White Tail Jagd auf Stewart Island ( NZ ) – südlicher geht es nicht

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#1
Moin, moin,
dieses Jahr im Herbst stand ein Jagdtrip nach Stewart Island ( NZs drittgrößte Insel ) auf dem Program.
Stewart Island ist bekannt für sein White Tail Vorkommen, ein Geschenk Theo Roosevelts 1905.
In jenem Jahr wurden 2 männliche und 8 weibliche Stücke ausgewildert ( Ursprung wohl New Hampshire ) und seit Mitte der 1920er Jahre wird der Bestand auch bejagt.


Stewart Island liegt ca. 20km südlich der Südinsel, hat nur eine Ansiedlung und mißt ca. 70km in N-S und 45km in W-O Richtung.

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Es ist das letzte „größere“ Eiland vor der Antarktis und weißt eine fast geschlosse Bedeckung mit Regenwald auf. Es wird auch schon recht kühl zu dieser Jahreszeit.

Zwar sind 95% der Insel Nationalpark, aber anders als auf dem Großteil des „public lands“ in NZ ( dort darf jeder zu jeder Zeit jagen ), ist SI in ca. 40 „Hunting Blocks“ unterteil, die man im Vorraus buchen muß.
Wir ( 3 Neuseeländer, 1 ausgewanderter Schweizer und meine Wenigkeit ) hatten die letzten beiden April Wochen einen Block an der Ostküste, die Zeit der „Vorbrunft“.
( Die eigentliche rut setzt Anfang Mai ein )


Ganz bewußt hatten wir auf die Rotwildbrunft zur selben Zeit auf der Nordinsel verzichtet, da es fast für jeden NZ Jäger einmal ( im Leben ? ) der Traum ist, auf White Tail zu gehen.


Die Überfahrt gestalltete sich recht ruppig und die ersten Kollateralschäden gab es schon auf See...Mac, der Senior mit 75 Jahren hat sich auf die Planken gelegt ( und wie wir jetzt wissen die Hüfte gebrochen ). :sad:

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Bug nach Süd

Trotzdem war er nicht davon abzuhalten, mit an Land zu gehen.

Auch die Anlandung mit dem Beiboot war nicht einfach und einige Ausrüstung ( und Waffen ) bekamen eine Prise Meerwasser ab.


Die Hütte in unserem Block erwies sich zum Glück als recht komfortabel, mit einem guten Ofen.
( Was nicht selbst verständlich ist, viele Blocks haben nur Campsites )

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Strand vor unserer Hütte



Am nächsten Tag ging es auf die erste Pirsch, um sich zunächst einmal ein Bild des Gebiets zumachen, daß wir die nächsten 12 Tage bejagen wollten.
Was gleich positiv aufviel...anders als auf den beiden Hauptinseln, wurden auf Stewart Island keine Wiesel ausgesetzt. Mit dem Ergebnis, daß man fast jeden Tag Kiwis beobachten konnte.

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Eine ansonsten absolute Rarität in NZ.
Leider kommen aber verwilderte Katzen vor, von denen wir auch 3 erlegt haben.
Wie erwartet war das Gelände nicht einfach zu „stalken“...wenig Sicht ( 30m sind schon viel ) und oft keine Möglichkeit sich lautlos zu bewegen.

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"Gute Sicht"




Die besten Tage waren noch die, an denen ein kräftiger Wind blies und die eigenen Geräusche überdeckte.


Am ersten Tag traf ich auch gleich auf ein Alttier mit Kalb, die mich jedoch schon spitz bekommen hatten und man sieht nur die aufgestellten weißen Wedel im Grün verschwinden.
Am nächsten Tag, hatte ich jedoch Glück:
Auf ca. 30m traf ich auf eine Yearlings doe ( Schmaltier ), die breit stand, zwar die Kammer von einem Baum verdeckt, aber ich hatte ein paar Sekunden ( der Unerfahrenheit geschuldet ) um einen Schuß auf den Stich an zubringen. Das Stück lag im Feuer ( 7mm08 145 gr LRX, Tikka T3 mit, was sonst PSE ) und somit war schon einmal die Wildpretversorgung der nächsten Tage gesichert.

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Yearlings doe....wie Rehwild gut ins Lager zu transportieren


3 Tage später konnte Hans-Peter ebenfalls eine yearlings doe strecken. ( auch auf der Pirsch )
Nachdem wir das Gelände einigermaßen kannten und auch einige Plätze mit vielen Pirschzeichen ( Plätzstellen, Fegestellen etc. ) identifiziert hatten, änderten wir die Taktik.
Je nach Wind, versuchten wir an den „hot spots“ an zusitzen.
Was aber nicht so einfach ist...ohne Hochsitz, Schußschneißen, oft wechselnden Winden und sehr begrenzter Übersicht.


Ich hatte mir einen Treestand aus Kanada mit genommen, der sich noch bewähren sollte...
Ein Wenig Frustration kam zwischendurch schon auf, wenn man tagelang kein Stück sieht.
Am drittletzten Tag konnte Hans Peter ( der wieder zum Pirschen übergegangen war ) einen 5 pointer ( § Jährig )beim Äsen überraschen. Bingo immerhin ein Stag ! Allerdings war es an diesem Tag sehr windig, mit entsprechender Geräuschkullise.


Ich hatte den Treestand am oberen Rand eines kleines Tals plaziert, wo sich 2 sichtbare Wechsel kreuzten und es auch eine frische Fegestelle in der Nähe gab.


Und tatsächlich...ich war morgends im Dunklen 1.5 Stunden aufgestiegen und 2 Stunden angesessen, da hörte ich ( im sonst lautlosen Wald ) etwas sich nähern. Was auch kein Vogel sein konnte.
Der Unterwuchs bestand aus hohem Farn, so daß ich nur kurz sehen konnte, daß es sich bei dem anwechselnden Stück um einen Hirsch handelte. 15m vor mir verhofte das Stück, allerdings konnte ich nur den Rücken sehen. Ein Schuß, Hochblatt, streckete den Hirsch zu Boden, dort war er in einer Lücke auch besser zu sehen. Starkes Schlägeln und die Gefahr eines Krellschuß ließ mich noch einen zweiten Schuß auf die Kammer abgeben, der aber wohl nicht nötig gewesen wäre. Aber in diesem Gelände bleibt man lieber auf der sicheren Seite.

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Es war sicher keine impossante Trophäe, aber das interssiert mich nur am Rande...ich hatte meinen Stewart Island stag. ( 2 jährig oder 3 jährig schlecht veranlagt )

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Beide Hirsche des Trips


Generell muß man dazu wissen, daß White Tail auf SI weit hinter ihren nordamerikanischen Vettern zurück bleiben, oft erreichen die Wildpretgewichte nur 50% und auch die Geweihpracht ist nicht imposant.
Aber das ist nicht der Reiz der Jagd dort....es ist das Wissen auf einer mystischen Insel am Ende der Welt den südlichten Hirsch seines Lebens gestreckt zu haben.

PS Was überhaupt nicht funktioinert hat, waren die Locker....ich hatte 2 dabei, aber kein Stück ließ sich darauf ein...eventuell war es einfach noch zu früh.
Oder...ich war nicht authentisch genug.
( Ich habe lange gebraucht RW zu locken, aber das kann man hier an Hirschfarmen üben... ;-) )
 
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#2
Genial! Bitte stell in Zukunft mehr solcher Berichte ein. Ich habe Neuseeland für 2019 oder 2020 geplant, jedoch etwas weiter nördlich.
 
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#3
Da habt ihr euch ein geniales Abenteuer gegönnt, ein schöner Bericht zu einer genialen Aktion. Waidmannsheil, kleine Trophäen mit riesen Stellenwert sind doch super. Immer eine schöne Erinnerungen und nehmen kaum Platz weg.
 
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#4
Genial! Bitte stell in Zukunft mehr solcher Berichte ein. Ich habe Neuseeland für 2019 oder 2020 geplant, jedoch etwas weiter nördlich.
Gerne, unter Rotwild und Jagen weltweit solltest du aber schon ein paar Berichte von mir finden.
NZ selbst organisiert oder mit Reiseveranstalter ?
Falls interessiert, kannst du dich auch gerne per PN melden.


Da habt ihr euch ein geniales Abenteuer gegönnt, ein schöner Bericht zu einer genialen Aktion. Waidmannsheil, kleine Trophäen mit riesen Stellenwert sind doch super. Immer eine schöne Erinnerungen und nehmen kaum Platz weg.
Waidmannsdank

Tja handlich sind die Trophäen durchaus
;-)
Dank Handvakuumpumpe und bags haben wir jedoch auch das gesamte Wildpret mit auf die Nordinsel verbracht. Ich mag es nicht wenn da irgendwas im Busch zurückbleibt.
 
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#5
Mahlzeit!

@ Krischi


Waidmannsheil!! :thumbup:
Das mit der Jagd hättest du früher poste sollen! Ich bin nähmlich schon seit sechs Monaten hier in Neuseeland von einem Hunting Spot zum nächsten unterwegs und hatte wunderschöne Jagden auf Hirsch, Thar und Gams. Stewart Island mit ihrem White Tail- Bestand ist mir aber noch gar nicht in den Sinn gekommen. :trophy:
Naja, dann fürs nächste mal.
 
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