Weniger Jagd - weniger Verbiss?

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#46
Meist sind es eben die Fütterungseinstände, zumindest bei uns. Aber was du mit den Lazarett-Dickungen meinst, stimmt auch bei uns. Eine Dickung hieß sogar so. Es waren Fichtenbürsten die noch nicht durchgearbeitet wurden. Wenn eine Nachsuche dort in der Nähe "nicht mehr weiterging", wurde dort immer vorgesucht.
In einer Woche passiert:
Ein Schmalspießer mit Leberschuss 30-06, nicht aufgemüdet ging über 500 m bis in diese Dickung. Er hätte vorher genug Möglichkeiten gehabt, völlig ruhige Ecke. Ich hatte dort auch keinerlei jagdliche Einrichtungen oder Erschließungen durch Schussschneisen.
Ein paar Tage später gab ein Schweißhundführer einem Kalb den Fangschuss, mitten in einer Wolke von Verwesungsgestank. Da lag ein Keiler, Todesursache nicht mehr ganau festzustellen, aber in der näheren Umgebung wurde keiner als beschossen gemeldet.
Das Foto mit der Ahornnaturverjüngung ist übrigens nur 300 m entfernt gemacht worden. Im Zentrum bei den Fichtenbürsten gibt es allerdings keine Ahorne, u.a. wegen fehlender Altbäume.
Das "Lazarett" ist übrigens von 3 gepflegten Wildwiesen umgeben. Irgendwas müssen sie ja äsen. Auch das sollte man berücksichtigen.
Früher versuchte man durch enorme Anstrengungen zur Äsungsverbesserung einen völlig überhöhten Rotwildbestand zu halten. Ohne Erfolg, die Schäden blieben gleich, es waren einfach zu viele. Wenn aber nach dem Absenken zusätzlich die Äsungsverbesserung forciert wird, dann wirds auch was...
IMG_0493.JPG
Nach Umbruch und Einsaat der Waldrandmischung hielt das Rotwild die Fläche selbst kurz
Waldrandmischung (1).JPG
eine andere Fläche...
IMG_1626.JPG
Und wo richtig gejagt wird wächst auch der Wald.....:LOL::LOL::LOL: ohne Verbiss!!
IMG_1628.JPG
 
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#47
....Aber dass eine Fütterung keinen Effekt darauf hätte WO sich das Wild hinstellt und man es damit steuern könnte darf nicht in Dein Weltbild?....
Doch, das passt genau in mein "Weltbild", wie ich schrieb: Fütterungen "lenken" am liebsten Wild aus dem Nachbarrevier und sorgen dann hoffentlich dafür, dass es in hoher Dichte um die Fütterungen im eigenen Revier bleibt. Weil das aber mies klingt und den Nachbarn nicht gefallen wird, nennt man es nicht "Lockung und Bindung", sondern "Lenkung zur Wildschadensverhütung". ;)
.
.....Ich kenne die "Strategen" wie Dich. Das Wild versorgt sich schon selber. Bis zum Ende der Schusszeit wird aber doch gerne die Lenkungswirkung von Futter genutzt....
Offensichtlich kennst Du "Strategen wie mich" überhaupt nicht, denn ich habe in meinem ganzen Leben noch kein Tier an Lockmittelchen umgebracht, nicht an Kirrungen, nicht an Salzlecken, nicht am Luder, nicht an Buchenholzteer, nicht an Trester, nicht an künstlichem Bachenpipi, nicht an Anispaste, nicht an Trüffelaroma, nicht an Fotofallen..... und das wird auch so bleiben, weil ich es jagdhandwerklich peinlich und unwürdig finde. ;)

Und selbstverständlich soll sich WILD selbst versorgen, das ist nämlich typisch für Wild und im nahrungsreichen, klimatisch unspektakulären Mittelgebirge bestens möglich. Nur in seltenen Extremsituationen, z. B. lange Winter im Hochgebirge mit extremen Schneelagen und flächiger Touristik in den Winterquartieren, kann man über Wildfütterung mal nachdenken.

....Du, Stöbi, wärst sehr gut beraten mal auf ihn (und andere) zu hören statt ein paar jugendlich-freche Sprüche zu dem abzulassen ....
Ohh, danke! :D
 
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#48
Habe nichts anderes an Antwort von Dir erwartet.
Übrigens, edler Held des Weidwerks: Es heißt auch dann noch ERLEGEN und nicht "Umbringen" wenn man seinem Gegenüber verbal eins auf die Mütze geben will. ;)
Passt aber zum Gesamtbild das Du vermittelst.
 
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#49
.....Das "Lazarett" ist übrigens von 3 gepflegten Wildwiesen umgeben. Irgendwas müssen sie ja äsen. Auch das sollte man berücksichtigen......
Unbedingt, da stimme ich Dir absolut zu, aber als "Raufuttertyp" muss es für Rotwild kein "Leckerchen" sein, die nehmen auch gern mal Drahtschmiele und Heidelbeere. Gute, versteckte Wildwiesen in artgerechter Größe und Ausformung reichen völlig und gute Äsungsflächen für Rotwild erkennt man unter anderem daran, dass dort KEIN Hochsitz steht! ;)
 
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#50
....Es heißt auch dann noch ERLEGEN und nicht "Umbringen" wenn man seinem Gegenüber verbal eins auf die Mütze geben will. ;)....
Das war natürlich sprachlich sorgsam gewählt, aber nicht um meinem Gegenüber eins auf die Mütze zu geben, sondern um damit meine Verachtung für Primitiv-Weidwerk (nicht Waidwerk!) auszudrücken, denn eine "Erlegung" symbolisiert eher sauberes Jagdhandwerk, also die Lebensgewohnheiten des bejagten Wilds zu kennen und sein Verhalten so treffend einschätzen zu können, dass man (fast) immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist und nicht mit Futter locken muss, um erfolgreich zu jagen. :p
 
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#51
Eben weil es so sorgsam gewählt wurde zeigt es perfekt den Menschen hinter der Wortwahl.
Das solls aber jetzt dann auch gewesen sein, Deine selbstgestrickte Weidheiligkeit ist mir nicht so viel Lebenszeit wert um daran den Tag zu verschwenden.
 
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#52
Doch, das passt genau in mein "Weltbild", wie ich schrieb: Fütterungen "lenken" am liebsten Wild aus dem Nachbarrevier und sorgen dann hoffentlich dafür, dass es in hoher Dichte um die Fütterungen im eigenen Revier bleibt. Weil das aber mies klingt und den Nachbarn nicht gefallen wird, nennt man es nicht "Lockung und Bindung", sondern "Lenkung zur Wildschadensverhütung". ;)
Schon mal gesagt wie der Schelm denkt........
Aber klar so Gesellen gibt es auch die erkennt man daran das diese Fütterungen mit Ende der Schusszeit leer sind.
 
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#53
Offensichtlich kennst Du "Strategen wie mich" überhaupt nicht, denn ich habe in meinem ganzen Leben noch kein Tier an Lockmittelchen umgebracht, nicht an Kirrungen, nicht an Salzlecken, nicht am Luder, nicht an Buchenholzteer, nicht an Trester, nicht an künstlichem Bachenpipi, nicht an Anispaste, nicht an Trüffelaroma, nicht an Fotofallen..... und das wird auch so bleiben, weil ich es jagdhandwerklich peinlich und unwürdig finde. ;)
Darüber ließe sich jetzt trefflich streiten, ob es nicht noch peinlicher ist sich das Wild unter Einsatz von Hunden und Treibern vors Rohr bringen lassen zu müssen, weil man es ohne diese Massnahme nicht schafft seinen Bestand gering zu halten? ;)
Und dann sein Tun dann noch mit dem hehren Spruch "hochwertiges Nahrungsmittel" produzieren zu wollen zu würzen, obwohl man von vielen Drückjagdstrecken die man so sieht selbst 70% nicht fressen würde!
 
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#54
....Ausformung reichen völlig und gute Äsungsflächen für Rotwild erkennt man unter anderem daran, dass dort KEIN Hochsitz steht! ;)
Das ist die alte Diskussion und im Kern hast Du Recht, wenn auf vielen Hektar nur das eine Drei-Sterne-Restaurant steht. Ich hatte auf 180 ha 7 Wildwiesen. Ja ich habe da auch dort gejagt, aber auf das wie kommt es an. Z.B. bin ich ein Verfecher der Intervalljagd in Kobination mit Sammelansitzen (max. 3 Jäger). Maijagd auf Spießer und Schmaltiere sowieso. Da sind bei uns die meisten noch auf der Wanderung in die Sommereinstände.
Natürlich dürfen diese Flächen nicht pausenlos bewacht werden. Zuerst hab ich auf dem An- und Rückwechsel gejagt, später dann auch auf der Fläche selbst...
Neben der Äsung die der Wald hervorbrachte gab es auch eine Ortsflur, die überhaupt nicht bejagt wurde. Kein Nachtabschuss auf der ganzen Fläche.
Hier so ein Zentrum mit Neuansaat Waldrandmischung. Wenn ich da munter drauf los schieße, wird die Fläche gemieden. So wird hier Biomasse produziert, die bevorzugt geäst wird.
IMG_3914.JPG
Dazu verläuft eine Loipe über mehrere Kilometer, die jedes Jahr gemulcht wird.

Ich habe über alle Ansitze peinlich Buch geführt. Für ein Stück Schalenwild (überwiegend Rotwild) waren 5 Ansitze (= rd. 10 Stunden) erforderlich. Rechne ich meine auf Drückjagden verbrachte Zeit (von Begrüßung bis Jagdende) dazu, dann waren es 48 Stunden pro Stück.

Lag natürlich daran, dass diese schlecht organisiert waren und ich ein Schlumpschütze bin ;). Rotwild lernt an einem Drückjagdtag mehr über uns als wir über das Wild.

Wenn man Profis einläd, dann klappt es auch... IMG_5895 (2).JPG
und mancher Jungjäger, manche Jungjägerin hat das erste Stück Rotwild erlegt, wo man eben auf der Drückjagd anfangs überfordert ist.

Okay den Spießer hätt es net gebraucht, aber im letzten Jahr wäre er als Kalb erlegt worden. IMG_5627.JPG
 
G

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#55
Zum Thema:

Film vom Tierschutzbund. Schön wie man hier deren Argumente übernimmt.

Hab mir jetzt den Trailer angeschaut. Kamera-Objektiv war ein mittleres Tele meines Erachtens.
Was ich nirgends sehen konnte war Schnee. Ups - also Notzeit ?

zur Gegend: die Vorderriss (und die Tirolerische Hinterriss) diente immer schon der Jagd.
Zum Verbissgutachrten der Gegend: Empfehlung Abschuss erhöhen.

https://www.sueddeutsche.de/muenche...e-im-landkreis-die-pflicht-zur-hege-1.3803774

daraus:
In der Hegegemeinschaft Isarwinkel gibt es 30 freie Fütterungsplätze und ein Wintergatter in Vorderriß.
 
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#56
... Warum sonst verlieren selbst die vorsichtigsten Wildarten in unbejagten Arealen die Scheu vor den Menschen, z. B. Sauen in Großstädten oder Wapitis in US Nationalparks?
Weil das naturfremde Biotope sind,

in denen Homo sapiens sapiens nicht jagt, so wie er das seit mehr als 70.000 Jahren tut und damit zu den natürlichen Freßfeinden des Wildes zählt.

Gruß,

Mbogo
 
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#57
Kluges Wild lernt sehr schnell, kennt die Ansitzeinrichtungen, usw.
Aber dass eine Fütterung keinen Effekt darauf hätte WO sich das Wild hinstellt und man es damit steuern könnte darf nicht in Dein Weltbild?

Wie Colchicus jage auch ich im Rotwildgebiet. (Manchmal hab ich den Eindruck wir wären räumlich vielleicht gar nicht ewig weit auseinander, zumindest wenn es um die Beschreibungen von Winter usw. geht.)
Du, Stöbi, wärst sehr gut beraten mal auf ihn (und andere) zu hören statt ein paar jugendlich-freche Sprüche zu dem abzulassen was Du bisher nicht machst oder nicht machen willst.

Ich kenne die "Strategen" wie Dich. Das Wild versorgt sich schon selber. Bis zum Ende der Schusszeit wird aber doch gerne die Lenkungswirkung von Futter genutzt. Am Ende der Schusszeit geht das Futter aber dann "leider" aus.
Der Schaden der danach dann entsteht ist dann nur noch ein Zeichen dafür dass man immer noch zu wenig geschossen hat. Was erdreistet sich das Wild auch nach Ende der Schusszeit weiter was in den Magen bekommen zu wollen und nicht gleich weiter zu ziehen?
Ist aber alles nicht wahr, sowas macht ja keiner. Und weil es nicht wahr ist hab ich auch jedes Jahr nach Ende der Schusszeit deutlich mehr Rotwild an den Fütterungen wenn die Schusszeit rum ist. :rolleyes:
Und dies in viel mehr Revieren und mit zunehmender Tendenz als "man" glaubt. :mad::sick:
 
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#58
Die Schälschäden sprechen eine deutliche Sprache. Die Schäden sind dort am höchsten, wo das vergleichsweise wenige Rotwild durch Kirrungen bis zum Ende der Schusszeit gehalten wird. Man will ja bis zum letzten Tag auch noch das letzte Knöchlein abräumen. Niemand hat Interesse daran, dass das Wild in die Fütterungseinstände zieht. Jedem das Seine, aber mir das Meiste!
 
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