Zerwirkplatte Schneidplatte aus Holz

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#46
Alles gut, ich weiß !;)



Das können andere viel besser als ich, die haben das Werkzeug und die Fähigkeiten und
leben davon !
Wenn Du mein Post aufmerksam gelesen hast, weißt Du das auch mein Brett ein befreundeter, jagender Tischler gefertigt. hat.

Remy
Ach, da komme ich wohl doch nicht kostengünstig zu einem Brett.:cry: :sad:
Ich selbst benutze ein aus Kunststoff und bin völlig zufrieden damit.
 
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#49
Aus dem Nähkästchen:

Eiche ist das Holz der Wahl.
Bis Ende der 70er/Anfang der 80er war zweizöllige Eichendielen (ca. 70x120 cm, geleimt oder am Stück) in Metzgereien üblich.
Es ist auch in nassem/feuchtem Umfeld haltbar und wegen des hohen Gerbsäureanteils keimtötend, außerdem hart genug, um von den Schneidewerkzeugen nicht allzu sehr beschädigt zu werden.
Danach kamen Kunststoffplatten. Waren/sind auch gut, mussten aber (täglich fast ganztägig im Gebrauch) 1-2x jährlich abgehobelt werden, weil die Schnitterben zu tief und zu viele waren, um die Kunststoffteile noch vernünftig reinigen zu können. Nach dem Hobeln rutschte das Fleisch für 1-2 Wochen auf den Platten rum wie auf Glatteis.

In den 90ern gab es eine Studie, welche den Keimgehalt auf Hackblöcken in Metzgereien untersuchte. Kunststoffhackblöcke versus solchen aus Eichen(stirn)holz. Ergebnis: Auf den Eichenhackklötzen so gut wie keine Keime, Kunststoffhackblöcke sehr stark verkeimt.
Gründe: Gerbsäure im Eichenholz und größere Verkerbung im weichen/weicheren Kunststoff.
Da war das Kind aber schon in den Brunnen gefallen, bzw. die EU-Verordnung schon lange in Kraft.

Unabhängig von der Studie: Die Hackklötze wurden jeden Freitagnachmittag dick mit Salz eingestreut, welches am Montagmorgen wieder entfernt wurde. (Dieses Salz wurde natürlich NICHT in den Müll geworfen, sondern landete am Montagvormittag in Leber- und Blutwurst.)


Zu Pappelholz: Ob Pappel keimreduzierende Inhaltsstoffe hat, weiß ich nicht. Gerbsäure enthält es m. W. aber nicht (ich erinnere mich aber nicht, jemals schimmeleigen Mollen gesehen zu haben). Schlachtmollen und Mehl-/Teigtröge wurden daraus hergestellt, weil es ein Weichholz und leicht zu verarbeiten ist und vor allem, weil es nicht reißt, auch nicht, wenn es ständig zwischen Trockenheit und Feuchte schwankt. (Aus diesem Grund waren früher die großen und kleinen Zeichenbretter der technischen Zeichner aus Pappelholz, weil es sich nicht verzieht.)

Schneidebretter und Mollen aus Lindenholz (ebenfalls weich und leicht zu bearbeiten) halte ich für keine gute Lösung, da Lindenholz im Feuchten sehr schnell schimmelt. Mir ist auch nicht bekannt, dass es dafür je irgendwo eingesetzt wurde. Lokale Ausnahmen sind denkbar.

Hainbuche und Buche sind keine schlechte Wahl, da das Holz hart und zäh ist, also wenig Verkerbung und damit dauerhaft kleiner Oberfläche = weniger Keime.

Aus Ermangelung an Eichendielen verwende ich selbst seit ca. 15 Jahren ein großes Schneidebrett aus Eschenholz. Ca. 10 cm breite Bretter miteinander verleimt. Verzieht sich nicht und ebenfalls hart und zäh. So alle 3 Jahre mit Flex/Bandschleifer/Hobel glätten.

Schichtholzplatten halte ich persönlich für ungeeignet, es sei denn, sie wären nässefest verleimt - und auch dann würde ich aus haptisch-ästhetischen Gründen nicht darauf arbeiten wollen.

Natürlich kommen noch ungiftige Exotenhölzer in Frage, wie Zeder, Scheinzypresse (Bootsbau) oder Tropenhölzer.

Wer den Inhaber einer alteingesessenen Metzgerei kennt (oder die Erben einer ehemaligen solchen) kann ja nachfragen, ober er die alten Eichenschneidebretter (falls noch vorhanden) für kleines Geld bekommen könnte.

Ende
 
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#50
Ķunststoff ist schxxxe zu reinigen, weil sich der in Fasern und Fetzen löst, besonders die strukturierten Oberflächen, und was ich persönlich noch ätzender finde, die Fetzen, die sich lösen, find ich als Mikroplastik im Braten und im Abwasser wieder. Nein Danke.
 
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#51
Ca. 10 cm breite Bretter miteinander verleimt. Verzieht sich nicht und ebenfalls hart und zäh.
Die Bretter glatt verleimt oder "im Zickzack" gefräst?


Schichtholzplatten halte ich persönlich für ungeeignet, es sei denn, sie wären nässefest verleimt
Was genau meinst Du mit "Schichtholzplatten" - "Sperrholz", Multiplex, ...?

Ein Buchensäger hat ein Multiplex entwickelt, das den Anforderungen an Leimbinder entspricht; m.W. wurde da auch (wechselnde) Nässe getestet.

Ob einem das Aussehen gefällt ist natürlich eine ganz andere Frage und individuell unterschiedlich.


WaiHei
 
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#52
Die Bretter glatt verleimt oder "im Zickzack" gefräst?


Was genau meinst Du mit "Schichtholzplatten" - "Sperrholz", Multiplex, ...?

Ein Buchensäger hat ein Multiplex entwickelt, das den Anforderungen an Leimbinder entspricht; m.W. wurde da auch (wechselnde) Nässe getestet.

Ob einem das Aussehen gefällt ist natürlich eine ganz andere Frage und individuell unterschiedlich.


WaiHei
Buche arbeitet bei Feuchtigkeit zu heftig , Ob mit oder ohne Keilzinken vom Verleimfräser ist bei gutem Kontakt der Leimflächen nicht so wichtig wie guter Leim , und Schichtholz = Dreischichtplatten Fichte E1
 
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#53
Ach ja ....
Vorhin vergessen:
Früher™ wurden auf der Unterseite immer noch Schwalbenschwanznuten QUER zu den verleimten Brettern eingefräst und eine entsprechende Leiste eingeschoben, die die Verleimung zusätzlich stabilisierte UND das durchbiegen der Platte quer zum Verlauf der Bretter ver<h/m>inderte.


WaiHei
 
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#54
Die Bretter glatt verleimt oder "im Zickzack" gefräst?
Glattverleimt mit handelsüblichem wasserfestem Parkettleim.
Allerdings war das von mir verwendete Eschenholz über 20 Jahre luftgetrocknet. Geht sicher auch mit deulich kürzeren Lufttrocknungszeiten (~4-5 Jahren), aber bei schnell kammergetrocknetem Holz wird es wegen möglicher Rissbildung experimentell.

Was genau meinst Du mit "Schichtholzplatten" - "Sperrholz", Multiplex, ...?
Was allgemein gemeint.
Neben der zweifelhaften Ästhetik kommt hinzu, dass Schneidebretter/Zerwirkplatten nach einiger Zeit durch die Schneidewerkzeuge verkerben. Schichtholzplatten sauber und ohne Beschädigung der einzelnen Schichten zu hobeln/schleifen gelingt (zumindest mir) nicht.

Buche arbeitet bei Feuchtigkeit zu heftig
Ja, es seidenn, es wurde vorher dampfbehandelt.
 
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#55
Wenn man jeden Tag auf dem Brett arbeitet ist ein qualitativ hochwertiges bestimmt wichtig. Der Großteil der Jäger aus dem Forum wird aber maximal 5 bis 10 Tiere im Jahr selbst verarbeiten. Viele davon wohl gleich in der Wildkammer, wo hoffentlich eine anständige Schneidunterlage vorhanden ist. Für die anderen reicht auch ein normales Brett in ausreichender Größe um es jahrelang nutzen zu können. Da haben die Meisten beim Zerwirken ganz andere Probleme als die Schneidunterlage. Ob man dann da optische Abstriche machen muss oder es nicht hundertprozentig Plan ist wohl nicht zu wichtig. Hauptsache man verwertet auch das, was man erlegt.
 
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