Wie Büchse richtig reinigen?

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#1
Hallo liebe Jägerschaft,
ich bin mit meinem Putzprozedere noch nicht ganz zufrieden. Ich schaffe es einfach nicht, dass die Baumwoll-Patches komplett sauber aus dem Lauf kommen. Die ersten paar werden definitiv immer sauberer, danach sehen alle mehr oder weniger sauber aus, nur mit leichten Streifen. Die kommen wohl von den Feldern und Zügen. Aber da ich Sachen gerne ordentlich machen will seid ihr gefragt. Habt ihr Vorschläge woran es liegen könnte? Ich denke nicht, dass man mehr als 10 Patches brauch oder (nach circa 20 Schuss auf dem Schießstand?).

So gehe ich beim Reinigen des Laufes vor:
1 falsches Schloss einführen, nachdem Büchse in Halterung eingespannt wurde
2 Bronzebürste einige Male durch den Lauf und wieder zurück führen (ja, ganz durch)
3 Bronzebürste in Hoppes N9 tauchen und durch, insgesamt 3 mal schön langsam
4 20.30min einwirken lassen
5 falsches Schloss ausbauen und so viele Patches durch bis ein sauberes rauskommt (oder zumindest fast ganz sauber- ich brauche so um die 7, nach den ersten 4 ändert sich aber schon kaum noch etwas)
6 fertig

Außerdem: Wie reinigt ihr euer Patronenlager?

Waidmannsgruß
 
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#2
Wie und wie oft reinigt man (Ihr) Eure Waffen?

Also für mich hat sich vollgendes als Optimal herausgestellt,Jede Jagdwaffe wird in der Schonzeit chemisch gereinigt, danach ab auf den Schießstand und erst mal ca. 10 Schuß zum "Kalibrieren".
Dann sauber Einschießen (100m/5cm hoch) zu Hause 5x mit einem Älteren Boresnake mit Öl durchziehn
und mit einem Neuen trocken ziehen. Nach jeder jagdlichen Benutzung 1x alte Snake mit öl und 2x Neue
troken.
Jeden Monat 1-2x auf den Stand und Kontrollschießen + Üben(Reigung s.o.)
Aussen reinige ich Stahl und Holz mit den üblichen Mitteln nach Bedarf.
Wenn mein erster Schuß auf dem Stand nicht in der 9 Sitzt wird die Waffe komplett Überprüft!!!



Wissen entsteht durch Erfahrung, alles andere ist nur Information
 
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#3
Seit ich das Patronenlager vorher nach Altväter-Sitte mit Seidenwerg auf Messing-Aufnahme reinige, brauche ich weniger Patches.
 
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#4
Hallo,
ein chemisch blitzeblanker Lauf in der Büchse ist nicht wünschenswert. Wie die Vor-Poster ja auch schon sagten, sie reinigen den Lauf chemisch und schießen dann ein paar Schuß auf dem Schießstand, stellen also nahezu den ursprünglichen Zustand wieder her.
Für mich hat es sich als Standard rausgebildet, die Büchse dann zu reinigen, wenn der Streukreis merklich aufgeht. Das ist bei jeder Büchse anders, aber bei keiner unter 100 Schuss.
Einzig interessant ist der Rostschutz des Laufinneren und das Entfernen der Pulverrückstände, aber das machst du ja ohnehin. Nur würde ich Bronzebürsten nur trocken verwenden. Das Solvent greift sonst nicht nur die Ablagerungen im Lauf, sondern auch deine Bürste an. Fürs Anfeuchten gibts Nylonbürsten.
Gut Schuß
Manni
 
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#5
Nach ca 50 Schuss reinige ich mit falschem Schloss (selbstgebaut), Seidenwerg und Ammoniaklösung (30%), danach mit alter Boresnake und WD40 zum Schluss mit neuer Boresnake (die mache ich immer wieder mit Bremsenreiniger sauber)

Nach dem Ansitz 2-4 x alte Boresnake und 2x neue Boresnake
 
A

anonym

Guest
#6
Ja - Falsches Schloss und all son Zeug von Henke, Bronzebürsten, Reinigungsutensilien fürs Patronenlager, alles was gut und teuer im Henke-Katalog zu finden ist, verwende ich, natürlich auch die weißen Filzlzpfropfen von VFG, die VFG Intensivreiniger mit eingearbeiteter Bronze, alles 0,5 mm größer als das Büchsenkaliber, natürlich auch Hoppe s Bore Snake für die Büchsen und besonders für die Flinten und ganz wenig Ballistol, - aber das aller wichtigste ist, daß die Läufe der Büchsen und vor allem die Patronenlager nach der Reinigung
- ganz , ganz trocken und ölfrei sind.

Letztendlich zieh ich nach jeder Reinigung die Alukette, die schon mein Vater in Russland durch den Lauf des Karabiners gezogen hat 10 ... 15 ... 20 Mal durch, bis die Dochte, die auch die Bundeswehr verwendet, wirklich, tatsächlich sauber rauskommen. Nur mit diesen Dochten wird das Laufinnere auch tatsächlich trocken ! Für diesen Zweck sind die Dochte unübertroffen, da kommen auch keine VFG-Filpfropfen dagegen an.

Habe-di-Ehre
und
Waidmannsheil

D.
 
A

anonym

Guest
#7
Zur Veranschaulichung 2 Fotos:

Nichts gegen Devey, Henke und all so n modernes Reinigungszeug:



Richtig entölt und trocken wird der Gewehrlauf mit den altmodischen Reinigungsdochten:



Hier das Gewehr-Reinigungsgerät G. Appel 1938, das mein Vater heil aus Russland zurück gebracht hat.
GECO hat dann 1961 genau dieses Reinigungsgerät wieder hergestellt mit der Kurzbezeichnung:
Rg. f. Gew. 12/61
Die Reinigungsdochte sind unübertroffen !

Habe-di-Ehre
und
Waidmannsheil

D.
 
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#8
Bitte um eine Bezugsquelle

mein Onkel blieb in Stalingrad. Kein Spassmodus.

danke.

wmh

WW
 
A

anonym

Guest
#9
Schau doch mal bei den Einschlägigen Militariahändlern

Putzzeug G-3 dürfte doch noch zu haben sein.

OK die Box ist dann nicht aus Blech, leider Kunststoff, die Kette und Dochte dürften die selben sein
 
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#10
Wem die Dochte (zu Recht) gefallen dem empfehle ich das ahg/ Anschütz Reinigungsset. Alljagd hatte die auch im Programm evtl. auch heute noch.
 
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#12
Nur mit diesen Dochten wird das Laufinnere auch tatsächlich trocken ! Für diesen Zweck sind die Dochte unübertroffen, da kommen auch keine VFG-Filpfropfen dagegen an.

Habe-di-Ehre
und
Waidmannsheil

D.
Ich frage mich ob es erforderlich ist das Laufinnere absolut Ölfrei zu bekommen?
Selbstverständlich ist der Ölfilm soweit auszuwischen das kein Ölschuss entsteht,
aber ein hauchdünner Rest darf meiner Meinug nach gerne im Lauf verbleiben.Bei langer Standzeit schützt der gut vor Korosion:cool:
 
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#13
Danke für die Anreize. Vielleicht sollte ich mein Solvent neu wählen.


Bezüglich des chemisch blanken Laufs:
Ich übe regelmäßig, insofern nutze ich günstige Übungsmunition (RWS Cineshot), gehe aber mit bleifreier Munition auf Jagd. Die Geschosse haben unterschiedliche Beschichtungen, sodass so eine Reiningung empfohlen wird (bzw. RWS hat eine Beschichtung auf dem Blei und die Bleifreie ist aus Kupfer). Daher gehe ich immer mit blanker Waffe auf die Jagd.;-)


Ich kann daher auch nicht nachvollziehen, inwiefern sich die Ablagerungen da vorteilhaft auswirken sollen. Wenn die Büchse eingeschossen wird, ist sie vorher auch Blitzlank und trifft genau dort, wo sie soll. Meine Büchse ist sehr neu und ich kann mir nicht vorstellen, dass die ersten Geschosse zunächst den Lauf "schmieren" müssen, um Mikrolöcher zu schließen. Bei heutiger Schmiedetechnik sollte das alles gleichmäßig sein. Oder gibt es einen anderen Grund? Ich bin gespannt auf eure Antworten (da ich grundsätzlich von Berufswegen alles Hinterfrage, seid bitte nicht verprellt, wenn ich Widerspreche oder genaue Details haben möchte)

Grüße
 
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#14
Mit Robla Solo Mil (oder ähnlichem Stinkezeuchs) bist Du in Sachen Tombak, Kupfer und Blei gut dabei.

Aber: Bei nickelhaltigen Geschossen wie der Cineshot wirkt das nicht.
Da hilft halt eben doch mit der guten alten Bürste schruppen.

Dringend anzuraten ist, nach der Robla Solo-Reinigung den Lauf trocken zu wischen und einen minimalen Ölfilm als Korrosionsschutz in den Lauf anzubringen.
 

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