(Welcher) Ohrensack?

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#1
Guten Morgen Foristi,

seit etlichen Jahren betreibe ich Präzisionsschießen mit Langwaffen, die vorne und hinten aufgelegt werden.
Bisher habe ich dafür einen Holzblock mit U-Profil, diverse sandgefüllte Lederkissen und einen weichen Wildlederohrensack verwendet.
Die Ergebnisse sprachen für sich, teure Aufrüstung war nicht vonnöten, auch wenn hie und da Mängel auftraten, die noch bessere Platzierungen verhindert haben.

Die jugendliche Unbekümmertheit -verbunden mit gehörigem Selbstvertrauen- ist nun dahin, gleichzeitig sind die Ergebnis- und Leistungsdichte deutlich höher geworden und ich bin zum ersten Mal ohne Podestplatz nach Hause gefahren.

Nun soll also doch neue Schießtechnik und -Ausrüstung her;
eine der verwendeten Büchsen bekommt einen neuen Schaft und
beim Gewinner (mit der gleichen Büchse) habe ich mir eine riflerest abgeschaut, die auch schon zu mir nach Hause gefunden hat, eine Caldwell Rock.
Diese Entscheidung ist bereits gefallen, braucht also bitte nicht kommentiert zu werden.
Mir ist bekannt, dass die SEB NEO als die Beste beworben wird, sie mag tatsächlich noch besser geeignet sein, allerdings erscheint mir der Mehrwert keinen mehr als sechsfachen Preis zu rechtfertigen.
Erst recht nicht, wenn der Gewinner mit Hilfe der Caldwell 100% erreicht.

Was ich noch suche, ist ein hinterer Ohrensack und ich wäre den echten Praktikern sehr dankbar, die entsprechende Erfahrungswerte haben und mir zu Vor- und Nachteilen verwertbare Auskünfte geben können.

Meine bisherigen Recherchen haben mich zu Brownell Deutschland geführt, die ein recht großes Sortiment an Ohrensäcken anbieten.
Es gibt welche in Bunny-Ausführung mit kurzen Ohren, welche in Rabbit-Ausführung mit langen Ohren, welche mit der Ohrenlänge dazwischen und alle jeweils noch wahlweise mit Ohren aus Leder oder aus Cordura.
Weiter gibt es welche mit eingearbeiteter Bodenplatte mit und ohne Griffen dran.

Welcher ist nun der Richtige?
Welche Vor- und Nachteile haben die unterschiedlichen Ohrenlängen und Materialien?

Nein, ich habe mich nicht bereits entschieden und suche nur noch nach Bestätigung, sondern ich möchte die Entscheidung erst nach Abwägen Eurer geschätzten Meinungen treffen und bin auch für Hinweise dankbar, die vielleicht komplett neue Sichtweisen eröffnen.

Bereits jetzt vielen Dank für Eure Beiträge.


Beuterheinländer
 
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#3
Für mein jagdliches Übungsschießen habe ich das Henke Schießgestell (hinterließ bei mir einen wertigeren Eindruck als die Caldwell) mit Cordura Ohrenauflage sowie einen Cordura Ohrensack für den Schaft, ebenfalls von Henke.

Leder ist etwas steifer und "klebt" etwas, bei Cordura kann man leichter im Anschlag korrigieren. Bei größeren Schußserien würde ich vielleicht zu Leder greifen.
Ebenso Höhe der Ohren, ich habe den Sack mit niedrigen Ohren, da stört auch mal ein Gewehrriemen nicht wirklich. Für mehr Stabilität sind hohe Ohren zu überlegen.

Sieh Dir mal die Henke Sachen an, nicht billig aber - wie ich finde - gut.

Letztlich ist die Entscheidung dann aber doch sehr subjektiv, richtig oder falsch gibt es nicht.
 
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#4
Also ich kann mich ganz sicher nicht auch nur annähernd mit deinen Schießleistungen messen, dazu fehlt mir einfach regelmäßiges Training. Aber ich nutze diesen Ohrensack von Henke. Gefüllt mit Quarzsand. Du weißt das ich vorne mit Zweibein schieße. Hinten halt mit besagtem Ohrensack. Damit mache ich quasi die Feineinstellung. Wenn das Absehen da ist wo ich es haben will, kneife ich mit der linken Hand die Ohren am Säckchen zusammen. Dann ich die Waffe fast wie eingespannt.
Sorry das ich mich als Laie dazu äußere. Ich bin damit zufrieden. Hattest du in Wittloge mit besagtem Säckchen geschossen, oder hatte ich das schon weggepackt und du hast ohne geschossen? Du warst da ja nicht zufrieden mit den Ergebnissen.

https://henke-online.de/de/8002/schiesshilfen/sandsaecke/protektor-rear-bag-rabbit-ears-pmtu013.htm
 
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#5
https://www.ebay.de/itm/Gewehraufla...var=552015292566&_trksid=p2057872.m2749.l2649
Da liegt sowohl der breite Vorderschaft der Varmint, als auch der schmale von der Merkel BBF sehr gut auf.
Kost fast nix.
Dazu noch 3kg Granulat:
https://www.ebay.de/itm/10-Kunststo...e=STRK:MEBIDX:IT&_trksid=p2057872.m2749.l2649
Gruß-Spitz
Die hab ich. Sind regelhaft zu tief vorne. Ich würde höhere nehmen wenn ich nochmal was anschaffe. Hängt aber auch von der vorm des hinterschsftes ab. Gibt ja auch rear bags ohne Ohren (z.b. Von thlr) die ggf besser funktionieren können. Insgesamt würde ich meine nicht mehr kaufen.
Z.b. Beim kkc ist der hintere ohrensack scheisse.
 
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#6
Mahlzeit,

ich danke allen, die bisher zum Faden beigetragen haben.

Spitz44, der von Dir verlinkte Ohrensack ist für meine Zwecke zu klein, will meinen, zu niedrig.

Lüderitz, Du scheinst mir den (für mich) richtigen Weg eingeschlagen zu haben; die Gleitfähigkeit der Oberfläche wird das entscheidende Kriterium sein, natürlich in Zusammenhang mit dem Schaftmaterial.
Hinsichtlich der Wertigkeit der von Dir genannten vorderen Auflagen bin ich zum gegenteiligen Schluss gekommen, trotzdem :thumbup:.
Gewehrriemen an der Büchse ist auf fast allen Ständen Extrapfui und führt idR zu Schnappatmung bei Aufsicht und Nachbarschützen. ;-)
Argumentativ hat Du Recht.

Fuchsjäger, vielen Dank für die Blumen und nein, ich hab in Wittloge ohne Deinen Sack geschossen :lol:.
Allerdings ist genau dieses Exemplar eines der Modelle in der engeren Auswahl.
Die von Dir beschriebene Schießtechnik handhabe ich bisher auch so.
Zukünftig soll es jedoch genau andersherum funktionieren, d.h. der Hinterschaft soll auf dem Ohrensack immer gleich aufliegen; Höhe und Seite werden über die riflerest gesteuert.

Dierves: Ja, mit/bei KKC ist der Ohrensack merde. ;-):thumbup:


Waidmannsheil


Beuterheinländer
 
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#7
ich habe die Dinger vom Henke seit 1979.
Oft und viel im Gebrauch.
Einfach GREAT
Mit Quarzsand gefüllt
 
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#8
Ich hab mir mal aus einem Anfall von "Blödheit" das Caldwell Kit für Vorder- und Hinterschaft gekauft. Prinzipiell funktioniert das auch, zumindest auf den zwei Ständen wo ich regelmäßig bin. Aber den Preis von 60€ würde ich heute nicht mehr bezahlen. Auch ist es ordentlich verarbeitet, Nur nutze ich es kaum noch.

Meine Rep Büchse schieß ich vorne mittlerweile einfach immer vom Harris Zweibein aus und unterm Hinterschaft habe ich ein Nachbau vom THLR Hinterschaft Sack mit jeweils zwei Schlaufen dran um das zu umgreifen. Das Caldwell Kit hab ich ab und an wenn ich mit der BBF schieße, oder auch am 300m Stand dabei.

Wer Zeit hat: Aliexpress. Da bekommt man so Zeug echt günstig (ungefüllt, Kunstoffgranulat von Ebay kostet aber nicht die Welt).
 
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#9
Hallo,

ich habe mir vor Jahren bei Johannsen ein 3-teiliges Ohrensäckchen (steht "Outdoor-Connection" drauf) aus dickem Nylon mit Wildlederunterseite und -auflageflächen gekauft. Besteht aus hohem Säckchen und seperater Unterlage für den Vorderschaft und niedrigem Ohrensäckchen für den Hinterschaft. Die "Ohren" sind recht niedrig gehalten.
Hatte damals knapp 30€ gekostet. Gefüllt habe ich es mit Vogelsand von Tengelmann (welcher vom Edeka oder Kaufland dürfte aber auch gehen :biggrin: ) gefüllt.
Für meine Belange reicht´s, aus dem Collathdrilling in 9,3x72R mit 6x Vergrößerung im ZF hole ich, vom Ohrensäckchen geschossen, Streukreise von um die 15mm/100m raus.

Auf´m Ansitz verwende ich ein Ohrensäckchen mit zwei "Gewichtabnäher" von Allen´s. Wird einfach über die Fensterbrüstung gelegt. Sogar wenn die Waffe "auf den Schwerpunkt" aufgelegt wird, liegt sie rel. stabil, was v.a. in engeren Kanzeln von (Platz-)Vorteil ist.


Grüße
Sirius
 
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#10
Welche Rest meinst Du genau?
Bei Grauwolf ist sowohl eine "Caldwell Rock BR", als auch eine "Caldwell Rock" abgebildet, die im Internet auch als "The Rock" bezeichent wird.
K.A., ob Du meine "Caldwell THE Rock" in Wittloge gesehen hast, ist wohl der Vorgänger des aktuellen Modells.

Als hintere Auflage hatte ich auch einen Ohrensack (diesen) aus Glatt-Leder Marke Protektor dabei, den ich seit etlichen Jahren verwende.


Kunststoffgranulat als Füllung mag als Behelf oder wenn man das Ding auch auf den Hochsitz mitschleppen will ganz nett sein, beim Wettkampf aber m.E. ungeeignet.
Die "Profis" in USA nehmen extra schweren Zirkonsand, damit das Ding "liegt", da wäre leichtes Kunststoffgranulat doch genau das falsche.
Also mindestens "Spielsand" aus dem OBI.
Die Füllung in meinen Sandsäcken ist natürlich besonders: Selbst gewonnen auf einem Feldweg hinterm Dorf. :biggrin:
Kaufen kann ja jeder. :p
Tip: Den Sand vor dem Einfüllen mit Talkum versetzen, dann lässt er sich besser einfüllen.


Zukünftig soll es jedoch genau andersherum funktionieren, d.h. der Hinterschaft soll auf dem Ohrensack immer gleich aufliegen; Höhe und Seite werden über die riflerest gesteuert.
Die letzte Feinjustierung wird aber doch trotzdem über das "Knautschen" des hinteren Ohrensacks vorgenommen werden - oder?


WaiHei
 
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#11
Guten Morgen und Danke an alle, die sich hier eingebracht haben.

JMB, ich meine bzw. habe mittlerweile die Caldwell Rock BR Auflage.

Zum Thema Knautschen des Ohrensacks:
Ich war mal bei Martin Menke, weil ich mit dem Gedanken spielte, mir ne Büchse von ihm bauen zu lassen.
Als ich auf dem Schießstand in Coesfeld, eine seiner Büchsen von der rifle rest vorne und Ohrensack hinten schoss und letzteren knautschte, meinete er danach zu mir:
Als ich gesehen habe, dass Sie hinten geknautscht haben, wusste ich schon, dass das nix geben würde.

Naja, innerhalb des Schusspflasters waren zwei 3-Schuss-Löcher (Gruppen konnte man das nicht nennen ;-)) in .30, die sich nicht berührt haben.
Seine Büchsen können schon was.
Mir war letztlich der Aufwand zu groß.

Seis drum, ich weiß nicht mehr, was das damals fürn Ohrensack war.

Vom Material her tendiere ich mittlerweile zu Leder, bei der Ohrenlänge bin ich noch unschlüssig.


Waidmannsheil


Beuterheinländer
 
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#12
Wie geht das ohne durch knautschen die Höhe anzupassen von statten? Für jede Büchse bzw Schaft vorne u hinten verstellbare Auflagen statt ohrensäcke?
 
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#13
servus

Wie geht das ohne durch knautschen die Höhe anzupassen von statten? Für jede Büchse bzw Schaft vorne u hinten verstellbare Auflagen statt ohrensäcke?
da Schäfte konisch sind, könnte das Verschieben unter der Waffe die minimal erforderliche Höhenanpassung ermöglichen :what:
 
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#14
Guten Morgen,

echte BenchRest-Schäfte sind sowohl vorne als auch hinten auf der Unterseite eben.
Die Vorderschäfte sind 76mm breit für eine satte Auflage, die Hinterschäfte tatsächlich konisch, um in einen Ohrensack zu passen, aber horizontal ebenfalls eben.
Meist sind die Läufe so dick, dass der Rückstoß und Hochschlag der Waffe nicht mehr ausreichen, um sie in den Auflagen zu bewegen, vor allem in der F-Class.
Hinzu kommem rückstoßarme Kaliber und entsprechende Handladungen.
Es besteht nur noch minimaler Kontakt Schütze zu Waffe.
Der intensivste am Abzug und die Abzugsgewichte liegen gerne mal bei 30g und darunter.
Von MM heißt es, er würde vor einem Wettkampf auf der rechten Seite nur Bart tragen, damit er damit den Schaft berühren kann.
Bei den etwas leichteren Waffen gleiten diese allenfalls etwas nach hinten.
Vor dem nächsten Schuss werden sie etwas nach vorne geschoben, bis zum Anschlag an der rest.
Höhe und Seite werden ausschließlich über die rest gesteuert.

Mir war fürs echte Benchresten der Aufwand letztlich zu hoch.


Waidmannsheil


Beuterheinländer
 

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