Wand trockenlegen

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#16
Ich hatte mal einen Feuerwehreinsatz (zusammen mit dem THW und die kommen nicht wegen Pillepalle), weil der örtliche Förster der Meinung war, eine Drainage (?) am Forsthaus von den Forstarbeitern graben zu lassen, dabei aber leider etwas zu viel Mauer freilegte und am Ende war die Wohnstube freigelegt :) Das 200 Jahre alte Forsthaus konnte aber gerettet werden...
 
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#17
hast Du Drenagerohre UNTER tiefsten Stelle der Mauer, also an der äusseren Unterkante dann hast du keinerlei Feuchigkeit im Boden, die von der Wand aufgenommen werden könnte.
Bei mir ist der Boden so feucht, dass selbst nach 4 Wochen Trockenheit das Gras grün ist und der Boden feucht. Das Einzige was trocken ist, das ist die Kellermauer.
 
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#18
Willst Du damit sagen, daß es nur der Putz ist?
Dann müsste man ja nur den Putz unterbrechen um eine alte Mauer trocken zu bekommen.
Vereinfacht gesagt eine Schneidfuge machen und mit Silikon auffüllen...

Und was hätte dann das "Verkieseln" für einen Effekt, wenn die Mauer ohnehin kein Wasser ziehen kann?

Ich glaub es noch immer nicht!
Wenn es der Putz ist dann ja. Das kann aber niemand aus der Ferne beurteilen. Fakt ist das die Mörtelschicht kapillarbrechend ist. Ich wohne selbst in einem Haus von 1912.
Glaub mir, wir beurteilen das beruflich.
Wenn Du mal in Hamburg bist kannst Du Dir mal die mit Ziegel gemauerten Fleetkanäle ansehen oder die alten Speicher die mit dem Ziegelmauerwerk komplett im Wasser stehen. Die müssten komplett voll Wasser gesogen sein . Sind sie aber nicht.
Die "Steighöhe" ist stark begrenzt.

Dein Schadensbild kann viele Ursachen (erhöhter Salzgehalt,Tauwasserbildung etc.) haben. Du brauchst einen qualifizierten Bausachverständigen mit Schwerpunkt Altbau.
 
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#20
Könnte es sein, daß das schlicht noch Altlasten sind von vor der Sanierung? Die Mauerstärke hört sich nach ziemlicher Wasseraufnahmekapazität an.

Alternativ: der Salpeter wird durch Kondensfeuchtigkeit an der ungeheizten Wand außerhalb des Heizungsbereichs animiert, sich zu äußern, wie @Auerochse schrub.
 
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#21
Alternativ: der Salpeter wird durch Kondensfeuchtigkeit an der ungeheizten Wand außerhalb des Heizungsbereichs animiert, sich zu äußern, wie @Auerochse schrub.
Das Problem in alten Bauernhäuser ist oft die frühere Mischnutzung Mensch/Tier.
Hier kann über Jahrzehnte das Mauerwerk mit Nitraten belastet worden sein.
Das Mauerwerk ist dann in Teilbereichen komplett "versalzen".
Die Folge ist ein extrem hygroskopische Feuchtigkeitsbelastung die oft "aufsteigende Feuchtigkeit" vortäuscht.

Hier wäre dann eine Bohrkernentnahme mit den entsprechenden Untersuchungen angeraten.
 
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#22
Unser Haus war nie - auch teilweise - ein Stall!
Die größeren Höfe bei uns sind Vierseithöfe mit voneinander getrennten Gebäuden.

Das Haus ist von 1810 und ich habe noch die Unterlagen dazu - auch hier ist schon klar ersichtlich das es einzig zu Wohnzwecken dient.

Gegen die Kondensfeuchte spricht, daß es unmittelbar über der Wandheizung ist. Kann man mit der WBK wunderbar sehen, daß es hier nicht der kälteste Punkt der Wand ist. Der wäre noch ein Stück weiter oben...
 
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#23
Laß ein Fachman kommen, dann weißt du was Sache ist, das ist doch alles Rätselraten ohne vor Ort gewesen zu sein.
 
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#24
und dann müssen Plastikdrenagerohre mit mindetsten 200 m/m Durchmesser verlegt werden.
Etwas unter der tiefsten Stelle des Mauerwerks im Boden. Und so verlegen, dass am tiefsten Punkt der Rohre der Abfluss garantiert ist.
t.

Richtig gehören sie nach Norm deutlich unter Unterkante Bodenplatte, auch bei intakter Horizontalsperre; Dann beim TS erst recht.
 
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#25
hast Du Drenagerohre UNTER tiefsten Stelle der Mauer, also an der äusseren Unterkante dann hast du keinerlei Feuchigkeit im Boden, die von der Wand aufgenommen werden könnte.
Bei mir ist der Boden so feucht, dass selbst nach 4 Wochen Trockenheit das Gras grün ist und der Boden feucht. Das Einzige was trocken ist, das ist die Kellermauer.
Wenn nicht genau unter der Bdenplatte eine Wasserader verläuft ja.

Die Drainage wird ja nur ringförmig um das HAus gelegt. HAbe einmalig schon erlebt, dass die nicht in der LAge war, zentral unter der Bodenplatte befindliches Wasser daran zu hindern zentral im Keller als Feuchte nach oben zu dringen!
 
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#28
Vor einigen Jahren gab es eine Zusammenarbeit von Sintef (norwegisches Forschungsinstitut) und Forschung- Bau (oesterreichisches Forschungsinstitut). Weil wir hier wenig Ziegelhaeuser/ Gebaeude haben, meist in "Vestlandet", aber die Probleme mit aufsteigender Feuchtigkeit und der Behebung erforscht werden sollten, war es notwendig erfahrene Fachleute um Hilfe zu bitten. Bei ihren Versuchen wurde in verschiedenen Ziegelwaenden aufsteigende Feuchtigkeit bis 8m Hoehe festgestellt. Die theoretische "Steigehoehe" wurde mit bis zu 14m berechnet.
In modernen Ziegelgebaeuden wird unter die erste Schicht eine Horizontalsperre eingebaut. Weil die Kapilarwirkung dadurch nicht ausreichend unterbrochen wird, ist in den folgenden Schichten mindestens eine weitere Sperrschicht einzubauen. Moertelfugen, die aus saugfaehigem Moertel bestehen foerdern Wasser weiter und sind hier unterhalb des Gelaendes verboten.

Bei deinem Haus ist vermutlich keine Sperrschicht eingebaut und die Feuchtigkeit steigt in der Wand durch Kapillarwirkung auf. Durch die Heizung verdampfst du einen Teil des Wassers in der Mauer und es kommt neues Wasser nach. Das mit dem Verdampfen ist meine Teorie!!
Genau so war es hier im alten Stallgebaeude von etwa 1950. Die einzige Horizontalsperre war eine einfache Bitumenpappe, die durch Gebaudesetzung zerstoert war. Wasser das an das Fundament lief, wurde aufgesaugt und in den Steinen nach oben gezogen. Wir haben alle ca 15 cm eine 30mm Bohrung mit Gefaelle in die Wand gebohrt. Eine befreundete Firma hat, mit Hilfe von trichterartigen Behaeltern dann Parafin in die Bohrungen eingefuellt. Die Behaelter musste ich auffuellen, wenn der Fluessigkeitspiegel unter eine Markierung fiel. Weil du kein "Plastik/Chemie" moechtest koennte dies fuer dich eine Alternative sein.
Fuer dich einzig richtig ist der Rat:
https://forum.wildundhund.de/threads/wand-trockenlegen.128334/post-4328382

Viel Erfolg!
 
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#29
Ferndiagnose aus Norwegen.... seriös.

https://www.ibp.fraunhofer.de/conte...teilungen/1-400/301-400/337_IBPmitteilung.pdf

Wirkliche Fachleute aus dem Baubereich werden das Fraunhofer Institut für Bauphysik kennen.
Auch der Autor dürfte bekannt sein.

Nochmal, Vermutungen ersetzen keine qualifizierte Bauzustandanalyse.
Ohne Ursache keine Sanierung.
Es ist schon erstaunlich wieviele Gebäude Jahrhunderte überstanden haben und dann in kurzer Zeit "kaputtsaniert" wurden.
 
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#30
Es ist schon erstaunlich wieviele Gebäude Jahrhunderte überstanden haben und dann in kurzer Zeit "kaputtsaniert" wurden.
Man kann ein Gebäude nicht unabhängig von der Art der Benutzung sehen. Die alten Gebäude werden heute durch moderne Wohngewohnheiten auch einfach kaputtgewohnt. Thema Lüften und heizen. In den Bauernhäusern wurde früher nur in der Küche "geheizt". Abwärme vom Herd, richtiger. Der brannte Tag ein Tag aus und das ganze Jahr, Sommers wie Winters. Damit hatte man immer ein Temperaturgefälle von drinnen nach draußen. Aufsteigende Feuchtigkeit wurde permanent verdunstet und nach draußen befördert, weil Jahr und Tag die Tür offen stand. Die Fensterrahmen undicht waren. Generell alles undicht und die Wärme von der Küche sowieso nach oben ins Schlafzimmer sollte.

Man vergleiche das mit heutigen Zuständen et voilá....
 
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