Fasanen 2019

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#76
Der Hauptfehler beim Aussetzen ist das Öffnen der Kiste wo die Fasane aufgrund der ganzen Aufregung des Fangens und des Transportes bis zum Eichstrich voll mit Adrenalin sind. Die Kiste muss abends ins Revier, Hundedecke drauf und im ersten Licht öffnen. Nicht beim Rauslaufen zuschauen wollen. In Ruhe lassen. Wenn ich immer die pressewirksamen Aktionen sehe: Vor der Kamera Kiste auf und die Fasane denken nix wie weit weg hier. Das war es dann. Fasane müssen das Aufbaumen gelernt haben, das geht auch in der Voliere. Draußen entscheiden sie selbst was besser ist: Am Abend zum Feldgehölz laufen, wo der Habicht am Schlafbaum wartet oder im sicheren Senfschlag oder dem Schilf zu bleiben. Königsfasane blieben über Monate im Umkreis von 300 m um den Aussetzort.

Wildfänge wandern so gut wie immer. Sie suchen ihr altes Revier. Das machen Kaninchen genauso.

Wissen was der Fasan will: Im Winter ist offensichtlich die Nähe des Wassers wichtiger als im Sommer, außer bei großer Trockenheit. Dann braucht er Hudermöglichkeiten, z.B. Schütten mit feinen Staub nur zum Hudern. Findet er alles vor, vorallem eine greifvogelsichere Deckung dann ist die Chance des Abwanderns nicht 100 % gebannt, aber verrringert.
 
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#77
Wow, so viele Antworten hätte ich nicht erwartet (y)
Also der Der Kupferfasan (Syrmaticus soemmerringii) ist es nicht...Der bekommt wie sein Verwandter der Königsfasan (Syrmaticus reevesii) auch einen langen Stoß, hier in der Voliere natürlich leider abgebrochen.
Auf dem Bild 2 ist neben dem normalen Jagdfasan eine Kreuzung aus der roten Farbmutation des Jagdfasan und einem Königsfasan zu sehen.
Einen roten Jagdfasan hab ich dort sogar in freier Wildbahn gesehen. Leider hat Schneefall eingesetzt und hörte bis zur Dunkelheit nicht auf. Sonst hätte ich noch mehr Mutationen fotografiert.
Auf dem Bild 3 links handelt es sich um eine Kreuzung aus dem normalen Jagdfasan und einem Königsfasan.
Nicht den Hauch einer Ahnung, mit den bunten Suppenhühnern kenne ich mich nicht aus.
 
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#78
Als Ergänzung zu den Beiträgen im Rebhuhnfaden ein paar Beispiele:
Hier ein Hahn der hohe Colchicusanteil durch etwas Torquatus ergänzt wird. Keine hellen Flügeldecken vom Mongolicus, wenig Halsring, Hufeisen auf Schwingen...,graublau im Bürzeltgefieder
Bild 274.jpg
Fasane aus Bulgarien. Was die großen Fasanenjagden überlebt, sind meist Colchicustypen und der Karpowi, nie sah ich einen Tenebrosus BUG_Jan.09 094.jpg
Wildhahn aus der Oberpfalz
Fasan 092.jpg
Ziemlich einheitlicher Typ auf einer Strecke in Niederbayern
Fasanenjagd Ndbay. 042.jpg
Hier Colchicus-Mongolicustypen: Kuperfarben, auffallend die hellgrauen Flügendecken
IMG_3777.JPG
IMG_3856.JPG
Ziemlich einheitlicher Typ aus der Slowakei mit allen Anteilen, wobei der Torquatus die geringste Rolle spielt. IMG_5505.JPG
Niederbayern, hier hat der Tenebrosus mal etwas durchgeschlagen Wildfasan und Tenebrosustyp.jpg
Fasane aus Schottland. Es wird ausgesetzt. Neben Colchicustypen sieht man viele Merkmale vom Torquatus, Überaugenstreif und Graubürzel imm002_34.jpg
Zum Abschluss ein wilder Hahn aus Unterfranken. Vom Torquatus ist wenig übrig. W.Kuhn_3604.JPG
Immer wieder lustig wenn man mit Betreibern von Fasanerien spricht, sie haben den Mongolicus :LOL: im Programm. Diese Fasanen sehen nicht mal ansatzweise so aus wie ein echter M.
Am ehesten kommt der Hahn neben dem Drahtzaun dem M. nahe.
 
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#79
Da ich den dumme Fragen Treat bei den Witzen gefunden habe, schreibe ich meine Frage mal hier rein, weil ich die Frage ernst meine. Das macht sie mglw. nicht weniger dumm aber ich beobachte seit Tagen zwei Fasanenhähne die sich mehr und mehr dem Garten nähern. Ich habe den Eindruck, daß die beiden nach meinen Hühnern schielen. (2 Porzellanfarbene Chabo, kein Hahn dabei). Kann da was gehen ? Die Größe der Hennen ist das einzige was passt.
 
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#80
Es ist ganz normal dass sich Fasanenhähne auch mal mit Haushühnern paaren wenn nix anderes da ist, vorallem auch kein Haushahngockel "der sie runterwirft" :unsure:
Hat bei mir sogar schon in freier Wildbahn geklappt.:
Das Fasuhn als Küken, im Revier eingefangen: Mutter Buschhenne IMG_4884verkl.JPG
Ich weiß nicht mal ob es ein Hahn oder eine Henne war: Keinerlei Lautäußerungen, keine Eier gelegt aber ein paar Mal erfolgreich gebrütet und aufgezogen.
IMG_6263verkl.JPG
Der Mischling hätte jeden Fasan, egal ob Hahn oder Henne umbracht, nur bei den Buschhühnern hatte er nicht viel zu melden. War das Schlusslicht in der Rangordnung. Mit sieben Jahren raufte er nur noch. Hab ihm im Revier an die Stelle zurück gebracht und dem Raubwild überlassen.
Absichtliche Kreuzungen lehne ich ab. Sind bedauernswerte Geschöpfe, die nicht wissen wo sie hin gehören.
 
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#81
Gestern ging ich zufällig neben meiner Voliere, und da saßen die beiden Hennen in einem lichten Brombeerbüschchen, kaum 1m vom Volierenzaun.

Die beiden haben also jetzt fast zwei Monate in der feindlichen Wildbahn überlebt.

Nur den Hahn habe ich nie wieder gesehen.
 
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#82
Danke @colchicus für deine ausführliche Antwort. Ich möchte so eine Mischung nicht provozieren.
Ich halte bewusst keinen Hahn, weil ich so eine Hühnerexplosion wie bei meinem ehemalgen Nachbarn nicht noch einmal erleben möchte.
 
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#84
Die Colchicusunterarten haben 15/13 nur der Versicolor hat 13/12
Hatten früher Zwerg-Wyandotten, die hatten auch 15/13
Rebhühner beide Geschlechter die Nr. 9
Das Geschlecht erkennt man beim Jagdfasan so ab der 5. Woche wenn die ersten braunen Federchen kommen. Ich habe die letzten Jahre keine mehr beringt, da ich nicht auf Ausstellungen gehe.
 
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#85
Die Colchicusunterarten haben 15/13 nur der Versicolor hat 13/12
Hatten früher Zwerg-Wyandotten, die hatten auch 15/13
Rebhühner beide Geschlechter die Nr. 9
Das Geschlecht erkennt man beim Jagdfasan so ab der 5. Woche wenn die ersten braunen Federchen kommen. Ich habe die letzten Jahre keine mehr beringt, da ich nicht auf Ausstellungen gehe.
Danke erst einmal.

Aber was heißt 15/13?

Ich möchte sie beringen, um zu erkennen, ob im nächsten Jahr von meinen noch welche im Revier sind.

TH
 
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#88
Durchmesser/Höhe der Ständermarken.
1. Zahl ist die Größe für den Hahn, 2. Zahl für die Henne mit dem jeweiligen Durchmesser

Hallo Colchicus,
was meinst Du, welche Rassen sich in diesem Hahn vereinen?
Horrido, M.
Das sind beide typische Vertreter des - man kann schon sagen Ph. colchicus "europaeus" die es in keiner 100% einheitlichen Zeichnung gibt. Colchicus ist immer drin, der Rücken hat einen leichten Grünmetalligschimmer vom Mongolicus. Die Flügeldecken sind hier mehr braun, daher Colchicus, wären sie hell dann vom Mongolicus. Der Torquatus ist bei den häufigsten Fasanen ins Hintertreffen geraden. Der hat den markanten hellen Überaugenstreif und das graublaue Bürzelgefieder. Den gibt es mehr an der Küste, ein Schilffasan der nicht immer aufbaumt, weil es dort auch der sicherste Platz ist. In seiner Urheimat lebt der T. in den großen Miscanthusdschungeln, aber alle Fasane gehen bei uns da rein.
Ich kannte viele Jahre "meine Hähne" persönlich an den unterschiedlichen Zeichnungen und dem fehlenden, dünnen oder breiten Halsring.
Der Versicolor hat in den meisten Populationen keine großen Anteile mehr, er ist einfach kleiner und wird mit der Zeit von den anderen Typen verdrängt. Die mehr oder weniger melanistischen Tenebrosustypen halten sich nur in sehr wenigen Populationen auf Dauer.
Ein typischer Volierenfasan um die Strecke "bunter" zu machen.

"Meine Fasanen" sehen so jetzt so ähnlich aus wie Deine, haben aber etwas andere Ahnen.
Der Colchicus ist überall drin, den Mongolicus hab ich wegelassen da er einfach zum Wandern neigt. Ein paar der normalen, bodenständigen Wildfasane haben aber dennnoch mitgewirkt (Herkunft Münsterland, Freising bei München). Meist sind sie aber nicht geblieben. Meine jetzigen Fasane zeigen mehr oder weniger deutliche Anzeichen vom Korearingfasan, der nicht wandert und so standorttreu wie der Versicolor ist. Er sieht fast wie ein Torquatus aus. Der Versicolor wurde von den anderen Typen verdrängt als nichts mehr davon ausgesetzt wurde.
Jedes Revier "entwickelt" selbst seinen Fasanentyp, man muss nur Zeit haben.

Versuche mit einigen Vertretern der Weißflügelguppe schlugen fehl. Der Versicolor hatte einfach immer zu kleine Gelege und wenig Jungfasane, dass sich eine Population selbst trägt. Der Karpowi brachte die starken Gelege und 8-12 Junge pro Henne.
Ein sehr robuster Fasan ist der Strauchi
http://paons-faisans.forumactif.org/t1271-le-faisan-de-strauch
Den hab ich zur Zeit in der Voliere, alles Importnachzuchten, teilweise schon sehr eng und die Kreuzungen sind aber vital, kleine schnelle wenige Fasane, nicht auf Masse gezüchtet.
Sind so Experimente von mir, gibt wenig Fasanenkenner mit denen man sich auf Augenhöhe unterhalten kann.
Die Leute wissen ja nicht einmal was für Typen sie da vorhaben.
Den hier aus dem Zoo Plzen: Soll ein Strauchi sein
https://www.biolib.cz/en/image/id278865/
Das ist zufällig die Tafel vom Strauchi in Plzen, zu dumm zum Abschreiben.
strauchi (9).JPG
Es handelt sich bei der tschech. Seite bei dem Foto um einen Bianchi
Jetzt genug des Ausfluges in die höheren Regionen der Fasanenhege, viele Jäger können nicht mal Hahn und Henne unterscheiden.
 
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#89
1. Zahl ist die Größe für den Hahn, 2. Zahl für die Henne mit dem jeweiligen Durchmesser



Das sind beide typische Vertreter des - man kann schon sagen Ph. colchicus "europaeus" die es in keiner 100% einheitlichen Zeichnung gibt. Colchicus ist immer drin, der Rücken hat einen leichten Grünmetalligschimmer vom Mongolicus. Die Flügeldecken sind hier mehr braun, daher Colchicus, wären sie hell dann vom Mongolicus. Der Torquatus ist bei den häufigsten Fasanen ins Hintertreffen geraden. Der hat den markanten hellen Überaugenstreif und das graublaue Bürzelgefieder. Den gibt es mehr an der Küste, ein Schilffasan der nicht immer aufbaumt, weil es dort auch der sicherste Platz ist. In seiner Urheimat lebt der T. in den großen Miscanthusdschungeln, aber alle Fasane gehen bei uns da rein.
Ich kannte viele Jahre "meine Hähne" persönlich an den unterschiedlichen Zeichnungen und dem fehlenden, dünnen oder breiten Halsring.
Der Versicolor hat in den meisten Populationen keine großen Anteile mehr, er ist einfach kleiner und wird mit der Zeit von den anderen Typen verdrängt. Die mehr oder weniger melanistischen Tenebrosustypen halten sich nur in sehr wenigen Populationen auf Dauer.
Ein typischer Volierenfasan um die Strecke "bunter" zu machen.

"Meine Fasanen" sehen so jetzt so ähnlich aus wie Deine, haben aber etwas andere Ahnen.
Der Colchicus ist überall drin, den Mongolicus hab ich wegelassen da er einfach zum Wandern neigt. Ein paar der normalen, bodenständigen Wildfasane haben aber dennnoch mitgewirkt (Herkunft Münsterland, Freising bei München). Meist sind sie aber nicht geblieben. Meine jetzigen Fasane zeigen mehr oder weniger deutliche Anzeichen vom Korearingfasan, der nicht wandert und so standorttreu wie der Versicolor ist. Er sieht fast wie ein Torquatus aus. Der Versicolor wurde von den anderen Typen verdrängt als nichts mehr davon ausgesetzt wurde.
Jedes Revier "entwickelt" selbst seinen Fasanentyp, man muss nur Zeit haben.

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Ganz vielen Dank für Deine Einordnung!!

M.
 
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