WEATHERBY Fan Club

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Ich hab u.a. beide. Die Aussage ist natürlich völlig unfundiert in ihrer Banalität. Rückstoss hängt von vielen Parametern ab.
Ich kenne beide aus M66S mit identischem Schaft und 66cm Lauflänge, und 2 weiteren 8x68S die ich probiert habe, eine davon ein 98er und die andere ist mir nicht mehr erinnerlich, und einer weiteren 300 Wby von Sauer und 1 weitere 300 Wby von US-Wby. Das sind meine Erfahrungen. Für mich gibt es Waffen, die „treten“ und welche die „schieben“. Die 8x68S tritt, und - tendenziell (!) - sogar manche 30-06 auch. Die 300 Wby ist mE trotz des hohen Gasdrucks sehr ausgewogen und eine runde Sache.
 
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Ja, wie Du vorher geschrieben hattest, war es die Zeit von Rasanz und Joulewerten und „speed kills“, gleichzeitig waren die ganzen alten Großwildkaliber tot und die Pulver noch nicht so weit fortgeschritten. Deshalb war die 458 Win damals schwach und problematisch, aber die 460 Wby als Antwort war erstens im Rückstoß nicht verträglich und zweitens für die meisten Jagdsituationen unnötig überpowered, wenn man nicht wie @Doc-Holiday im Urwald Elefanten auf kürzeste Distanz „umwerfend“ schießen will.

Ich sehe den Sinn der Weatherbys eher in den Kalibern darunter. Man muss sich da fragen, welches Wild ist besonders schusshart und was sind die jagdlichen Situationen wo man auf größere Entfernung schießen muss. Zwei Praxisargumente pro Rasanz und damit pro Weatherby im jagdlichen Einsatz ist beim Schießen auf große Entfernung einmal die Seitenwindempfindlichkeit, gerade bei der Bergjagd. Und das geringe Vorhaltemaß beim zweiten Schuss, also wenn man nachschießen muss. Auf 250 m einen abgehenden Braunbären nachschießen - mit der 375HH oder einer hochlaborierten Wby in einem Kaliber ab 300?

In der Zwischenzeit hat Weatherby eine große Konkurrenz von vielen Seiten, was die hoch rasanten Magnum Patronen angeht, und wird vielleicht sogar von moderneren Konzepten anderen Firmen übertroffen. Die Patrone 460 WBY-Magnum dagegen steht immer noch ziemlich alleine da in dieser Kaliberklasse was ihre Potentialitäten betrifft. Die relativ seltene Patrone 450 Rigby kommt nur annähernd an sie heran.
 
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Tja, ich hatte es ja schon mal in anderen Fäden geschrieben und einige Beiträge in diesem Faden bestätigen das auch. Das Empfinden des Rückstoßes ist erstens subjektiv und zweitens und vor allem der Schaftform und Balance des Gewehrs geschuldet. Welche Komponente genau es ist, kann ich nicht sagen.
Ich hatte in Afrika erst die .458 Win Mag und erlegte damit 12 Stück Großwild, Dann beendete mein Freund Col Ruffinoni seine Afrikajagd und empfahl mir seine Sauer .460 Weatehrby Magnum. Altes, sauschweres Modell ohne Münungsbremse.
O.K. die Wirkung auf Großwild war DEUTLICH besser, es lag im ersten Schuß, auch bei schlechtem Kopftreffer von vorn war es erst mal Knock out.
Den Rückstoß empfand ich nicht als störend, aber schon deutlich.
Dann fertigte mir ein Freund aus Alaska - leider ist Dana Campbell zu früh verstorben - eine bullpup - meine favorisierte Bauform eines Gewehrs für rauhe Pirscheinsätze - in .460 WM. Die 3,8 kg leichte Waffe hatte er mit einer speziell von ihm entwickelten Mündungsbremse mit großen Löchern versehen - dies "abgeschaut" von den Kanonen moderner Panzer.
Damit empfand ich den Rückstoß als nicht störend.
Ich habe ja 1995 mal einen Test und daraufhin Artikel in WuH über Rückstoßbremsen veröffentlicht.
Siehe https://forum.wildundhund.de/threads/rueckstoss-baendigen.132202/page-9#post-4568726
Da hatte ich nachträglich auch die .460 WM mit diesem Versuchsaufbau getestet (Lafette auf glattem Glasboden - was natürlich nur einen - aber signifikanten - Teil der Rückstoßkräfte abbildet):

Nachtest Mündungsbremsen 30.04.1997
.460 Weatherby Magnum 3-Loch : 100 cm zurückgefedert
.460 WM Horst Protyp bauchig: 117 cm zurückgefedert


.375 H& H M - 3 Loch : 32 cm zurückgefedert
.375 H& H M - 2 Loch-Bremse: 41 cm zurückgefedert,

Man sieht schon wie subjektiv das Empfinden des Rückstoßes ist - die .460 WM federte 100 cm zurück, die .375 H&H M (ebenfalls bullpup) nur 33 cm - wie die Standardkaliber.
Heutzutage sind Mündungsbremsen gegenüber SD in den meisten Fällen obsolet.

Wenn ich heute auf schußhartes Wild in Afrika gehen würde, wäre die .460 Wm nach wie vor meine erste Wahl.

"Use enough gun"! erspare dem Führer die gefährliche Nachsuche...


Zu den klassischen englischen Großwildkalibern kann ich nichts sagen, habe ich nie geführt...

Mein Spezi Ruffinoni wollte mir auchs eine Sauer 378 WBY vermachen, das habe ich aber dankend abgelehnt, da fand ich den Rückstoß zu stark, warum auch immer. Brauchte diese Kaliber auch nicht.

.460 Weatherby bullpup Aim Point.JPG
 
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Die Patrone 416 WBY-Magnum ist auch eine missverstandene Patrone. Sie ist vielleicht sogar die Universalste von allen, vorausgesetzt man ist Wiederlader.

Sie kam zu Spät auf den Markt, gleichzeitig mit der Patrone 416 Rem. Mag und zu zeit der Reaktivierung fast sämtlicher Großwildpatronen und insbesondere der Patrone 416 Rigby gegen die sie nicht konkurrenzfähig ist, trotz mehr Potentialität.
 
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Die Patrone 416 WBY-Magnum ist auch eine missverstandene Patrone. Sie ist vielleicht sogar die Universalste von allen, vorausgesetzt man ist Wiederlader.

Es dürfte wohl keine Wby-Patrone geben, die NICHT nach dem Wiederlader schreit.
Und was die "Universalste von allen" betrifft, ich würde weder eine 378 noch ne 460 weggeben, um mir ne 416 anzuschaffen. Und als Ergänzung taugte sie mir ebenfalls weder für die eine noch die andere.
Somit nur für den Neueinsteiger relevant und hat dann - leider, wie Du richtig schreibst - gegen den irrationalen Rigby-Nimbus zu kämpfen.

Sie kam zu Spät auf den Markt, gleichzeitig mit der Patrone 416 Rem. Mag und zu zeit der Reaktivierung fast sämtlicher Großwildpatronen und insbesondere der Patrone 416 Rigby gegen die sie nicht konkurrenzfähig ist, trotz mehr Potentialität.

Aber Kaliberdiskussionen entziehen sich halt einer rationalen Argumentation vollkommen.
 
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LAUFWECHSEL AN MARK V

Habe eine Frage dazu: Wer kann dafür empfohlen werden?

Es geht um eine Euromark-Mark V im Kal. .257 WBM, hergestellt in Japan und in den (80ern von Kettner importiert. Der dünne Lauf (14 mm) liegt voll auf im Vorderschaft und hat einen Rostschaden ca. 1 cm vor der Mündung. Trotz aktueller Ausstattung mit Distanzröhrchen und Bettung streut die Büchse, nach gründlicher Reinigung, auch nach mehreren Schüssen zuerst seitlich, dann im Dreieck, mit TSX/Fox-Geschossen. Diese Eigenschaft hatte sie früher schon mit WM-Fabrikpatronen gezeigt, nur nicht so deutlich.

Der Büchsenmacher, der mir das System gebettet hat, empfiehlt eine leichte Kürzung des Laufs (Rostschadenentfernung) und ein Freilegen des Laufs. Ich bin da wegen des dünnen Laufs skeptisch und frage mich, ob ich den (nicht billigen) Weg des schrittweisen Versuchs/Irrtums weitergehen oder lieber gleich einen neuen (LW-)Lauf im gleichen Kaliber (mit dem ich sehr zufrieden bin) einlegen lassen sollte.

Wer kennt sich aus? Bitte melden!
 
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Na, ich würde da erst mal sachte rangehen und den Lauf freilegen, so daß er schön schwingen kann. Kann man mit Schleifpapier am Holzschaft schön selber machen, danach muß ein gutes Blatt Papier leicht durchziehbar sein.
Rostschaden ? Innen? Außen dürfte es nur Flugrost sein - oder tiefer Schaden außen? Den auch mit Metall-Schleifpapier abschleifen, falls er nur oberflächlich ist - dürfte eh nur Schönheitsschaden sein.
Scheint so, daß der Rostschaden innen ist. Also erst Lauf freilegen, dann mit Metallbürste Lauf dort reinigen, dann testen, dann ev. Laufkürzung.
Dünner Lauf ist per se nicht abträglich für die Präzision, hängt auch von Munition ab. Nach Laufkürzung (wieviel??? Jeder cm bringt ca. 3 m/sec weniger Vo. Wenn es also weit vorn ist, und wenig gekürzt wird, macht es kaum was aus.....)
 
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Entfernen des Rostes im Lauf - wie geht man vor?


—> Zum Einen könnten diese Laufreinigungspasten von J-B oder VFG helfen. Die enthalten kleine abrasiv wirkende Teilchen. Wer hat damit Erfahrung, wo sind die Körner härter/stabiler und größer?

hier dazu ein paar links


Oder VFG Laufreinigerpaste


—> Was man auch machen könnte, ist den Rost vorher mit Chemie anlösen, damit man den gesunden Teil des Laufs weniger quälen muss. Hat jemand dazu Ideen, welches Mittel man nehmen kann? Generell, wie löst man Rost chemisch???


—> Sinnvoll ist es auch, vorher mit einer Laufkamera sich den Lauf genau anzusehen, wo die Rostflecken sind und dann erstmal nur diese Bereiche zu bearbeiten, mit einem punktuell wirkenden mechanischen Werkzeug, einem Kratz-Haken ähnlich dem der Zahnärzte. Denn die Rostflecken befinden sich ja mündungsnah. Sowas in der Art

 
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Ein dünner Lauf ist kein weniger präziser Lauf.
Freilegen und mal sehen was sich tut. Wenn es tiefe Rostnarben ausgerechnet vor der Mündung sind wird es aber schwierig.

Außerdem, Büma wechseln, wenn nach der Bettung und dem Einbau von Pillars der Lauf immer noch anliegt.
 
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Der Büchsenmacher, der mir das System gebettet hat, empfiehlt eine leichte Kürzung des Laufs (Rostschadenentfernung) und ein Freilegen des Laufs.

Unter Freilegung des Laufes verstehe ich etwas zu tun das er nicht mehr anliegt.

Ich würde normalerweise auch zuerst nach der Bettung dafür sorgen das der Lauf nicht mehr anliegt und abhängig von der Rostnarbe ihn eventuell kürzen lassen. Mit einem dünnen Lauf kann man auch bedingt präzis schießen.

Die Geschichte der Waffe ist uns aber nicht bekannt so das die Problematik auch noch wo anders liegen kann, an der Seelenachse des Laufes zum Beispiel. Ich spreche aus Erfahrung. Die Achse lässt sich zwar auch korrigieren, ist aber schon schwieriger.
 
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Entfernen des Rostes im Lauf - wie geht man vor?


—> Zum Einen könnten diese Laufreinigungspasten von J-B oder VFG helfen. Die enthalten kleine abrasiv wirkende Teilchen. Wer hat damit Erfahrung, wo sind die Körner härter/stabiler und größer?
Ich konnte keine Unterschiede zwischen den beiden Pasten feststellen.

Was man noch machen kann ist eine Bronzebürste mit 0000er Stahlwolle umwickeln und dann mit Solvent den Lauf intensiv renigen, das kann man durchaus probieren, empfiehlt sich auch bei einer gebrauchten als Grundreinigung vor der ersten Nutzung.
 
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