Wer kanns lesen?

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30 Dez 2009
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Hallo,


also die "Deutsche Schrift" (Sütterlin) hat noch so jeder gelernt der vor derm II. WK geboren wurde.
Erst kurz vor dem Kriege wurde auf Lateinische Buchstaben offiziell auch in der Handschrift umgestellt. (So nachgeguckt: Wikipedia sagt: Erlass 1941, dann ab 1942 verpflichtend Lateinische Buchstaben.)

Also müssten es so ziemlich alle Deutschen Senioren bis Jahrgang 1940 in etwa zu meist lesen können.

Mein Opa (Jahrgang 1910) hat nur in Sütterlin geschrieben, das bis zu seinem Tode kurz vor dem Jahre 2000.

Meine Mutter, Vater, Onkels, Tanten konnten/können alle Sütterlin lesen - schreiben meist nicht mehr.

Also dürfte man auf einen Seniorennachmittag in der Kirchengemeinde oder in einem Altenheim noch Menschen treffen, welchen einen gerne solche Schriftstücke noch "übersetzen" können.


Meles Meles
 
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16 Jan 2006
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Hallo,

jepp, soll "Büchsenmach(er)" heisen. Die Ü-Striche sind halt etwas nach rechts verrutscht und das a nicht bes. gut ausgeführt. Sütterlin ist eine schöne Schrift, wenn sie sauber geschrieben wird, aber bei ´ner "Sauklaue" absolut bös zu entziffern.
(Gut, das ich sie "schön" schreiben kann, jedenfalls war mein Lehrer immer der Ansicht, ganz i.G. zu meiner lat. Schreibschrift. :13: )

Grüße
Saturn
 
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30 Mrz 2009
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Das verwundert nicht, Sütterlin (Schulschrift, Ausgangsschrift) oder "Deutsche Kurrent" (adult) müssen bei den wichtigen Buchstaben wie z.B.: e,n,m oder mittel-s,h,f "zackig" geschrieben und dürfen nicht verrundet werden.

Die lateinische Schrift ist hier viel pflegeleichter und verzeiht deutlich mehr. Um die deutsche Schrift schreiben zu können bedarf es Disziplin und Sorgfalt, Sauklauen machen das Schriftwerk unlesbar, mit ein Grund, warum man es zu Kriegszeiten als Schulschrift verboten hatte. In den 50ern gab es dann, ich meine in Bayern, eine kurze Renaissance.

Wmh
 
A

anonym

Guest
Wieviel Tage hast Du dafür gebraucht? In Schriften in denen ein s oder eine Entsprechung gänzlich fehlt, dürfte eine Variation des Buchstabens im Wort oder am Ende eine gewisse Schwierigkeit mit sich bringen. :12: :12: :12:

Prost!
 
A

anonym

Guest
Ich habe einige Bücher in Sütterlin, wobei das handgeschriebene Sütterlin nochmals DEUTLICH SCHWERER zu lesen ist als das Gedruckte.

Nur Wenige wissen vermutlich, dass es die Nazi´s waren, die das erst 1911 von Ludwig Sütterlin entwickelte und während des WK I an den Schulen eingeführte Alphabet im Jahr 1941 verboten.

Nach dem Krieg wurde Sütterlin dann noch einige Zeit wieder in den Schulen - sowohl BRD als auch DDR verwendet - bis die Schrift komplett abgeschafft wurde.

Die seltsamen Krakel sind als bei weitem nicht so alt, wie man annehmen könnte, es ist eine relativ moderne Erscheinung, die sich nur recht kurz halten konnte.
 
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30 Mrz 2009
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Naja, das Sütterlin ja, die Kurrentschrift nein. Die gibt es deutlich länger. Sütterlin war halt einer, der eine einheitliche, für die Schulen anwendbare Ausgangsschrift entwicklet hat. Für das lateinische gab es übrigens auch zwei Ausgangsschriften, eine für die BRD, eine für die DDR. Der Unterschied ist mir jedoch bis heute nicht klar.

Wmh
 
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22 Mrz 2008
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auch alle Studenten die Vektorenrechnung brauchten, mußten bis ...? noch die Kurent- Buchstaben- lernen und sollten so ähnlich wie Lateinschüler (alte Bau/Grabinschriften) auch mit etwas Mühe Wörter/Texte noch lesen können; ich mach mir jedenfalls noch immer das Vergnügen und freu mich wenn ich es schaffe
 
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17 Mrz 2010
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Dass Schluss-S und Innen-S anders geschrieben werden, ist in allen Frakturschriften heute noch so. Nur weil die Amis mit ihrer alles beherrschenden Firma Adobe das nicht kapiert haben, wird das überall falsch gemacht.
 
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