Wandel in der Jagd

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Weil flüchtiges Rehwild besser mit Schrot zu erlegen ist und nur sehr wenige Jäger dabei mit der Büchse zuverlässig treffen. Die geringere Hinterlandgefährdung beim Schrotschuss ist ein weiterer Aspekt bei Bewegungsjagden auf Rehwild.

Zur Klarstellung: ich mag den Schrotschuss auf Rehwild nicht, sehe aber bei der zukünftigen Situation, zumindest in Gebieten mit hunderten oder sogar tausenden Hektar Dickungen auf Kalamitätsflächen, keine gute Alternative, wenn es dort nur noch Schneisen gibt, auf denen gestöberte Rehe selten anhalten.
Mit der Kugel halte ich Schüsse auf flüchtiges Rehwild für sehr gewagt und lehne sie daher ab. Zumindest steigert sich die Gefahr der Entwertung deutlich, von schlimmeren Folgen nicht zu reden. Schrotschüsse kann ich nicht beurteilen, befürchte aber eine nicht unbedeutende Zahl an verletzten Stücken, die mangels vernünftiger Kontrolle und Kontrollmöglichkeiten nicht zur Strecke kommen.

Die großen Flächen, welche in den kommenden Jahren neu bepflanzt werden, sind nach relativ kurzer Zeit "aus dem Äser gewachsen". Danach gibt es viel länger dichte Einstände, wo allerdings keine Schäden mehr zu befürchten sind.
Wer bei der Bepflanzung jagdliche Aspekte berücksichtigt wird auch auf den neuen Flächen eine vernünftige Bejagung möglich machen. Dann wird der Schrotschuss nicht benötigt und die Verantwortlichen können ihre Strategien anpassen, sofern sie Willens und in der Lage sind.
Vielleicht sind dann die Bewegungsjagden nicht mehr die Streckengaranten, aber was soll´s, es geht auch anders ohne am Rad drehen zu müssen.

wipi
 
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Realistisch ist folgendes Trainingsprogramm: Um 10.00 Uhr jeden Tag eine 10, mit dem ersten Schuß auf Entfernung X, sitzend aufgelegt, schießen. Das sollte eine Steigerung der Erstschußtrefferwahrscheinlichkeit bringen, wenn man das konsequent durchhält und absolut keine Wiederholung zulässt.
Geeenau - und dich stelle ich mir dann als Trainer vor.
Echtes hubät-Spitzenpost :giggle:
 
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Normalerweise führt niemand eine solche Waffe im Gelände , schon gar nicht unter den klimatischen Bedingungen von Süd- und Südostasien.

Ich hatte aber ein Foto , das ich leider nicht mehr finde , von einer ähnlichen Waffe Kaliber 600 Nitro Express die in einem sehr gebrauchten und auch fast ruiniertem Zustand war nachdem sie der Besitzer , ein Maharadscha , regelmäßig bei der Jagd geführt hatte.


Anhang anzeigen 132282
https://www.theexplora.com/westley-richards-600-nitro-express-the-india-rifle-2/
Ja....das ist schon Kunst, eine Waffe so zu veredeln(y) ist aber eher etwas als Wertanlage:cool:
MfG.
 
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Selbst in der Schweiz, wo er erlaubt ist, ist der Schrotschuss auf Rehwild durchaus umstritten. Wie es in Schweden ist, kann ich nicht sagen, aber ich denke es ist nun nicht gerade ein uneingeschränktes Erfolgskonzept, dass man bedenkenlos übernehmen kann.
 
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@Stöberjäger:
Weil flüchtiges Rehwild besser mit Schrot zu erlegen ist und nur sehr wenige Jäger dabei mit der Büchse zuverlässig treffen. Die geringere Hinterlandgefährdung beim Schrotschuss ist ein weiterer Aspekt bei Bewegungsjagden auf Rehwild.

Geeenau - wenn man sieht, wie weit auf TJ Hasen mit Schrot beschossen werden, um wie viel weiter dann die größeren Rehe. Wenn der Schrotschusss auf Rehe dem Waldhelfen soll, dann sind auch schlecht oder krankgeschossene Rehe waldrettend.
Wie viele Schrote verdeckt stehende Rehe überhaupt und wenn schon dann wo treffen, bleibt völlig offen. Vom unnötig verschossenen Blei gar nicht zju reden, denn eine Schrotladung enthält mehr Blei als 3 Büchsengeschosse mit je 10g.


Zur Klarstellung: ich mag den Schrotschuss auf Rehwild nicht, sehe aber bei der zukünftigen Situation, zumindest in Gebieten mit hunderten oder sogar tausenden Hektar Dickungen auf Kalamitätsflächen, keine gute Alternative, wenn es dort nur noch Schneisen gibt, auf denen gestöberte Rehe selten

Aaaaha - um welche Baumarten es sich dabei handelt ist schon mal wichtig und solange man Rehe drin stehen sehen kann, können die noch mit der Kugel beschossen werden. Sieht man Rehe nicht mehr, spielt der Verbiss kaum noch eine Rolle und genauso wenig der Schrotschuss.
 

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Irgendwie läuft hier in der Argumentation einiges nicht rund:

Zunächst behaupte ich mal, dass ein hochwertiger Holzschaft und eine hoch qualitative Büchsenmacherarbeit (mit oder ohne Gravuren etc) i.d.R. Garant für eine sehr durable und unempfindliche Waffe sind !

Schaut Euch mal die Waffen von Selous oder Corbett oder anderen Jägern alter Zeit an, also mithin Jägern, die ganz sicherlich ihre Waffen weitaus intensiver geführt haben, als die hier zitierten Russenoligarchen, die ihre Goldbüchse nach einer Saison in marodem Zustand beim Büchsenmacher zur Aufarbeitung abgeben (müssen). Das hat sicherlich andere Gründe und die liegen eher am ignoranten Führer dieser Waffe als an der Qualität einer erstklassigen büchsenmacherischen Handwerksarbeit.





Eine .425 Westley Richards von Selous


Corbetts schwere "Tiger Rifle"



Auch ein Maharadscha wird also seine Tiger Büchse, von fleissigen Lakeien gut gepflegt, in nahezu "Mint Condition" an seine Erben und diese ggf an ein versiertes Auktionshaus weiter gegeben haben.

https://www.theexplora.com/the-maharaja-of-alwars-droplock-ovundo-double-rifles/



Natürlich gibt im Busch Kratzer und Macken, wird die Waffe mal nass, sandig und schlimmeres...
Aber dann trocknet und reinigt man sie wieder, sie bekommt etwas Pflege und ein wenig frisches Öl soweit erforderlich und dann möchte ich mal einen von uns W&H Hanseln hier sehen, der solch eine Waffe in seinem jagdlichen Leben "verbraucht".

Wer Carobon, Titan und Plastik mag, für die sichere Schussabgabe eine auf mikrometer einstellbare Wangenstütze, den heizbaren Lochschaft oder was auch immer braucht, für den bietet der Markt ja erstaunliches.

Für mich als Freund klassischer Jagdwaffen, der lieber sehr wenige und dafür hochwertige Waffen führt (Repetierer, Flinte, Kombinierte), meine ich: Für die Vitrine sind solche in der Endstufe handwerklicher Meisterschaft gefertigten Waffen, mit und ohne Gravuren, m.E. nach viel zu schade.

Das wäre so, als hätte man ne wunderschöne Freundin...und würde sie aufs Sofa setzen und die ganze Zeit nur anschauen wollen. Solls geben, wäre sicher nicht meins und ich kann mir vorstellen, dass Ihr da auch andere Ideen ...
:cool:
 
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....Schaut Euch mal die Waffen von Selous oder Corbett oder anderen Jägern alter Zeit an, also mithin Jägern, die ganz sicherlich ihre Waffen weitaus intensiver geführt haben, als die hier zitierten Russenoligarchen, ...... an der Qualität einer erstklassigen büchsenmacherischen Handwerksarbeit......
Diese Profis haben sicher das (schnörkellos) beste Gewehr benutzt, das man damals für Geld kaufen konnte: eine erstklassige Handarbeit der berühmten Waffenschmiede.

Heute würden sie vielleicht eine R8, Roedale- oder Atzl-Custom nehmen. ;)
 
G

Gelöschtes Mitglied 24216

Guest
In der Relation Strecken vs. Jagdscheininhabern vs. ihrer Anzahl an Waffen dürften die wenigsten Waffen in diesem Land jagdlich überhaupt beansprucht, geschweige denn verschlissen werden.

Permanent neue Säue werden nach meinem Eindruck meist nur von der Haben-Wollen und Pappelocher Fraktion durchs Dorf getrieben. Jagdlich dürfte ja wohl jeder über kurz oder lang gefunden haben, was auf die in Art und Umfang in diesem Land ja deutlich limitierten Jagdmöglichkeiten passt. Die meisten Vieljäger, die ich kenne schwören und vertrauen ohnehin auf "ihre" Waffe, die schon xxx Stück umgehauen hat und experimentieren nicht jedem Modell- und Katalogwechsel hinterher.

Warum auch? Mehr als tot und mehr als treffen geht in der Jagd nun mal nicht. Daran ändern auch tausende Kaliber-, Geschoss- und Waffendiskussionen nichts.
 
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Hab letztens nen älteren Jäger aufm Schiessstand getroffen, der führte immer noch den 98er in 7x64, den er sich vor 60 direkt nach dem Jagdschein gekauft hat. Nur ein neues großes variables Zeiss war in den 90ern mal drauf gekommen.
Wenn man einen präzise schließenden Repetierer hat, mit einem vernünftigen variablen Glas, ist das weitere Optimierungspontenzial eher gering.
Das Habenwollen spielt wohl eine stärkere Rolle, auch bei vielen Jägern die ich kenne.
 
G

Gelöschtes Mitglied 24216

Guest
Mit einem Mittelkaliber in der Mitte Deutschlands, wenns wirklich hoch kommt 5 Schalenwildarten, meist weniger, auf übliche Schussentfernungen, was ändert sich da wohl in 30 Jahren? Dem Altvater ist auch ohne stainless nichts weggerostet und statt dem superleichten Carbonschaft hat er in seiner Brauchtumskugel noch 2 Bier mit zum Ansitz genommen, auf dem Rückwechsel das Reh noch reingestopft und sich nie Gedanken über Gewichte oder Lauflängen gemacht. Vieles ist heute einfach nur ein Luxusproblem, was sofort entfällt, wenn der Luxus mal stirbt.
 
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Die alten hier bei uns haben sich damals in den 50- 60 er Jahren aber auch schon Gedanken gemacht wie man was verbessert um mit der damaligen alten Technik Nachts besser zurecht kommt.
Wir hatten hier früher schon einige die einen Schweinwerfer vom Mofa an der Kirrung hatten.
 
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Heute würden sie vielleicht eine R8, Roedale- oder Atzl-Custom nehmen
Oder einfach was von der Stange, verbessertes Mauser System a la Ruger M77, Weatherby MK V etc. Schichtholz oder Plastik Schaft, irgendeine 3xx oder 4xx Magnum rein und ab in den Busch.

Ich persönlich finde mehr Auswahl bei der Ausrüstung gut, man muss ja selbst nicht alles mitmachen und Equipment Fetischisten gibt es in jede Richtung. Zwischen dem Historiker und dem Sniper gibt es ja noch ein par Zwischentöne, die kommen in der Diskussion ein wenig kurz (wie inzwischen üblich).
 
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Die alten hier bei uns haben sich damals in den 50- 60 er Jahren aber auch schon Gedanken gemacht wie man was verbessert um mit der damaligen alten Technik Nachts besser zurecht kommt.
Wir hatten hier früher schon einige die einen Schweinwerfer vom Mofa an der Kirrung hatten.
Und den "Jägermond" sprich die Taschenlampe mit Kabelschalter an der Waffe. Wenn Wildarten, die eigentlich nicht nachaktiv sind, nur noch nachts zu bekommen sind, haben wir Jäger (da nehme ich mich nicht aus, die Gläser wurden bei mir auch immer größer) schon auch eine "Mitschuld". Ich sehe den durch Nachtsichttechnik nochmals gesteigerten Jagddruck mit Sorge!
Ich fürchte, was verbeißt oder schält wird noch mehr in die Dickung gedrükt werden und die Schäden werden steigen, was wiederum höhere Abschußzahlen bedeuten wird...
 
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Ich sehe den durch unverantwortungsvollen Freizeit haben müssen und in der Natur rumblöcken ausgelösten Druck viel eher als Problem an.
Heute wieder erlebt. Muffel Lamm geschossen, 20 min später kommt von was weiß ich woher jemand aus dem Busch mit dem unangeleinten Hund der eindeutig stöbert. Sieht mich und dreht wieder um in den Busch.
So viel Druck kann ich nicht in einer Woche erzeugen wie der Herr mit seinem Hund.
Auch darum wird das Wild viel heimlicher! Von dem bisschen Hochsitz hocken und vorsichtig pirschen sicher nicht.
Wenn der Harvester noch 24/7 läuft gibts bald keine Ruhe mehr. Wir haben an 2 Gebieten Wildruhe zonen damit das Wild sich etwas zurück ziehen kann...
 
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Diese Profis haben sicher das (schnörkellos) beste Gewehr benutzt, das man damals für Geld kaufen konnte: eine erstklassige Handarbeit der berühmten Waffenschmiede.

Heute würden sie vielleicht eine R8, Roedale- oder Atzl-Custom nehmen. ;)
Du meinst, solche Waffen, wie die PHs in Afrika führen ? Stimmt, in Staub und Sonnenglut, wehrhaftem Wild gegenüber...da ist die Plastik-Ritsche mit Lochschaft und Titan Applikationen ja quasi ein "Must-Have". :ROFLMAO:

https://www.youtube.com/watch?v=36WYz8HgDsg

Nicht, dass nachher die Büffel und Löwen mit "Kabubi, Kabubi" GEsängen ums Campfire tanzen...
 
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