Welche Daten gebe ich Google? OT Navigationsapp Wald?

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#1
Hmmm... da steht, dass Google die Karte automatisch aktualisiert, wenn nötig. Da habe ich andere Erfahrungen, bei mir wurden die gelöscht. Kann sein, dass das Verfahren inzwischen geändert wurde, das ist schon länger her bei mir. siehe oben.

@Pilzesammler : mit einem GMail account hast Du mit Google einen Vertrage geschlossen, der deine Daten im Gegenzug gegen die Services eintauscht.
Sehe ich grundsätzlich anders. Ich habe den Account aus genau einem Grund: Damit ich Zugriff auf den Playstore habe. Sonst für genau gar nichts. Für alles andere gibts vernünftige Alternativen, nur Software muss ich von dort ziehen, weil Google das so erzwingt. In den freien Stores (F-Droid z.B.) ist vieles nicht drin. Und APKs von dubiosen Quellen sind irgendwie auch keine Alternative. Die können mich durch ihr Softwaremonopol also zwingen, einen Gmail Account anzulegen, zu mehr aber sicher nicht!

Aber das ist OT. Mods bitte abspalten, falls ihr das möchtet. In einem eigenen Thread diskutiere ich das gerne weiter, einen Navigationsapp Thread möchte ich dazu nicht kapern.
 

Rotmilan

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#2
Habe mein Handy ebenfalls gerootet, alles per Firewall geblockt und gebe nur wenigen Apps Zugang zum Internet.

Statt Playstore schaue ich immer zuerst auf F-Droid. Da gibt es OSMand mit allen Karten weltweit. Benötige ich Apps, die es nur im Playstore gibt, verwende ich den Zugang über die App Aurora Store.

https://www.kuketz-blog.de/android-ohne-google-take-back-control-teil1/
 
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#3
Ah, ok, danke. (y)

Damit meine Meinung evtl verständlicher wird: Ich bin seit über 25 Jahren im Netzwerk- und Security Geschäft. Vor über 20 Jahren habe ich bei einem kleineren Provider Web-Backends programmiert. Dort war ich u.a. auch für die Datensammlung zuständig, heute wurde man neudeutsch "Big Data" sagen.

Vorgabe war schon damals - vor über 20 Jahren! - ALLES an Daten zu sammeln, was ging. Es wurde jede einzelne URL die jeder angesurft hat weggespeichert. Ich kann das mit Sicherheit sagen, ich habs damals programmiert! Rechtliche Vorgaben? Egal. Maximale Speicherzeiten? huahahaha!! Und das war vor über 20 Jahren. Der Provider hatte dann auch Datenanalye-Spezialisten, um die Daten auszuwerten. Einer hatte den Schreibtisch neben mir. Wir hatten teilweise viel Spass - Kein Problem, auch sehr - ich sag mal - "eigene" Webseiten Usern zuzuordnen. ;)

Heute speichert jeder Provider nicht nur jede URL (unbegrenzt! Scheixx auf den Datenschutz!), sondern auch Betriebssystem, IPs, Browser (Fingerprinting - niemend(!) braucht heute noch Cookies zum Tracken!), wer wie lange auf welchen Seiten war, von welchen auf welche Seiten er sprang, wo er herkam, wie lange die Maus wo stand (wichtig bei Online Shops um interessante Produkte zu bewerben, die man dann doch nicht angeklickt hat) usw usw.

Das macht heute _jeder_! natürlich "pseudonymisiert". Haben wir damals auch. Klar. Aber wofür gibts Joins über mehrere Datenbanken? ;)

Und sogar das ist nur die Spitze des Eisbergs. Werbesyndikate korrelieren heute die Daten von so ziemlich allen Websites auf denen man war an einer Stelle - und da kommt Google ins Spiel. Die Grossen zwei haben die Daten ihrer Werbesyndikate, die Login- und Stammdaten ihrer Kunden, alle Verlaufsdaten (Chats, Geoinformationen, ...), deren Netzwerke (Kontakte, Chatpartner,...) usw. - Das dürfen sie natürlich nicht korrelieren, darüber wacht ja der Datenschutz. Das stelle ich mir so vor wie bei uns damals. Und natürlich müssen die Daten nach angemessener Frist gelöscht werden. Klar. Machen die. Sicher.

Das sieht man ja auch an den großen Datenleaks der letzten Jahre: "Die hätten die Daten ja überhaupt nicht haben dürfen! Wie sind die da nur rangekommen??"

Kann ich auch sagen. Angenommen, ein Bundesstaat der USA will neue Steuerformulare entwerfen. Der Auftragnehmer will Testdaten, um die Formulare zu entwerfen und eine automatisierte Auswertung zu programmieren. Ok, kriegt er. Alle Daten aller Bürger, die leider nicht anonymisiert wurden, weil is ja wurscht. Auftragnehmer beauftragt einen Unterauftragnehmer aus DE(!), der wiederum einen Freiberufler. Und der hat jetzt alle Daten inkl Social Security eines ganzen Staats. Kann nicht passieren? Der Fall ist ebenfalls über 20 Jahre her, sonst würde ich das jetzt nicht schreiben.

Alle(!) erfassten Daten, von wem auch immer gelangen irgendwann zu jemandem, der sie nicht haben sollte. Das ist wie ein Geheimnis des besten Freundes, das man auf keinen Fall weiter erzählen soll. macht man natürlich nicht. Komscherweise wissens irgendwann alle...

Ich habe in meiner Zeit Google als Websuchen Underdog kennen gelernt. Altavista und Yahoo waren damals viel größer. Der Leitspruch war "Don't be evil". Wir waren damals alle begeistert von Google. Jedes neue Feature wurde begeistert aufgenommen. Gmail wurde damals als erste sichere und werbefreie Mail gehyped. Accounts gabs nur auf Einladung mit persönlchen Bürgen. Google+ ebenso. Schaut sie mal heute an...

Irgendwann ist das dann bei mir gekippt als klar wurde, wohin das führt.

Heute meide ich die Grossen wo ich kann: Google nur für den Store und Maps (ohne Account). Nichtmal mehr für die Websuche. Whatsapp habe ich - auf einem eigenen Phone, auf dem sonst nichts ist! Kein Facebook. Keine Cloud, meine Daten hoste ich selbst!

Und genau deshalb ist es mir völlig egal, ob ich durch meinen Gmail Account für den Playstore evtl einen Vertrag mit Google eingehe und mindestens moralisch verpflichtet bin, ihnen meine Daten zu geben.

Ich bin auch heute noch in der IT-Security aktiv , seit 16 Jahren selbstständig, und habe in der Zeit doch einige größere Projekte gestemmt: 2 Lotteriegesellschaften, zwei Flugüberwachungen, unsere Jungs in grün, ... da sollte man inhaltlich auf dem Laufenden bleiben, was ich immer versuche.

Für fast jeden anderen habe ich einen Aluhut auf - ich denke aber, dass ich mir ein Urteil erlauben kann. Und deshalb ist es mir auch _vollkommen_ egal, was andere, aus meiner Sicht Blauäugige über mich denken.
 

Rotmilan

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#5
@Pilzesammler Komme zwar nicht aus dem IT-Bereich, aber handhabe es genauso. Wer will den ernsthaft glauben, dass die alten Daten gelöscht werden? Nur weil WIR sie nicht mehr sehen können, sind sie nicht gelöscht...
 
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#6
Hi,
das Problem ist, dass der Service nicht umsonst ist. Google bietet Dir 2 Optionen an: bezahle mit Geld oder mit Deinen Daten.

Bei GSuite gehören die Daten Dir.

Wenn du nicht bereit bist , 5 Euro pro Monat zu berappen, dann musst du entweder auf Android verzichten, IOS nehmen oder routen .

Und ich gebe zu, dass ich bis vor 10 Jahren meine Adressen auch noch nur lokal gespeichert hatte und nicht bei Google oder in einer anderen Cloud. Irgend wann habe ich aufgegeben, insbesondere seit die Politik einen Offenbahrungseid geleistet hat. Aber das ist ein anderes Thema. Als Einzelner kämpft man da auf einsamer Front.
Peter
 

Rotmilan

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#7
Als Einzelner kämpft man da auf einsamer Front.
Hi, da hast Du wohl Recht. Es ist mehr als bedauerlich, dass unsere Regierung(en) auf Bundes- und EU-Ebene keinen vernünftigen Schutz der Daten durchsetzen wollen. Es wird wohl seinen Grund haben. Aber das zu diskutieren, gehört in die Gruppe Politik.

Aber gerade weil das so ist, bin ich nicht bereit, meine persönlichen Daten ohne Gegenwehr abzugeben.

Als Nicht-IT-Profi bei der Einrichtung aufwändiger, aber es geht:

Alle Handys, Rechner nur Open Source. Ist eine App nicht quelloffen, bekommt sie keinen Zugang zum Netz. Für Anwendungen, die nur unter Windows laufen, gibt es virtuelle Maschinen, die keinen Netzwerkzugriff haben.

Keine Apps / Dienstleistungen von Google, Facebook oder Apple. Das unausweichliche "Whatsapp" ist auf einem Tablet, das eigens nur noch dafür benutzt wird und immer in der Schublade liegt. Meine nächsten privaten Kontakte nutzen die Messenger-App "Wire".

Meine Kontakte, Kalender und Emails sind bei einem Anbieter, der OpenExchange hostet. Das kostet zwar, aber immerhin verdient ein selbstständiger IT-Mensch daran und kein Großkonzern, der in D keine Steuern zahlt.
 
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