Welcher Messerschärfer

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21 Jan 2002
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Da man neben der Jagd auch Zeit fürs Waffen reinigen, wiederladen usw. finden muss, macht Messer schleifen mir wenig Kopfzerbrechen, das kann man auch bei Sauweter abends vorm Fernseher erledigen.
Und wie schon gesagt, hochwertige Stähle muss man weniger oft schleifen.
 
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Wir können uns gerne über Schärfe und Präzision unterhalten. Das bringt nix ausser "Beiträge", dann gerne einen neues Thema.
Ich bekomme meine Messer schon scharf und meine Büchsen sind präzise. Es gibt auch durchaus verschiedene "Schärfen" und nicht nur das eine super duper scharf, denn je nach Verwendung wird eine andere Schärfe gebraucht. Aber das zu erklären führt hier zu weit.
Nur mal ein einfaches Beispiel: Eine Friseurschere hat eine andere Schärfe als eine Textilschere. Mit beiden kann man aber auch anderes schneiden wobei das meistens für die Scheren nicht so gut ausgeht. Eine Haushaltsschere hat hingegen keine spezielle Aufgabe, kann aber mit allem zurecht kommen.

Und so ein Allrounder ist eben als Messer auf der Jagd mehr wert als ein Spezialist. Sicherlich könnte ich mit dem Rasiermesser auch mal aufschärfen. Spätestens beim ersten Knochen wäre die Schärfe dann aber weg.
 
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Mittlerweile nehme ich nur noch ein Messer regelmäßig mit raus, ein Müller Outdoor,
universeller gehts nicht.
Das reicht vom aufbrechen übers abschwarten bis zum Stöckchen schnitzen und zur Brotzeit.
Das hat einen vernünftigen Grundschliff und wenn mal ein paar Stücke versorgt sind, wird das mittels dem Diamantleder von Schmiedeglut wieder auf Vordermann gebracht.

Spezialisten sind Klingenformen, die sich nur für eine Tätigkeit eignen. Also bspw Skinner.
 
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Ja ja, die Schärfe von Schneidwaren!
Erstmal, Schärfe ist nicht gleich Schärfe. Ein Chirurg, der kleinste Äderchen beschnippeln will, braucht eine andere Schärfe als Johann der Metzgermeister oder gar Hugo Weidwilli.
Gerade für Letzteren geht es darum, eine brauchbare Schärfe über einen längeren Arbeitszeitraum an seinen Messern zu haben.
Das Kriterium dazu ist der Schneidwinkel. Ist dieser zu flach, dann ist das Messer nach ein paar Schnitten nicht mehr scharf. Ist er zu steil, dann kommt man vielleicht gar nicht so recht in's Schneidgut.
Unabhängig vom verwendeten Stahl ist für Willi ein Schneidwinkel von 40 - 50° optimal. Ein solchermaßen geschliffenes Messer hat eine ausreichende Schärfe und eine sehr gute Standzeit.
Im Vergleich ein Messer mit Skandischliff, das hat einen Schneidwinkel von ca. 15°, ist wirklich sehr scharf, hält aber diese Schärfe nicht lange (Metzgermesser dito).
Für's bessere Vorstellungsvermögen: Man nehme ein Blatt Papier, ein Geodreieck und einen Bleistift. Jetzt zeichnet man sich einfach diverse Winkel, die üblicher Weise verwendet werden, auf's Papier und schon erkennt man den Unterschied, bzw. was ich meine.
Bei Stahl einer "besseren" Sorte - z.B. Pulvermetallurgische Stählen kann man den Schneidwinkel eine oder gar zwei Stufen flacher halten als mit einfacherem Werkzeugstahl wie 1.4112 oder 1.4116 und hat dann trotzdem noch die gleiche Standzeit bei etwas bessere Schärfe. Der Aufwand wieder eine gute Schärfe hin zu kriegen ist natürlich höher. Aber Freude macht es dennoch mit gutem Schneidlingen zu arbeiten.
 
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@Mbogo
alles richtig. Ich habe aber auch alles andere probiert getestet. Hatte das ja oben kurz geschrieben. Für Leute die Jagen wollen mit halbwegs scharfe Messer.->Worksharp.

Ja,

die Worksharp ist wiirklich gut, v.a. die aufgepeppte Ken Onion Variante, bei der man mehr Schleifwinkel hat. Man erreicht schnell Tomatenschärfe und die reicht zum Arbeiten in der Küche, in der Wildkammer und beim Aufbrechen völlig aus. Rasiermesserschärfe ist für Arbeitsmesser jenseits des Friseurhandwerks überflüssig und hält nicht lange.

Wenn ich zerwirke, schneide ich mit Moras durch die Gelenke und die Wirbelsäule oder nehme nach Bedarf des gewünschten Ergebnisses die Fleischersäge oder den Spalter. Für Arbeit am Fleisch nehme ich Dick & Co. Die kommen hinterher -v.a. nach gut genährten Sauen- auf den Chief‘s Choice, dazwischen über den Vulkan oder Feinstahl. Die Moras verlangen gelegentlich nach dem Gatco.

Irgendwann, wenn ich den Geiz besiege, kaufe ich mir mal den Worksharp....

Ich meditiere halt lieber vor dem Neandertaler-TV mit einem Glas Rotwein und einem guten Buch, als mit einem Wetzstein und einem Messer am Küchentisch (habe ich auch, gibt‘s bei Amazon für 30€, funktioniert, ist zeitaufwändig).

Gruß,

Mbogo
 

BAL

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Dieser Thread war für mich der Tropfen, der das Fass "Worksharp kaufen" zum Überlaufen gebracht hat. Ich habe meinen (08/15 Edition) gestern erhalten und erste Messer zu meiner vollsten Zufriedenheit damit geschärft.
Ich habe kein schlechtes Gewissen damit die Gefühle des einen oder anderen Theoretikers zu verletzen.
 
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Ich habe quasi alles was der Markt hergibt (bis auf das Hötzl) in den letzten 40 Jahren mal angeschafft und genutzt. In der Lehre mit Banksteinen gelernt, die moderne Version mit DMT´s fortgesetzt, Belgische Brocken und Japanische Steine runden das Handwerkliche ab. Lanksy und Co, diverse Eigenbauten dafür gemacht. Ich verdiene an Worksharp nichts, nutze diesen auch nur selten in der Jagdhütte, aber viele Kollegen kommen damit gut zurecht. Die Probleme der Worksharp sind bekannt und spielen bei günstigen Messern kaum eine Rolle. Es gibt schlechter investiertes Geld.
 
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Meine Jagdmesser kriege ich mit dem Lansky-Set gut scharf, aber für die Küchenmesser ist mir das zu viel Aufwand. Jetzt denke ich über einen einfachen Worksharp als Ergänzung für die Küchenmesser nach.
 
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Für einhundert Euro brauchst Du nicht viel nachdenken und ich garantiere Dir, dass in Zukunft auch Deine Jagdmesser darüber gehen 😉
 
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Für Küchenmesser ist das lansky ungeeignet, zumindest für die mit den langen Klingen.

Da tut es der Keramikstab von Ikea, 10€
 
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