Warum eigentlich diese Tendenz zum Overkill in Deutschland ?

  • Ersteller Gelöschtes Mitglied 16996
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Ist denn hier jemand dagegen oder fühlt sich jemand gestört dadurch dass andere mit etwas stärkeren Kalibern jagen?
Nö. Mein Beständer schiesst 8x68 auf weite Sauen. Er hat Jahrzehnte an Erfahrungsvorsprung, also weiß er wahrscheinlich was er will und warum.

Ich geh in der Tat mit 6,5x55 raus. Bis jetzt ist noch alles final umgefallen. Mich hat die Präzision der alten Schweden überzeugt und mehr als 150m mach ich eh nicht.
 
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Guten Tag ich bin das Füxlein und bekennender Overkill Fan. Das Problem bei den weiten Sauen ist dass man die meistens nicht sieht. Vor Jahrzehnten schon gar nicht. Unsere Sauen stehen nirgends am Tag so rum dass man die 8,8er auf die Länge bräuchte, leider. Nachts, jetzt mit WBK, ist bei mir um die 200Meter das max erreicht. I.d.R. pirscht man sie auf 30 Meter an und dann brauchst keine 8,8er. Ich verstehe aber wenn jemand sowas haben will, denn bei Schnee oder Mond oder gar beidem ist es mit der 8,8 egal ob die Sau bei 130 Meter oder bei 220Meter steht. Doch das sind nur wenige Tage im Jagdjahr. Haben will ist immer ein guter Grund sowas anzuschaffen. Hab das Gefühl mir fehlt noch noch was 6,5x68 und 8X68 sind schon im Schrank. 17Remington wäre noch was trotz aller Unkenrufe:oops:
 
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Eigentlich hätte ich so gut wie alles Wild was ich bisher erlegt habe mit 9,3x62/74R, 8x68S, .300WM oder 30-06 auch mit meiner 6,5x55/57 erlegen können. Alle Schüsse haben recht sauber gesessen, vielleicht wäre dieses oder jenes Stück ein paar Meter mehr gegangen oder hätte keinen Ausschuß gehabt.

Einmal allerdings war ich froh doch eine .300WM geschossen zu haben und nicht eine 6,5.

Sau um die 70 kg Lebendgewicht kommt Nachts so auf 80m auf einen Acker und beginnt zu brechen. Fernglas hoch, Sau steht halb spitz vorne zu mir, Glas runter, .300WM hoch, Leuchtpunkt vor linkes Blatt gesetzt und - bum! Sau geht ab, über den Acker in den angrenzenden Wald! Wieso liegt die blöde Sau nicht wenigstens auf dem Acker? Im Wald kracht es noch etwas und dann ist Ruhe.
Als ich die Sau später ca. 150m weiter im Wald verendet gefunden habe, musste ich erst mal durchatmen. Einschuß hintere rechte Keule und Ausschuß linkes vorderes Blatt. Eigentlich war geplant vor linkem Blatt rein und hinter rechtem Blatt wieder raus. Die Sau hatte sich also genau in dem Augenblick des Wechsels von Fernglas zur Waffe gedreht.

Wie dieser Fall mit einer 6,5 ausgegangen wäre? Mit .300WM nur eine Todflucht von gut 200m.

Es ist ein wirklich blödes Gefühl nach dem Schuß auf eine leere Schneise zu starren.
 
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Viel von dem, was hier geschrieben wurde, ist sicher richtig, auch wenn viele was ganz Gegensätzliches geschrieben haben. Ich darf hier beitragen, dass ich früher, als 40jähriger oder so, ganz gerne große Kaliber genommen habe. 375 H&H in einer Brünner 602, selbstgeladen mit 270grs Hornady auf gemütliche Geschwindigkeiten, immerhin auszuhalten. 9,3x62 in Blaser R93 selbstgeladen aus 50cm-Standardlauf , fürchterlich für mich. 8x57 selbstgeladen aus R93, ok. 30-06 Norma Fabrik aus Steyr Mannlicher Professional, ok. 45-70 knackig selbstgeladen mit 4000 Joule aus Marlin 1895 Standardlauf ging auch, wenn auch nicht ohne. 8,5x63 in R93 mit 62cm-(?)Lauf, durchaus heftig. Hatte immer wieder Probleme mit Mucken, was dann wohl ein halbes, dreiviertel Jahr nicht wegging, wie eine Krankheit im Gehirn. Auffällig viele Fehlschüsse. Heute, mit 56 Jahren, schieße ich am liebsten meine Bergara 308 mit knackig selbstgeladenen Hornady SST 168grs in 308 mit Schalldämpfer, 50-cm-Lauf und recht schwer, eine Brünner ZG 47 mit gekauften 7x64 S&B 11,2gr SPCE (schießt top und weich und ist zu diesem Preis kaum selbst zu laden) oder mit meiner Blaser R93 in 6,5x65 mit Nosler AB 130 grs stramm selbstgeladen und SD. Wenig Rückstoß. Mit meiner wunderbaren Velser 98 in 8x64 S mit Norma PPC selbstgeladen ca 4300 Joule kann ich auch einigermaßen treffen, da schwer und gut gebaut. Aber ist auch knackig. Unterm Strich kann ich mit starken Kalibern einfach nicht so gut treffen und habe Angst davor. Für meine Strecke (40 Stück Rehwild, 5-10 Sauen aller Größen, auch dicke, 2-4 Rotwild und ein paar wenige Sika per anno) habe ich gelernt, dass ich mit mittleren Kalibern und nicht zu leichten Waffen und Schalldämpfern am zuverlässigsten schieße. Auch wenn es sehr dunkel und schwierig oder weit ist und schnell gehen muß.
 
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War auch dreimal in Schweden, diesem Elchland ohne Elche (dreimal jeweils ein Woche, jeweils 12 Ansitze, kein Elch, kein Reh, kein Fuchs, kein Hase, kein Vogel außer Schwarzspecht, Auer- und Birkwild, kein Eichhörnchen, kein Marder, nichts??) und es wäre bei 308, 7x64, 6,5x65, 8,5x63 oder 8x64 S wohl sicher nichts schiefgegangen, wenn was gekommen wäre.
 
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In Schweden schiessen sie das Kaliber 6,5x55 auf 250 Meter auf den 400 Kilo-Elch. Der fällt um, wenn er in die Kammer getroffen wird.
Hier mal ein paar Daten:
6,5x55 Norma Silencer 10,2g
E0: 3072
E100: 2460
E200: 1947
E300: 1528
GEE: ca. 160m die Daten des Oryx sind ähnlich, wenn auf 250m auf einen 400!!!!!Kg Elch geschossen würde, wäre die Auftreffenergie bei der Distanz ca. 1700Joule:unsure:
Da fällt so ein Brocken um????
Der Geschossabfall wird da wohl auch bis 250m min. 20-25 cm betragen, wenn das reicht:sneaky:
Na, ich weiss ja nicht:unsure:
MfG.
 
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War auch dreimal in Schweden, diesem Elchland ohne Elche (dreimal jeweils ein Woche, jeweils 12 Ansitze, kein Elch, kein Reh, kein Fuchs, kein Hase, kein Vogel außer Schwarzspecht, Auer- und Birkwild, kein Eichhörnchen, kein Marder, nichts??) und es wäre bei 308, 7x64, 6,5x65, 8,5x63 oder 8x64 S wohl sicher nichts schiefgegangen, wenn was gekommen wäre.
Nieselregen ist das richtige Wetter für die Elchjagd. Und das ist eben die Schwierigkeit für uns - wir planen unseren Aufenthalt in Schweden, nehmen extra Urlaub etc.pp. Die Einheimischen können sich nach dem Wetter richten - und das ist erfolgreicher
 
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Hier mal ein paar Daten:
6,5x55 Norma Silencer 10,2g
E0: 3072
E100: 2460
E200: 1947
E300: 1528
GEE: ca. 160m die Daten des Oryx sind ähnlich, wenn auf 250m auf einen 400!!!!!Kg Elch geschossen würde, wäre die Auftreffenergie bei der Distanz ca. 1700Joule:unsure:
Da fällt so ein Brocken um????
Der Geschossabfall wird da wohl auch bis 250m min. 20-25 cm betragen, wenn das reicht:sneaky:
Na, ich weiss ja nicht:unsure:
MfG.
Wenn richtig getroffen wird, dann fällt der um, ja.
 
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zu 457
ich war nur einmal in Schweden in Verbindung zu Besuch in Waffenfabrik.
2 Tage nix, aber gar nix. Am 2. Tag wurde ich gefragt ob mit einem "Arne" noch mal mit rauswollte.
Klar wollte ich und wir gingen zu einem Findling wo mir vormittags 5 Reh auf Gewehrlänge kamen.
Tolles Erlebnis. Dort stand auch ein Sprung Rehe und auf eines machte auf etwa 100m Dampf.
Arne sagte "a little high", war dann Hochblatt. Waffe Varberger in 6,5x55
 
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Die Anzahl der Kunstschüsse oder Beispiele des "geht doch" oder "reicht aus" bei YouTube, ist umgekehrt proportional zu den Videos die zeigen wenn was schief läuft.
 
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Wenn du es von mir auch hören willst: Nein würde ich nicht. Ich würde ihm aber sicher auch keine 300 Win Mag empfehlen.

Und ein etwas schwächeres Kaliber hat nichts mit: zu tun.

Und weil da immer an 308 und 200m gezweifelt wird. Die 7x57R ist auf 100 m um einiges schwächer als die 308 auf 200m und hat bei mir 30 und bei meinem Oldi 60 Jahre gereicht um das Hochwild und so manches Schwein zu erlegen

Du kannst ja mit dem Kaliber jagen was du willst.
Aber andere Jäger favorisieren halt andere Kaliber.
Und Beispiele mit dem Motto " früher ging das auch " passen halt nicht immer. Früher war in fast allen Revieren die Jagdsituation und das vorkommende Wild anders.
Deswegen auch das Beispiel mit dem Käfer. Früher hat der gepasst. Heute nicht mehr.
Das nächste Aufschreien kommt, wenn bundesweit Bleifrei die Pflicht wird.
 
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