Waldzustandsbericht 2013 NRW

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#1
Die Landesregierung NRW hat vor einigen Tagen den Waldzustandsbericht

http://www.nrw.de/landesregierung/waldzustandsbericht-2013-keine-entwarnung-in-sicht-15119/

veröffentlicht und - wie nicht anders zu erwarten - berichtet man über eine Zunahme der Waldschädigung. Es ist ja keine Überraschung, dass es unserem Umweltminister in die Ideologie passt, über eine weitergehende Schädigung sprechen zu können und sein Geschichten von 'fit für den Klimawandel', 'naturnaher Waldgesellschaft und einer breiten genetischen Vielfalt' strapaziert. Zugegeben, in diesem Kontext habe ich keine Idee, was das eine, noch, was das andere meint.

Da ja hier der eine oder andere Förster unterwegs ist, würde mich interessieren, wie denn ein tatsächlicher Fachmann den Zustand des Waldes und der unterschiedlichen Baumarten einschätzt.

Gibt es tatsächlich relativ mehr Schädigungen unterschiedlicher Baumarten als es die vor 50 Jahren gab?
Wie relevant ist denn überhaupt die Kronenschädigung eines Laubbaumes für Funktion und/ oder Holzqualität?
Die oft schon hier diskutierte Frage: was ist denn ein naturnaher Wald und wie feststehend kann diese Bewertung sein?
Schließt sich Wirtschaftswald und die von Herrn Remmel proklamierte naturnahe Waldgesellschaft (was immer das ist) aus?
Wenn ich mich (so alt bin ich leider schon) an die 'Waldsterben-Debatte' der frühen 80er Jahre erinnere, dann dürften wir ja schon keine Wälder mehr haben. Reiten die Grünen und sonstigen Ökofaschisten da ein totes Pferd und haben es noch nicht realisiert?

Es würde mich freuen, wenn der eine oder andere Forstexperte mal ein wenig Hintergrund und Bewertung liefern würde.


Grosso
 
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#2
Meiner eher unfachkundigen Ansicht nach haben die es sehr wohl bemerkt, daß der Gaul tot ist... aber so lange man das Publikum meint mit der Nummer beeindrucken zu können, wird gerne weitergeritten.
 
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#3
http://www.general-anzeiger-bonn.de...mel-gibt-Zielkonflikte-zu-article1199063.html :evil:

Überall machen die "Grünen" Theater wenn Bäume gefällt werden sollen. S. Stuttgart 21 usw. aber wenn es um Windkraft geht, macht sogar ein ideologisch scheinheiliger Herr Remmel einen "Spagat" und macht sich sogar für so was den NABU und BUND zum Feind! :twisted:
916000!!! ha Waldfläche könnten laut seiner Aussage in NRW für diese "Spargel" genutzt werden. Aber jammern das der Wald soooo krank sei und wir mehr für den Umweltschutz tun sollten. Was für ein Waidloch!
Der Wald war immer schon krank. Er wurde noch kranker als man anfing die Luft zu verpesten und gesunde Bäume zu fällen um sie dann neu anzupflanzen.
 
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#4
Es wäre nett, wenn der eine oder andere Förster (oder in diesem Dunstkreis tätige) hier mal seine Einschätzung kundtun würde. Mir fehlt jede Einschätzungsmöglichkeit ob der Wald denn nun wirklich sooo krank ist, ob ein absoluter Teil davon schon immer krank war (wie das bei der Menschheit ja nun auch der Fall ist) oder ob der relative Anteil der kranken Bäume über einen relevanten Zeitraum zugenommen hat.

Ich ärgere mich, wenn ich solche Berichte lesen, sie mir aber keine wirkliche Bewertung der präsentierten Daten ermöglichen.


Grosso
 
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#5
Gibt es tatsächlich relativ mehr Schädigungen unterschiedlicher Baumarten als es die vor 50 Jahren gab?
Die Frage lässt sich nicht mit Ja oder Nein beantworten. Einerseits ist unser Klima im Vergleich zu dem vor 50 bis 100 Jahren nicht stabil sondern im Wandel, sprich die Temperaturen steigen, Niederschläge werden unregelmäßig und weniger. Einige Baumarten werden damit nicht fertig (Fichte z.B.) andere Baumarten haben kein so großes Problem damit. Dazu kommt, dass geschwächte Bäume anfälliger für Schädlinge wie Insekten und Pilze sind.
Der springende Punkt für mich ist: Auch vor 50 Jahren war unser Wald schädigenden Einflüssen ausgesetzt. Nur hat diese niemand so genau wie jetzt katalogisiert.

Wie relevant ist denn überhaupt die Kronenschädigung eines Laubbaumes für Funktion und/ oder Holzqualität?
Verliert ein Laubbaum seine Krone, so kann er nur noch im geringen Maße Photosynthese betreiben, sprich er bringt nur noch einen sehr geringen Holzzuwachs. Ist der Baum dann noch zusätzlich sehr jung, bleibt er im Höhenwachstum hinter den anderen Bäumen des Bestandes zurück, bekommt irgendwann nicht mehr genug Licht mehr und stirbt ab.

Die oft schon hier diskutierte Frage: was ist denn ein naturnaher Wald und wie feststehend kann diese Bewertung sein?
Die Frage zu erläutern bedürfte mindestens eines Powerpointvortrags, aber vielleicht kann der ein oder andere Mitforist besser erklären als ich :biggrin:

Schließt sich Wirtschaftswald und die von Herrn Remmel proklamierte naturnahe Waldgesellschaft (was immer das ist) aus?
Du meinst, ob Wirtschaftswald und Naturnahe Waldwirtschaft mit einander vereinbar sind, oder habe ich die Frage falsch verstanden?

Gruß
A

PS: Link zum den Waldzustandsberichten: http://www.wald-und-holz.nrw.de/wald-und-holz-nrw/wald-in-nrw/waldzustand.html
 
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#6
...Du meinst, ob Wirtschaftswald und Naturnahe Waldwirtschaft mit einander vereinbar sind, oder habe ich die Frage falsch verstanden?

Gruß
A
...

Ja, dass meinte ich u.a. mit meiner Frage. Wenn ich Remmel richtig interpretiere, dann steht für ihn der Wald als Wirtschaftsfaktor gar nicht im Fokus. Wahrnehmen tue ich zumindest nur eine Debatte, die fast ausschließlich in Richtung 'Waldromantik' geht und sich Begrifflichkeiten wie 'naturnahe Waldfamilien' (was das ist hat mir bis dato noch niemand erklären können/ wollen) bedient.

Vielleicht ist meine Lesart nur schlicht nicht korrekt, die wirtschaftliche Bewertung solcher 'naturnahen Waldfamilien' und die ökonomische Bedeutung von Körperschaftswäldern für die Kommunen und das Land finde ich aber nirgendwo.

Wenn Wald denn so geschädigt sein sollte und das Einfluss auf den Wuchs der Wirtschaftswälder haben sollte, dann müssten doch gerade die Gruppierungen aufschreien, die ein ökonomisches Interesse am Wald haben. Aus der genannten Richtung höre ich aber nichts.


Grosso
 
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#7
Es wäre nett, wenn der eine oder andere Förster (oder in diesem Dunstkreis tätige) hier mal seine Einschätzung kundtun würde. Mir fehlt jede Einschätzungsmöglichkeit ob der Wald denn nun wirklich sooo krank ist, ob ein absoluter Teil davon schon immer krank war (wie das bei der Menschheit ja nun auch der Fall ist) oder ob der relative Anteil der kranken Bäume über einen relevanten Zeitraum zugenommen hat.

Ich ärgere mich, wenn ich solche Berichte lesen, sie mir aber keine wirkliche Bewertung der präsentierten Daten ermöglichen.


Grosso
Zunächst ich bin kein Förster aber Eigentümer eines kleinen Waldgrundstücks mitten im Landschaftsschutzgebiet mit ausgedehnten Waldflächen in NRW.

Zumindest die Schädigung an den Eichen ist mittlerweile auch von einem Nichtfachmann kaum noch zu übersehen! Davon sind Eichen aller Altersklassen betroffen.

Du kannst es unschwer im Juni feststellen. Schau Dir einfach mal die Kronen in einem Eichenwald an. Dichte Kronen findest Du nur noch an einer Minderzahl der Bäume, das heißt die feine Verästelung der Bäume stirbt zuerst ab, bis ganze Äste und zum Schluss die kompletten Kronen betroffen sind. Sind die Kronen schließlich unbelaubt, müssen die Bäume gefällt werden .

Die Schädigung an den Bäumen ist ganz offenkundig und nach meiner Beobachtung wird es tatsächlich von Jahr zu Jahr schlimmer und der Anteil der geschädigten Eichen nimmt dramatisch zu. Vielleicht ist es in einigen Bundesländern oder Gebieten noch nicht ganz so schlimm, wenn man sich den Schadensbericht ansieht aber offensichtlich doch!

Bei anderen Arten ist diese massive Schädigung wie bei den Eichen zumindest für mich als Laien nicht erkennbar.
 
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