Wild droht im Schnee zu verhungern!

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#77
Der Schnee trägt schon wieder.
Die Rehe werden nicht gefüttert.
Durch die hohe Schneelage (hier rund ein Meter) erreichen sie jetzt auch Äsung, an die sie sonst nicht hinkommen.
Die Verhausschweinung von Wildtieren schadet mehr als sie nützt.
Rehe überwintern am besten einzeln oder in kleinen Gruppen gut verteilt über die Fläche, dann ist das Nahrungsangebot am besten.
Und es müssen erfahrene ältere Stücke dabei sein, die wissen, wo im Winter Äsung erreichbar ist. Deshalb ist es auch verantwortungslos, dumm und tierschutzwidrig, den Kitzen die Geissen wegzuschiessen.

Ausserdem ist eine geeignete Biotoppflege wichtig, die Winteräsung bereitstellt, z.B. in Form von Brombeer-Beständen und ganz wichtig in Form von hochwertigen Waldrändern.

Bei Rotwild sieht die Situation etwas differenzierter aus, da wird es ohne Fütterung im Winter im Berggebiet eng, aber z.B. wird Rotwild am Schweizer Nordalpenrand bei klimatischen Bedingungen, die mit den unseren praktisch identisch sind, nicht künstlich gefüttert und trotzdem hält sich ein Bestand.
Dazu müssen sich aber über Jahre hinweg geeignete Traditionen entwickeln.
Gemsen und Steinböcke füttern zu wollen, ist völliger Schwachsinn.

https://s15.directupload.net/images/190116/wieih4ff.jpg
 
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#78
Naja, Fütterung und Fütterung sind immer zwei paar Stiefel.

In meiner Ecke gibt es einen im Dunstkreis eines forstlichen Märchenonkels,
der "kontrolliert" in den Revieren, ob es dort unerlaubte Fütterungen gibt.
Allen, die füttern wurden daraufhin vom Amt klar gemacht dass füttern verboten ist, außer in Notzeiten, die es bei uns ja sowieso nicht gibt.
Dabei wurden Fütterungen moniert, die wöchentlich mit einem Eimer Apfeltrester, einem halben Eimer Kastanien und etwa einem halben Dutzend Maiskolben sowie gutem Grummet beschickt waren.
Der "Kontrolletti" betreibt dagegen an der Grenze (30-100m davon entfernt) sog. Kirrungen,
wo mehrmals wöchentlich Schubkarrenladungen Apfeltrester gemischt mit Quetschhafer und Maisbruch abgeladen wird..........

Ich kann gar nicht so viel fressen wie ich kotzen könnte.

Bausaujäger
 
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#79
@ Bausaujäger: Wie mein Opa immer sagt, wenn zwei das Gleiche tun ist es noch lange nicht dasselbe ;)

Oder um die Animal Farm zu bemühen: Alle Tiere sind gleich, manche sind gleicher...
 
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#80
Hallo,

Bilder machen und ab zur Zeitung unter dem Motto "Jagdneidischer, schießgeiler Förster. Reh- und Hirschkitze (ich weiß, sowas gibt´s nicht, aber "Kitz" hört sich besser an als "Kalb") in Notzeit beim Staat: Erst anlocken, dann abknallen!" und drauf hinweisen, daß selber Förster (natürl. nur die Initialen verwenden) Jäger, die in Notzeiten Wild nur füttern wollen, in Blockwartmanier (evtl. auch noch braunes Gedankengut) anschwärzt.

Grüße
Sirius
 
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#81
Der Schnee trägt schon wieder.
Die Rehe werden nicht gefüttert.
Durch die hohe Schneelage (hier rund ein Meter) erreichen sie jetzt auch Äsung, an die sie sonst nicht hinkommen [...]
Wie war das eigentlich früher, als es noch echte Winter gab und die Wildfütterung unbekannt war? Sind die Rehe da auch vom Gebirge in die Niederungen abgewandert, wie man es sich vom Rotwild erzählt?
 
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#82
Hallo,

Bilder machen und ab zur Zeitung unter dem Motto "Jagdneidischer, schießgeiler Förster. Reh- und Hirschkitze (ich weiß, sowas gibt´s nicht, aber "Kitz" hört sich besser an als "Kalb") in Notzeit beim Staat: Erst anlocken, dann abknallen!" und drauf hinweisen, daß selber Förster (natürl. nur die Initialen verwenden) Jäger, die in Notzeiten Wild nur füttern wollen, in Blockwartmanier (evtl. auch noch braunes Gedankengut) anschwärzt.

Grüße
Sirius
Ich glaube selbst miese Publicity befeuern ist das denkbar schlechteste was man als Jäger machen kann.
 
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#83
Wie war das eigentlich früher, als es noch echte Winter gab und die Wildfütterung unbekannt war? Sind die Rehe da auch vom Gebirge in die Niederungen abgewandert, wie man es sich vom Rotwild erzählt?
Nach meiner Erfahrung ziehen Rehe nicht weit und eher vertikal, also im Winter von weiter oben mehr ins Tal in den dort meist dichteren Wald.
Im Wald ist die Schneedecke fester und niedriger, also die Fortbewegung leichter, aber für die Äsung sind Lichtungen und vor allem Waldränder wichtig.
Und im Lawinenwinter 1999/2000 konnte ich im März eine Gruppe Rehe (vermutlich Geiss mit zwei Kitzen) auf ca. 1700 m Höhe beobachten, die dort überwinterten, während im Talbereich die Rehe auch in der Nähe von Fütterungen und sogar IN OFFENEN Stadeln mit gutem Heu reihenweise verhungerten.
Der Vorteil in steilerem Gelände ist, dass es oft Kanten und Hänge gibt, an denen der Schnee abrutscht und dadurch die Vegetation wieder frei wird.
 
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#84
Wie war das eigentlich früher, als es noch echte Winter gab und die Wildfütterung unbekannt war?
Das kommt darauf an, welchen Zeitraum Du mit "früher" meinst.

Vor 50 Jahren war bei uns Standard, dass das Wild mit Heu und mit Rosskastanien gefüttert wird. Letztere nehmen sie sowieso nur in Notzeiten.
 
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#85
Und im Lawinenwinter 1999/2000 konnte ich im März eine Gruppe Rehe (vermutlich Geiss mit zwei Kitzen) auf ca. 1700 m Höhe beobachten, die dort überwinterten, während im Talbereich die Rehe auch in der Nähe von Fütterungen und sogar IN OFFENEN Stadeln mit gutem Heu reihenweise verhungerten.
Der Vorteil in steilerem Gelände ist, dass es oft Kanten und Hänge gibt, an denen der Schnee abrutscht und dadurch die Vegetation wieder frei wird.
Das hab ich auch schon beobachtet. Je steiler und je südexponierter, desto attraktiver.
Der Grund ist einfach: Die Energiedichte der einfallenden Sonnenstrahlen ist dort höher als im kalten Flachland, das kennt jeder Skitourengeher. Sprich, es ist von Haus aus am südexponierten Steilhang wärmer - und es apert früher aus. Dazu kommen noch die Inversionslagen im Gebirge.
So ein schlechtes Leben ist es am Berg nicht, wenn man weiß wie... :sneaky:
 
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#86
Hallo,

Ich glaube selbst miese Publicity befeuern ist das denkbar schlechteste was man als Jäger machen kann.
Leute die den Blockwart spielen und andere bei der Behörde anschwärzen, selber aber bei einer Behörde beschäfftigt sind und nach dem Motto leben "quod licet iovi, non licet bovi" und als "Kirrung" getarnte Massenfütterungen als Abschußhilfen betreiben, möchte ich nicht als Jäger bezeichnen und solche Wichte haben auch nix anderes als eine deutl. Ausgrenzung und die mieseste Publicity verdient.
Wäre schon schön, wenn sich einige in der Jägerschaft (bei den traditionellen Verbänden ist man da ja offenbar zu strack dafür) durch entsprechende Maßnahmen in der Öffentlichkeit, wie eben durch die Presse, von solchen Herrschaften distanzieren würden und das nicht nur mit kleinen, verschämten Notizen oder zwei-/dreisätzigen Leserbriefen.
Würden sie auch bei vielen Nichtjägern, die Rehe und Hirsche für "Bambies" halten bestimmt ein besseres Licht rücken, als klein beizugeben und mit solchen Leuten über einen Kamm geschoren zu werden.

Habe damals die von neofrankkirn erwähnte, in der Presse erschienene LJV-Anzeige über den "Ahrweiler-Vorfall" in der Firma am schwarzen Brett ausgehängt. Hatte bei der Belegschaft rundum nur Zuspruch, auch von Jagdkritikern und Jagdgegnern erhalten. Auch als ich ihnen erklärt habe, daß der "gute Förster nicht seine Rehe "liebt" hegt und pflegt, wie im Film, und der böse Hobbyjäger nur am töten Spaß hat."

Gerade das muß aufgezeigt werden, daß nicht der, der den aktuellen polit. "Mainstream" hinter sich hat, auch automat. (moralisch) recht hat.


Grüße
Sirius
 
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Das kommt darauf an, welchen Zeitraum Du mit "früher" meinst. Vor 50 Jahren war bei uns Standard, dass das Wild mit Heu und mit Rosskastanien gefüttert wird. Letztere nehmen sie sowieso nur in Notzeiten.
Ich meinte eher die Zeit vor dem dicken Hermann.
Und damit generell die ökologische „Einnischung" des Rehwilds. Ich persönlich glaube nämlich, dass die trotz ihrer anmutigen und zarten Erscheinung bestens für strenge, schneereiche Winter aufgestellt sind und man sich um den Rehbestand überhaupt keine Sorgen machen muss.

Und selbst, wenn es in einem Jahr viele Ausfälle gibt: Dann setzen die Gaissen halt vermehrt drei Kitze in den Folgejahren, das baut sich schnell wieder auf. Beim Rotwild dagegen geht das nicht so einfach, die sind "blöder" dran...
 
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#90
Was Du heute kannst erlegen,
das musst Du im Winter nicht mehr hegen!
Die Jagd kann so einfach sein.
Aja, und die paar, die den Winter erleben, aber aufgrund Äsungsmangels nicht überleben, nimmt der Einäugige dann einfach mit tierquälerischer Miene und Achselzucken hin?

Versteck Dich in Deiner Höhle....
 
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