Wisente werden in NRW ausgewildert

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Moin!

Zuspitzung im Wisent-Konflikt - Land will Verein zurück in den Vertrag zwingen
(Siegener Zeitung, 2022-10-03, Archiv-Verweis)

Zitat (Auszug):
Nach aktuellen SZ-Informationen aus einer gut informierten Quelle will das Land Nordrhein-Westfalen den Wisent-Trägerverein juristisch dazu zwingen, in den öffentlich-rechtlichen Vertrag zwischen Verein, Land und Kreis Siegen-Wittgenstein zurückzukehren. Offenbar will der Arnsberger Regierungspräsident Heinrich Böckeluhr (CDU), der selbst Jurist ist, eine einstweilige Verfügung beim Landgericht Arnsberg erwirken.
(...)
Überraschen kann diese Entwicklung nicht. Denn: Während der Wisent-Trägerverein in der Vorwoche den Vertrag kündigte und die Wisente für herrenlos erklärte, pochte Siegen-Wittgensteins Landrat – in Absprache mit dem Land – darauf, dass der Verein seine vertraglichen Verpflichtungen zu erfüllen habe. Und: Andreas Müller erklärte das Auswilderungs-Projekt gleichfalls für beendet, weil mit allen Beteiligten keine einvernehmliche Lösung mehr zu finden sei. Dagegen steht die Auffassung des Vereins, dass das Projekt erfolgreich abgeschlossen worden sei – nämlich mit der Auswilderung der Tiere. Die Verantwortung liege jetzt beim Land.
(...)
Im Sauerland ist die Stimmung auch deshalb aufgeheizt, weil sich die freilebende Wisent-Herde zuletzt wieder verstärkt in den Privatwäldern nahe der Schmallenberger Ortschaften Oberkirchen, Grafschaft und Latrop aufhielt. Das sei mit den bekannten Schälschäden verbunden.


Cheers,
Schnepfenschreck.
 
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Wieso besteht der Verein denn noch? :unsure: Erst wenn der nicht mehr existiert und bei Auflösung die Rechtsnachfolge geschickt abgebogen hat ...

hätte man einen Truppenübungsplatz genommen und den gegattert, so hätten die Wisente die Flächen offen halten können und das Projekt wäre nicht mit wirtschaftlichen Interessen kollidiert.

Wisentsicher zu Zäunen ist zu teuer, da ist eine entschädigung für Schäle billiger.

Wieso?- die Flächen werden momentan alle gegattert.

??? - Wäre mir neu und wisentsicher ist das ganz sicher nicht.
 
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Ich bin ja bekanntlich auch Förster, also von der "dunklen Seite". Trotzdem finde ich in diesem Zusammenhang schon spannend, was für eine Lobby der Wald gegenüber dem "Rest" hat. Wenn 25 Wisente ein bisschen Ärger machen wird das Projekt eingestellt weil die Waldbesitzer Ärger machen. Bei ein paar Tausend Wölfen schert sich kein Mensch. Verrückt.
 
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Nein, Logik der Rechtslage.

Und der Wald ist da egal, da geht es primär um Eigentum und Besitz, nicht Wald.
 
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Nein, Logik der Rechtslage.

Und der Wald ist da egal, da geht es primär um Eigentum und Besitz, nicht Wald.
Stimmt,
sehe ich ähnlich!
Ähnliche Konsequenzen oder ähnliche Entscheidungen erwarte ich dann aber auch beim Umgang mit dem Wolf!
Ich darf dich zitieren:
Eigentum und Besitz, muss auch beim Wolf als Maßstab gelten!
 
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Stimmt,
sehe ich ähnlich!
Ähnliche Konsequenzen oder ähnliche Entscheidungen erwarte ich dann aber auch beim Umgang mit dem Wolf!

Der Umgang mit dem Wolf ist im Einklang mit der geltenden Rechtslage. Da der von alleine zugewandert ist ist der herrenlos und läuft nicht in einem geplanten Projekt. Eigentum und Besitz am Wolf ist damit nicht begründbar und Schäden an Eigentum und Besitz unterliegen der Billigkeitsleistung als Schadensersatz und keinem Rechtsanspruch aus einer Eigentümerhaftung.

Ich darf dich zitieren:

Eigentum und Besitz, muss auch beim Wolf als Maßstab gelten!

Das sind und bleiben zwei verschiedene paar Stiefel. Wenn die vom Trägerverein die Eigentumsaufgabe juristisch einwandfrei durchziehen können würden die Wisente dann wie der Wolf den entsprechenden Anhängen der FFH-Richtlnie unterliegen und die klagenden Waldbauern hätten noch mehr Probleme, nämlich im Schadensfall keinen Ansprechpartner mehr. Kann der Verein das nicht durchsetzen sind sie weiter Eigentümer und die FFH-Regeln gelten nicht. Auf die Stufe kriegst Du den Wolf aber nicht.
 
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Der Umgang mit dem Wolf ist im Einklang mit der geltenden Rechtslage. Da der von alleine zugewandert ist ist der herrenlos und läuft nicht in einem geplanten Projekt. Eigentum und Besitz am Wolf ist damit nicht begründbar und Schäden an Eigentum und Besitz unterliegen der Billigkeitsleistung als Schadensersatz und keinem Rechtsanspruch aus einer Eigentümerhaftung.



Das sind und bleiben zwei verschiedene paar Stiefel. Wenn die vom Trägerverein die Eigentumsaufgabe juristisch einwandfrei durchziehen können würden die Wisente dann wie der Wolf den entsprechenden Anhängen der FFH-Richtlnie unterliegen und die klagenden Waldbauern hätten noch mehr Probleme, nämlich im Schadensfall keinen Ansprechpartner mehr. Kann der Verein das nicht durchsetzen sind sie weiter Eigentümer und die FFH-Regeln gelten nicht. Auf die Stufe kriegst Du den Wolf aber nicht.
Ok,
eine durchaus plausible Argumentation!
Nur diese sachlich und fachlich mögliicherweise korrekte Betrachtungsweise wird mit Sicherheit dem Konflikt beim Wisent als auch beim Transfer zur Beurteilung der Situation beim Wolf nicht gerecht, zumindest nicht bei den von den durch diese Beurteilungen real Betroffenen!
 
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Hoffentlich ist der Trägerverein versichert, sonst haftet der Vorstand mit Privatvermögen. Einfach den Verein auflösen hilft dabei nicht.
 
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Was ich nicht verstehe , wir Jäger sollen so viele Rehe wie möglich schießen um den vom Klimawandel gebeutelten Wald zu retten . Jetzt frisst der Wisent den Wald auf und wir:unsure:
ach lassen wir das !
 
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Das ganze Projekt ist doch nur der kreativen (Geschäfts- ;) )Idee eines verstorb. Großgrundeigentümers zu verdanken, der diese Tiere aber auch nicht allein in einem Teil seines großen Forstbetriebs mit kommerzieller Jagdwirtschaft eingattern wollte... warum wohl ?

Die anfangs begeisterten NatSch Leute, ob Offizielle oder privat organisiert, haben auch einsehen müssen, daß eine freie Ausbreitung des Wisents in D nicht so ganz einfach ist.

Das ganze Projekt ist etwas blauäugig.
Man stelle sich vor, größere Bestände des Herdentiers Wisents bevölkern unsere straßendurchschnittenen Mittelgebirge, abgesehen von ihren Lebens-Spuren an der Vegetation in Land- und Forstwirtschaft, die sich nunmal nicht vermeiden lassen.
Da passt etwas nicht zusammen, genauso mit großen Wolfs-Beständen in unserer vielgenutzten westeuropäischen Kultur-Landschaft. Qualitativ und rechtlich ist das allerdings eine andere Kiste, weil der Graue ganz natürlich von selbst kam, um zu bleiben. Denn ihm passen die Habitate, die er vorfindet !
Aber Konfliktpotential ist in beiden Fällenmehr als genug vorhanden.

Ein Ex-Übungsplatz, renaturiert, Zaun drum (ja, teuer, klar) und rein damit mit zur Erhaltung und Zucht diese Wildtiers nützlichen Beständen, fertig.
Alles andere ist in meinen Augen Fantasie - es sei denn, wir führen die Geburtenregelung bei homo idioticus äh, sapiens ein !

Haben wir nicht schon genug Probleme damit, dem Rothirsch angemessene Lebensräume zu erhalten ?
 
Zuletzt bearbeitet:
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Was für Buchen (oder Bäume?) werden denn vom Wisent verbissen (alt, jung, wirtschaftlich interessant (als was), jahreszeitlich)?

Gibt es da Lösung über‘s Detail? Oder schälen die Alles, was einen Stamm hat?

Mbogo
 

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