Abzugsgewichte

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scheibe und wild sind zwei grundlegend verschiedene situationen.
... "grundlegend verschiedene situationen" und doch bleiben bestimmte Voraussetzungen, sie zu meistern, die gleichen.
Auf bewegtes Wild ist es immer ein „Jetzt“, und auch da muss der Jäger in der Lage sein, den Abzug kontrolliert (ohne zu reißen) im genau richtigen Moment zu bedienen.
Du meinst, man trainiert sich in Sport-Disziplinen z.B. eine gute Technik an, und auf der Jagd macht mans dann anders?
In der Definitionen von Lone Rider ist "Jetzt" der abstrakte Zeitpunkt, den dir das Gehirn als "jetzt muss ich" spiegelt, während eine routinierte Wahrnehmung samt gekonnter Abzugskontrolle auf antrainierten Automatismen beruhen, die qua Timing erst wirklich im Vorteil sind, den genau richtigen Moment zu bedienen.
 
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jeder abzug für seinen zweck :

-.-.-.-.-.
jagdlich ist ein trocken stehender , nicht kriechender direktabzug für mich das beste . das abzugsgewicht muss in jedem fall hoch genug sein dass du auch unter 'jagdfieber' den finger kontrolliert anlegen kannst ohne dass es knallt . wirst du hier nämlich vom schuss überrascht kann die nächste überraschung darin bestehen dass du nen stück irgendwo nur angeflickt hast .

scheibe und wild sind zwei grundlegend verschiedene situationen.

Ersteres kann so stehen bleiben aber inwiefern sind die Situationen "grundlegend" verschieden, wenn beide Ziele gleich weit und ruhig dort stehen.
 
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Auch wenn es für empörung sorgt, sind die Unterschiede zwischen militärischen Scharfschützen und Jägern nicht sehr groß.
Zeitweise war das in Personalunion abzuleisten.
 
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Du meinst, man trainiert sich in Sport-Disziplinen z.B. eine gute Technik an, und auf der Jagd macht mans dann anders?
Man macht es nur anders, wenn man es muss, denn auf Jagd gibt es die Standardsituationen wie im Sport nur selten!

Du meinst, man trainiert sich in Sport-Disziplinen z.B. eine gute Technik an, und auf der Jagd macht mans dann anders?

In der Definitionen von Lone Rider ist "Jetzt" der abstrakte Zeitpunkt, den dir das Gehirn als "jetzt muss ich" spiegelt, während eine routinierte Wahrnehmung samt gekonnter Abzugskontrolle auf antrainierten Automatismen beruhen, die qua Timing erst wirklich im Vorteil sind, den genau richtigen Moment zu bedienen.

Ja, das ist die Theorie und die klingt erst mal logisch - ich glaube aber, es steckt mehr dahinter.

Ich habe inzwischen Tausende von Schüssen auf das Rennschwein und in Schießkinos geübt, zwischendurch übe ich auch noch daheim mit dem Luftgewehr (10m) auf ein Blechplättchen, das ähnlich wie das Rennschwein sich in zwei Richtungen bewegt. Siehe Bild. Auch da habe ich bisher Tausende von Schüssen gemacht. Auch habe mir auch sehr viele Gedanken über das bewegte Schießen und die Abläufe gemacht.

Klar ist, dass mit sehr viel Training, der Ablauf immer mehr im Unterbewusstsein abläuft, aber trotz Automatismus bleibt es dennoch viel mehr ein „Jetzt“ als es eine Überraschung ist – die Wahrnehmung wird nur routinierter und die Abzugskontrolle gekonnter, denn um das richtige Sehen (in Bezug auf das im Training gespeicherte Bild, wo man abziehen muss) und das Timing kommt man nicht herum.

Für mich ist „sich überraschen lassen“, wenn man nicht genau weiß, wann der Schuss bricht, und das kann man sich auf bewegtes Wild nicht leisten, da muss das Timing (ob bewusst oder unbewusst) auf den Punkt stimmen. Erschwerend kommt noch hinzu, dass Situationen wie am Schießstand auf der Jagd nur selten vorkommen, und allein schon deshalb sollte man, auch das „Jetzt“ möglichst sicher beherrschen!20200812_121105.jpg
 
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Super Post, und ganz genau meine Meinung. Man muss kontrolliert abziehen können, egal mit welchem Abzug.
Tja, das ist leicht dahergeredet, aber nicht so leicht umgesetzt – denn dann würde für einen geübten Sportschützen Abzugsgewicht und Charakteristik keine Rolle spielen.

Dass ein geübter Schütze mit jedem Abzug leidig oder besser zurechtkommt als ein ungeübter, das mag sein. Dass aber auch ein geübter Schütze mit einem adäquat eingestellten Abzug besser schießen wird als mit einem zu hart eingestellten oder mit schlechter Charakteristik, sollte unbestritten sein!

Wobei auch Gewohnheit in diesem Zusammenhang eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen dürfte…
 
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Klar ist, dass mit sehr viel Training, der Ablauf immer mehr im Unterbewusstsein abläuft, aber trotz Automatismus bleibt es dennoch viel mehr ein „Jetzt“ als es eine Überraschung ist – die Wahrnehmung wird nur routinierter und die Abzugskontrolle gekonnter, denn um das richtige Sehen (in Bezug auf das im Training gespeicherte Bild, wo man abziehen muss) und das Timing kommt man nicht herum.

Für mich ist „sich überraschen lassen“, wenn man nicht genau weiß, wann der Schuss bricht ...
Ich versteh schon was du meinst. Aber der Post auf den du dich bezogen hattest, der drückt es schon aus: Das „sich überraschen lassen“ ist ein (nur ein) Trainingskonzept.
Ich kann auch nur für mich sprechen: bevor ich diesen (einen) Ansatz soweit entwickeln konnte, den Vorgang "bewusst" auf den Bruchteile einer Sekunde zu komprimieren oder so, da liefen die Dinge längst im Unterbewussten. Von Zeit zu Zeit hole ich sie da wieder raus zum Aufpolieren und Verbessern. Aber ich werde eben auch nicht mehr vom Schuss "überrascht": ich nehme möglichst viel der relevanten Informationen in mich auf und beobachte schlussendlich nur noch das Ziel. Und dann bricht der Schuss. Aber nicht, weil ich die gesammelten Informationen analysiere, um dann (irgendwann) zu dem Schluss zu kommen: "jetzt" ... Und das ist doch eigentlich beim Schuss auf bewegte Ziele, beim Schrotschuss z.B. noch viel extremer.
 
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Tja, das ist leicht dahergeredet, aber nicht so leicht umgesetzt – denn dann würde für einen geübten Sportschützen Abzugsgewicht und Charakteristik keine Rolle spielen.

Dass ein geübter Schütze mit jedem Abzug leidig oder besser zurechtkommt als ein ungeübter, das mag sein. Dass aber auch ein geübter Schütze mit einem adäquat eingestellten Abzug besser schießen wird als mit einem zu hart eingestellten oder mit schlechter Charakteristik, sollte unbestritten sein!

Wobei auch Gewohnheit in diesem Zusammenhang eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen dürfte…
Nein, ist nicht leicht dahergeredet, denn ich bin kein Sportschütze, sondern ausschl. Jäger. Das einzige, was ich für meinen jagdlichen Schuss rigoros ablehne, ist ein Stecher. Ich brauche für mich einen konkret spürbaren Abzugswiderstand. D.h., ich lasse es bewusst krachen, wenn ich es will. Vom Schuss überraschen lassen will ich mich nicht. Mit durchreißen hat das nichts zu tun. Ist eine reine Gewohnheitssache und wenn man das von Kindesbeinen an so handhabt, ist das in Fleisch und Blut, egal ob mit Jagdwaffe oder Luftgewehr. Ich kann dir versichern, dass klappt bei mir nicht nur " leidig". Meine Brünner ZH hat einen Abzug, den selbst ich sehr beschissen nenne, weil er nicht nur knochenhart ist, sondern auch noch bis ins Nirwana kriecht. Doch der Kugellauf streut nicht, und deshalb treffe ich damit konstant gut. Sie ist aber deshalb nicht meine Lieblingswaffe und bleibt meist im Schrank. Als Bockflinte ist sie ok und auch meine einzige. Wmh HH
 
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Ersteres kann so stehen bleiben aber inwiefern sind die Situationen "grundlegend" verschieden, wenn beide Ziele gleich weit und ruhig dort stehen.

am ende muss man in beiden fällen den finger krumm machen , korrekt . auf der scheibe hast du aber weniger aufregung , alle zeit der welt und musst sich 'nur' aufs treffen konzentrieren während jagdlich sowas wie ansprechen , kugelfang , evtl schusswinkel uvm beachtet werden müssen.

sauberes schiessen jagdlich ist zwar der schlüssel und notwendig aber bei weitem nicht das einzige was zum erfolg führt.
 
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am ende muss man in beiden fällen den finger krumm machen , korrekt .
Geeenau - aber nur den einen am Abzug und nicht alle an der Schießhand.

auf der scheibe hast du aber weniger aufregung ,
aaaaha - und daher schießen Jäger so ungern auf dem Stand und fühlen sich, weil beobachtet, aufgeregt.
Demnach schießt auch du lieber auf der Jagd als auf dem Stand


alle zeit der welt und musst sich 'nur' aufs treffen konzentrieren
Wenn alle Zeit der Welt genützt wird, muss man sich nicht wundern, dass viele Jäger auf der Jagd nicht "fertig" werden. Wild hat nicht alle Zeit der Welt und daruf ist abzustellen

während jagdlich sowas wie ansprechen , kugelfang , evtl schusswinkel uvm beachtet werden müssen.
Klar das kommt vooor dem Schuss. Wenn der Finger am Abzug ist, muss voooher alles klar sein

sauberes schiessen jagdlich ist zwar der schlüssel und notwendig aber bei weitem nicht das einzige was zum erfolg führt.
Whow - Na wenn du das sagst, hat das schon ein Gewicht.
Eigentlich brauchst nur meine Merksätze beachten (oder kopieren), da ist alles enthalten.
 
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Tja, das ist leicht dahergeredet, aber nicht so leicht umgesetzt – denn dann würde für einen geübten Sportschützen Abzugsgewicht und Charakteristik keine Rolle spielen.

Dass ein geübter Schütze mit jedem Abzug leidig oder besser zurechtkommt als ein ungeübter, das mag sein. Dass aber auch ein geübter Schütze mit einem adäquat eingestellten Abzug besser schießen wird als mit einem zu hart eingestellten oder mit schlechter Charakteristik, sollte unbestritten sein!

Wobei auch Gewohnheit in diesem Zusammenhang eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen dürfte…

Geübte Sportschützen üben mit ihrem Wettkampfgewehr, das hinsichtlich Gewicht, Schäftung und Abzug (lt. Schießordnung) auf sie hin konzipiert ist.
Viele Sportschützen schießen nur eine Disziplin, in der sie Höchstleistug erbringen.

Jäger glauben dagegen mit jedem Kugel-Gewehr gleich gut schießen und treffen zu können, wobei kaum eines genau wie das andere oder gar alle gleich sind.
 
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korrekt . auf der scheibe hast du aber weniger aufregung , alle zeit der welt und musst sich 'nur' aufs treffen konzentrieren während jagdlich sowas wie ansprechen , kugelfang , evtl schusswinkel uvm beachtet werden müssen.

Würde ich so nicht sagen :unsure:

Wenn du auf der LM oder DM stehst … du dich um die ersten Plätze bemühst … da ist schon einiges an Aufregung drin … vor allem am ende, da hast du noch ein paar Schuss von denen es abhängt … und die Uhr tickt und tickt …

Da schlägt zu mindest bei mir der Herzschlag intensiver … im Vergleich wenn ich morgens auf der Kanzel sitze, ein paar Rehe anspreche, und entscheiden muss welches es den sein soll.

Ok, wenn die Rotte mal auftaucht lässt es sich schon mit der DM vergleichen :)
 
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