Zu kurze Hülsen einheitlich trimmen?

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#1
Hallo zusammen!
Wie handhabt ihr das, Trimmen oder Ausgleichen von Patronenhülsen, wenn die unterschiedlich lang sind aber noch immer deutlich unter CIP max?

Ich habe nämlich momentan folgenden Sachverhalt bei kalibrierten, einmal als Fabrikpatrone verfeuerten 7x64 Normahülsen:
Nach dem Kalibrieren haben die Hülsen eine Differenz von der längsten zur kürzesten Hülse von bis zu 0,3mm. Jedoch sind selbst die längsten Hülsen mit 63,6mm noch 0,4mm unter der Maximallänge von 64mm.

Ich Trimme meine Hülsen normalerweise mit dem Lee Trimmer mit dem Längenführungsdorn, weil ich damit sehr geringe Toleranzen erreiche. Nur ist es so, dass mit diesem Trimmdorn zu lange Hülsen auf 63,8mm gekürzt werden. Aber so lange dind die Hülsen ja noch nicht ein mal.

Einen weiteren Führungsdorn kaufen und diesen "abschleifen" bis z Bsp eine Trimmlänge von 63,5mm erreicht wird? Auf 63,3mm runter möchte ich nicht wirklich, da dies mit 0,7mm unter CIP-max arg kurz ist.
Ich weiss aber ehrlich gesagt auch nicht, ob und wie negativ die folgen sein können von zu kurzen Hülsen.

Wie löst ihr das? Ich bin ja sicher nicht der einzige mit diesem Beobachtung mit Fabrikhülsen.

Waidmannsheil
 
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#2
Bei Jagdmunition würde ich mir da keine Gedanken drüber machen. Bei diesen kleinen Unterschieden wirst Du keine Präzisionseinbußen haben.
Lasse die Länge einfach "wachsen" dann kannst Du später mit dem Lee Werkzeug immer noch alle auf gleiche Länge trimmen.
 
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#3
Das gleiche "Problem" habe ich auch schon bemerkt, 30/06.
Geco, RWS, WIN, Norma, Fed, Speer, Lapua
Alle Hülsen einmal abgefeuert, auch nach Vollkalibrieren deutlich unter Min. Maßen der CIP.

Also kann man sich das Trimmen vorerst sparen.
 
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#4
servus

Hallo zusammen!
Wie handhabt ihr das, Trimmen oder Ausgleichen von Patronenhülsen, wenn die unterschiedlich lang sind aber noch immer deutlich unter CIP max?

....

Wie löst ihr das? Ich bin ja sicher nicht der einzige mit diesem Beobachtung mit Fabrikhülsen.

Waidmannsheil
so wie in Deinem Falle trimme ich gar keine der Hülsen.
Die dürfen ja unter CIP L3 liegen. Sollen sie ja auch, damit sie sie problemlos zu verladen sind.


Davon abgesehen erachte ich das Trimmen mit dem Längenführungsdorn als problematisch.
Die exakt gleichen Hülsenlängen hängen dann nämlich von exakt gleichen Hülsenbodendicken ab.

Ich trimme z.B. mit dem Lyman Trimmer.... Da wird die Länge der zu trimmenden Hülsen über die Fräserspindel festgelegt.

Und wenn ich will, nehme ich die kürzeste aller Hülsen als Maß und trimme alle Hülsen gleichmäßig kurz runter.
Dafür habe ich dann einge Schießzyklen Ruhe mit dem Trimmen.

Wenn man gleichmäßig andrückt, dann sind auch die Hülsenlängen eingermaßen identisch.
....

Einen weiteren Führungsdorn kaufen und diesen "abschleifen" bis z Bsp eine Trimmlänge von 63,5mm erreicht wird? Auf 63,3mm runter möchte ich nicht wirklich, da dies mit 0,7mm unter CIP-max arg kurz ist.
Ich weiss aber ehrlich gesagt auch nicht, ob und wie negativ die ......

Waidmannsheil
so lange das Geschoß stramm gehalten wird, gibts auch keine Probleme.

Aber wie kommt es denn zu dem Maß von 63,3mm ?

Ist der Führungsdorn eventuell für ein anderes Kaliber angedacht ?
 
Zuletzt bearbeitet:
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#5
Ich kürze meist auf -0,5 mm unter L3. In deinem Fall würde ich alles unter 63,5 mm nicht anfassen sondern „wachsen“ lassen, die 63,6 mm würde ich wohl auch erst nach dem nächsten Schuss kürzen, kannst sie natürlich um ein Zehntel kürzen.
 
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#6
Wenn ich mich recht entsinne steht in meiner Blauen Bibel eine Anmerkung bei umgeformten Hülsen, dass es nichts ausmacht, wenn diese 1 Millimeter zu kurz, d.h. unter CIP max sind.
Ich würde mir deshalb in Deinem Fall bei Jagdmunition keine Sorgen machen.

Grüße
 
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#7
Danke für eure ersten Einschätzungen und Erfahrungen.

Mir ging es darum, präzisionsmindernde Fehlerquellen auszumerzen. Durch die verschiedenen Hülsenlängen werden ja auch die Geschosse unterschiedlich tief gesetzt, was doch dann auch wieder in unterschiedlichen Ausziehwiederstand resultiert. Davon befürchtete ich eben Präzisionseinbussen.
Gerade bei den Barnes TTSX und LRX sieht man die unterschiedlichen Längen wegen den Entlastungsrillen im Geschoss relativ deutlich. Das gab mir dann auch den Anstoss zu fragen, ob ihr eure Hülsen angleicht. Beim AccuBond fiel das weniger auf. ;-)
Wenn sich das aber tatsächlich nur homöopathisch auswirken sollte, kann ich es verkraften. ;-)

@Gipfl:
Ich habe diese Hülsen noch gar nicht gekürzt. Die waren als verfeuerte Hülsen von der Fabrikmunition teilweise nur 63,2mm lang. Nach dem Vollkalibrieren löngten sich diese dann auf oben genannte 63,3mm.

Den Lee Trimmer finde ich diesbezüglich nicht schlecht,denn der Führungsdorn passt durch das Zündloch der Hülsen und stellt dann erst an der Stahlfläche vom Trimmergegenstück an. Somit ist die Gesamtlänge der getrimmt Hülsen wirklich sehr gleichmässig, da einzig der Führungsdorn die Länge beinflusst.
 
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#8
Danke für eure ersten Einschätzungen und Erfahrungen.....

Wenn sich das aber tatsächlich nur homöopathisch auswirken sollte, kann ich es verkraften. ;-)
mehr wird es nicht werden ;)

@Gipfl:
Ich habe diese Hülsen noch gar nicht gekürzt. Die waren als verfeuerte Hülsen von der Fabrikmunition teilweise nur 63,2mm lang. Nach dem Vollkalibrieren löngten sich diese dann auf oben genannte 63,3mm.
konntest Du hinsichtlich der Werkspäzision eklatante Abweichungen fesstellen ?

Den Lee Trimmer finde ich diesbezüglich nicht schlecht,denn der Führungsdorn passt durch das Zündloch der Hülsen und stellt dann erst an der Stahlfläche vom Trimmergegenstück an. Somit ist die Gesamtlänge der getrimmt Hülsen wirklich sehr gleichmässig, da einzig der Führungsdorn die Länge beinflusst.
nun, der Führungsdorn kann, nach meinem Verständnis, nur so weit in die Hülse, wie es der Bodenanschlag zu lässt.
Wenn der Boden bei einigen Hülsen nun z.B. um 2/10mm dicker wäre, macht sich das Ende ja auch in der Gesamtlänge L[SUB]3[/SUB] bemerkbar.

Bei Jagdmunition aber von eher sehr geringem Belang...

Mir würde es auch Kopfzerbrechen bereiten, wenn irgendein Dorn in der Zündlochbohrung "wütet".. wenn die Hülse schief in der Halterung sitzt, so würde sich das Eiern des Dornes, mit allen Folgen, im Zündloch befürchten.
Stichwort ev. m ö g l i c h e Gratbildung im weicheren Messing

Na gut... so hat jedes System eben auch seine Nachteile :?
 
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#9
Die Dorne werden auf der anderen Seite mit dem Fräskopf bestückt und mit einer Holzkugel als Handgriff mit dem man mit ein Paar Umdrehungen die Überlänge zurück nimmt.

Also von wüten im Zündkanal würde ich da nicht reden wollen.
 
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#10
Ich habe einmal 6,5x55 mit bis zu 1,5mm Laengendifferenz bei den Huelsen, geladen. Nur um zu probieren ob das Auswirkungen auf die Gruppengroesse hat. Keine der Huelsen war ueber der Maxlenge! Diese forsaetzlich "schlecht" produzierte Munition hat nicht schlechtere Gruppen erzeugt, wie meine "Wettkampfmunition".

Ich will nicht dazu raten, unsaubere Wiederladearbeid zu machen! Der Einfluss auf die Praezision ist aber nicht so gross, dass ich es haette messen koennen.

tømrer
 
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#11
servus

Die Dorne werden auf der anderen Seite mit dem Fräskopf bestückt und mit einer Holzkugel als Handgriff mit dem man mit ein Paar Umdrehungen die Überlänge zurück nimmt.

Also von wüten im Zündkanal würde ich da nicht reden wollen.
Hoi, Meister des Wiederladens und des unendlichen Erfahrungsschatzes :thumbup:

Es geht mir eigentlich hierbei um die zumindest theoretische Möglichkeit einer Beschädigung der Zündlochbohrung.

Über irgendetwas müssen wir ja noch diskutieren können ;)
Das Prinzip sowie das dazugehörige Werkzeug ist mir auch bekannt:

Lee Trimmlängenmaß, Klick -->>


..... wenn der zentrierende Stahlstift, der die fest eingespannte Hülse mit Sicherheit nicht zentrieren kann, durch eine schief sitzende Hülse schief in das Zündloch gepresst wird, man sodann die Hülse dreht, kann man davon ausgehen dass der gehärtete Stahlstift am zumindest inneren Rand der Zündlochbohrung einen Grat aufwirft und die Zündlochbohrung möglicherweise minimal trichterförmig geweitet wird.

Was die untere Kante des eventuell schräg aufdrückenden Längenmaßes rund um das Zündloch anrichtet, sollte man sich einmal genauer ansehen...

Die Kräfte die dort punktuell auftreten, sind nicht so ohne...
Aber bei Jagdmuntion wird es wohl keine all zu große Rolle spielen!

Grate an der Zündlochbohrung werden bei Benchrestmunition allerdings penibelst entfernt.
Die Leute werden schon recht genau wissen, weshalb sie den Aufwand treiben
 
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#12
Da es für das QuickTrim Pro System leider keine Haltematrize für 450M gibt; werde ich mir dafür das einfachere System mit Trimmlängenmaß für die 450 zulegen, dann sehen wir weiter.

Für 308 und 30/06 habe ich das System mit den Haltematrizen und für Akkuschrauber.
Allerdings sind die kalibrierten 30/06 Hülsen alle kürzer als Mindestmaß CIP, also noch nicht zum Einsatz gekommen.
 
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#13
..... wenn der zentrierende Stahlstift, der die fest eingespannte Hülse mit Sicherheit nicht zentrieren kann, durch eine schief sitzende Hülse schief in das Zündloch gepresst wird, man sodann die Hülse dreht, kann man davon ausgehen dass der gehärtete Stahlstift am zumindest inneren Rand der Zündlochbohrung einen Grat aufwirft und die Zündlochbohrung möglicherweise minimal trichterförmig geweitet wird.

Es wird nicht nur vom Stahlstift zentriert. Die gesamte "Case length gauge" ist ziemlich spack ausgeführt. Da ist nicht viel mit wackeln. Da wird auch nichts gepresst, denn man arbeitet nicht mit Kraft sondern mit Verstand. Wenn der Stahlstift einmal drin ist kommt das teil auch nicht mit der Zündlochbohrung (meistens ist es eine Stanzung) in Berührung. Der Stift liegt dann nämlich an dem Hülsenhalte an. Und nochmal. Man braucht keine Kraft. Das Schneidewerkzeug ist scharf. Die "Probleme" die Du aufführst gibt es nicht.
Du machst dir zu viele Gedanken. darüber haben sich Menschen den Kopf zerbrochen die das beruflich tun. ;-)


Grate an der Zündlochbohrung werden bei Benchrestmunition allerdings penibelst entfernt.
Die Leute werden schon recht genau wissen, weshalb sie den Aufwand treiben
Jau, die Zündung soll dann gleichmäßige laufen, weil der Zündfunke das Pulver gleichmäßiger erreichen soll. Nunja. Wer sich über sowas gedanken macht muss wirklich Benchrester sein. Für Normalsterbliche unnötig. Norma Hülsen kaufen und sich über so etwas keine Gedanken machen. Die sind nämlich gebohrt und nicht gestanzt (Sako glaube auch).
Viel Spaß
 
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#14
und trotzdem ist es kaum Aufwand einmal mit einem langen Senker das Zündloch zu entgraten.

Auch beim durchbohren ensteht Grat. Und wenn man es mit einfachen Mitteln beheben kann, warum nicht.

Dann weiß ich zumindest das es an sowas nicht liegen kann. Dann geht der Zündstrahl schön ab durch die Mitte :-D

Nein ich bin kein Benchrester, aber präzissionsliebend.

Grüße

M29
 
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#15
Ich habe einmal 6,5x55 mit bis zu 1,5mm Laengendifferenz bei den Huelsen, geladen. Nur um zu probieren ob das Auswirkungen auf die Gruppengroesse hat. Keine der Huelsen war ueber der Maxlenge! Diese forsaetzlich "schlecht" produzierte Munition hat nicht schlechtere Gruppen erzeugt, wie meine "Wettkampfmunition".

Ich will nicht dazu raten, unsaubere Wiederladearbeid zu machen! Der Einfluss auf die Praezision ist aber nicht so gross, dass ich es haette messen koennen.

tømrer
kann ich für die 6,5x55 so bestätigen....immer noch mein Liebling 300m + :)

Mache seit einigen Wochen versuche mit der 300 Win Mag A-Max, ELD-X und Accu Bond da habe ich durch gleichmäßiges Trimmen bei sonst gleichen Komponenten ein paar mm rausgeholt. Die Patrone ist wegen dem kurzen Hals aber eh recht zickig. Abweichung bei der V3 war ebenfalls geringer. Ist mir bei der 308 Win so noch nicht aufgefallen. Bei der .223 Rem habe ich aber auch das Gefühl, dass man mit gleichmäßigen Hülsen bessere Präzision hinbekommt. Dies muss aber noch in weiteren Versuchen überprüft werden.
 
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