Drehmoment ZFR-Montage

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Guten Morgen,

Weiss jemand mit welchem Drehmoment man üblicherweise die Ringmontage festzieht (Halbringe)? Kann man hier überhaupt eine Aussage treffen oder ist das von Montage zu Montage verschieden (Hersteller)?

WMH
 
A

anonym

Guest
Das ist verschieden, muss auch so sein.
Die Anzugsdrehmomente sind von Hersteller zu Hersteller verschieden alleine schon weil unterschiedliche Schrauben aus unterschiedlichem Material mit unterschiedlichen Legierungen verwendet werden, dadurch verschiebt sich natürlich die für die jeweilige Schraube geltende Streckgrenze, also der Bereich in dem ein Metall duch eine Zugbelastung aus der Elastischen Verformung in die Plastische, nicht mehr Rückgängig machbare Verformung übergeht, diesen Bereich nennt man Streckgrenze.....Über der Streckgrenze hält die Schraube zwar noch, ist aber eingetlich "innerlich" schon kaputt.

Erheblich Problematischer wird es noch wenn man zusätzlich noch Schraubensicherung verwendet, zwar sollte man sie verwenden, man muss allerdings wissen das Schraubensicherung erst sichert wenn sie Trocken und ausgehärtet ist, vorher...beim Einbringen der Schraube wirkt sie wie ein Schmierstoff, man verschiebt also die Drehmomentskurve kommt aber dennoch irgendwann an die Materialstreckgrenze...dort sit vorsicht geboten.

Deswegen sind die Anzugsdrehmomente nur bedingt übernehmbar für die Verwendung mit Schraubensicherungsmittel
Also, und jetzt schließt sich der Kreis, mit ein wenig Metall und Maschinenbaukenntniss weiß man, Schrauben fest anziehen, aber nicht auf Teufel komm raus anknallen, lieber etwas weniger Drehmoment und dafür Schraubensicherung als bis an die Streckgrenze festgebolzt und keine Schraubensicherung.

Hoffe das hilft.


Deswegen, die Schraube ist das schwächste Gleid in der Kette, wichtig ist nur das eine anständige Flächpressung stattfindet, je mehr pressfläche desto besser, wichtig sind Formschlüssige Bauteile, deswegen sollte man Hochwertige Ringe benutzen.

Das typische nach Fest kommt ab Beispiel....du drehst eine Schraube in die Wand....erst denkst du ...ein bisl noch dann ist sie fast, noch ein bisl...es wird immer schwerer zu drehen....du bist noch im elastischen bereich, auf einmal wird es leichter...die plastische verforumg beginnt, noch ein stück weiter und du hast den kopf in der Hand.
 
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Das hängt auch davon ab, wie stabil der Rohrkörper ist. Herstellerangaben habe ich dazu bisher nicht gefunden.

Häufiger findet man den Wert "nicht über 2 Nm" (dieses Forum, WO), daran orientiere ich mich. Erfahrungswerte: 2 Nm sind gut für ein Leupold Mark 4 in Recknagel PSG Ringen, 1.5 Nm sind allerdings schon zuviel für ein Nikon Fieldmaster in einer Recknagel 3/4 geteilten Aufkippmontage (Ring nicht weit von der Mechanik). Dann klemmt die Parallaxeverstellung. 1 Nm passt da noch.

Achte auch darauf, mit einer Fühlerlehre die Spalte zwischen den Ringen auf beiden Seiten identisch zu halten.
 
A

anonym

Guest
ja, du hast völlig recht es ist, wie ich oben andeuten wollte, viel "Fingerspitzengefühl" gefragt.
Allerdings SOLLTE es so sein das durch FORMSCHLÜSSIGE, d.h sowohl am Rohrkörper als auch bei den Ringen eine geringe Fertigungstoleranz Übermäßige "Strangulierung" des Rohrkörpers eigentlich verhindern sollte, sollte :roll:
 
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bei EAW werden vom Hersteller auch 2 Nm empfohlen.

Ich würde es aber auch nach Gefühl machen, Aber Obacht: je länger der Hebel (bei überlangen Inbusschlüsselchen) desto mehr Kraft kommt an der Schraube an ohne dass man es gleich spürt.
 
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die Schraube ist das schwächste Glied in der Kette
nicht unbedingt: bei Alu-Ringen sind auch mal ganz schnell die wenigen Gewindegänge rausgedreht. Deshalb schließe ich mich meinen Vorpostern an: immer mit Gefühl und keinesfalls das angegebene Drehmoment überschreiten.

Erfahrungswerte: 2 Nm sind gut für ein Leupold Mark 4 in Recknagel PSG Ringen, 1.5 Nm sind allerdings schon zuviel für ein Nikon Fieldmaster in einer Recknagel 3/4 geteilten Aufkippmontage (Ring nicht weit von der Mechanik). Dann klemmt die Parallaxeverstellung. 1 Nm passt da noch
Das liegt wohl eher daran, dass die Recknagel PSG-Ringe hälftig geteilt sind. Ich würde um des ZFRs willen niemals 3/4-1/4 geteilte Ringe nehmen! Q.e.d.
 
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Frettierer schrieb:
Das liegt wohl eher daran, dass die Recknagel PSG-Ringe hälftig geteilt sind. Ich würde um des ZFRs willen niemals 3/4-1/4 geteilte Ringe nehmen! Q.e.d.
Das kann gut sein. Gibt es eine Aufkippmontage mit Anschlag und Support mit Halbringen?
 
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Danke für eure Antworten. Konret geht es um eine Steyr Stahlmontage mit Halbringen (30mm). Schraubensicherung will ich auch verwenden.

WMH
 
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Frettierer schrieb:
Wenn du ein Nikon Fieldmaster hast, wozu brauchst du den Support?
Danke für den Denkanstoß. Habe gerade darüber nachgedacht: Den Support kann ich mir schenken. Es hat keinen Vorteil, seitliche Abweichung über den Support zu korrigieren anstelle über das Zielfernrohr. Stimmt das auch unter dem Wunsch, Wind durch Drehen am Zielfernrohr kompensieren zu können.

Gibt es denn eine Montage mit Anschlag und Halbringen?
 
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Henry M. Winter schrieb:
Frettierer schrieb:
Wenn du ein Nikon Fieldmaster hast, wozu brauchst du den Support?
...
Den Support kann ich mir schenken. Es hat keinen Vorteil, seitliche Abweichung über den Support zu korrigieren anstelle über das Zielfernrohr....

Das sehe ich anders. Es ist zwar einfacher, die Seitenverstellung des Absehens zu benutzen. Aber du hast nur wenig Spielraum für die Justierung der Treffpunktlage, wenn schon ein Großteil des Verstellbereichs für die Korrektur eine nicht richtig ausgerichteten Montage drauf geht.

Teddy
 
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Das schwächste Glied in der Kette sind die Linsen IM ROHR - und bei zu starkem Drehmoment der Montage wurden auch schon Linsen beschädigt... !!!

Also nicht denken, was die Schrauben oder Stahlringe abkönnen, sondern was die Linsen verkraften!
 

JMB

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Leupold schrieb:
It takes 20-in lbs of torque to tighten a base screw properly (13-in lbs for ring screws), ...
1 in lbs = 0,11 Nm
1 Nm = 8,85 in lbs

13 in lbs = 1,47 Nm
20 in lbs = 2,26 Nm

Wobei Leupold betont, dass Kleben bei diesen Anzugsmomenten nicht nötig sei, aber empfiehlt etwas hochwertiges Waffenöl auf die Gewinde zu geben.


WaiHei
 
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JMB schrieb:
Leupold schrieb:
It takes 20-in lbs of torque to tighten a base screw properly (13-in lbs for ring screws), ...
1 in lbs = 0,11 Nm
1 Nm = 8,85 in lbs

13 in lbs = 1,47 Nm
20 in lbs = 2,26 Nm

Wobei Leupold betont, dass Kleben bei diesen Anzugsmomenten nicht nötig sei, aber empfiehlt etwas hochwertiges Waffenöl auf die Gewinde zu geben.


WaiHei

das mit dem hochwertigen Öl hat einen anderen Hintergrund: wenn du zu hohe Reibung im Gewinde hast, kommt weniger Drehmoment effektiv an der Schraube an - und es besteht die Gefahr, daß du im Extremfall die Schraube aufgrund der hohen Reibung abreißt, obwohl sie noch nichtmal fest war...
 
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