Was für ein Schätzchen hab ich hier geerbt? / Frage an die Cracks 😁

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#1
Moin moin liebe Foristi,

ich brauche Schwarmwissen😁🙈 Mir ist eine Büchse, welche wohl irgendwann mal im Familienbesitz war, in den Schrank geflogen. Bei der Frage um was es sich hier handelt gibt es für mich Ungereimtheiten, welche nach Recherche im Netz immer noch im Raum stehen.


In der WBK wird sie als "Ziegenhahn" ausgewiesen; alles was ich zur 5,6x35R "ZiDi" finden konnte zeigt aber eine vom Aufbau her komplett andere Büchse. Der Hebel an der Seite, der englische Beschuss und der "Metallring" über dem Abzug schickten mich auf die Fährte der ".22 Hornet Lithgow SMLE"; aber auch hier konnte ich kein Material finden, welches exakt diese Büchse zeigt. 🙈
Hat jemand eine Idee, um was für einen "Prügel" es sich hier handelt?

Besten Dank im Voraus!
Horrido
 

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#2
Kommt aus England. So auch noch nie gesehen.
Wohl ein Hornet-Büchserl auf Basis System Lee-Enfield (war u. a. in 2 Weltkriegen vertreten).

Man liest in den englischsprachigen Foren von „conversions“, also umgemodelte Militärsysteme. Scheinbar war Nachfrage vorhanden (Australien, etc.) und die zig vorhandenen Militärkanonen boten eine günstige Basis.

Glas ist deutsch, ca. 1910-1920.
Wie das ZiDi-Magazin zur Waffe kommt? Vermutlich hats einfach nach ein paar Feilarbeiten reingepasst.

Die 5,6x35R (auch als Vierlingspatrone bez.) ähnelt stark der .22 Hornet, spätestens seit den 60er-Jahren ist die Patrone quasi ausgestorben, Neufertigungen der 5,6x35R gibt es schon lange nicht mehr. Kenne allerdings einen Sammler für das Kaliber, der u.a. auch 2-3 ZiDi herumstehen hat.

Es werden aber im vielen Fällen Hornets aus 5,6x35R-Läufen verfeuert, ob es klug ist? Eher nicht.
Die ZiDi-Büchse (Ziegenhahn/Diem) war so ziemlich das erste jagdliche Seriengewehr für kleinere Kaliber im deutschsprachigen Raum (ausgenommen KK und div. Sportwaffen), für die Hahnenbalz, Raubzeug, etc.

Edit sagt: Die Fa. Lithgow (Australien) existiert noch heute.
 
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#3
Kommt aus England. So auch noch nie gesehen.
Wohl ein Hornet-Büchserl auf Basis System Lee-Enfield (war u. a. in 2 Weltkriegen vertreten).

Man liest in den englischsprachigen Foren von „conversions“, also umgemodelte Militärsysteme. Scheinbar war Nachfrage vorhanden (Australien, etc.) und die zig vorhandenen Militärkanonen boten eine günstige Basis.

Glas ist deutsch, ca. 1910-1920.
Wie das ZiDi-Magazin zur Waffe kommt? Vermutlich hats einfach nach ein paar Feilarbeiten reingepasst.

Die 5,6x35R (auch als Vierlingspatrone bez.) ähnelt stark der .22 Hornet, spätestens seit den 60er-Jahren ist die Patrone quasi ausgestorben, Neufertigungen der 5,6x35R gibt es schon lange nicht mehr. Kenne allerdings einen Sammler für das Kaliber, der u.a. auch 2-3 ZiDi herumstehen hat.

Es werden aber im vielen Fällen Hornets aus 5,6x35R-Läufen verfeuert, ob es klug ist? Eher nicht.
Die ZiDi-Büchse (Ziegenhahn/Diem) war so ziemlich das erste jagdliche Seriengewehr für kleinere Kaliber im deutschsprachigen Raum (ausgenommen KK und div. Sportwaffen), für die Hahnenbalz, Raubzeug, etc.

Edit sagt: Die Fa. Lithgow (Australien) existiert noch heute.
Grüss Gott,
Ergänzent, muss erwähnt werden dass folgente australische Waffenfabriken ebenfalls produzierten: Orange, stellte u.a. Läufe,Bajonette u. Kleinteile her. (Stempelung OA)
Bathurst
, war Teilzulieferer für Lithgow.(Stempelung BA)
Ebenfalls, wurde in den indischen Gewehrfabriken Ishpore geferdigt. Diese Waffen weisen die Stempelung Ashoka auf.
Hilfreich, wäre das Buch v. Bernd Rolf, "Im Dienste Ihrer Majestät.
Gewehre u. Seitengewehre der brit. Streitkräfte u. d. Commonwealthländer v. 1888-1960
Gruss
luger08
 
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#4
Grüss Gott,
bei dem Zielfernrohr, handelt es sich um ein Glas v. Goerz, Berlin.
Hier ein kleiner Teil v. Goerz über sein Schaffen. Auszug aus Wikipedia.
Übernahme der mechanischen Werkstatt von F. A. Hintze 1888 als C. P. Goerz, Spezialfabrik photograph. Amateur-Apparate auch selbst produzierte. Um auch die Objektive selbst fertigen zu können, stellte Goerz im September 1888 den Ingenieur Carl Moser (1858–1892) ein, der zuvor schon für Carl Bamberg gearbeitet hatte und ein Fachmann auf dem Gebiet der Berechnung von Linsensystemen war. Mit der Anstellung des Optikers Karl Hertel (Hertel&Reuss) im Oktober 1888 begann die Produktion von Objektiven.
Gruss
luger08
 
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#5
Hm ... ????

Eine 5,6x36R ist eine .22Hornet (unverändert aktuelles Kaliber)
Eine 5,6x35R ist die Vierlingspatrone (seit knapp 5 Jahrzehnten 'ausgestorben')

Man liest des Öfteren, dass statt der 5,6x35R eine .22Hornet genutzt wird.
Der Knackpunkt scheint der Unterschied beim Rand zu sein.
Ausgeleiert soll es funktionieren - persönlich fehlt mir die Erfahrung.
Ich weiß auch nicht, ob es wirklich eine gute Idee ist.

Unabhängig davon - das Magazin ist geprägt mit 5,6x35
Gefühlt gab es diese Variante nur mit Rand, aber das wissen Dritte evtl. besser.
 
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#6
Hm ... ????

Eine 5,6x36R ist eine .22Hornet (unverändert aktuelles Kaliber)
Eine 5,6x35R ist die Vierlingspatrone (seit knapp 5 Jahrzehnten 'ausgestorben')

Man liest des Öfteren, dass statt der 5,6x35R eine .22Hornet genutzt wird.
Der Knackpunkt scheint der Unterschied beim Rand zu sein.
Ausgeleiert soll es funktionieren - persönlich fehlt mir die Erfahrung.
Ich weiß auch nicht, ob es wirklich eine gute Idee ist.

Unabhängig davon - das Magazin ist geprägt mit 5,6x35
Gefühlt gab es diese Variante nur mit Rand, aber das wissen Dritte evtl. besser.
Hier nähere Infos zur ZiDi und zur Vierlingspatrone:
https://www.zeughaus-goettingen.de/kopie-von-manlich-schoenauer-text
 
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#7
Ich würde auch sagen, daß es eie Lee Enfiled (?Sporting?) Rifle ist die vielleicht nach dem ersten oder zweiten Weltkrieg mit Resten einer ZiDi auf die Vierlingspatrone umgebaut wurde.
Die Dorfschmiede waren nach den Kriegen sehr erfinderisch und kreativ
 
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#8
Ich stimme Hobojagd zu. System und ZF deuten auf Militärgerät hin, daß wohl so in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts "zusammengeschustert" wurde. Zur Patrone gab es hier mal einen Faden
.22 Hornet identisch mit 5,6x35R ???
(sufu bemühen).
 
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#9
Interessante Waffe. Ob das eine Kriegsbeute war die aus den Schützengräben mitgebracht wurde? Wer hat die mitgebracht?
wenn Waffen erzählen könnten...
 
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#10
Vierlingspatronenlager können für Hornet aufgerieben werden. Die
Vierling war entsprechend schlanker und es giebt überall Material
um ein massgerechtes Lager für die Hornet zu bekommen. Ich habe die
Reibaale und auch das Gewehr dazu.
 
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#11
Die Vierling hat im Vergleich zur .22 Hornet nicht nur einen dünneren Rand sondern hat auch einen kleineren Geschoß-Diameter mit .221.
 
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#12
diese englischen knallstöcke sind bedenkliche schießeisen und für das edle teutsche waidwerk nicht besonders geeignet. dergleichen kann nur alls kuriosität betrachtet werden.
natürlich sind damals auch vereinzelt solche gewehre als reminiszenz mit nach hause genommen worden. ein abänderung auf 8x57IR wäre theoretisch möglich gewesen aber die vierling ist sicher die angemessene patrone für ein solch zweifelhaftes system.

dieser war vor einer weile bei egun, umbau durch einen büchsenmacher in bayern





















achtung, vierlingslager kann zwar für hornet aufgerieben werden aber der lauf ist eigentlich zu eng, muß man mal messen.


vieling



hornet





denke nicht das es ein dorfschmied war, das übersteigt seine fähigkeiten. eher ein büchsenmacher irgendwo auf dem lande, der war in der lage die einhakmontage zu setzen. das ist nach dem weltkrieg 14-18 gemacht, sieht von der paina her alles gleichmäßig aus. vor allem war das zi-di magazin zu bekommen. da sind heute bestimmt irgendwo noch büchsen für die das magazin verloren gegangen ist. die würden sich drum reißen.
zeig doch mal ein bild vom verschlußkopf, original soll der auszieher bis 223 rem funktionieren. mal sehen was für die vierling abgeändert wurde.
was mich beschäftigt ist der hinterschaft, der kann so nicht aus dem originalschaft geschnitzt worden sein.

ist das was angeleimt worden oder wurde der neu gemacht? nur merkwürdig das die fischhaut eingespart wurde, vielleicht schon mal runter geschliffen worden? wenn man den schaft frischt und fischhaut schneidet( hier habe ich neulich schneiden lassen http://www.alberichs-waffenkammer.de/ kost keine 100 euro), dazu das metall ein bißchen überhilft dann kann das wieder sehr ansehnlich werden.
 
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#13
Wow; erstmal Danke für eure Antworten o_O:)

@kraut hier noch ein paar Nahaufnahmen:

20200330_233452.jpg 20200330_233524.jpg 20200330_233544.jpg 20200330_233637.jpg 20200330_233708.jpg

Unterm Strich heißt das also, dass der Knallstock "Nichts von der Stange ist" und irgendwann um 1920 +/- wahrscheinlich von einem ländlichen Büchsenmacher zusammengepuzzlet wurde.

Der Plan war eigentlich, in den nächsten Regentagen eine Grundreinigung durchzuführen und das Ganze etwas aufzuhübschen um danach zu testen, ob das Teil überhaupt gerade aus schießt (keine Angst, es war nicht der Plan dieses Konstrukt jemals jagdlich zu führen;)). Da mehrfach erwähnt wurde, dass die 5,6x35R/Vierlingspatrone quasi ausgestorben ist stellt sich nun die Frage, ob das überhaupt lohnt:unsure:.
Was stellt man mit einer Waffe mit solch abenteuerlichem System und ohne Munitions-Nachschub an? Im Endeffekt bleibt wohl nur die Presse, wenn der Schrank irgendwann mal aus den Nähten platzt:LOL:.
 
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#14
.22Hornet und 5,6x35R Vierl. sind zwei paar Schuhe. Die 5,6x35R Vierl. ist nix anders als die Nitroversion der alten .22WCF (Winchester Centre-Fire), einer Schwarzpulverpatrone aus dem Jahre 1885. Die Vierling wurde i.G. zur .22WCR auch mit einem (dünnmateligen) TMF anstatt reinem Bleigeschoß geladen. Die Leistung der Vierling entspricht eher der Randfeuerpatrone .22WMR als der stärkeren .22Hornet, die erst Mitte der 30er Jahre (mit stabilerem Rand für den höheren Gasdruck und .224"-Kaliber) entwickelt wurde.
Die letzten Waffen (meist Bergstutzen, Bockdrillinge, einfache Kipplaufbüchsen, BBF) in 5,6x35R Vierling dürften so um 1960 gebaut worden sein, die letzten Fabrikpatronen etwa 10 Jahre später.
 
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#15
Ja, was soll man damit machen ? In die Presse geben ? Wenn der Püster seine Lebensgeschichte erzählen könnte, könnte das langweilig und uninteressant werden. Oder auch sowas wie "Forrest Gump" dabei heraus kommen.

Wenn Du genügend Platz im Schrank hast, erhalte ihn...
Wenn nicht, --> einstampfen. Einen grossen monetären Wert stellt er leider nicht mehr dar.
 
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