Wolfsjagd beobachtet

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#1
Bisher haben wir Wölfe nur herumlaufen sehen. Heute Nacht habe ich jedoch einen Jagdversuch beobachten können.
Ich war beim Ansitz auf einen abgeernteten Maisacker mit angrenzendem Wald, es war 22:00 Uhr. 160 Meter entfernt ästen eine Ricke mit Zwillingen und etwas abseits ein Bock. Ich habe dann gesehen wie ein einzelner starker Wolf die Rehe beschlich. Diese hatten den Grauen jedoch eräugt und sicherten in seine Richtung. Der Räuber drehte daraufhin bei und kam aus meinem Blickfeld.
Zwei Minuten später brach Chaos los. Aus der Walddeckung startete der Wolf einen Überfall. Alle Rehe rannten kreuz und quer auf dem Feld. Ausgesucht hatte er sich die Ricke. In voller Fahrt ging es nach ein paar Bögen in den Wald. Dabei klagte die Ricke wie manchmal, wenn sie in der Blattzeit von einem Bock derb getrieben werden.
Im Wald hat es dann geknallt und gescheppert, als wäre eine Rotte Sauen auf der Flucht. Es folgte langanhaltendes Schrecken, nicht nur von einem Stück. Die Kitze blieben nach Muttis Abgang einfach stehen und wussten nicht wohin. Wo der Bock abblieb weiß ich nicht.

Danach blieb die Bühne leer. Die Kitze zogen ganz langsam in eine Brachfläche.

:poop:
 
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#3
Pah, das war sicher ein Jungwolf im besten Draufgängeralter. Womöglich hat man nen Terrier eingekreuzt: viel Feind, viel Ehr.
 
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#4
Laut unsrer politischen Führungselite sollten die Wölfe im 21. Jahrhundert doch weitestgehend friedlich sein... Angriffe auf Nutztiere sind meist von Menschen provoziert... oder von den Nutztieren selbst...
Wer weiß was die Rehe dem Wolf vorher angetan haben...?! (schließlich sind sie ja WILDE Tiere)

Jedenfalls ein interessanter Bericht, danke dafür.
 
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#6
Sicherlich selten, dass man jagende Wölfe in D beobachten kann. Komme gerade von einer Jagdreise aus Osteuropa. Auch Wolfsgebiet. Konnte einen einzelnen Wolf (Rüden?) beobachten. Ich saß mit meinem Pirschführer bei der Morgenpirsch kurz an einer Suhle im Wald, weil der rufende Hirsch, dem wir folgten und dem es galt, urplötzlich nicht mehr meldete. Plötzlich wechselte in flottem Troll ein Alttier mit Kalb etwa 80m an uns vorbei! Keine Minute später auf dem gleichen Wechsel folgte der Wolf bei bestem Licht. Sicherlich ein prächtiges Tier und ein herrlicher Anblick. Nächsten Morgen machten uns dann die Kolkraben auf einen Wolfsriss (Alttier) in einer Wiese aufmerksam! (siehe Bild).

Da wir in unserer Region in D keine Wölfe haben, war ich überrascht wie groß der Wolf war und dass die Hundeführer in D zu Recht um ihre Vierbeiner bangen müssen, wenn diese im Wolfsgebiet bei Jagden geschnallt werden :sneaky: :poop:
Ansonsten: Die Hirschbrunft verlief sehr verhalten (Hirsche melden wenig), Muffelwild ist ausgerottet, Damwild ebenso, Rehwild spärlich, Sauenbestand gut.
Pferche mit Nutzvieh (Kühe, Schafe, Ziegen) waren keine vorhanden...lohnt sich vermutlich nicht mehr...

Wolfsriss.JPG
 
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#7
Interessant ist es in beiden Fällen herauszulesen, dass entgegen meiner bisherigen Einschätzung nicht Nachwuchsstücke, sondern die Rehgais (Ricke) bzw. das Alttier gerissen wurden.
 
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#8
Gibt es denn einen Rissfund von der Ricke? Die Beschreibung des TS ist da nicht deutlich genug, denn reines "Geschepper" im Wald im Dunklen heisst ja nicht, dass der Wolf erfolgreich war.

VG

Joe
 
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#9
Ich möchte auch nicht behaupten, dass der von mir gesichtete Wolf erfolgreich war beim Folgen von AT und K. Die niedergetrampelte Wiese um das AT lässt eher auf mehrere Wölfe schliessen...
 
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#11
Vielleicht könnte ja der TS so nett sein und im besagten Bereich Nachschau halten! ;)

Wenn Überreste vorhanden sind, dann war der wohl Wolf erfolgreich....
 
G

Gelöschtes Mitglied 21531

Guest
#12
Wie unterschiedlich sind doch unsere so subjektiven Moment-Eindrücke....:giggle:!

Ich war auch dieses Jahr wieder eine Woche im Zentrum eines Wolfsterritoriums jagen, hatte guten Wild-Anblick, u.a. dickste Hirsche, die Normalverhalten zu Brunftanfang und angesichts großer Tageswärme und Trockenheit zeigten und das einzige was ich vom Grauen sah, war dies hier...
DSC_0150.JPG
 
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#13
Ist doch egal wieviele Wölfe das Alttier gerissen haben und ob der einzelne Wolf die Geiß bekam. Entscheidend ist, daß wohl doch andere Selektionskriterien herrschen als man meinen möchte.

Nach meiner Beobachtung sind Geißen oft verdächtig langsam und auffällig beim Entfernen vom Liegeplatz sehr junger Kitze. Als wollten sie den Beutegreifer vom Nachwuchs ablenken. Evtl. Hat der Wolf zu dem Zeitpunkt die Erfahrung gemacht, daß man eine Geiß bekommen kann, wenn man schnell genug ist.
 
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#14
Es ist für Rehwild ein typisches Feindvermeidungsverhalten, dass die Geiß den Angreifer bewußt auf sich lenkt. Der wippende Spiegel ist gerade zu die Einladung. Die Kitze bleiben an Ort und Stelle zurück.

Passiert auch bei Hunden auf der Drückjagd. Irgendwo müssen ja die vielen nichtführenden Geißen herkommen. In unterholzreichen Revieren kann eine erfahrene Geiß den Wolf schon austricksen. Würde beim Hund auch funktionieren, aber da sitzen welche auf den Bäumen, die machen dann das. Im Offenland sind Jagden im Rudel dagegen sehr erfolgreich.

In den Rhodopen gab es viele Wölfe und trotzdem Rehwild, mehr sogar als Rotwild. In Macedonien hatten die Wölfe im offenen Bergland das Rehwild komplett ausgerottet, es war ganzjährig geschont. Wölfe hatten dagegen ganzjährige Jagdzeit, auch in der Aufzuchtszeit.

Das der Jagdführer so ruhig blieb wundert mich, ich kenne das anders.
 
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#15
Nachtrag: Es sind an der Stelle genauso viele Ricken mit Zwillingen wie vorher bekannt vorhanden. Das beweist zwar nichts, deutet aber darauf hin, dass der Dolle die Ricke gestern nicht geschlagen hat. Ätsch!
 
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