Wie werde ich Bauer

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#76
Klingt gut. Arsen ist der giftigste Stoff den wir kennen und ich bin nicht auf die Studien in 20-30 Jahren gespannt, die die neuen "harmlosen" Dünger, Herbizide, Pestizide, etc. auf ihre kanzerogene Wirkung erforschen werden.
Hier im Rheingau wurde auch schon Flurbereinigt also nicht nur Chemikalien haben hier eine Winterwüste geschaffen auch maschinell. Rebhühner, Fasane, Weinbergschnecken? Fehlanzeige alles tot im Weinbau, wo vor 20-30 Jahren noch massig vorhanden.
Und natürlich, hat die Landwirtschaft ihren Teil dazu beigetragen und muss sich deshalb auch die herbe Kritik gefallen lassen. Die anderen Faktoren, wie groß Industrie und Co. natürlich auch!
Ich hab mir vor 45 Jahren ein paar Pfennige bzw. meine Limo Sonntag früh mit dem Sammeln von Weinbergschnecken und dem Aushakeln von erlegten Rebhühnern und Fasanen verdient .
Jetzt darfste Raten wo ich die wenigsten Schnecken gefunden und wo eigentlich nie Rebhühner und Fasane erlegt wurden ?
Kleine Hilfe , wie man Hasen in den Rebzeilen und Terassenweinbergen erlegt war eine meiner ersten jagdlichen Anforderungen .
 
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#77
Klingt gut. Arsen ist der giftigste Stoff den wir kennen und ich bin nicht auf die Studien in 20-30 Jahren gespannt, die die neuen "harmlosen" Dünger, Herbizide, Pestizide, etc. auf ihre kanzerogene Wirkung erforschen werden.
Hier im Rheingau wurde auch schon Flurbereinigt also nicht nur Chemikalien haben hier eine Winterwüste geschaffen auch maschinell. Rebhühner, Fasane, Weinbergschnecken? Fehlanzeige alles tot im Weinbau, wo vor 20-30 Jahren noch massig vorhanden.
Und natürlich, hat die Landwirtschaft ihren Teil dazu beigetragen und muss sich deshalb auch die herbe Kritik gefallen lassen. Die anderen Faktoren, wie groß Industrie und Co. natürlich auch!
Sie brauchen nicht zwingend flurbereinigen. Es reicht wenn der Strukturwandel zuschlägt. Weniger Betriebe führen zu weniger Diversität in der Feldmark. Da brauchen die einzelnen Betriebe an ihrer Wirtschaftsweise nichts zu intensivieren. Der größte Verlust an Biodiversität geht einher mit dem Strukturwandel. Deshalb ist die Subventionsdebatte auch so heikel. Wenn ich hier lese, das die Bauern alle ruhig verschwinden sollen, bekommen ich die Krise. Die Rauchschwalben vermutlich auch. Wir verlieren jetzt schon zu viel Struktur in der Landschaft. Aufgrund unserer Betriebsstruktur ist unser Betrieb relativ politikunabhängig und zwei dreihundert Hektar mehr bewirtschaften, könnte ich wahrscheinlich auch, aber das wäre nicht gut für die Struktur unser Feldmark. Wir bauen nunmal Raps/Weizen/Gerste/Roggen/Erbsen/Hafer/Feldgras/Blühstreifen/Vertragsnaturschutzbrache an, aber keinen Mais, kein Kohl, keine Kartoffeln, keine Möhren, keine Ackerbohnen und kein Gemüse, das auch noch hier in der Feldmark steht. Wer was für die Kulturlandschaft übrig hat, muss um jeden Betrieb kämpfen, wir verlieren eh schon zu viele.
 
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#78
Aber dass neben dem Kartoffelroder ein Dixi im Wald stehen sollte, ist für mich nicht mehr ernst zu nehmen.
;)

Ich wünsche ja niemandem etwas Böses, aber ich hoffe, Du bekommst mal die Gelegenheit in einem Revier jagen zu dürfen, in dem X landwirtschaftliche Helfer ohne Dixi die wohlverdienten Pausen am schönen schattigen Waldrand verbringen(müssen)...

Gruss Udo
 
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#80
Das hatten wir früher, als hier viele Betriebe um 100 Morgen ( 25 Ha ) groß waren. eine Vielfalt an Feldfrüchten, breite Graswege, Grünland , Hecken usw... es war einmal:mad:
 
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#81
Ist da noch viel Gift im Weinbau? Insektizide werden nur noch sehr verhalten eingesetzt um Nützlinge zu schonen und den Rest kannste inzwischen saufen ohne das es dir gleich den Magen umdreht .
Es sind einige Postings hier, auf die ich antworten könnte. Hab mal eines rausgegriffen. Vor zig Jahren dachte ich mal man muss in Südtirol, genauer gesagt im Alto Adige.....Spätsommer zwischen den rotbäckigen Bilderbuchäpfeln. Egal wo ich bin: Früh geht es raus um zu sehen was so kreucht und fleucht.
Dachte in den Weinbergen, den Trockenmauern etc. müsste es doch was zu sehen geben?:unsure:
Totes Land in "schöner Tapete" :mad: Die Vögel, ein paar Amseln in jämmerlichen Zustand, mehr nicht. Die mehrmalige Giftkeule hat ganze Arbeit geleistet. Keine Reptilien, die Weintrauben waren alle mit einem grüngrauen Überzug gespritzt.
Seitdem ist dieses Land für mich tabu, Äpfel von da kaufe ich sowieso nicht mehr....
 
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#82
Es sind einige Postings hier, auf die ich antworten könnte. Hab mal eines rausgegriffen. Vor zig Jahren dachte ich mal man muss in Südtirol, genauer gesagt im Alto Adige.....Spätsommer zwischen den rotbäckigen Bilderbuchäpfeln. Egal wo ich bin: Früh geht es raus um zu sehen was so kreucht und fleucht.
Dachte in den Weinbergen, den Trockenmauern etc. müsste es doch was zu sehen geben?:unsure:
Totes Land in "schöner Tapete" :mad: Die Vögel, ein paar Amseln in jämmerlichen Zustand, mehr nicht. Die mehrmalige Giftkeule hat ganze Arbeit geleistet. Keine Reptilien, die Weintrauben waren alle mit einem grüngrauen Überzug gespritzt.
Seitdem ist dieses Land für mich tabu, Äpfel von da kaufe ich sowieso nicht mehr....
Sagen wir mal so, viele PSM die hier schon lange keine Zulassung mehr hatte, konnte man vom Südtirol Urlaub mitbringen .
 
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#83
Das hatten wir früher, als hier viele Betriebe um 100 Morgen ( 25 Ha ) groß waren. eine Vielfalt an Feldfrüchten, breite Graswege, Grünland , Hecken usw... es war einmal:mad:
Diese Vielfalt hat die Landwirtschaft früher der Gesellschaft alleine durch die Anzahl der Betriebe kostenlos zur Verfügung gestellt. Da ist in den Betrieben oft mit mehr und giftigeren Stoffen hantiert worden. Allein die Anzahl der Betriebe und deren unterschiedlichen Fruchtfolgen und Viehbestand hat das ausgeglichen. Heute muss man Geld in die Hand nehmen um über AUKM und Vertragsnaturschutz ein Teil der Strukturverluste, die der Strukturwandel ausgelöst hat, auf aufzufangen. Das mit den Hecken scheint in manchen Bundesländern ein Problem zu sein. Hier gibt es über die Landschaftsplanung heute mehr Landschaftselemente wie Raine und Hecken. Wir müssen in der Regel bei Baumaßnahmen Teile des Landschaftsplanes als Ausgleichsmaßnahme umsetzen. Bei uns hat das dazu geführt, dass wir keine Probleme mehr mit Pflanzenschutzabstandauflagen an Gewässern haben, da liegt überall ein breiter Rain. Das Problem bei dieser Form der Umsetzung der Landschaftsplanung ist die Tatsache, dass diese nur auf den Eigentumsflächen der aktiven Landwirte erfolgt, Verpächter sind ein bisschen außen vor. Es wird allerdings auch nicht überall so viel gebaut, wie in Westfalen/ Weser-Ems
 
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#84
Bei mir gibt es überwiegend landwirtschaftliche Aktiengesellschaften und riesige Agrargenossenschaften. Die würde ich nicht als klassische Bauern bezeichnen. Das sind Industriebetriebe mit hunderten Angestellten oder geknechteten Subunternehmern. Das hat den Vorteil, wenn das Lokalblatt einen Beitrag zur Landwirtschaft bringen will, muss es nicht viele "Höfe" anrufen, sondern nur einen Pressesprecher.

Bauer kann man da recht einfach werden, es reicht Anteile am Unternehmen zu erwerben, die Hauptversammlung zu besuchen und die Dividende zu versteuern.

Wäre ja mal interessant, wie hoch der Anteil solcher Unternehmen in Relation zu den eigenbewirtschafteten Höfen in der landwirtschaftlichen Wertschöpfung in diesem Land mittlerweile ist, sprich das Bild vom Bauernhof und seinem Bewohner zumindest etwas gerade zu rücken. Die Zeit bleibt eben nicht stehen.
 
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#85
Auch unsere heutige Landschaft hat noch Potenzial für einen verbesserten Artenschutz. Der kann - wie ich aus CZ oder BUG kenne auch auf Großfeldern stattfinden, wenn daneben andere Flächen in Form von Brachen, vernässten Stellen etc. zur Verfügung stehen. Die Großfelder in Brandenburg mit den Söllern wo im Sommer nicht Hinz und Kunz mit den Hunden herumlaufen sind Juwele in der Landschaft. In CZ wird halt nicht der letzte Meter gespritzt, bestellt, gepflegt. Da wachsen Ackerwildkräuter, die Vögel ziehen raus in die Felder zu den Unkrautsteifen. Ganz ohne Programm oder Vorschrift.

Wo stehen wir denn beim Artenschutz im Offenland. Ständig wird lamentiert dass die Arten auf Talfahrt sind und was lernen mir daraus? Nichts!!!! Denn alle gut gemeinten Programme laufen ins Leere. Der ganze Wiesenbrüterschutz mit Vorschriften für die Landwirte ist für die Katz wenn die Raubwildbejagung verschlafen wird. Die Umsetzung des Volksbegehrens in Bayern ist ein Skandal, genauso wie das was an ÖVF anerkannt wird. Es geht darum eine Agrarlobby zufrieden zu stellen. Man dichtet dem KULAP etc. einen Nutzen an, den es in der Praxis nicht erfüllt (Beispiel Heckenpflege ist eigentlich Heckenvernichtung).

Der Landwirt hat ein Wissensdefizit über das was im Offenland bei den Arten abgegeht, kennt nur Nutzpflanzen, die Segetalflora, Pflanzenschutz und den Mulcher. Diejenige welche was sinnvolleres machen wollten, werden von Bürokraten geknebelt (Bsp. Mulchen von Brennnesselbeständen am Waldrand, angrenzend von Grünland).

Jetzt zur Zeit des Ackerkratzdistelfluges wird gemulcht was das Zeug hält, weil man halt grad Zeit hat aber nix im Hirn. Überall werden Bodenverwundungen an den Böschungen gemacht, damit sich die die jetzt fliegende Ackerkratzdistel wunderbar ansamen kann. Im nächsten Jahr wird wieder gemulcht. Lerneffekt gleich Null!!! Wer von denen arbeitet eigentlich mit der Natur? Geschlossene Bestände sind das wirksamste Mittel gegen die Ackerkratzdistel. Einen Bestand mit der zweijährigen Gemeinen Kratzdistel muss ich nicht mulchen - außér vielleicht auf Weideflächen - aber da muss der Bauer erst mal den Unterschied der Arten kennen.
Mulcher und Pflanzenschutz ersetzt Hirn.

Es gibt beim vernachlässigten Artenschutz im Offenland keine Alleinschuldigen, sondern es liegt an einem kranken Gesamtssystem mit vielen Bausteinen und Einzelsymtomen.
 
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#87
Es gibt beim vernachlässigten Artenschutz im Offenland keine Alleinschuldigen, sondern es liegt an einem kranken Gesamtssystem mit vielen Bausteinen und Einzelsymtomen.
(y)(y)(y)
es ist auch zum koxxen, wenn jemand 100 Ha WW bestellt, dass Er es nicht hinbekommt, da 10 mal die Drillmaschine auszuheben, um den Feldlerchen was Gutes zu tun. Meiner Meinung nach kommen viele Landwirte durch immer mehr Technik, geschlossenen Schlepperkabinen mit Radio, hohe Geschwindigkeiten bei Bestellung, Bearbeitung und Ernte usw. immer weiter vom Boden, von der Natur weg. Gerade bei Landwirten, die auch jagen ( was ja leider auch immer weniger werden ) verstehe ich manches nicht und symptomatisch für das kranke System stand auf einer HR-Leiter Tagung ein Landw. Berater auf und erkundigte sich nach Förderung von Wildackersaatgut und weiteren Maßnahmen. Hier hat ein Landwirt als "Zwischenfrucht" nach Mais, seine sämtlichen Restsaatgutbestände an Wintergetreide der Vorjahre eingedrillt, da fällt mir nicht viel ein.
 
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Sagen wir mal so, viele PSM die hier schon lange keine Zulassung mehr hatte, konnte man vom Südtirol Urlaub mitbringen .
Hab mich dafür noch nicht interessiert, aber kann ich mir vorstellen. Für mich eine kaputt gespritzte Bilderbuchlandschaft, wenn man nur Apfel und keine Details sieht....Bei den Weintrauben schüttelt es mich heute noch ab. Wenn ich da an den Weinstock im Haus meiner Eltern denke :) Da isst man dann Weintrauben bis sie von den Ohren rauskommen, dann braucht man eine Zeitlang keine mehr. Erdbeerzeit ist vorbei, hätte noch dauern können.
 
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#89
Interessant wer hier mit welchen Begründungen meint seine Erkenntnisse als allgemeingültig für hiesige Anwender hin zu stellen
"Winzer in Südfrankreich"
"Krebs fällt nicht vom Himmel"
"Südtirol ....mit rotgrünblauemgelben Überzug"
aber dann:
Da muss ich gestehen, kenne ich mich zu wenig mit der Materie aus..
aber hauptsache, "Patienten, die zu mir kommen", ja, das verleiht Autorität, Kompetenz...
auf solche Schwätzer und "Selbst gesehen" fällt natürlich Lieschen Müller und deren Kinder Lehrer gern rein..
 
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