Weniger Jagddruck auf Rehe

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#61
Da tust du gut, nutze die Zeit, die dir dann bleibt und informiere dich ausgiebig.
So wie du nämlich schreibst, hast du weder vom Wald, vom Waldbau und von der Jagd ausreichend Kenntnisse um mitreden zu können.
Deine Arroganz ist schon bemerkenswert.
Amüsant wie du glaubst über meine jagdlichen Kenntnisse Urteilen zu können...
Zumindest in meiner kleinen Welt gibt es lauter zufriedene Jagdgenossen, kann also so schlecht nicht sein.
Heuer hat man ja gut gesehen was uns solche Waldbau "Profis" einbringen...
 
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#62
Die Wahrheit liegt wie immer in der Mitte.
Würde nicht in so vielen Feldrevieren quasi garkein weibliches Rehwild erlegt werden, müssten sich nicht so viele Hilfsförster so würdelos zum Cullen hergeben.
Natürlich wird Rehwild im Wald schärfer bejagt als im Feld. Beim Schwarzwild ist es umgekehrt. Das verachtenswerte sind die Extreme.
Selber mal auf sonner Culler Veranstaltung 2014 in Brandenburg gelandet (den Namen Jagd hatte das nicht verdient)
So sass ich zwischen den wild rumholzenden Dänen. Beim Rehwild und Rotwild gab es mehr Keulen als Kammerschüsse. Einiges an Rehwild wurde gleich im Wald verscharrt ohne es zum Streckenplatz zu schaffen. Bock war natürlich den gesetzlichen Jagdzeiten entsprechend nicht mehr frei, Stafgebühr 20 Euro (denkt euch hier ein Zwinkern des Jagd Leiters).
AFuchs war aber natürlich nur frei wenn er verwertet würde. Hat meinen Jagdkollegen nicht abgehalten. Das Signal mussten die Öjv-Bläser (immerhin) erst googeln.
Jemand der sich konsequent weigert weibliches Rehwild zu erlegen ist aber auch kein echter Jäger in meinen Augen, immerhin hat man sich verpflichtet für einen gesunden angepassten Wildbestand zu sorgen.
Wenn alle mit etwas Verstand und Augenmaß jagen würden, im Wald wie im Feld, könnte man sich die abscheulichen Auswüchse sparen.
Wmh. Skidder
 
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#63
Deine Meinung in allen Ehren, die gestehe ich dir gerne zu, nur behaupte ich einfach mal, dass deine Besoldungsgruppe eine aktive eigene Meinung über die grundsätzliche Ausrichtung der BaySF leider nicht vorsieht.
Wem gehören denn die BaySF?
Man könnte ja mal in einer Volksbefragung eruieren welche Meinung bezüglich "Wald vor Wild" vertreten wird. Dann wüsste auch jeder StaatsDIENER wieder was seine Aufgabe ist.
Aah endlich mal sowas wie ein Argument. Ich fürchte du hast Recht, in so einer Umfrage wäre das Ergebnis vermutlich ziemlich eindeutig. Aber geh mal auf eine Veranstaltung, bei der du Kontakt zur nichtjagenden Bevölkerung hast und unterhalte dich mal ein bisschen mit denen über Jagd und Natur. Und dann sag mir, ob du von solchen Leuten wirklich irgendetwas in die Richtung entschieden haben möchtest. Die Ahnungslosigkeit in der Bevölkerung ist leider nochmal um einiges Größer als bei manchen Autoren in diesem Forum. Wenn wir beispielsweise abstimmen ließen, ob wir in Deutschland überhaupt noch eine Jagd brauchen, könnten wir wahrscheinlich demnächst unsere Gewehre für längere Zeit in den Schrank stellen.... solange eben, bis die Leute merken, was dann passiert.
 
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#64
Selber mal auf sonner Culler Veranstaltung 2014 in Brandenburg gelandet (den Namen Jagd hatte das nicht verdient)
So sass ich zwischen den wild rumholzenden Dänen. Beim Rehwild und Rotwild gab es mehr Keulen als Kammerschüsse. Einiges an Rehwild wurde gleich im Wald verscharrt ohne es zum Streckenplatz zu schaffen. [...]AFuchs war aber natürlich nur frei wenn er verwertet würde.
Wenn die Rehe so aussahen, dann die Sauen vermutlich auch. Nur interessiert es da scheinbar niemanden.
Wenn die Strecke so schlecht aussieht, liegt das aber in erster Linie an den Schützen, nicht an der Jagdleitung. Deren Fehler war es dann, diese Schützen einzuladen. Dänen sagst du? War das eine Jagd mit zahlenden Gästen? Sowas lehne ich generell ab. Wie gesagt, nur weil etwas vom Landesforst kommt, ist es nicht gut und ich bin froh, dass es sowas in Bayern nicht gibt (meines Wissens nach). Bei uns werden die Schützen nach Einstellung und Können ausgesucht, nicht nach Geldbeutel. Außerdem wird von jedem ein Schießnachweis verlangt. Dementsprechend gut schauen die Strecken aus.
Und was ist bitte falsch daran, Füchse nur unter der Bedingung freizugeben, dass sie sinnvoll verwertet werden? Mir wird hier Hass auf die Kreatur vorgeworfen, aber dann wird verlangt, Füchse zu erschießen, nur um sie danach zu entsorgen?
 
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#65
Man könnte ja mal in einer Volksbefragung eruieren welche Meinung bezüglich "Wald vor Wild" vertreten wird. Dann wüsste auch jeder StaatsDIENER wieder was seine Aufgabe ist.
Was ist denn deiner Meinung nach die Aufgabe eines Staatsdieners in der Forstwirschaft ? Würde es vorher eine öffentliche Debatte geben, ich vermute das die "Jäger" verlieren. Welcher nicht jagende Bürger möchte denn das mit Stauergeldern ein Jagdpuff betrieben wird ? Der Wald ist keine Kulisse für die Jagd. Ich habe das noch gelernt beim Kurs in der Kreisgruppe. Mag sein das die Jagdschulen heute nicht mehr darauf eingehen was deutsche Jagd ist und welchem Zweck sie dienen soll.
 
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#66
Und was ist bitte falsch daran, Füchse nur unter der Bedingung freizugeben, dass sie sinnvoll verwertet werden? Mir wird hier Hass auf die Kreatur vorgeworfen, aber dann wird verlangt, Füchse zu erschießen, nur um sie danach zu entsorgen?
Ich mag die Argumentation auch nicht. Wir jagen ja Rehe auch nicht ausschließlich wegen dem Wildbret. Zum Glück schmecken sie so gut. In Gebieten wo selbst die Rehe verstrahlt sind wird trotzdem gejagt und die beftreffenden Stücke dann entsorgt. Genau wie zig Sauen jedes Jahr.

Richtig ist. Betreibe ich vor Ort kein intensives Prädatorenmanagment, dann kann ich den Fuchs auf der DJ auch laufen lassen. Die paar toten Füchse würden dann auch nichts mehr ändern.

In anderen Gebieten ist es aber Sinnvoll jeden Fuchs den man kriegen kann auch tot zuschießen. Nämlich um andere Arten zu schützen. Das ist doch dann auch ein sinnvoller Grund. Dieses rumreiten auf der Verwertung zeugt für mich von einer Doppelmoral.
 
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#67
Nein,
Es ist ein Widerspruch, Füchse nur unter der Maßgabe der Verwertung frei zu geben und gleichzeitig schlecht geschlossenes Rehwild im Wald zu verscharren. Konsequent wäre dann, nur verhoffendes Rehwild frei zu geben. Dazu kommt es aber nicht, wenn der Schwerpunkt auf der reinen Reduktion liegt, nicht auf der Verwertung.
Bestimmt gibt es auch gute Drückjagden mit Rehwild Schwerpunkt, aber ich sprach ja von abscheulichen Auswüchsen und die gibt es leider genauso beim Landesforst, wie die guten. Besonders, wenn übermäßig viel Druck in Sachen Abschussplan ausgeübt wird. Man muss halt auch mal was laufen lassen können. Und nicht alle öjvler sind gute Schützen, da braucht es nicht immer nur die Dänen. Anwesende selbstverständlich ausgenommen.
 
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#68
Dazu kommt es aber nicht, wenn der Schwerpunkt auf der reinen Reduktion liegt, nicht auf der Verwertung.
Kann ich so nicht bestätigen. Ich bin viel beim Staat sowie Privatwald wo der Schwerpunkt ganz klar beim Holz liegt. Die Ansage ist aber immer nur nach seinen Fähigkeiten zuschießen, am besten auf stehendes Rehwild. Von solchen Auswüschen lese ich seit Jahren nur im Internet oder der Presse. Ich habe auch so meine Erfahrungen mit Dänen und Holländern. Die können nicht immer gut aufbrechen. Schossen aber nicht schlechter. Daher tuhe ich mich schwer diese Gruselgeschichten immer zu glauben.
 
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#69
Nur um das klarzustellen, es geht auch anders. In Sachsenanhalt bin ich gerne beim Landesforst. Deswegen nochmal, "Auswüchse" und die gibt es leider wirklich.
 
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#70
Wenn wir beispielsweise abstimmen ließen, ob wir in Deutschland überhaupt noch eine Jagd brauchen, könnten wir wahrscheinlich demnächst unsere Gewehre für längere Zeit in den Schrank stellen....
Chantal und Kevin werden freilich gegen die Jagd stimmen, nur haben die glücklicherweise wenn man so will nur „Eigentum“ in Form von Staatswald.
Bauer Meier und der Rest der Jagdgenossen werden ihre 2000ha Eigentum, so wie seit Jahrzehnten schon, auch weiterhin verpachten.
Und genau darum geht es: wenn der tatsächliche Eigentümer bestimmt ob auf seiner Fläche gejagt wird oder nicht, steht dein Gewehr für längere Zeit im Schrank, während ich weiter zur Jagd gehe.

Und warum? Weil Respekt vor Eigentum, mit dem ihr so gerne argumentiert, damit einhergeht, den überlassenen Besitz im Sinne des Besitzers zu verwalten. Davon kann bei euch nicht die Rede sein!
Ich akzeptiere auch die Einstellung 0 Rehe /100ha wenn es sein muss, aber halt in der Eigenjagd. Nur die haben du und deine Gleichgesinnten leider nicht! Aber ihr führt euch so auf!
 
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#71
Wenn die Rehe so aussahen, dann die Sauen vermutlich auch. Nur interessiert es da scheinbar niemanden.
Wenn die Strecke so schlecht aussieht, liegt das aber in erster Linie an den Schützen, nicht an der Jagdleitung. Deren Fehler war es dann, diese Schützen einzuladen. Dänen sagst du? War das eine Jagd mit zahlenden Gästen? Sowas lehne ich generell ab. Wie gesagt, nur weil etwas vom Landesforst kommt, ist es nicht gut und ich bin froh, dass es sowas in Bayern nicht gibt (meines Wissens nach). Bei uns werden die Schützen nach Einstellung und Können ausgesucht, nicht nach Geldbeutel. Außerdem wird von jedem ein Schießnachweis verlangt. Dementsprechend gut schauen die Strecken aus.
Und was ist bitte falsch daran, Füchse nur unter der Bedingung freizugeben, dass sie sinnvoll verwertet werden? Mir wird hier Hass auf die Kreatur vorgeworfen, aber dann wird verlangt, Füchse zu erschießen, nur um sie danach zu entsorgen?


Du hast sicherlich mit einigen Punkten, die du in diesem Beitrag und in den vorherigen angesprochen hast, recht!
Ich möchte hier mal einige grundsätzliche Dinge herausstellen:
Grundsätzlich gilt, das die Schussleistungen und die daraus resultierenden Ergebnisse auf Bewegungsjagden insbesondere auf Rehwild (ich denke dies gilt auch für die berühmt, berüchtigten Bewegungsjagden mit den legendären Schießleistungen in Bayern) nicht an die bei der Einzeljagd heranreichen; dies dürfte wohl außer Frage stehen; das nun mal liegt in der Natur der Dinge!
Was das für die lebensmitteltechnische/hygienische Qualität des Produktes Wildpret bedeutet, sollte ebenfalls bekannt sein und außer Frage stehen.
Wir sind uns sicherlich einig, das wir bei den heutigen Wildbeständen, insbesondere in den großen zusammenhängenden Waldgebieten, nicht um Bewegungsjagden herumkommen.
In vielen anderen Regionen und anderen Revierstrukturen (Feld/Wald-Gemenge) ist allerdings z. B. der Rehwildabschuss, auch unter der Prämisse einer sehr scharfen Bejagung dieser Wildart, durchaus auch anders zu managen; (und bitte nicht wieder mit gesteigerten Jagddruck und den Folgen /Konsequenzen für das Rotwild anfangen oder argumentieren; Rotwild haben wir nur auf etwa 25 % Prozent der Fläche der BRD, d. h. auf ca 3/4 der Flächen fällt dieses Argument aus!)
Erfolgreiche und clevere Rehwildjäger erzielen häufig auch sehr hohe Strecken auf der Einzeljagd, sodaß die Bewegungsjagden in diesen Revieren sich primär auf Schwarzwild konzentrieren und ausgelegt werden können und sind, welches eben mit der Einzeljagd deutlich schwerer zu bejagen ist als Rehwild! (erfolgreiche Schwarzwildjagd bei der Einzeljagd ist eben etwas für Schwarzwildprofis und findet meiner Erfahrung nach in den großen Regiejagden oder Privatwäldern kaum oder überhaupt nicht statt; da liegen die jagdlichen Schwerpunkte fast ausschließlich bei der der Jagd auf wiederkäuende Wildarten).
Die Interessen der Reviere mit ausschließlichem oder sehr hohem Waldanteil (um es mal neutral zu formulieren;)) und der meisten "Bauern/Genossenschaftsjagden" sind nun mal seltenst oder überhaupt nicht kongruent!
In dieser Grundstellation liegt häufig der Konflikt zwischen Forst/Regiejagd und verpachteten Revieren mit hohem Feld/Grünlandanteil begründet; ich selber stehe als Betroffener mitten in diesem Konflikt und schaue mir dieses Geschehen schon seit mehr als 30 Jahren an!
Der Lösungsansatz muss dann doch lauten; setzt euch an einen Tisch, sprecht die Probleme an und habt Verständnis für die jeweils anderen Standpunkte!
Für mich persönlich bedeutet dies, das ich versuche so zu jagen, das die Bewirtschafter der landwirtschaftlichen und forstwirtschaftlichen Flächen in meinem Einflussbereich so arbeiten und wirtschaften können, das allzu große Konflikte ausbleiben. (und das klappt bisher auch noch nach Aussage der Betroffenen ganz gut;))
Aber Forstwirtschaft vollkommen ohne Schäden durch Wildwiederkäuer und Landwirtschaft ohne Schäden (primär durch Schwarzwild verursacht), kann und wird es nicht geben; es sei denn, man hat diese Tierarten vorher ausgerottet, was wohl kaum im Interesse der meisten hier und auch nicht im Interesse der Gesellschaft ist.
Radikale Standpunkte oder Extrempositionen sind dabei wenig hilfreich und führen eher zu einer weiteren Verhärtung der Fronten!
Ist schon spät jetzt und dich bin ziemlich k.o. nach einem langen Tag , aber ich hoffe es kommt rüber, wo ich hin will will!

Gruß

Prinzengesicht
 
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#72
Vielleicht steckt ja unter dem Nick "MaxvonF" ein echter Adel mit großem Grundbesitz. Vielleicht bedeutet "von" aber auch schlicht "aus" und der Maxe bejagt einen gemeinschaftlichen Jagdbezirk. Wenn MvF seine Eigenjagd bewirtschaftet, dann hat er dort einen großen Handlungsspielraum. Und das ist gut so. Die Rechte der Nachbarn wird er sicher achten. Bejagt er einen gemeinschaftlichen Jagdbezirk, und gar noch einen so großen, wie genannt, dann wird er viele Eigentümer mit unterschiedlichen Interessen haben. Handelt es sich um große landwirtschaftliche Betriebe, werden die Ziele noch einigermaßen kompatibel sein, besteht der gemeinschaftliche Jagdbezirk vor allem aus nicht mehr aktiven Landwirten, wird es viele, auch gegensätzliche Ziele sein oder schlichtes Desinteresse. Dann wird die JG, wenn sie sich selbst verwaltet oder der Bürgermeister die Zielrichtung vorgeben, die auch darin bestehen kann, einen "wichtigen" Bürger mit einer Jagd zu beglücken.
Beim Staat entscheidet das Parlament, bei der Kommune der Gemeinderat. Es steht jedem Bürger und jedem Jäger frei, sich an Abgeordnete oder Gemeinderäte zu wenden und Vorschläge für die jagdliche Zielsetzung zu machen. In einer repärsentativen Demokratie entscheiden die dafür zuständigen Institutionen, wie das öffentliche Eigentum bewirtschaftet werden soll. Und das ist gut so.
 
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