Grüße aus Bayern

Anzeige
Mitglied seit
14 Feb 2006
Beiträge
10.386
Gefällt mir
19.584
#16
Erstens kann man es niemand verbieten und dann ist mir doch ein "gelenkter" Fotograf lieber als ein wilder....Es ist grundsätzlich richtig, jeder Ansitz stört vorallen an Äsungsflächen. Aber ich denke es finden sich Plätze die vielleicht aus irgendwelchen Gründen für einen Jagdansitz nicht so interessant sind. Dann sind Fotografen nicht unbedingt nur auf Schalenwild aus, da darf es auch mal eine Kaninchenhecke mit anderem Niederwild sein.
Bei uns im Revier sind sämtliche Feldwege für den öffentlichen Verkehr freigegeben. Das Wild ist an Kraftfahrzeuge gewöhnt, ebenso unsere "Heckenrehe". Da ist es egal ob einer stehenbleibt und fotografiert oder nur durchfährt. Man muss sich eben absprechen. In meinem Rotwildpirschbezirk wäre es kontraproduktiv gewesen, würde man die guten Äsungsflächen im Sommer belagern.
Ich hatte auch schon Fotografen bei Drückjagden dabei. Da gibt es immer einem Platz wo man öfters mehr sieht als die Jagdteilnehmer selbst.
Wenn es für den TS nicht zu weit wäre oder ist, ich würde ihn sofort einladen.
Jagd hat Vorrang das ist klar. Jungfüchse zu fotografieren ist oft reizvoll, würde sich aber im Niederwildrevier mit deren schnellstmöglicher Erlegung gegenseitig aussschließen.
 
Mitglied seit
28 Sep 2020
Beiträge
6
Gefällt mir
24
#17
Ich sag dir da mal ganz ehrlich meinen Standpunkt, ich bin froh über jeden der nicht bei uns an den Äsungsflächen, Wechseln und Einständen auf Wild ansitzt. Natürlich hab ich Verständnis für die Schönheit des Hobbys Wildtierfotografie und es kann dir keiner diese Form der Naturnutzung verbieten. Aber ganz egoistisch gesehen muss ich schon sagen, bitte nicht bei mir. In den großen Wildparks rund um München bist du schon ganz gut aufgehoben. Es wird nur an wenigen und festen Tagen in der Woche gejagt und das Wild kann grundsätzlich nicht komplett die Gegend verlassen. Trotzdem hat man in Forstenried und Ebersberg nicht auf jedem Bild einen Zaun drauf durch die Größe.
Ich kann deine Perspektive natürlich verstehen. Ich packe auch mein ganzes Zeug ein, fahre weit raus zu Wiese XY, sitze dann dort eine Zeit, dann kommt ein Pilzsammler oder sonst wer und ich weiß, okay, hätte ich auch zu Hause bleiben können. Wenn man dann als Jäger sozusagen für einen Bereich verantwortlich ist und vereinfacht gesagt, seinen Job zu erledigen hat, ist das natürlich noch einmal eine andere Dimension.

Ich bin in anderer Weise geprägt.
Wenn ich Revierinhaber in Deiner Ecke wäre, dürftest Du ab und an in Absprache mit rausgehen und Jagdeinrichtungen zwecks Fotografie benutzen.
Leute mit echtem Interesse an Natur, die sie erleben möchten, um schöne Szenen mit Kamera oder auch Pinsel festzuhalten, sind für mich Verwandte im Geiste echter Jäger.
[...]
Die Chance hatte ich bisher leider noch nicht und da wo sich erste lose Kontakte ergeben hatten, kam dann leider Corona dazwischen und jetzt hat sich wieder alles verlaufen. Ich versuche ja immer zu vermitteln, dass es mir fern liegt, Tiere aufzuscheuchen. Ich würde ja so auch kein Bild machen können. Der Hirsch auf dem Bild kam z. B. auf unter 10m an mich ran, irgendwann ist er völlig ruhig wegspaziert. Ich versuche möglichst unsichtbar zu sein. Aber klar, jede menschliche Bewegung hat irgendwo Auswirkungen und sicher mache ich nicht alles richtig.

Erstens kann man es niemand verbieten und dann ist mir doch ein "gelenkter" Fotograf lieber als ein wilder....Es ist grundsätzlich richtig, jeder Ansitz stört vorallen an Äsungsflächen. Aber ich denke es finden sich Plätze die vielleicht aus irgendwelchen Gründen für einen Jagdansitz nicht so interessant sind. Dann sind Fotografen nicht unbedingt nur auf Schalenwild aus, da darf es auch mal eine Kaninchenhecke mit anderem Niederwild sein.
[...]
Das fände ich in den Ecken toll, wo ich mich aufhalte. Wenn ich wüsste, okay, am Tag X ist nie jemand da, hier darf ich sein und die Jäger kennen mich. Momentan ist es halt so, dass ich gewisse Gegenden sehr gut kenne, weiß, wo sich i.d.R. Jäger aufhalten und dann bin ich da nicht. Zumal ich wegen meinem kleinen Sohn sowieso manchmal nur alle zwei Wochen für ein paar Stunden im Wald bin. Und die Zeit möchte ich dann auch nicht in einem eventuellen Streit mit einem Jäger verlieren. Ich bin aber dran, irgendwie Zugang zu dort jagenden zu bekommen.

@all Vielen Dank schon einmal für eure Antworten. Ich finde es toll, dass wir uns hier offen und ehrlich austauschen können und ich schätze eure Meinungen. Die helfen auch mir die "andere" Seite besser zu verstehen. Könnt ihr es trotzdem nachvollziehen, wenn ich manchmal denke, dass ich das Gefühl habe, nur als Jäger in den Wald zu dürfen?
 
Zuletzt bearbeitet:
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Oben