Was macht ein gutes Zielfernrohr aus? Oder: über Möglichkeiten optischer Kleinbetriebe

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#1
Gerade habe ich einen Pecar-Katalog in meinen Unterlagen gefunden.
Ich hatte ihn damals (ca. 2005) bei Pecar angefordert, weil ich mich zu den 56er Modellen näher informieren wollte.
Weil wir jüngst hier https://forum.wildundhund.de/threads/welches-zoll-glas-fuer-eaw-montage.121900/
und hier https://forum.wildundhund.de/threads/optik-fuer-grosswildbuechse.122914/
wieder auf solche weitgehend unbekannten Kleinbetriebe zu sprechen kamen und es zum Teil sehr divergierende Ansichten gab, wäre es für den ein oder anderen vielleicht interessant, aus noch vorhandenen Quellen mehr über diese kleinen Hersteller und ihre Produkte zu erfahren.
Im PECAR-Prospekt bzw dem Anschreiben dazu finden sich folgende Informationen:
 

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#2
Die angebotene Modellvielfalt ist übrigens relativ groß gewesen. Ebenso bestand die Möglichkeit, auf Sonderwünsche einzugehen.
Die Preise (von 2003) entsprachen etwa denen von Docter und Kahles (vgl Frankonia Hk 2003/2004).
 

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#3
PS: ich habe damals kein Pecar gewählt, weil mir die Technik mit dem auswechselbaren Absehencontainer suspekt schien und mir die Modelle alle mit ihren engen Sehfeldern und dem geringen Zoom konstruktiv etwas veraltet schienen. In erster Linie wollte ich aber kein Experiment wagen - ich war solchen echten Nischenherstellern gegenüber einfach nicht aufgeschlossen genug.
Werbung dafür sah man nur selten in den Fachzeitschriften und wenn, dann nur in Minimalgrösse. An Testberichte kann ich mich nicht erinnern.
Schade, dass der Hersteller sich nicht halten konnte. Die Marke hatte unter Sportschützen einige Anhänger.
 
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#4
Auszüge aus Prospekten zu Nickel und Kaps möchte ich nicht einstellen - ich bitte um Verständnis.
Bei Nickel fiel mir auf, dass die angebotenen Modelle sich vor etwa 10 Jahren zum Teil sehr ähnelten. In einem kleinen Prospekt aus 2007 zu den Nickel Supra wurden ein 3-12x49, ein 3-12x52 und ein 3-12x56 angeboten. Das hatte mich sehr erstaunt. Was ich immer positiv bemerkte, dass Nickel praktisch seit 20 Jahren seinem Design treu geblieben ist.
Von Kaps ließ ich mir vor auch etwa 15 Jahren Anschauungsmaterial schicken. Dort war ein einheitliches Design festzustellen, das praktisch dem der S&B Klassik-Linie entsprach. Man verwendete auch S&B-Okolare!
Die Zielfernrohre, die immer mal wieder in der Jagdpresse vorgestellt wurden, wechselten aber, soviel ich das erkennen konnte, das Design in der Zwischenzeit häufiger. Bei scheinbar so viel verschiedenen Kaps-Ausführungen fällt es natürlich etwas schwer, Aussagen zur Qualität von Kaps ohne genaue Modellinformationen richtig einzuordnen.
 
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#5
Hallo,

ich hatte mir 1995 zusammen mit meiner Weatherby Mk.V in .340Wby.Mag. ein Pecar Vario-Euroline 4-10x52 (Abs.3, ähnlich Diavari-Abs.) gekauft. Das Glas kostete damals rd. die Hälfte eines Zeiss Diavari-Z 3-12x56T*.
Von der Linsengüte, Farbtreue, Helligkeit und Randschärfe ist es mit SuB vergleichbar (Bekannter hatte sich kurz vorher ein SuB 3-12x50 gekauft und so konnte ich gut vergleichen).
Als einziger Nachteil der Pecar-Gläser empfand ich nur, daß der Absehen-Container recht weit vorne am Mittelrohr sitzt und das Glas beim Montieren so weit nach hinten kommt.
Gewicht ist natürl. vorhanden, denn Pecar fertigte nur Stahlgläser.
99% der Produktion gingen ins Ausland (v.a. USA, GB und Skandinavien). Lt. Aussage eines Zeiss-Kundendienstlers, war der Absatz an Pecar-Gläsern in diese Regionen bedeutend höher als der von Zeiss.
Im Inland lieferte Pecar nur direkt an Einzelhändler und Endkunden. Durch das Umgehen von Zwischenhändlern, sparte man sich deren Kalkulationskosten und das war der Grund, weshalb die qualitativ so hochwertigen Gläser, so günstig angeboten werden konnten.
2007 schloß die Firma. Weshalb weiß ich nicht, aber wohl, weil es in USA einen hohen Anzahl an Konkurrenzfirmen, die viel billigere Zieloptiken (reine Tagjagd, da finden 52er und 56er ZFs nicht viel Absatz) fertigen gibt und zweitens, weil man eher auf Robustheit und Linsengüte, als auf in dieser Zeit aufkommenden, techn. Spielereien setzte. Da sich Pecar, wie gesagt, die Zwischenhändler sparte, tauchten die Gläser auch nicht bei den drei großen Versandhändlern auf und da fiel die Firma wohl auch z.T. der mangelnden Bereitschaft des deutschen Endkunden mal über den Tellerrand hinnauszusehen, zum Opfer. :cautious:
Wirklich Schade drum. Aber so geht´s Firmen die ihrer Kundschaft nicht mit teurem Firlefanz und einer ständigen Amok-Produktpalette den letzten Groschen aus der Tasche ziehen wollen.
Hohe Qualität, komplett in Deutschland gefertigt, zu sehr günstigem Preis. Hat halt nicht funktioniert. :confused:

Grüße
Sirius
 
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#7
Bei scheinbar so viel verschiedenen Kaps-Ausführungen fällt es natürlich etwas schwer, Aussagen zur Qualität von Kaps ohne genaue Modellinformationen richtig einzuordnen.
Die aktuellenn TLB Zielfernrohre kann ich nur empfehlen.
Nach TLB 3-12 x 56 und einem TLB 3-12 x 50 (dieses hat mein Jagdkollege) kommt in Kürze wohl noch ein TLB 1,5-6 x 42 ins Haus.

Die Eye Box ist um einiges größer gegenüber meinem Swaro und von der Verarbeitung her, hält das 56er locker mit dem Swaro mit.
Nennenswerte optischen Unterschiede zum Swaro?
Ja, manchmal habe ich den Eindruck, daß die Randschärfe nicht ganz an das Swaro ran kommt.
Aber das ist mir relativ egal, da das Ziel eh in der Mitte liegen soll/muß bevor es geknipst wird.
 
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#8
@Habermann: neulich war ein neuwertiges Pecar jüngeren Datums 2,5-10x??? Euro Line?) OVP und noch nie montiert bei Egun drin, ich weiß aber nicht mehr, ob es ein auswechselbares Absehen hatte.
Warum suchst Du so etwas? Aus Sammelleidenschaft? Oder für eine gewisse Waffe / einen gewissen Verwendungszweck?
Ich frage mich schon, wie man das Innere einigermaßen beschlagfrei halten kann, da es ja zwischen den aneinandergrenzenden Glasflächen von Container und übrigem Rohrkörper keine Schutzatmosphäre gibt und der Grad der erreichbaren Abdichtung beim Wechsel des Containers nicht ganz optimal sein dürfte. Taugt so eine Konstruktion zum Beispiel noch zum Einsatz in den Tropen oder ähnlichen klimatischen Verhältnissen?

@Sirius: hast du mal das Absehen gewechselt? Kannst Du etwas zur Konstruktion sagen? Schießt du häufig mit der .340 ?

@ Lightweight:
Welches Swaro hast Du zum Vergleich?
Ich hatte vor 3 Jahren oder so mal ein jüngeres Kaps 2,5-10x50 mit LA vom Büma zur Ansicht - es war nicht mehr im klassischen SuB Design und kam mir von der Konstruktion und Verarbeitung her nicht so gut wie ein SuB vor; es hatte irgendwie eher eine Erscheinung, die mich an Zfre erinnerte, die größtenteils nicht „Made in Germany“ sind :-/ Der Büma fand es auch eigenartig. Eines der Serie TLB war es denke ich nicht.

@all: stellt ruhig ein paar schöne Fotos ein, wenn ihr möchtet - man sieht ja diese Zielfernrohre nicht zu häufig und kann sich nur schlecht ein Bild von manchen Details machen.
 
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#9
Mir geht es um die Konstruktion, rein als Belegstück zu den anderen rund 250 ZFs (allerdings zu rund 75% vor 1945) in meiner Sammlung.......Davon abgesehen jage ich mit diesen ZF- das älteste, ein GZ III von Zeiss ist aus 1908- wenn man sich drauf einstellt ist eine "Schutzatmosphäre" und Abdichtung durchaus entbehrlich.
 
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#11
Pecar hat auch viel nach Australien verkauft. Die Preise waren wegen der Berlinförderung günstig. Nach der Wiedervereinigung entfiel diese dann und Pecar war danach irgendwann preislich nicht mehr wettbewerbsfähig.
 
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#12
Hallo,

abmontiert habe ich den Container noch nicht gehabt. ist ein nettes Extra, aber unnötig wie ein graues Brot. Kostet halt nur keine Unsummen zusätzlich (wie z.B. ein nicht minder unnötiger LP, ASV oder Paralaxenring).
Führe die Weatherby heute kaum noch, aber von 1995 bis ca. 2004 (außer DJ) als Hauptwaffe.
Schußhart ist so ein einteiliges Stahlglas ohne Montageschiene schon.
Habe hier noch ein Pecar 4x81 (= 4x35) mit feinem Crosshair. Wenn mich mein 80er-Jahre-Tasco 6x40 auf´m Baikal-KK noch länger nervt, kommt das kleine Pecar da drauf.

Grüße
Sirius
 
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#13
@Habermann: neulich war ein neuwertiges Pecar jüngeren Datums 2,5-10x??? Euro Line?) OVP und noch nie montiert bei Egun drin, ich weiß aber nicht mehr, ob es ein auswechselbares Absehen hatte.
Warum suchst Du so etwas? Aus Sammelleidenschaft? Oder für eine gewisse Waffe / einen gewissen Verwendungszweck?
Ich frage mich schon, wie man das Innere einigermaßen beschlagfrei halten kann, da es ja zwischen den aneinandergrenzenden Glasflächen von Container und übrigem Rohrkörper keine Schutzatmosphäre gibt und der Grad der erreichbaren Abdichtung beim Wechsel des Containers nicht ganz optimal sein dürfte. Taugt so eine Konstruktion zum Beispiel noch zum Einsatz in den Tropen oder ähnlichen klimatischen Verhältnissen?

@Sirius: hast du mal das Absehen gewechselt? Kannst Du etwas zur Konstruktion sagen? Schießt du häufig mit der .340 ?

@ Lightweight:
Welches Swaro hast Du zum Vergleich?
Ich hatte vor 3 Jahren oder so mal ein jüngeres Kaps 2,5-10x50 mit LA vom Büma zur Ansicht - es war nicht mehr im klassischen SuB Design und kam mir von der Konstruktion und Verarbeitung her nicht so gut wie ein SuB vor; es hatte irgendwie eher eine Erscheinung, die mich an Zfre erinnerte, die größtenteils nicht „Made in Germany“ sind :-/ Der Büma fand es auch eigenartig. Eines der Serie TLB war es denke ich nicht.

@all: stellt ruhig ein paar schöne Fotos ein, wenn ihr möchtet - man sieht ja diese Zielfernrohre nicht zu häufig und kann sich nur schlecht ein Bild von manchen Details machen.
Auf der Estategun in Schottland (Krico600-.308) war ein Pecar Glas (4-10x) montiert . Dem äusseren Anschein nach hat die Waffe oft die verschiedenen Arten des Schottischen Niederschlages mitbekommen . Die Waffe schoss sehr gut und das Glas war einwandfrei , sowohl Optisch als auch Mechanisch .
 
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