Wandel in der Jagd

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Ich weiß gar nicht, was ihr für ein Fass aufmacht, nur, weil mal im Frankoniakatalog was weniger beworben wird... Ist euch vielleicht mal in den Sinn gekommen, dass das deshalb nicht im Katalog ausgewiesen ist, weil diese Waffen keine Werbung nötig haben?

Ich habe übrigens für meine 202 Forest unlängst einen Holzschaft erworben. Warum? Weil die Waffe nicht mehr hergestellt wird und weil die Weichmacher im Kunststoffschaft sicher innerhalb der nächsten 50 Jahre aufgeben werden, die Waffe selbst aber locker noch 100 Jahre durchhält.
 
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... Ist euch vielleicht mal in den Sinn gekommen, dass das deshalb nicht im Katalog ausgewiesen ist, weil diese Waffen keine Werbung nötig haben?....
Früher taten mir die Standbetreuer von "Ferlacher Waffen" bei der IWA immer leid, weil ich kaum mal einen Interessent dort stehen oder schauen sah.
Die letzten Jahren hatten sie dann offenbar keinen Stand mehr?

Scheiring hat das Problem wohl schnell erkannt und bietet auch Präzisionswaffen an, nicht nur diese überreich "verschnitzt-verzierten Protz-Hobel".
 
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Ich habe übrigens für meine 202 Forest unlängst einen Holzschaft erworben. Warum? Weil die Waffe nicht mehr hergestellt wird und weil die Weichmacher im Kunststoffschaft sicher innerhalb der nächsten 50 Jahre aufgeben werden, die Waffe selbst aber locker noch 100 Jahre durchhält.
*lol*

Damit das Ding wenigstens die nächsten 50 Jahre überlebt, würde ich lieber in stabile HT-Rohre und Cosmoline investieren.....:cool:

basti
 
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Und den "Jägermond" sprich die Taschenlampe mit Kabelschalter an der Waffe. Wenn Wildarten, die eigentlich nicht nachaktiv sind, nur noch nachts zu bekommen sind, haben wir Jäger (da nehme ich mich nicht aus, die Gläser wurden bei mir auch immer größer) schon auch eine "Mitschuld". Ich sehe den durch Nachtsichttechnik nochmals gesteigerten Jagddruck mit Sorge!
Ich fürchte, was verbeißt oder schält wird noch mehr in die Dickung gedrükt werden und die Schäden werden steigen, was wiederum höhere Abschußzahlen bedeuten wird...
Hier bei uns wird seit Jahren mit Nachtsicht gejagt, auch dank der vielen gelben Nummernschilder hier bei uns.
Weder ist der Verbiss gestiegen noch hat sich das Verhalten vom wild verändert. Bei uns kommen an manchen Stellen Sauen im hellen, man sollte trotz der Technik schon das Gehirn einschalten und überlegen wie und wo man Jagd und wie oft.
Auch die Abschusszahlen sind nicht groß gestiegen, in jedem Revier gingen sie am Anfang kurz hoch dann wieder auf normal.
Wir schiessen in unserem Revier schon seit fast 20 Jahren immer so um die 15 Sauen pro 100 ja. Selbst jetzt wo fast jeder Technik hat Schiessen wir nicht mehr. Aber ich brauche nicht mehr lange zu sitzen um was zu bekommen. Oder am Getreide, wie lange hab ich da früher gestanden und nix gesehen, heute sehe ich die auf 500 m und gehe die dann an.
Klar könnte ich viel Strecke machen und jeden Abend paar erlegen, aber wer hat die Zeit und den Platz für das Fleisch? Die Preise versaue ich mir garantiert damit nicht und die anderen Reviere auch nicht.
 
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Diese Profis haben sicher das (schnörkellos) beste Gewehr benutzt, das man damals für Geld kaufen konnte: eine erstklassige Handarbeit der berühmten Waffenschmiede.

Heute würden sie vielleicht eine R8, Roedale- oder Atzl-Custom nehmen. ;)
Da muss ich dir Recht geben , insbesondere was vielleicht die heutige Wahl der Profis von damals gewesen wäre.

Die berühmten Firmen die heutzutage nur noch Luxuswaffen herstellen haben damals auch nebenbei , gemeinsam mit wenig bekannten Büchsenmachern , einfache und im Verhältnis preisgünstige Waffen für den täglichen Gebrauch hergestellt. Diese Waffen sind in den Händen der Profis gelandet , aber tauchen nicht mehr auf dem Gebrauchtmarkt auf. Wenn es in seltenen Fällen vorkommt , sei es Doppelbüchsen oder Repetierbüchsen , sind sie in einem sehr verbrauchtem Zustand , wenn nicht zum Teil ruiniert. Ich denke das die Mehrheit der gut erhaltenen alten edlen Waffen des Gebrauchtmarktes die wir kennen , und die in Afrika oder Indien gedient haben sollen , diese Kontinenten nie gesehen haben oder dort wenig geführt wurden , auch wenn sie in den Händen von berühmten Jägern waren.

Frederick Courteney Selous hatte Ende des 19° Jahrhunderts und vor dem ersten Weltkrieg keine so große Wahl was Waffen für die Jagd in Afrika anging. Sehr lange wird er leider auch nicht von seiner Büchse Kaliber 425WR profitiert haben und Zeit gehabt sie zu verschleißen da er 1914 in den Krieg zog und 1917 gefallen ist.

Zusammen gefasst , man kann durch einen intensiven Einsatz einer klassischen Waffe auf einem schwierigen Gelände und unter schlechten klimatischen Bedingungen , trotz guter Pflege so weit diese immer möglich ist , sie sehr schnell verschleißen und sogar ruinieren.
 
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@Stöberjäger:
Weil flüchtiges Rehwild besser mit Schrot zu erlegen ist und nur sehr wenige Jäger dabei mit der Büchse zuverlässig treffen. Die geringere Hinterlandgefährdung beim Schrotschuss ist ein weiterer Aspekt bei Bewegungsjagden auf Rehwild.

Geeenau - wenn man sieht, wie weit auf TJ Hasen mit Schrot beschossen werden, um wie viel weiter dann die größeren Rehe. Wenn der Schrotschusss auf Rehe dem Waldhelfen soll, dann sind auch schlecht oder krankgeschossene Rehe waldrettend.
Wie viele Schrote verdeckt stehende Rehe überhaupt und wenn schon dann wo treffen, bleibt völlig offen. Vom unnötig verschossenen Blei gar nicht zju reden, denn eine Schrotladung enthält mehr Blei als 3 Büchsengeschosse mit je 10g.


Zur Klarstellung: ich mag den Schrotschuss auf Rehwild nicht, sehe aber bei der zukünftigen Situation, zumindest in Gebieten mit hunderten oder sogar tausenden Hektar Dickungen auf Kalamitätsflächen, keine gute Alternative, wenn es dort nur noch Schneisen gibt, auf denen gestöberte Rehe selten

Aaaaha - um welche Baumarten es sich dabei handelt ist schon mal wichtig und solange man Rehe drin stehen sehen kann, können die noch mit der Kugel beschossen werden. Sieht man Rehe nicht mehr, spielt der Verbiss kaum noch eine Rolle und genauso wenig der Schrotschuss.
Da ja auch Hornet und Schrot inzwischen auf Frischlinge zur Bekämpfung der ASP erlaubt ist wird m.E. in einigen Jahren sicherlich auch Schrot und Vorsatz auf das verbeissende Schalenwild erlaubt seien.
 
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Da ja auch Hornet und Schrot inzwischen auf Frischlinge zur Bekämpfung der ASP erlaubt ist wird m.E. in einigen Jahren sicherlich auch Schrot und Vorsatz auf das verbeissende Schalenwild erlaubt seien.
Da dieReprotuktionsrate bei Rehwild sehr viel geringer ist halten das wohl nur Hardcore-Schädlingsbekämpfer für nötig..........
 
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Zunächst behaupte ich mal, dass ein hochwertiger Holzschaft und eine hoch qualitative Büchsenmacherarbeit (mit oder ohne Gravuren etc) i.d.R. Garant für eine sehr durable und unempfindliche Waffe sind!
Schaut Euch mal die Waffen von Selous oder Corbett oder anderen Jägern alter Zeit an, also mithin Jägern, die ganz sicherlich ihre Waffen weitaus intensiver geführt haben, als die hier zitierten Russenoligarchen, die ihre Goldbüchse nach einer Saison in marodem Zustand beim Büchsenmacher zur Aufarbeitung abgeben (müssen). Das hat sicherlich andere Gründe und die liegen eher am ignoranten Führer dieser Waffe als an der Qualität einer erstklassigen büchsenmacherischen Handwerksarbeit.
Auch ein Maharadscha wird also seine Tiger Büchse, von fleissigen Lakeien gut gepflegt, in nahezu "Mint Condition" an seine Erben und diese ggf an ein versiertes Auktionshaus weiter gegeben haben.
Die alten und viele heutige PH sind meist unterkapitalisiert und führen
Waffen, die robust und belastbar sind. Der Not gehorchend eher aus dem unteren
Preissegment. 9,3x62, von dem Büma Bock erdacht für deutsche Kolonien, ist ein Beispiel aus der damaligen Zeit.
 
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Aha (D)ein Drilling hat´s getan und deshalb kann man diese beschränkte Erfahrung verallgemeinern?!

Weder mein Drilling noch meine Bockbüchsflinte tun es beim zweiten Schuss... und zu diversen Doubletten auf verschiedene Schalenwildarten hat´s auch nachladetechnisch bereits gereicht!

Und jetzt?!
Jetzt haben wir zwei Einzel Beispiele, die beide gleich viel oder wenig Verallgemeinerung zulassen 😉
 
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Da ja auch Hornet und Schrot inzwischen auf Frischlinge zur Bekämpfung der ASP erlaubt ist wird m.E. in einigen Jahren sicherlich auch Schrot und Vorsatz auf das verbeissende Schalenwild erlaubt seien.
Dies ist geplant im Falle eines Ausbruches der ASP, momentan verboten. Ob es dann tatsächlich legalisiert und dann auch gemacht wird, sollte man erst mal abwarten.

wipi
 
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Jetzt haben wir zwei Einzel Beispiele, die beide gleich viel oder wenig Verallgemeinerung zulassen 😉
Es ist einfach so das es von Waffe zu Waffe verschieden ist. Ich hatte selbst zum Gebrauch 2 x Triumphdrillinge 3 Brünner BBF und eine Zoli und eine Sabatti. Die beiden Ferlacher, eine Brünner und die Zoli schossen den Zweiten Schuß ohne Abweichung und den Dritten etwa zwischen 4-6cm hoch. Die zweite Brünner und die Sabatti hatten beim zweiten etwa 3 cm hoch und beim Dritten rund 7 cm. Die einzige die sehr negativ auffiel war meine erste, eine Brünner Tatra Bei der war der zweite schon 7cm hoch und der Dritte jenseits von gut und böse. Trotzdem hab ich eine Rotwild doublette damit erlegt
 
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die jagd ist wie auch die landwirtschaft natürlich irgendwo im stetigen wandel , aber das zb. raubwild wie auch rehwild nicht mehr bejagd wird stimmt bei uns absolut nicht .

bei uns im revier zeichnet sich eher eine situation ab dass es nur wenige sauenjäger gibt. viele , gerade ältere jäger , gehen viel lieber tagsüber bis zur dämmerung raus , die bejagen damit natürlich weder sau noch fuchs . ich verstehe aber völlig deren argumentation dass sie mit +70 nicht mehr unbedingt bei dunkelheit inkl ausrüstung die 4 meter hohe kanzel hochklettern möchten.

dann haben wir ( inkl mir ) 2-3 praktisch nur 'nachtaktive' jäger die dann nur sau und fuchs bejagen . alles 'jüngere' jäger und ja , mit opas drilling und seinem pirschglas geht da niemand raus.

nachtsicht ( allerdings kein vorsatz bei uns in nds ) bringt bei angemessener nutzung schon ne menge in sauberem ansprechen und sicherheit .
 
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Heute würden sie vielleicht eine R8, Roedale- oder Atzl-Custom nehmen. ;)
Oder einfach was von der Stange, verbessertes Mauser System a la Ruger M77, Weatherby MK V etc. Schichtholz oder Plastik Schaft, irgendeine 3xx oder 4xx Magnum rein und ab in den Busch.
Und warum heute keine Westley Richards, H&H, Purdey, Lebeau-Courally, Merkel, Heym, Krieghoff...uuups, jetzt hätte ich fast S&S geschrieben ;), oder (neu dazugekommen) Hartmann&Weiß, Max Ern, Johannsen, Ritterbusch, wenn sie doch nur "das beste" führen würden?
Niedrigpreisige 98er und DB hatte es zu ihren Zeiten auch schon gegeben. :sneaky:

Die sind auch heute noch die unereichte Spitze in ihrer Branche und eine Ruger M77, R8, Roedale-Custom kann man auch in der absoluten Success-Super-Royal-Stradivari-Luxusedition oder Benchrest-Longrange-Performance-Police-Version nicht mit einem Purdey- oder H&W-98er in deren "Standardversion" vergleichen.
 
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25 Mrz 2019
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Ich glaube unsere Definition von "das beste" unterscheidet sich sehr stark voneinander, besondere Materialien oder spezielle Long Range Setups gehören meiner Meinung nach nicht dazu.

Ich denke immer noch das eine vom Bixn Andy oder eine Weatherby im entsprechendem Kaliber den Ansprüchen von den Profijägern genügen würden. Ist es Zufall das du die beiden aus deiner Aufzählung gestrichen hast weil du die selbst magst ? :)
 
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