Waldzustandsbericht - Lage ist katastrophal

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Die BWP ist ein Schnellschuss, die Notifizierung dauert bei der EU ihre Zeit und die Prämie ist auch für viele Waldbesitzer gedacht, für die de minimis aufgrund ihrer eigenen Betriebsstruktur keine Bedeutung hat.

Dann profitieren von de minimis eher die kleineren Betriebsstrukturen, wohingegen von der BWP auch die Größeren was haben. Ist das so zu verstehen?
 
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Die BWP ist ein Schnellschuss, die Notifizierung dauert bei der EU ihre Zeit und die Prämie ist auch für viele Waldbesitzer gedacht, für die de minimis aufgrund ihrer eigenen Betriebsstruktur keine Bedeutung hat.
Klar, die musste unbedingt noch vor der Bundestagswahl raus, man könnte es wohl auch als Stimmenkauf mit Steuergeldern bezeichnen.
 
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Letztes Jahr war Bundestagswahl? Da wurde die entscheiden.

@Schilchersturm :
Ja, kommt hin. Die de minimis-Regelung macht einen Förderbeitrag von X innerhalb von 3 Jahren genehmigungsfrei (seitens der EU), als Bagatellgrenze. Für kleine Waldbesitzer ist das einfach und egal (und wir haben in D 25% der Waldflächei n Klein- und Kleinstbetrieben), bei größeren wird das dann problematisch.
 
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Dann profitieren von de minimis eher die kleineren Betriebsstrukturen, wohingegen von der BWP auch die Größeren was haben. Ist das so zu verstehen?
Nein. Ab 1 ha profitieren alle, bei € 200.000 Gesamtsumme für 3 Jahre wird gekappt. Bei großen Forstbetrieben wird gekappt, aber bei kommunalen Forstbetrieben kann es sein, dass auch gar nichts ankommt, weil die Kommune bereits Fördermittel für andere Förderthemen ausgeschöpft hat, die ebenfalls unter de minimis fallen. Dann ist das zwar für die Kommune unter dem Strich egal, aber der Forstbetrieb bekommt nichts ins Budget und hat dann ggf. keine Mittel, um damit Waldaufbau/umbau etc. zu betreiben.
 
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Nein. Ab 1 ha profitieren alle, bei € 200.000 Gesamtsumme für 3 Jahre wird gekappt. Bei großen Forstbetrieben wird gekappt, aber bei kommunalen Forstbetrieben kann es sein, dass auch gar nichts ankommt, weil die Kommune bereits Fördermittel für andere Förderthemen ausgeschöpft hat, die ebenfalls unter de minimis fallen. Dann ist das zwar für die Kommune unter dem Strich egal, aber der Forstbetrieb bekommt nichts ins Budget und hat dann ggf. keine Mittel, um damit Waldaufbau/umbau etc. zu betreiben.
Na ja gut, wenn die Kommune Fördermittel ausschöpft und nix oder zuwenig davon ihren FB´s budgetiert, dann beißt sich doch die Kommune selbst in den Schwanz, wenn der Waldumbau nicht funzt. Der einzelne FB einer Kommune kann schließlich nciht selber Anträge stellen, wenn er kein Eigentümer ist.

Soweit ich das verstanden habe, gehts doch aber um die Problematik der Wettbewerbsverzerrung, die man mit de minimis nicht begünstigen wollte. Das wäre ja noch schöner, wenn öffentlich-rechtliche Anstalten, wie sie Kommunen sind, unter de minimis irgendwas kassieren, sich an anderer Stelle folglich Mittel sparen (die sie in den Wald stecken können) und dann on top noch 200 TEUR extra für Wald dazu bekommen.
Wäre doch dann ggü. einem anderen FB eine Wettbewerbsverzerrung oder siehst du das als kommunaler OF etwa anders? ;)
 
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Letztes Jahr war Bundestagswahl? Da wurde die entscheiden.

@Schilchersturm :
Ja, kommt hin. Die de minimis-Regelung macht einen Förderbeitrag von X innerhalb von 3 Jahren genehmigungsfrei (seitens der EU), als Bagatellgrenze. Für kleine Waldbesitzer ist das einfach und egal (und wir haben in D 25% der Waldflächei n Klein- und Kleinstbetrieben), bei größeren wird das dann problematisch.

Ist es dann für den kleinen Waldbesitzer ebenso zu sehen, wie es der OF für die Kommunen erklärt hat? Hat der Waldbesitzer also schon aus nem EU-Topf was beantragt, kann er infolge de minimis mit der Waldprämie nur noch bis zu seiner individuellen "Kappungsgrenze" auffüllen? Oder kann er sich die deutsche Prämie zusätzlich zupfen?
 
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Bei mir auch und die Wiesen können in den Senken die Dürre nicht mehr aufnehmen. Zwei Nachbarn pumpen die Dürre aus dem Keller, weil das Grundwasser reindrückt. Aber hier wird gleich einer erzählen, alles noch zu wenig. Wir haben Dürre.
Soll mal kommen und es hier in meiner Gegend jemand erzählen. Da holt er sich ruck zuck a Watschn ab.

So nassen Sommer hatten wir lange nicht in den Alpen.

Robert


Und hier in der Gegend "frisst du Staub". Die Havel hat Standardpegel mit leichtem Minus, also liegt das Einzugsgebiet im Niederschlagsdefizit. Waldbrandstufe ist konstant hoch. Ein Stückchen westlich in der Altmark ist es noch trockener. Die Elbe liegt im Toleranzbereich.

Mit etwas Verstand sieht man die ungleiche Verteilung der Niederschläge und niemand wünscht sich Extreme. Wir haben nun selbst im kleinen Deutschland beide Extreme - Trockenheit im Osten und Hochwasserkatastrophe im Westen, da gibts nichts dran zu deuteln.


CdB
 
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Na ja gut, wenn die Kommune Fördermittel ausschöpft und nix oder zuwenig davon ihren FB´s budgetiert, dann beißt sich doch die Kommune selbst in den Schwanz, wenn der Waldumbau nicht funzt. Der einzelne FB einer Kommune kann schließlich nciht selber Anträge stellen, wenn er kein Eigentümer ist.

Soweit ich das verstanden habe, gehts doch aber um die Problematik der Wettbewerbsverzerrung, die man mit de minimis nicht begünstigen wollte. Das wäre ja noch schöner, wenn öffentlich-rechtliche Anstalten, wie sie Kommunen sind, unter de minimis irgendwas kassieren, sich an anderer Stelle folglich Mittel sparen (die sie in den Wald stecken können) und dann on top noch 200 TEUR extra für Wald dazu bekommen.
Wäre doch dann ggü. einem anderen FB eine Wettbewerbsverzerrung oder siehst du das als kommunaler OF etwa anders? ;)
Nein, sehe ich nicht anders. Mein Nachbar leidet da noch mehr drunter, der bekommt statt theoretisch € 1,8 Mio. auch nur € 200.000.
Lenkungswirkung hat die Prämie nicht, es ist auch unklar, was genau prämiert wird. Ich würde mir eine Prämie für akut Geschädigte wünschen und eine Prämie, die die Ökosystemleistungen in den Blick nimmt. Das unter de minimis zu stellen, wäre nicht nur ungerecht, sondern kontraproduktiv. Das erlebe ich gerade beim Auerwildaktionsplan: da werden solche Forderungen erhoben, dass man als Waldeigentümer nur hoffen kann, von dem Vogel verschont zu bleiben. Wir werden jedenfalls dafür keinen Finger mehr krumm machen.
 
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Nein, sehe ich nicht anders. Mein Nachbar leidet da noch mehr drunter, der bekommt statt theoretisch € 1,8 Mio. auch nur € 200.000.
Lenkungswirkung hat die Prämie nicht, es ist auch unklar, was genau prämiert wird. Ich würde mir eine Prämie für akut Geschädigte wünschen und eine Prämie, die die Ökosystemleistungen in den Blick nimmt. Das unter de minimis zu stellen, wäre nicht nur ungerecht, sondern kontraproduktiv. Das erlebe ich gerade beim Auerwildaktionsplan: da werden solche Forderungen erhoben, dass man als Waldeigentümer nur hoffen kann, von dem Vogel verschont zu bleiben. Wir werden jedenfalls dafür keinen Finger mehr krumm machen.

Im Prinzip hast du freilich recht, aber es ist auch ein zweischneidiges Schwert. Macht man die Prämie von einer KONKRETEN Systemleistung abhängig, dürfte es viel Geschrei und Zankerei geben und stellt man es nicht unter de minimis, besteht wieder die Situation, dass es insgesamt nicht wettbewerbsneutral ist.
Streng genommen ist ein "Auerwildaktionsplan" doch ebenso eine Ökosystemleistung. Gäbe es denn überhaupt noch Möglichkeiten, wirksam national Dinge anzukurbeln, ohne von Brüssel wg. de minimis eins aufn Deckel zu bekommen?
Du traust dich was, den Urhahn der Hohen Jagdwälder als blosen Vogel zu bezeichnen und wg. ein paar profaner Hölzer nicht aufhegen zu wollen. Wenn das die beiden Hahnenpäpste lesen... :cool::giggle:
 
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Im Prinzip hast du freilich recht, aber es ist auch ein zweischneidiges Schwert. Macht man die Prämie von einer KONKRETEN Systemleistung abhängig, dürfte es viel Geschrei und Zankerei geben und stellt man es nicht unter de minimis, besteht wieder die Situation, dass es insgesamt nicht wettbewerbsneutral ist.
Streng genommen ist ein "Auerwildaktionsplan" doch ebenso eine Ökosystemleistung. Gäbe es denn überhaupt noch Möglichkeiten, wirksam national Dinge anzukurbeln, ohne von Brüssel wg. de minimis eins aufn Deckel zu bekommen?
Du traust dich was, den Urhahn der Hohen Jagdwälder als blosen Vogel zu bezeichnen und wg. ein paar profaner Hölzer nicht aufhegen zu wollen. Wenn das die beiden Hahnenpäpste lesen... :cool::giggle:
Ja, ein schwieriges Thema. Staatlich gefördert werden sollte jedenfalls nicht die Gewinnmaximierung von Forstbetrieben, egal, wer im Grundbuch steht. Der Waldbau ist allerdings sehr in Fluß geraten. Wer bisher einen Douglasien-Fichten Mischwald, der früh wieder abgetrieben wird (Fi 50, Dgl 80) für den Ausbund von Kapitalismus und Bodenreinertragslehre hielt, findet vielleicht bald daran gefallen nach dem Motto „Hauptsache Wald und wenn man den nutzen kann, um so besser“. In vielen Region in D‘land geht es derzeit schon um „Hauptsache Wald“.

Bei den „Hahnenpäpsten“ stehe ich nicht hoch im Kurs. Allerdings schießen die sich mit Aussagen wie „der Auerwildschutz hat in Ihrer Stadt Vorrang vor allen anderen Fragen (sic!) auch selbst ins Aus geschossen. Wer so argumentiert, lebt in einer Auerwildblase und verdient es nicht, ernst genommen zu werden.
 
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"Wohlleben"

Auch wenn mich das esoterische Gesülze ziemlich nervt, er hat in vielen Punkten im Ansatz Recht.
Allerdings haut er den Sack anstatt den Esel.
Wenn die Politik aus Verwaltungen gewinnorientierte Anstalten macht, zwingt man die zum streng wirtschaftlichen Handeln.
Wenn die Politik die Leistungen des privaten Waldbesitzes für den Staat nicht angemessen honoriert, darf man sich über Auswüchse nicht wundern.

Wenn man ähnlich dem Brachenprogramm in der Landwirtschaft Nullnutzungen im Wald honorieren würde, wäre vieles besser. Stattdessen stellt man die ökologisch wertvollen Bestände ohne Gegenleistung unter Naturschutz, legt sie also im schlimmsten Fall komplett still und jammert dann, wenn die Waldbesitzer den Verlust durch noch intensivere Bewirtschaftung der "offenen" Flächen zu kompensieren versuchen.
 
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Oder dafür sorgt, dass eben kein schützenswerter Zustand entsteht.

Und solange unser Holzverbrauch deutlich höher ist als die inländische Erzeugung können wir uns manche Phantasien nur leisten, wenn wir "woanders" plündern gehen. Das muss man den Leuten auch immer wieder erklären.
 
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Wenn man ähnlich dem Brachenprogramm in der Landwirtschaft Nullnutzungen im Wald honorieren würde, wäre vieles besser.
Am besten wäre, der Staat würde sich nicht einmischen und nichts subventionieren.
Die Eigentümer sind bestrebt den Wald nachhaltig und zukunftsfest zu bewirtschaften, so daß er sowieso seine Nebenfunktionen erfüllen wird.
Und diejenigen Eigentümer die das nicht beherzigen, werden durch Insolvenz vom Markt gepsült, auch kein Verlust.
Es braucht keine übergeordnete KOntrollinstanz, das können die verantwortlichen Eigentümer schon selbst.
 
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Der Wald wird nur nicht nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten alleine bewirtschaftet und der durchschnittliche deutsche Privatwaldbesitzer steht ohne direkte und indirekte Förderung ziemlich im Hemd da. Das war nach der BWI 2002 einer der Hauptpunkte, an denn angesetzt wurde, damit der Wald insgesamt überhaupt vernünftig behandelt wurde.
 
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