Wie kann ich einem Jungjäger das „Mucken“ abgewöhnen?

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#1
Hallo Foristi,
ein Freund und Jungjäger hat die ersten Schuss aus seiner SR 30 in 308 gemacht.
Alle Schüsse lagen außerhalb des schwarzen Scheibenbereichs unten links.
Ich dachte ursprünglich, die Waffe verdaut die Sax Mun nicht. Aber ich habe dann auch drei Schuss gemacht und keiner lag außerhalb der 10.
Ich vermute, weil auch der Abzug m Vergleich zu meinen Blaser Feinabzügen extrem hart kommt, dass der Kollege beim Durchdrücken des Abzuges die Waffe mitzieht?
Gibt es Übungen, etwas zu tun, um dass Verreißen zu verhindern?
Auch erschreckt der Kollege extrem bei jedem Schuss...
Ich hätte jetzt die Idee, Ihn erst einmal mit meiner gedämpften 222 einige Schuss ausführen zu lassen. Erst wenn er die sauber ins Ziel bringt, soll er an seiner Waffe weiter machen?
Danke für Eure Empfehlungen..
 

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#2
Schalldämpfer hilft..Oder wenn Zeit am Schießstand ist , mit Absprache der Aufsicht, lädst du die Büchs ohne das dein Freund es sieht , mit Puffer oder richtiger Patrone..lässt ihn immer nur ein Schuss abgeben , dann merkt er selbs das mucken, , gegebenenfalls kannst du es mit dem Handy Filmen und mit ihm danach ansehen ..wenn man weiß was Mann falsch macht , kann man entgegenwirken..
WMH
 
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#3
Langsam von ganz unten (Rückstoß und Knall) wieder aufbauen. Das braucht uU mehr als 5 Trainingseinheiten.

Wichtig ist auch, dass er sich selbst klarmacht, warum er muckt (Knall oder Rückstoß), sich daran gewöhnt - und sein Körper lernt, dass nichts Schlimmes passiert.

Also bitte nicht mit 20 Schuss .300WinMag starten.
 
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#4
Ich habe bei unserem Schützenverein öfters Standaufsicht und habe daher schon mit verschiedenen "Muckern" zutun gehabt.
Meine Empfehlungen sind folgende:

- Übungsschießen mit kleineren Kalibern wie .222 Rem und dann langsam steigern.

- Sofern ein Gummi am Zielfernrohrokular vorhanden ist - ab damit. Der stört unter Umständen am Auge, was ein Mucken verstärkt.

- Übungsschießen mit "links". Klingt komisch ist aber so.
Als Rechtsschütze wir die linke Gehirnhälfte beansprucht. Als Linker umgekehrt. Wenn man also links schießt "resetet" man auch die linke Gehirnhälfte vom rechts schießen.
Folge: Die Routine verblasst und man muss sich wieder mehr konzertieren.
Ich habe das von einem Berufsjäger, der das mit seinen unsicheren Jagdgästen macht. So lassen sich eintrainierte Fehler beheben.

wmh
 
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#5
PS: Links unten heißt doch, dass er wahrscheinlich den Abzug sammt Schaft hochreißt?
 
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#7
PS: Links unten heißt doch, dass er wahrscheinlich den Abzug sammt Schaft hochreißt?
Der zieht den Abzug nicht, sondern er reißt - drückt bewußt ab, wie du schon sagst.
Ich würde ihm als erstes das richtige Betätigen eines Abzuges beibringen und ein paar hundert mal üben lassen, trocken. Damit ist schon mehr als die halbe Miete eingefahren. Würde er wirklich mucken, wäre die Trefferverteilung eine andere.
 
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#8
Hast Du ihn mal mit einer anderen Büchse in vegleichbarem Kaliber schiessen lassen? Was man so hört, sind die Standardschäfte von Heym nicht jedermanns Sache. Wäre einen Versuch wert. Natürlich sauber abziehen üben usw. Von Spielchen mit Pufferpatrone halte ich nichts. Es soll immer das passieren, was der Übende erwartet. Kleine Kaliber kann man machen, aber er will ja die 308 schiessen. Sax ist bissl teuer zum üben. Cineshot sind auch eher leichte Geschosse und günstig.
 
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#9
Lass Ihn mit irgendwas kleinem Schießen, und wenn's ne 22LfB mit sauber eingestellten Abzug ist. Und nicht nur ein- oder zweimal 10 Schuss, viele Standbesuche dieser Art. Und dann langsam steigern. Dazu Trockentraining fürs Abziehen, Pufferpatronen kosten nicht die Welt, geht - je nach Umfeld - auch Zuhause

Anschlag setze ich als richtig voraus, schwache Hand unter dem Hnterschaft und saubere Waffenauflage am Vorder- und Hinterschaft. Ein ergonomischer Schaft a'la PSE oder Schäfterei Odenwald hilft zusätzlich, nicht jedem passt ein Standard- Schaft

Mit der "schwachen" Seite schießen lassen wurde schon erwähnt. Das hilft wirklich, da werden dann beide Gehirnhälften gefordert.

Wenns dann so nach 10/20/50 Sitzungen passt, dann über ein kleineres Kaliber (223? 243?) zur 308. Oder zumindest eine Reduzierte Ladung, z.B. Hornady Light oder was passendes selber laden. Die 308Win sollte dann kein Thema mehr sein, SD würde dabei auch helfen.

Die Krux hier ist halt: Schießen lernst du nur durch Schießen
 
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#10
Was evtl. noch was bringt, so blöd es auch klingt, schießen mit abartig schlechten Abzügen.
Da bieten sich alte BBF uneingestochen an.
Wenn er den nicht mehr reißt, wieder mit der eigenen Waffe schießen lassen.
 
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#11
Mit einer normalen 500-er Packung Diabolos, die er mit einem Luftgewehr mit Zielfernrohr auf eine Scheibe verschiesst.
Und bei Bedarf mit noch einer und noch einer und ...
Aber meistens ist sogar die erste Packung nicht komplett nötig.
 
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#13
...Von Spielchen mit Pufferpatrone halte ich nichts. ...
Richtig (wenn es sich um die üblichen "Erschreck"-Spielchen handelt)!(y)

Trockentraining! Siehe "der Zuagroaste".

Wichtige Frage und leider durchaus nicht selbstverständlich: Benutzt der Mann einen brauchbaren Gehörschutz??

Gruss Wisent
 
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#14
Die Krux hier ist halt: Schießen lernst du nur durch Schießen
Vor allem muss man/frau es lernen wollen!:oops:

Es gibt da nämlich schon so Kandidaten, die finden schiessen eigentlich doof und wollen nur genau so viel "schiessen können", dass es gerade eben so für den jährlichen Rehbock auf 50 Schritt reicht, denn das Schiessen ist ja sowieso nicht alles bei der Jagd, denn es kommt ja vor allem auf das Naturerlebnis an und das mit den Jagdhörnern und den Hunden und so...... :rolleyes:

basti
 
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#15
Was evtl. noch was bringt, so blöd es auch klingt, schießen mit abartig schlechten Abzügen.
Da bieten sich alte BBF uneingestochen an.
Wenn er den nicht mehr reißt, wieder mit der eigenen Waffe schießen lassen.
99% der Anfänger, die ich kenne, sind mit so was heillos überfordert. Das geht meiner Erfahrung nach erst, wenn die Grundkenntnisse des sauberen Abziehens automatisiert sind.
 
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