Warum eigentlich diese Tendenz zum Overkill in Deutschland ?

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Gelöschtes Mitglied 16996

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#1
Anlass dieser Frage sind für mich (41 JJSch, ca. 500 Rehe, 200 Sauen, Elche, komplette Palette in Namibia (222 Rem, 224 Weatherby, .243Win, 6,5x 57, 7x64/65R, 270 Win, 7mm Weatherby, 8x57, 9,3x62/64) die Beobachtungen zu immer größeren und rasanteren Kalibern bei allen Gelegenheiten. Da ich Wild nicht nur erlege, sondern auch verwerte/ koche, lege ich sehr großen Wert auf ein Minimum an Zerstörung bei gleichzeitiger optimaler Tötungswirkung. Da ich gleichzeitig Zugang zu einer oft gefüllten staatlichen Wildkammer habe, kommen Beobachtungen hinzu, die wirklich nicht appetitlich sind. Warum also z.B. ein Reh mit der 300Win erlegen, wenn es doch mit der .243 ebenso waidgerecht verendet und -geeignetes Geschoss vorausgesetzt - verwertbar bleibt. Wer auf dem Schießstand gerne seine männliche Standhaftigkeit mit der .375 beweisen muss, soll es tun. Wer z.B. die .243 als Kleinmädchenpatrone bezeichnet, hat irgendwie ein tiefer gehendes Problem. Warum eine 9,3x62 auf Rehwild führen, wenn es bei einem Knochentreffer schon eines größeren Hundes bedarf für die Abfälle ? Vielleicht sollte jeder Jäger nicht nur erlegen, sondern auch aus der Decke schlagen und zerwirken, damit er sieht, was er mit diesem hochwertigsten Lebensmittel anrichtet ? Erfahrene Jäger in meinem Bekanntenkreis neigen kaum zum Overkill .....
 
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#2
Naja,
ich habe als JJ mit einem Gewehr angefangen und das Mittelkaliber 30-06 gewählt,
Große Auswahl an verschiedener Mun, sowie Geschoßgewichten.
Für Sauen und eben Rehwild.
Wieso sollte das Overkill sein, eine 222Rem (die kam später) nützt mir auf Hochwild nichts.

Mein Freund und Pächter führt gleiches Kaliber (er hat nur das eine Gewehr) seit gut 30 Jahren.

Remy
 
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#5
Naja wie du schon sagst: Viel Praxis und selbst verwerten (und evtl. noch Hundezugriff) machen den Unterschied.

Ich schiess gern Mädchenpatronen. Und die beiden die mir das mal ins Gesicht gesagt haben, hatten folgendes gemeinsam:
Deren beiden Jahresstrecke zusammengenommen ist bei mir ein mittelmäßiger Mai.

Mag Spezialfälle geben, wo Bergen schwierig ist, dass man da mit Absicht mehr kaputt schiesst, aber für das gewöhnliche Wald und Wiesenreh tuts was kleines allemal. Man kann ja auch ne große Wumme nehmen mit hartem Geschoss, da ist auch wenig kaputt.
 
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#6
Gibt es eigentlich wirklich sehr viele die zum "Overkill Kaliber" neigen oder sind die wenigen einfach nur "sehr laut" und dadurch präsent?

Habe in meinen Kreise steht's Jäger mit Mittelkalibern kennen gelernt. Überwiegend 7x57, 7x64, 308 Win und 8x57... wenige mit größeren Pillen...
 
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#7
Da in vielen Revieren auch Sauen vorkommen, führen viele Jäger Hochwildkaliber, welches sie dann auch für anderes Wild nutzen.

Zu meiner JJ-Zeit war es die 30 06 heute ist es die .308

Ich führe in meinem Revier nur kombinierte Kipplaufwaffen, somit habe ich immer etwas Großes und etwas Kleines dabei.

TH
 
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#8
Ich habe schon Rehe gesehen die sahen mit der 243er schlimmer aus als die mit einer 9,3 ist halt auch viel Sache des Geschosses
Da magst Du Recht haben. Mein erster Rehbock mit .243 war eine Katastrophe. Ja und ich hab schon mal einen Fuchs mit 9,3x62 gebalgt, zwei kalibergroße Löcher...
Gibt es eigentlich wirklich sehr viele die zum "Overkill Kaliber" neigen oder sind die wenigen einfach nur "sehr laut" und dadurch präsent?

Habe in meinen Kreise steht's Jäger mit Mittelkalibern kennen gelernt. Überwiegend 7x57, 7x64, 308 Win und 8x57... wenige mit größeren Pillen...
Hm, was Du sagst trifft auch in meinem Umfeld eher zu. Es scheint so wie Du es sagst zu sein: Ein tieferes Problem und einfach "laut"
 
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#9
Gibt es eigentlich wirklich sehr viele die zum "Overkill Kaliber" neigen oder sind die wenigen einfach nur "sehr laut" und dadurch präsent?

Habe in meinen Kreise steht's Jäger mit Mittelkalibern kennen gelernt. Überwiegend 7x57, 7x64, 308 Win und 8x57... wenige mit größeren Pillen...
Also hier ist es sehr durchwachsen. Wir sind schon 50 Jahre Plus Hochwildregion.
Neben den klassischen 7x57/64/65R, 8x57 und 308, 30/06 habe wir hier einiges an 8x68S, 300 Win Mag, 30RBlaser, 9,3x62/74R.

Mit meiner 6,5x57R bin ich hier ein absoluter Exot. Ich kenne keinen weiteren Jäger im Umfeld damit.

Rehwild Kaliber werden fast nur in Kombinierten als esl geführt.
 
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#10
Mit vernünftigen Geschossen ist es egalob man eine .243, .308, 8x57 oder 9,3xirgendwas verwendest.
Mit der .243 auf kurze Distanz, sah das Rehwild oft schlimm aus.
Liegt wohl eher an der Geschossgeschwindigkeit dann am Durchmesser und natürlich am Haltepunkt.

But only my 2 Cent
 
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#11
Fingerbreit hinter dem Blatt durch beide Lungen ist der Schlüssel zu geringer Entwertung des Wildbrets. Wenn man die Zeit hat, sich so einzurichten ist das Geschoss relativ egal.

Falls man spitz, schräg, abgekommen, … schießt, hat man immer mit hoher Entwertung zu kämpfen.

Dennoch, um mit @Neukuekenstein zu gehen: Einen Overkill bei der Kaliberwahl halte ich auch für blödsinnig. Kleiner ist feiner.
 
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#12
Naja,
ich habe als JJ mit einem Gewehr angefangen und das Mittelkaliber 30-06 gewählt,
Große Auswahl an verschiedener Mun, sowie Geschoßgewichten.
Für Sauen und eben Rehwild.
Wieso sollte das Overkill sein, eine 222Rem (die kam später) nützt mir auf Hochwild nichts.

Mein Freund und Pächter führt gleiches Kaliber (er hat nur das eine Gewehr) seit gut 30 Jahren.

Remy
Hinzu kommt in der Welt der Alternativlosigkeit das Bleiverbot, welches Spatzenkalibern wie der. 222 rem. O.ä. die Daseinsberechtigung schwer machen wird.
 
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#13
Ich glaub das hat was zu tun mit dem Spruch: "lieber haben und nicht brauchen, als brauchen und nicht haben".
Der deutsche ist halt grundsätzlich lieber für etwas mehr ausgestattet als etwas zu wenig.
Das betrifft Autos, Häuser, Waffen.
Glaube aber der Hang dazu wird langsam aber sicher kleiner.
 
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#14
Welche Geschosse hast Du in dieser Zeit genutzt, was nutzt Du nicht mehr und bei was bleibst Du?
Da ich Wild nicht nur erlege, sondern auch verwerte/ koche, lege ich sehr großen Wert auf ein Minimum an Zerstörung bei gleichzeitiger optimaler Tötungswirkung.
Ist auch mein Ansatz, deshalb nutze ich kontrolliert deformierende Geschosse die eher als "hart" bezeichnet werden.
und -geeignetes Geschoss vorausgesetzt - verwertbar bleibt.
Eben, geeignetes Geschoß. Am schlimmsten haben Rehe ausgesehen (entweder selbst erlegt oder übernommenes Wild, das ich zerwirkt habe) die mit der .243 Win, .270 Win, .30-06 oder 7x64 / 7x65R bei Nutzung eines weichen TMR oder ähnlich erlegt wurden.
Warum eine 9,3x62 auf Rehwild führen, wenn es bei einem Knochentreffer schon eines größeren Hundes bedarf für die Abfälle ?
Ein Reh welches mit der 9,3x64 / Nosler Partition erlegt wurde sieht besser aus als ein .243 Win / TMR Reh...
Vielleicht sollte jeder Jäger nicht nur erlegen, sondern auch aus der Decke schlagen und zerwirken, damit er sieht, was er mit diesem hochwertigsten Lebensmittel anrichtet ?
Da ich selbst zerwirke und koche bleibe ich bei "flott und härter"...
Erfahrene Jäger in meinem Bekanntenkreis neigen kaum zum Overkill .....
Liegt oft daran, daß Mittelkaliber eine größere Auswahl bieten, besser verfügbar und günstiger sind, der Rest eher etwas für Wiederlader ist...

PS: meine liebste Reh-Patrone ist aus der 5,6er Familie, aber mit HDB & Aero laboriert.
 
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#15
Anlass dieser Frage sind für mich
Du bist nun 41 Jahre alt (Zeit vor dem Jagdschein zählt eh nicht) und davon schon fast 6 Jahre hier im Forum und du wunderst dich immernoch über deutschen Extremismus? :unsure: Junge, das ist nationales Normalverhalten!!!

Bierentzug oder was ? ;)


CdB:p
 
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