30% Verbiss realistisch?

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#1
Hallo zusammen,

nächstes Jahr wird das Gemeinschaftjagdrevier bei uns im Dorf neu verpachtet. Derzeit liegt der Verbiss bei nahezu 100% - ohne Zäune geht gar nichts. Dies ist seit ca. 50 Jahren so und so sieht der Wald auch aus…
Die Jagdgenossenschaft möchte einen Passus in den neuen Pachtvertrag aufnehmen, dass bei einem Verbiss von über 30% ein Sonderkündigungsrecht der Jagdgenossenschaft besteht.

Zum Revier:
Es handelt sich um ein Gemeinschaftsjagdrevier mit ca. 500 ha, davon sind ca. 100 ha Wald. Ca. 70ha haben keinen direkten Kontakt zu einer angrenzenden Waldfläche (Insel sozusagen) und 30ha grenzen an eine größere Waldfläche an.

Ich halte eine Vorgabe von maximal 30% Verbiss aufgrund der geringen direkt beeinflussbaren Fläche für nicht realistisch. Auf 100ha Wald – mit nicht geringen Rehwildbeständen in den Nachbarrevieren – ist dies nicht zu machen :no:.


Was sagt Ihr dazu – sind 30% Verbiss eurer Erfahrung nach bei scharfer bejagung realistisch?


Wie hoch ist der Verbiss bei euch bei scharfer Bejagung :what:?


Danke und Gruß
 
G

Gelöschtes Mitglied 15851

Guest
#2
Was sagt der Vertrag denn zu den Kosten bei Verbiss?
Wie lange ist die Kündigungsfrist bei der Sonderkündigung?
Zum Jagdjahresende oder sofort?
 
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#3
Was sagt Ihr dazu – sind 30% Verbiss eurer Erfahrung nach bei scharfer bejagung realistisch?


Wie hoch ist der Verbiss bei euch bei scharfer Bejagung :what:?


Danke und Gruß
Bei mir wurden auf meinen Flächen gerade 4000/ ha Pflanzen Douglasie ( hinterm Zaun ) gesetzt;
letztendlich sollen 400 Bäume / ha als Zielertrag stehen bleiben.

Hier interessiert keinem Gebildeten Waldbesitzer eine " Verbissquote";
ist es doch vordergründig eine Argumentation aus den Reihen der Forstverwaltung um ihr eigenes Unvermögen zu kaschieren.



Ich hätte auch die Möglichkeit gehabt; den Wald " Naturnah" umzubauen; mit Buchen und Eichenunterpflanzung; ohne Zaun; mit Förderung ( Subvention)
allerdings ohne Zaun.

Ich hab es NICHT getan. Warum ? Einfache 3-Satz-Rechnung.

Die Fläche wurde vorher durch geräumt; auch Qualitativ Minderwertiges Holz wurde entnommen; 10 % des Altbestandes blieben bestehen.

Da ist viel Holz geschlagen worden; dafür gab es einen Haufen €... einen großen Haufen !

Ein Teil dieser Fläche ( ein geringer Teil) wurde von meinen Vater und Großvater angepflanzt; der Überwiegende Teil VON MIR SELBER 1972
nach Sturmschaden ! ( war zwar Kinderarbeit; aber ich hab es damals als Bub getan)

Soll heisen : innerhalb von knappe 45 Jahren wurde da viel Holz geschlagen und Geld Verdient.

Hätte ich den Wald nun Natur nah Umgebaut... wann hätte ich die erste Nutzung gehabt ? Ich selber wohl kaum ( die Zeit hätte mich dahin gerafft..);
bis das erste Nennenswerte Geld kommt sind gut und Gerne eher 100 als 50 Jahre ins Land gezogen.

Welche Nutzung ? Bei Eiche und Buche derzeitig überwiegend als Feuerholz.. und ob diese Nutzung in 60 Jahren so noch Möglich ist ? Bei der jetzigen Diskussion über Staubemisionen; Russanteile und Abgasfeinstaubwerte halte ichs gelinde gesagt für mehr als Fraglich.Wen nicht... nun als Bau- und Nutzholz ist Eiche und Buche überhaupt nicht Brauchbar... wen ich zu meinem Dachdecker und Zimmermann sage : den Dachstuhl bitte aus Eiche und Buche... dann läßt er die starken Jungs mit der " ich-hab-mich-selber-Lieb-Jacke" anrücken....

Ergo : Das Holz kaum Marktfähig.Und damit meine Erben; die Generation nach mir; um ihr Eigentum und Möglichkeit Erträge aus Nutzung generieren zu können; vertan.

Dann halte ich lieber Holz hinterm Zaun; pfeife auf öffentliche Förderung und Subvention und muß meiner Familie die Entwertung ihres Eigentums nicht noch öffentlich fördern lassen....

Unterm Strich; nach Abzug von Maschinenkosten; Pflanzgut- und Pflanzlohn; Zaunkosten ist vom Holzertrag auch noch Geld für mich ( zum Steuern zahlen...) übrig geblieben.

Und Sauenpendel haben wir in dem Zaun auch eingebaut.


TM
 
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#4
Was, TM, soll das dem TS helfen, was Du über Deinen Wald erzählst?

Zur Frage, die 70ha sind als Insel doch bejagbar und wenn die Rehleins dort nach der Ernte der Felder einrücken, kannst Du dich Deinerseits die Rehleins ernten. Vielleicht motiviert das auch die Nachbarn?!

Üblich ist es, die Wildschadensabwehr, sprich Zaun oder Verbissschutzmittel an den Pächter abzudrücken, manchmal zu 80%, manchmal zu 100%, das ist hier dann nicht anders.
Du musst Dir halt überlegen, ob Du jagen, streichen oder Zäunen magst.
 
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#5
Ich hätte auch die Möglichkeit gehabt; den Wald " Naturnah" umzubauen; mit Buchen und Eichenunterpflanzung; ohne Zaun; mit Förderung ( Subvention)
allerdings ohne Zaun.

Ich hab es NICHT getan. Warum ? Einfache 3-Satz-Rechnung.
Als Privatwaldbesitzer bist du ja auch nun deinen persönlichen (Familiären) Zielen verpflichtet.

Öffentliche Waldbesitzer haben aber ganz andere Zielvorgaben, wobei die Erreichung der klassisch-forstlichen immer öfter durch zusätzlichen "politische" Anforderungen aus Naturschutz, Erholung und Umwelt erschwert wird.

Und das ganze dann mit einem sehr modernen Controlling und "Benchmarks" in allen Details.

Zudem sind Förster sind auch meist keine freien Bauern, sondern Beamte mit Vorgesetzten.:cool:

basti
 
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#6
Moin!

Die pauschale Angabe von Prozenten ist sowieso nicht zielführend. Wenn der Wald in uralter "Dunkelmännermanier" bewirtschaftet wird und sich fast nichts verjüngt - da sind 100% Verbiss normal. Auch in dichten Partien kaukasischer Urwälder z. B. Wird entsprechend aufgelichtet sind eventuell sogar 80% kein Beinbruch, solange es nicht zu Entmischungen kommt. Das kann man also aus der Distanz nicht beurteilen. Wenn der Wald sehr übersichtlich (also leicht zu bejagen) ist und die Felder im Winter wenig Deckung geben: dann gehts mit der Bestandesreduktion wahrscheinlich, aber Du wirst dann Hassobjekt Deiner Nachbarn, weil Du einen echten "Trichter" schiessen musst. Ist das Ganze schwer zu bejagen, hast Du im Offenland noch gutes Rehwildhabitat, wo die sich hin zurückziehen können und Du nicht so recht drankommst - dann frag', wo demnächst wieviel Verjüngung geplant ist und denke über Schutzmaßnahmen nach.

Viele Grüße

Joe
 
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#7
Hallo zusammen,

nächstes Jahr wird das Gemeinschaftjagdrevier bei uns im Dorf neu verpachtet. Derzeit liegt der Verbiss bei nahezu 100% - ohne Zäune geht gar nichts. Dies ist seit ca. 50 Jahren so und so sieht der Wald auch aus…
Die Jagdgenossenschaft möchte einen Passus in den neuen Pachtvertrag aufnehmen, dass bei einem Verbiss von über 30% ein Sonderkündigungsrecht der Jagdgenossenschaft besteht.

Zum Revier:
Es handelt sich um ein Gemeinschaftsjagdrevier mit ca. 500 ha, davon sind ca. 100 ha Wald. Ca. 70ha haben keinen direkten Kontakt zu einer angrenzenden Waldfläche (Insel sozusagen) und 30ha grenzen an eine größere Waldfläche an.

Ich halte eine Vorgabe von maximal 30% Verbiss aufgrund der geringen direkt beeinflussbaren Fläche für nicht realistisch. Auf 100ha Wald – mit nicht geringen Rehwildbeständen in den Nachbarrevieren – ist dies nicht zu machen :no:.


Was sagt Ihr dazu – sind 30% Verbiss eurer Erfahrung nach bei scharfer bejagung realistisch?


Wie hoch ist der Verbiss bei euch bei scharfer Bejagung :what:?


Danke und Gruß
was für (Haupt-)Baumarten kommen vor und ist Naturverjüngung oder Pflanzung verbissen?
 
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#8
Bei mir wurden auf meinen Flächen gerade 4000/ ha Pflanzen Douglasie ( hinterm Zaun ) gesetzt;
letztendlich sollen 400 Bäume / ha als Zielertrag stehen bleiben.

Hier interessiert keinem Gebildeten Waldbesitzer eine " Verbissquote";
ist es doch vordergründig eine Argumentation aus den Reihen der Forstverwaltung um ihr eigenes Unvermögen zu kaschieren.



Ich hätte auch die Möglichkeit gehabt; den Wald " Naturnah" umzubauen; mit Buchen und Eichenunterpflanzung; ohne Zaun; mit Förderung ( Subvention)
allerdings ohne Zaun.

Ich hab es NICHT getan. Warum ? Einfache 3-Satz-Rechnung.

Die Fläche wurde vorher durch geräumt; auch Qualitativ Minderwertiges Holz wurde entnommen; 10 % des Altbestandes blieben bestehen.

Da ist viel Holz geschlagen worden; dafür gab es einen Haufen €... einen großen Haufen !

Ein Teil dieser Fläche ( ein geringer Teil) wurde von meinen Vater und Großvater angepflanzt; der Überwiegende Teil VON MIR SELBER 1972
nach Sturmschaden ! ( war zwar Kinderarbeit; aber ich hab es damals als Bub getan)

Soll heisen : innerhalb von knappe 45 Jahren wurde da viel Holz geschlagen und Geld Verdient.

Hätte ich den Wald nun Natur nah Umgebaut... wann hätte ich die erste Nutzung gehabt ? Ich selber wohl kaum ( die Zeit hätte mich dahin gerafft..);
bis das erste Nennenswerte Geld kommt sind gut und Gerne eher 100 als 50 Jahre ins Land gezogen.

Welche Nutzung ? Bei Eiche und Buche derzeitig überwiegend als Feuerholz.. und ob diese Nutzung in 60 Jahren so noch Möglich ist ? Bei der jetzigen Diskussion über Staubemisionen; Russanteile und Abgasfeinstaubwerte halte ichs gelinde gesagt für mehr als Fraglich.Wen nicht... nun als Bau- und Nutzholz ist Eiche und Buche überhaupt nicht Brauchbar... wen ich zu meinem Dachdecker und Zimmermann sage : den Dachstuhl bitte aus Eiche und Buche... dann läßt er die starken Jungs mit der " ich-hab-mich-selber-Lieb-Jacke" anrücken....

Ergo : Das Holz kaum Marktfähig. Und damit meine Erben; die Generation nach mir; um ihr Eigentum und Möglichkeit Erträge aus Nutzung generieren zu können; vertan.

Dann halte ich lieber Holz hinterm Zaun; pfeife auf öffentliche Förderung und Subvention und muß meiner Familie die Entwertung ihres Eigentums nicht noch öffentlich fördern lassen....

Unterm Strich; nach Abzug von Maschinenkosten; Pflanzgut- und Pflanzlohn; Zaunkosten ist vom Holzertrag auch noch Geld für mich ( zum Steuern zahlen...) übrig geblieben.

Und Sauenpendel haben wir in dem Zaun auch eingebaut.


TM
Genau so ist es!
Die ganzen Laubbaumanpflanzungen sind wirtschaftlich für die Katz!

Das haben ja auch schon forstliche Fachleute erkannt und die Frage gestellt, was machen wir eigentlich mit dem Laubholz in ca. 100 Jahren? Fast wertloses Feuerholz, wenn überhaupt.
Ich habe darüber mal eine Abhanlung gelesen. Alles nur politischer Blödsinn!

Mit deiner Nadelholzanpflanzung hast du es genau richtig gemacht.

TH
 
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#9
Moin!

Bei mir wurden auf meinen Flächen gerade 4000/ ha Pflanzen Douglasie ( hinterm Zaun ) gesetzt;
letztendlich sollen 400 Bäume / ha als Zielertrag stehen bleiben.
:14: Brauchst Du nur Zaunlatten oder was soll das? Wer empfiehlt denn heute noch gerade bei Euch 4000 / ha?!?

Die Fläche wurde vorher durch geräumt; auch Qualitativ Minderwertiges Holz wurde entnommen; 10 % des Altbestandes blieben bestehen.
§12 eures LWaldG hast Du beachtet, da gehe ich bei Dir von aus?

Ein Teil dieser Fläche ( ein geringer Teil) wurde von meinen Vater und Großvater angepflanzt; der Überwiegende Teil VON MIR SELBER 1972
Das heisst Du begingst Kindermord. Sorry, die jetzt schon umzulegen war wirtschaftlich - sagen wir mal - 'nicht klug', es sei denn die Fläche wäre geschädigt gewesen und demnächst sowieso abgestorben. So gute 25 - 40 Jahre (je nach Standort) bis zum erreichen der wirtschaftlichen Umtriebszeit hätte es noch gedauert.

Und Sauenpendel haben wir in dem Zaun auch eingebaut.
Ob das reicht um §11 des NdsWaldG zu erfüllen? :roll: Den zu lesen würde ich dabei gerne dem @Tophunter ans Herz legen.

Viele Grüße

Joe
 
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#10
Moin!



:14: Brauchst Du nur Zaunlatten oder was soll das? Wer empfiehlt denn heute noch gerade bei Euch 4000 / ha?!?



§12 eures LWaldG hast Du beachtet, da gehe ich bei Dir von aus?
Natürlich :
§ 12

Kahlschlagsbeschränkung,
Wiederaufforstung und -bewaldung


(1) [SUP]1[/SUP] Die waldbesitzende Person hat der Waldbehörde Hiebmaßnahmen, die sich auf eine zusammenhängende Waldfläche von mehr als einem Hektar erstrecken und den Holzvorrat dieser Fläche
1. auf weniger als 25 vom Hundert verringern oder
2. vollständig beseitigen,

vorher anzuzeigen (Kahlschläge). [SUP]2[/SUP] Nicht anzuzeigen sind Hiebmaßnahmen in geschädigten Beständen, wenn die Nutzung zur Vermeidung weiterer Schäden wirtschaftlich geboten oder der Kahlschlag aus Gründen des Waldschutzes erforderlich ist, sowie Hiebmaßnahmen nach Satz 1 Nr. 1




Das heisst Du begingst Kindermord. Sorry, die jetzt schon umzulegen war wirtschaftlich - sagen wir mal - 'nicht klug', es sei denn die Fläche wäre geschädigt gewesen und demnächst sowieso abgestorben. So gute 25 - 40 Jahre (je nach Standort) bis zum erreichen der wirtschaftlichen Umtriebszeit hätte es noch gedauert.



Ob das reicht um §11 des NdsWaldG zu erfüllen? :roll: Den zu lesen würde ich dabei gerne dem @Tophunter ans Herz legen.

Viele Grüße

Joe

Nun;
schau mal in § 1 des NLWaG :

§ 1

Gesetzeszweck

Zweck dieses Gesetzes ist,
1. den Wald
a) wegen seines wirtschaftlichen Nutzens (Nutzfunktion),

b)......

c).....




zu erhalten, erforderlichenfalls zu mehren und seine ordnungsgemäße Bewirtschaftung nachhaltig zu sichern

Da steht als Erstes Ziel auch die Nutzfunktion drinn...



Um dich zu beruhgen : die Gesamte Aktion ist über den Forstverband unter Beratungsplanung und Manangemt des Forstverbandes; also unter Mithilfe des Umweltminesteiums gelaufen. Die stellen den Fosrtberbänden über die Kammer Förster zu Verfügung. Und der hats geplant; gepriesen und auch mit unserer Zustimmung umgesetzt. Von dem kam die Empfehlung auf diesen Standort mit dieser Pflanzdichte zu agieren. Dere hat übigens auch die Auszeichnung der Einschlkages vorgenommen.... also wen du einen Forstlichen Forstverbeamteten Kindermörder packen willst : ich geb dir gerne die Adresse....


TM
 
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#11
Ob das reicht um §11 des NdsWaldG zu erfüllen? :roll: Den zu lesen würde ich dabei gerne dem @Tophunter ans Herz legen.

Viele Grüße

Joe
Warum soll ich das NdsWaldG lesen. Ich habe TM bei seiner richtigen Entscheidung nur Recht gegeben.

Was meinst du denn, was mit dem ganzen Laubholz in 100 Jahren oder später geschehen soll.

Aussage der Poliker wird dann lauten: Das haben wir nicht ahnen können, dass das wertloses Holz ist. Pech gehabt.
Themawechsel: Diätenerhöhung!

TH
 
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#12
Moin!

[SUP]2[/SUP] Nicht anzuzeigen sind Hiebmaßnahmen in geschädigten Beständen, wenn die Nutzung zur Vermeidung weiterer Schäden wirtschaftlich geboten oder der Kahlschlag aus Gründen des Waldschutzes erforderlich ist, sowie Hiebmaßnahmen nach Satz 1 Nr. 1
O.k., also war der Bestand geschädigt. Durch Sturm?

Nun;
schau mal in § 1 des NLWaG :

§ 1

Gesetzeszweck

Zweck dieses Gesetzes ist,
1. den Wald
a) wegen seines wirtschaftlichen Nutzens (Nutzfunktion),

b)......

c).....

zu erhalten, erforderlichenfalls zu mehren und seine ordnungsgemäße Bewirtschaftung nachhaltig zu sichern

Da steht als Erstes Ziel auch die Nutzfunktion drinn...
Ja, und als Bedingung die "ordnungsgemäße Bewirtschaftung", die im 11er konkretisiert wird (ein kleines bischen). Da kann man schon einges finden, was mit Dgl im 40jährigen Umtrieb NICHT ordnungsgemäß ist. Deshalb u.a. gibt es ja die Ausnahmen im 12er ... ;-)

Von dem kam die Empfehlung auf diesen Standort mit dieser Pflanzdichte zu agieren. Dere hat übigens auch die Auszeichnung der Einschlkages vorgenommen.... also wen du einen Forstlichen Forstverbeamteten Kindermörder packen willst : ich geb dir gerne die Adresse....
Och, ich kenne da auch einen oder zwei, die treffe ich höchstwahrscheinlich nächste Woche bei einer Veranstaltung und wenn wir Zeit haben frage ich die mal in einer Pause oder abends beim Bier warum die Euch die 4000 / ha empfehlen. (UNd wenn's ein Kalamitätshieb war ist das halt so und kein "Kindermord".)


@Tophunter:
Die Entscheidung von TM ist im Rahmen des Nds.LWaldG zu treffen gewesen und damit Du mal siehst, was zu einer "ordnungsgemäßen" Bewirtschaftung gehört: lies bitte den §11.

Viele Grüße

Joe
 
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#13
Die aktuellen 100% Verbiss lassen sich die Bauern sicher jetzt schon mit einer hohen Jagdpacht bezahlen.

In Zukunft wollen sie dann natürlich MINDESTENS die gleiche Jagdpacht mit VIEL weniger Verbiss - typisch Bauern, viel Spass damit ! :lol:

Ein über einen Kamm geschorener Verbissanteil von 30% ist auch reine Theorie, weil es sehr viele verschiedene Waldtypen und Altersklassen gibt, für die man nicht pauschal EINEN Wert festlegen kann.
Stichworte : Naturverjüngung, Pflanzung, (Fichten-)Stangenhölzer, Altbestand, ...
 
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#14
Genau so ist es!
Die ganzen Laubbaumanpflanzungen sind wirtschaftlich für die Katz!
Das hast Du jetzt genau wie berechnet?
Selbstverständlich unter Berücksichtigung des dortigen forstlichen Standortes (Wasser-/Nährstoffversorgung, Klima, ...) ...


Das haben ja auch schon forstliche Fachleute erkannt und die Frage gestellt, was machen wir eigentlich mit dem Laubholz in ca. 100 Jahren? Fast wertloses Feuerholz, wenn überhaupt.
Aha!
Und aus was werden eigentlich zur Zeit die Massivholzmöbel aus Eiche, Buche, Erle (die große Mode scheint da schon wieder vorbei zu sein), Kirsche, ... gemacht - aus Nadelholz? :roll:
Wieso sind eigentlich z. Zt. starke Buchen so gesucht und wieso machen sich große Sägewerke die Mühe das "Brennholz" zu sortieren, einzuschneiden, zu trocknen und zu Platten zu verleimen, bevor sie es dann als Brennholz verschleudern?

Was ist für Dich "fast wertlos" in Euro pro Festmeter?
Wenn ich mir anschaue wie sich der Brennholzpreis in den letzen 10 - 20 Jahren entwickelt hat, dann kann ich da kein "fast wertlos" erkennen.


Ich habe darüber mal eine Abhanlung gelesen. Alles nur politischer Blödsinn!
Welche Abhandlung war das denn und von wem?
Bodenreinertragslehre oder wovon redest Du?
Und warum genau ist es "Alles nur politischer Blödsinn"?


Mit deiner Nadelholzanpflanzung hast du es genau richtig gemacht.
Das kann man durchaus auch anders sehen.
Für eine genauere Analyse müsste man sich aber die Flächen ansehen, bzw. entsprechende Informationen haben.


Warum soll ich das NdsWaldG lesen. Ich habe TM bei seiner richtigen Entscheidung nur Recht gegeben.
Was meinst du denn, was mit dem ganzen Laubholz in 100 Jahren oder später geschehen soll.
Durch Wiederholung wird dieser Unsinn nicht richtiger!
Aus dem Laubholz wird natürlich Brennholz (aus dem Kronenbreich), Industrieholz, Schäl- u. Schneideholz und Furnier - je nach Baumart und Holzqualität.


Wie war das?!:
Von der Weser bis zur Elbe,
Von dem Harz bis an das Meer
Stehen Niedersachsens Söhne,
Eine feste Burg und Wehr
Fest wie unsre Eichen
halten alle Zeit wir stand,
Wenn Stürme brausen
Übers deutsche Vaterland.


Ich sehe da nichts von Fichten oder Douglasien im Niedersachsenlied. :p
Wie lange ist der Hof schon im Besitz von TMs Familie?
Haben die Vorfahren auch schon so kurzfristig gedacht oder haben die noch für viel spätere Generationen den Wald angelegt/gepflegt?


Aussage der Poliker wird dann lauten: Das haben wir nicht ahnen können, dass das wertloses Holz ist. Pech gehabt.
Dass Politik Mehrheiten braucht ist Dir bekannt?
Dass sich diese aus Mehrheitsmeinungen (wie immer diese entstehen) ergeben weißt Du auch?


Aber wir sollten uns vielleicht wieder mehr der Frage des TE widmen.

@Ufra-Jager
Ufra = Unter-Franken?
Welche "Ecke"?

Zu den Schwierigkeiten und Gewichtung verschiedener Verbissprozente wurde ja schon einiges gesagt.
Man sollte auf jeden Fall vorher klären nach welchem Verfahren das Verbissprozent ermittelt wird.
Da gibt's verschiedene Aufnahmeverfahren, die natürlich auch nicht unumstritten sind.
Geht's nur um einen Wert oder getrennt nach Baumarten?

Ggf. kann man mit ein paar Kleinstgattern kontrollieren, wie es mit und ohne Verbiss aussieht.


WaiHei
 
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#15
Bei mir wurden auf meinen Flächen gerade 4000/ ha Pflanzen Douglasie ( hinterm Zaun ) gesetzt;
letztendlich sollen 400 Bäume / ha als Zielertrag stehen bleiben.
TM
Ein nettes Ziel,hast Du das auch schon mit Rhabdocline pseudotsugae und Phaeocryptopus gaeumannii geklärt ?
Was habe ich da schon für wunderschöne HERBSTfärbungen mitten im FRÜHJAHR gesehen - darüber hat sich dann auch noch der Kupferstecher sehr gefreut ! :lol:

Und als ob wir nicht genügend einheimische Bauarten hätten, muss es selbstverständlich was fremdländisches sein, man ist ja besonders INNOVATIV.
Und wie nicht anders zu erwarten, sondern gängige Praxis, werden dann die dazu gehörenden Schädlinge und Parasiten gleich mit eingeschleppt :
"Zwei pflanzenfressende Insektenarten aus dem nordamerikanischen Ursprungs-Verbreitungsgebiet der Douglasie wurden unbeabsichtigt mit importiert und haben sich hier ausgebreitet: die Douglasienwolllaus (zwei Arten, Gilletteella cooleyi, Gilletteella coweni) und die Douglasiensamenwespe (Megastigmus spermotrophus). Die Douglasienwolllaus zählt auch bei uns zu den wichtigsten forstschädlichen Arten. "

Und es besteht noch Potential für weitere :
"Die Douglasie gilt in Nordamerika als diejenige Baumart mit der höchsten Vielfalt an auf und von ihr lebenden wirbellosen Arten. Rund 140 phytophage Arten nutzen sie hier als Nahrungspflanze"
Vielleicht sind ja auch ein paar dabei, die noch Geschmack an einheimischen Bäumchen finden.


Bis dahin gilt :
"Allerdings existieren eine Reihe spezialisierter Nadelbaumbesiedler, die die Art zumindest bisher meiden, so dass insbesondere bei seltenen und hoch spezialisierten Arten (z. B. den auf den Roten Listen aufgeführten Arten) die Douglasie artenärmer besiedelt ist als die heimischen Nadelbaumarten."

Noch was :
"Die Douglasie wird in Deutschland als invasiver Neophyt betrachtet. Im Jahr 2013 wurde sie vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) auf die Schwarze Liste invasiver Arten aufgenommen."

http://de.wikipedia.org/wiki/Gewöhnliche_Douglasie


Übrigens : Es gibt immer wieder Phasen, bei denen beispielsweise bie Rotbuche Spitzenpreise erzielt, deshalb ist die ganze Spekulation auf Holzpreise in mehreren JAHRZEHNTEN ziemlich albern - richtig macht es der, der auf die standorttypischen Baumarten setzt, und zwar falls von der vorhandenen Waldqualität her möglich am besten mit NATURVERJÜNGUNG und OHNE künstliches Aussperren des (wiederkäuenden) Schalenwildes durch Zäunung.
 
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