Wildschwein - Leber - Weiße Einlagerungen

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Hallo an alle,

letzte Nacht habe ich ein Keilerchen, AK1, 52 kg erlegt. Bei der Leber vielen mir weiße Einlagerungen auf, mit welchen ich in dieser Form noch keine Erfahrungen habe.

Ich denke, es sind harmlose Talgablagerungen, welche das Wildbret nicht entwerten. Was meint ihr dazu?

(die Leber ist nicht für den menschlichen Verzehr gedacht)
 

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Genau die selben weißen "Wölckchen" hatte mein gestriger ÜL Keiler den ich auf einer Drückjagd aufgebrochen habe.
Der anwesende Tierarzt nannte diese weißen Punkte "Milk Spots" und die sollen wohl von irgendwelchen Würmern (ich bekomme den Namen nicht mehr zusammen) sein. Er hat alles beschaut und keine sonstigen bedenklichen Merkmale gefunden und hat die Sau deshalb als unbedenklich zum Verzehr eingestuft. Die Leber wurde natürlich entsorgt.
 
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"...Wölkchen..." Ja, das denke ich auch eher.
Das Bild zeigt eine aufgeschnittene Stelle eines herausgeschnittenen Leberstücks.
Charakteristisch finde ich, ist, dass der Knoten im Inneren den größten Durchmesser hat.

(die Hälften liegen verkehrt herum auf dem Stein)
 

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Wenn du dies bei deiner Leber vorgefunden hast, dann sind das keine Milkspots!
Schau dir noch einmal das von mir verlinkte Merkblatt an, die Bilder von Seite 2 sind sehr pathognomisch!
 
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Das macht Sinn, alles andere ist Kaffesatz-Leserei und beim Vorfinden eines Anschnittes, wie du ihn hier eingestellt hast, ist eine weitere Abklärung angezeigt!
Es lohnt es sich dann immer, weitere Diagnostik durchführen zu lassen.
Bei unklaren Herdveränderungen in der Leber wie auch in anderen Organen ist automatisch auch immer an einen parasitären Ursprung und insbesondere an eine Echinococceninfektion zu denken.
Die Variabilität der pathomorphologischen Befunde bei einer Metacestodenbildung nach Echinococceninfektionen in den Organen von zahlreichen Zwischen - und Zufallswirten/Fehlwirten, insbesondere auch Schwarzwild, ist riesig.
Das reicht von stecknadelkopfgroßen, derben Knötchen (Granulomen) bis hin zu einzeln auftretende, faustgroßen flüssigkeitsgefüllten Zysten!
 
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Der Tierarzt hat sich das Stück angesehen und ich werde nun versuchen, zu rekapitulieren:
  • die in den Bildern gezeigten Auffälligkeiten entstanden durch Wurmbefall der Leber in Zusammenhang mit einer Infektion
  • Fuchsbandwürmer wurden ausgeschlossen; dazu hätten die Stellen mehr verkapselt sein und Flüssigkeitsansammlungen besitzen müssen; auch hätten diese Stellen dann zahlreicher und dichter zusammenliegen müssen
  • die bleibende gesundheitliche Gefahr beim Verzehr des Stückes bestünde durch damit in Zusammenhang stehende Toxine bzw. Erreger, welche über das Blut transportiert werden und sich so im Muskelfleisch befinden können
  • diese Gefahr konnte durch eine Untersuchung des lymphatischen Systems (Lympphknoten an typischen Stellen) gebannt werden; diese Stellen wurden aufgeschnitten und bewertet
  • weiterhin wurden Herzklappen und Nieren aufgeschnitten und bewertet
  • beim weiteren Aufschneiden der Leber waren noch einzelne Stellen mit Talgablagerungen sichtbar geworden, welche im Inneren blieben und nicht nach außen in Erscheinung traten
  • die Innereien müssen entsorgt werden, das Stück (Wildbret) ist unauffällig und kann zum menschlichen Verzehr verwertet werden
  • wer in einem solchen Fall auf Nummer sicher gehen will, um sich beim Verzehr besser zu fühlen, friert das Fleisch einige Zeit tief ein bzw. gart es ausschließlich (keine Knacker etc.)
    • Die dazu nötige Bedingung ist aber die sonstige Unuffälligkeit, wie sie bei meinem Stück vorliegt!
Ich hoffe nun an alles gedacht zu haben und bin froh, durch diese Sache in Zukunft noch bewusster beim Aufbrechen vorzugehen und andererseits selbstsicherer geworden zu sein.
 

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