mitanbau wagen. Bei der Linde hätte ich Sorge, dass diese der Eiche Probleme macht. Alternativ die Mischung räumlich entzerren, dann wäre die dienende Funktion allerdings verfehlt.
Nur Eiche zu pflanzen wäre auch eine Option, dann kommen aber später ggf. Kosten für den Unterbau. Ob man Reinbestände als AuE Maßnahme durchkriegt weiß ich nicht.

Ich befürchte man steht sich da selbst im Weg und verhindert/erschwert ein sinnvolles Vorgehen.

Mit freundlichen Grüßen und Waidmannsheil
 
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Standorteignung von Douglasie und Küstentanne
Funktioniert das auch bei Staunässe? Ich wäre da vorsichtig.

Weißtanne soll angeblich noch ganz gut mit Staunässe klar kommen, die Wurzelform bleibt dort erhalten.
Ob da 700mm ausreichen ist allerdings fraglich, ich sehe da eher Chancen im kühl feuchten Mittelgebirge.

Mit freundlichen Grüßen und Waidmannsheil
 
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Wie richtig erkannt wurde geht es um den ökologischen Aspekt.
Die Fläche wird von uns zur Verfügung gestellt. Die Kosten für die Maßnahme trägt ein Unternehmen, welches dazu verpflichtet wurde.

Die erwähnten Baumarten wurden uns direkt von der Forstbehörde vorgegeben.
Wollte halt nur gerne noch eine 2te Meinung haben ob es weiter Möglichkeiten gibt.

Die Fläche soll komplett gezäunt werden, obwohl ich kein Freund davon bin.
Allerdings sind diese Baumarten komplett neu für diese Gegend somit wahrscheinlich ohne Zaun nicht realisierbar.

Es wird alles aufeinmal gepflanzt, werde aber nochmal Rücksprache halten ob eine entsprechende zeitliche Versetzung möglich ist, so wie vorgeschlagen.

Vielen Dank für eure Ausführungen.
 
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Wie oben schon angegeben kannst du der Linde eins auf die Mütze geben, damit sie im Unterstand bleibt. Das hab ich bei meinen Erstaufforstungen mit Stieleiche und Winterlinde bei Bedarf auch gemacht. Welcher Pflanzverband ist denn geplant?

Guillermo
 
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Wie oben schon angegeben kannst du der Linde eins auf die Mütze geben, damit sie im Unterstand bleibt. Das hab ich bei meinen Erstaufforstungen mit Stieleiche und Winterlinde bei Bedarf auch gemacht. Welcher Pflanzverband ist denn geplant?

Guillermo
Das weiß ich selber noch nicht so genau. Im ganzen geht es um einen knappen Hektar. Bis jetzt wurden mir nur die geplanten Bäume mitgeteilt ohne Mengenangabe.
 
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Eiche mit Nebenbestand (linde/hainbuche) ist auf so einem Standort typisch und auch zu empfehlen

Würde das ganze einfachheitshalber auf ein Mal Pflanzen und dann die Hainbuchen und Linden nachträglich im Zaum halten
Wenn man das ganze zeitlich trennt muss man immer dahinter sein und hat 2x den verbissschutz

Andere Baumarten wären natürlich möglich, bei Ausgleichsflächen geht's allerdings immer um eine ökologische Wertigkeit, bei der die Eiche i. d. R. Ziemlich hoch abschneidet (würde ich vorher in jedem Fall absprechen)
 
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Eiche mit Schattlaubholz ist für den beschriebenen Standort nicht falsch und sollte gut Funkktionieren, wenn die Bäume erst mal Fuß gefasst haben. Ausgleichsmaßnahme heißt ja auch, dass Du die Kosten nicht tragen brauchst, oder?

Bei Eiche würd ich eine Pflanzenzahl von mindestens 6.500 besser 8.000Pflanzen/ha anstreben.
Der Nebenbestand wird i.d.R. später "vergessen" oder wird dann nicht mehr gepflegt oder geschützt, drum macht es schon Sinn, den gleichzeitig einzubringen. ICh würde den Reihenabstand bei mindestens 1,5m, besser sogar 2m wählen. dann hat man genügend Platz zwischen den Reihen das ausgemähte Unkraut abzulegen.

Nur so als Tipp: Da es sich um eine Wiesenfläche handelt, würde ich etwa ein halbes Jahr vor der geplanten Pflanzung die Fläche umbrechen, Grubbern und mit Weißklee einsähen. Das hilft ergahrungsgemäß im ersten Jahr nach der Pflanzung das Mausproblem gering zu halten und reduziert auch die Kosten fürs Ausgrasen in 1. evtl. auch 2. Jahr.
Die Pflanzung sollte entlang einer Schnur erfolgen, dann könnte man fürs Ausgrasen auch an handgeführte Maschinen denken (Rasenmäher, kleine Mulchgeräte). Spart Geld und ist ideal, den mauslebensraum unattraktiv zu halten.
Die maschinelle Pflanzung (Pflanzpflug) hat bei mir teilweise Probleme bereitet, gerade auf schweren Böden. Folgt ein trockener Sommer reißt der Boden durch die Austrocknung entlang der Pfluglinie wieder auf und die Wurzeln trocknen aus, die Pflanzen gehen zwangsläufig ein. Auf sandigen Böden hingegen wäre das eine Option, tief unterschnittene Pflanzen in den Boden zu bekommen.
Generell sollte man bei der Eiche auch auf ein vernünftiges Sproß/Wurzelverhältnis achten. Auch ich hab da mehr auf den oberirdischen Teil geachtet und dann vergleichsweise große Pflanzen mit kleiner Wurzel gepflanzt. Die Bäumchen haben i.d.R. mehrere Jahre gebraucht, um die Wurzeln zu regenerieren und sind nicht vom Fleck gewachsen.
 

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