Gämse – Opfer der Forstpolitik in Bayern;

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#76
...man kann aus Buche Zellstoff machen, einer Grundsubstanz der Textilherstellung.

Daraus werden zum Beispiel Dessous gemacht....

Ohne ausreichend Buche hätten unsere Frauen praktisch gar nichts mehr anzuziehen...!!!


Gruß

HWL
Das ist ein Aspekt, der zwei Seiten hat. Einmal, unsere Mädels sind angezogen doch meist* nett an zu schauen. Andererseits, ohne G'wand meist* auch.

* mit "meist" ist gemeint, manchmal mag man aber gar nicht hinschauen.
 
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#77
Moin!
Außerdem war in dem Artikel die Rede von mittel- und unterständigen Buchen.
Die können als "zweite Schicht" den Bestand schon sehr ausdunkeln und dafür sorgen, dass es keine Verjüngung gibt
...
VG
Joe
Nein, da hast Du falsch gelesen.

Im Artikel war die Rede von "EHEMALS unterständigen großkronigen Buchen".

https://www.jagderleben.de/news/forst-herrscht-belieben

Die geringelten waren an ihrem Standort also schon die ERSTE (höchste) Schicht, und dem Bild nach so ca. 40 Jahre alt.
Unter einem Baum, der noch ein paar Jahrhunderte Lebenszeit vor sich hat, muss man keinen Platz für dort völlig unnötige Verjüngung schaffen, ausser man hat keine Zeit mehr und will sich z.B. vor der Pension durch Umkrempeln des lästigen vorhandenen Bestandes noch mal schnell selbst verwirklichen.
Für manche Vegetationsbestandteile wie z.B. Frühjahrsblüher ist z.B. gerade der Schirm solcher mittelalten bis älteren Bestände notwendig.

Wie hat jemand (ich glaube es war CDB) mal so schön zitiert :
"Ein Förster hat im Leben nur zwei Feinde - seinen Vorgänger und seinen Nachfolger" ;-]


P.S.:
Bzgl. Buchen und Zellstoff : Man kann auch aus Stroh Nylonstrümpfe machen.
Die organische Chemie macht´s möglich.
 
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#79
Moin!

Nein, da hast Du falsch gelesen.

Im Artikel war die Rede von "EHEMALS unterständigen großkronigen Buchen".
Ist egal, auch als solche

Die geringelten waren an ihrem Standort also schon die ERSTE (höchste) Schicht, und dem Bild nach so ca. 40 Jahre alt.
können sie entsprechend ausdunkeln. Gerade erst wieder live und in Farbe im Wald gesehen. :rolleyes:

Unter einem Baum, der noch ein paar Jahrhunderte Lebenszeit vor sich hat, muss man keinen Platz für dort völlig unnötige Verjüngung schaffen, ausser man hat keine Zeit mehr und will sich z.B. vor der Pension durch Umkrempeln des lästigen vorhandenen Bestandes noch mal schnell selbst verwirklichen.
Das hängt von der am jeweiligen Standort gewünschten Vertikalstruktur des Bestandes ab. Vielleicht kann man da solche Hallenbestände:

Für manche Vegetationsbestandteile wie z.B. Frühjahrsblüher ist z.B. gerade der Schirm solcher mittelalten bis älteren Bestände notwendig.
garnicht gebrauchen? :unsure:

Fakt ist: ob das im konkreten Fall sinnvoll und nötig war, die Buchen zu ringeln, können wir beide nicht beurteilen, da wir nciht auf der Fläche stehen und die auch nicht kennen. Es gibt aber genug Situationen, in denen so ein Ringeln angemessen, hilfreich und gut ist. ;)

VG

Joe
 
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#80
...
Fakt ist: ob das im konkreten Fall sinnvoll und nötig war, die Buchen zu ringeln, können wir beide nicht beurteilen, da wir nciht auf der Fläche stehen und die auch nicht kennen. Es gibt aber genug Situationen, in denen so ein Ringeln angemessen, hilfreich und gut ist. ;)
VG
Joe
Tja, da scheint es forstintern und noch mehr zwischen Landwirtschafts- und Umweltressort doch ganz unterschiedliche Ansichten zu geben.
Das war angeblich noch nicht mal ein Schutzwald (aber die Einstufung kann sich ja auch schnell ändern) und die Naturschutzbehörde war von der Massnahme im FFH-Gebiet lt. Bericht auch nicht gerade begeistert.

Und mir hat ein Forstdirektor hoch und heilig versichert, dass man Buchen schon seit 60 Jahen nicht mehr ringelt, weil das ganz schlecht gewesen sei ...

Und sogar "woidmandl" (Noemen est omen ?) hat hier im Forum zum Thema Buchen-Ringeln geschrieben :

"Buche: Solche Maßnahmen wie von dir beschrieben sind dem damaligen Zeitgeist zuzuschreiben. Verurteilen möchte ich niemanden. Heute wissen wir, dass der damalige ein fatal falscher Weg war. Denn, gemünzt auf unsere Breiten: Die Buche ist die Mutter des Waldes ! Ob nun standörtlich abhängig in dominierender, Waldgesellschaften bildender Form (Hainsimsen-, Waldmeister,-Waldgersten-, oder Seggen-Buchenwald) oder zumindest in Beimischung (z.B. Bergmischwälder). In naturnah/gemäß bewirtschafteten Wäldern nimmt die Buche schon lange eine zentrale Rolle ein. So wird der Buchenanteil, nicht zuletzt im Hinblick auf klimatische Veränderungen (wie auch der Eichenanteil) in Zukunft deutlich zunehmen (müssen). "

Aber vielleicht kann woidmadl das auch gar nicht beurteilen, weil er ja nicht auf der Fläche gestanden ist ...

Und ev. ist der Anspruch des Forstes an den selbst zurechtbastelten Wunsch-Kunst-Schutzwald aber von den zur Verfügung stehenden lästig unvollkommenen Baumarten auch gar nicht zu erfüllen und erst die Kombination z.B. zwischen Buche und Kiefer oder so per Gentechnik macht den Weg zur ultimativen "Schutzwaldsanierung" frei ...
 
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#81
Vielleicht verwechselst Du aber auch eine Aussage zum generellen Vorgehen (standardmäßiges Entfernen jeder Buche, damit die Fichten-Verjüngung rein sei - "vor 60 Jahren") mit der heutigen Praxis der dosierten, einzelfallbezogenen Anwendung einer Methode?

Joe
 
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#82
Vielleicht verwechselst Du aber auch eine Aussage zum generellen Vorgehen (standardmäßiges Entfernen jeder Buche, damit die Fichten-Verjüngung rein sei - "vor 60 Jahren") mit der heutigen Praxis der dosierten, einzelfallbezogenen Anwendung einer Methode?
Joe
Ringeln betraf immer schon vor allem Einzelbäume oder kleinere Gruppen, denn es wäre eine gewaltige Verschwendung, ganze Bestände flächendeckend zu ringeln und dann stehen zu lassen (von der Verkehrssicherungsthematik mal ganz abgesehen).

Und die Aussage des Forstdirektors betraf Ringeln von Buchen ganz generell.

Und man sollte auch nicht vergessen, dass solche Bäume auf Kosten des Steuerzahlers jahrzehntelang aufgepäppelt wurden und wenn sie dann z.B. von Rotwild geschält worden wären, dann wäre wohl wieder mal so was wie der forstliche Weltuntergang an die Wand gemalt worden :

"Da gab es viele dieser Sorte“, sagt der Leiter des Forstbetriebs Oberammergau, Meinhard Süß. „Sie haben die Rinde von den Bäumen geschält, was zu massiven Schäden geführt hat." Deshalb habe er einen Abschussantrag bei der Unteren Jagdbehörde am Landratsamt Garmisch-Partenkirchen gestellt.
https://www.merkur.de/lokales/garmisch-partenkirchen/hirsch-sorgt-zuendstoff-1228649.html

So sprach der "Ringler" ...

"Das Ringeln ist für mich forstlicher Alltag“, erklärte Süß seine Entscheidung gegenüber jagderleben. "
https://www.jagderleben.de/news/forst-herrscht-belieben
 
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#83
Ach Gottchen, ich hasse Amateure. --> Lesen!

Selbstverständlich beschränkte sich das Ringeln auf die Bäume, die man nicht einfach so mit der Heppe abhauen konnte oder auf die Protzen etc. pp.

Fakt: früher war das häufig geübte Praxis, heute wird das seltener gemacht, aber eventuell in ganz anderen Situationen als früher, weshalb der Vergleich mit "früher" nicht nur hinkt oder die Methode an sich "böse" wäre.

VG

Joe
 
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#84
Die großkronigen und tiefastigen haben eine saumäßige Brennholzqualität, die sind so schlecht zu spalten!;)
OK!
Dann mach' halt Furnier d'raus. ;)
Außerdem hat doch heute fast jeder so einen Billig-Spalter, weil die wenigsten noch mit der Axt umgehen können.
Ich habe es sogar schon erlebt, dass man mit Aggregat und Spalter in den Wald zog.


WaiHei
 
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#85
..., nur ist Buchenholz nicht für alle Anwendungen geeignet oder hat hier jemand einen Dachstuhl aus Buche?
...man kann aus Buche Zellstoff machen, einer Grundsubstanz der Textilherstellung.
Daraus werden zum Beispiel Dessous gemacht....
Ohne ausreichend Buche hätten unsere Frauen praktisch gar nichts mehr anzuziehen...!!!
So ein schicker Schlüpper aus Schafwolle oder Leinen hat doch auch 'was ... :ROFLMAO:

Aber Deinen Dachstuhl aus Buchenholz-Dessous würde ich mir gerne mal ansehen - inkl. der Berechnung der Statik. :D


WaiHei
 
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#86
Post #2 in diesem Faden :
Jetzt kommt es ganz dick für die CSU - die Gemse schlägt zurück !
Das wird sie die absolute Mehrheit kosten und der nächste Landwirtschaftsminister heisst Aiwanger !
Das haben sie jetzt davon, dass sie sich von der Forstbürokratie haben beschwatzen lassen ... :-]]]
...
"
Ich habe es Euch doch gesagt, der Aiwanger wird neuer bayerischer Landwirtschaftsminister !
Wetten ?

Auch wenn die Möchtegern-Meinungsmacher das Ergebnis gerne umdeuten würden :

Die konservativen Kräfte gehen insgesamt gestärkt aus der Wahl in Bayern hervor.

Im linken Block haben sich die Stimmen lediglich von der SPD zu den Grünen verschoben, was in der politischen Praxis völlig bedeutungslos ist, denn beide bleiben weiter in der Opposition.

Eine Koalition der CSU mit den Freien Wählern (und ev. der FDP) ist eine ganz hervorragende Konstellation für Bayern und wird durch eine starke AfD in der Opposition noch aufgewertet.

Die Verluste der CSU gehen ganz überwiegend auf das Konto der verheerenden Politik von Merkel, die von den bayerischen Wählern durch die verstärkte Wahl von Freien Wählern und AfD abgestraft wurde.

Fazit : Bayern bleibt weiter ein Bollwerk gegen staatszersetzende linke Ideologie und wird seinen Einfluss auf Bundesebene sogar noch weiter ausbauen.
 
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#87
Die konservativen Kräfte gehen insgesamt gestärkt aus der Wahl in Bayern hervor.
Ja! Vor allem die CSU geht daraus wahnsinnig gestärkt hervor. :p
Welche Partei hatte gegenüber der letzten Wahl den stärksten Einbruch?


eine ganz hervorragende Konstellation für Bayern und wird durch eine starke AfD in der Opposition noch aufgewertet.
Boah!


Die Verluste der CSU gehen ganz überwiegend auf das Konto der verheerenden Politik von Merkel, die von den bayerischen Wählern durch die verstärkte Wahl von Freien Wählern und AfD abgestraft wurde.
Um Merkel abzustrafen wählen sie DIE bayerische Partei nicht mehr? :rolleyes:
Um die Position der CSU in Berlin zu stärken - oder wie?

Was "Crazy Horst" & Co in Berlin so getrieben haben fanden sie toll oder wie?

Und der Söder stellt sich hin und erzählt 'was von "eindeutigem Wähler-Auftrag" - als verlustreichste Partei ganz schön dreist ...
(Ja! Sie sind noch die stärkste Partei in Bayern. Ein ordentliche "Klatsche" hat "der Wähler" ihnen aber trotzdem verpasst.)
Und Crazy Horst will natürlich wegen des Wahlergebnisses KEINE Personaldiskussion - dem geht aber der Arsch gewaltig auf Grundeis.


BTW: Das hochfrequente Pfeifen im Hintergrund ist übrigens der Franz-Josef, der im Grabe rotiert.


WaiHei
 
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#88
Herzlichen Dank für deine informativen Ausführungen.

Wenn denn die Buche möglicherweise zukünftig die genannte Schutzfunktion übernehmen kann und muss, klingt es natürlich ein wenig abstrus, wenn sie dann von dem/ den Forstamt/ -ämtern geringelt wird. Oder?


Grosso
Naja eigentlich nicht. Wenn man es mal gesehen. Das passiert sehr selektiv. Sie wird nicht auf jeder Fläche und auch nicht jede große Buche geringelt.

Jedenfalls kein Vergleich wie wenn der Nachbar eine offene Fütterung betreibt und das Rotwild an sonnigen Wintertagen in die Kulturen zieht.
 
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....

Und der Söder stellt sich hin und erzählt 'was von "eindeutigem Wähler-Auftrag" - als verlustreichste Partei ganz schön dreist ...
(Ja! Sie sind noch die stärkste Partei in Bayern. Ein ordentliche "Klatsche" hat "der Wähler" ihnen aber trotzdem verpasst.)
....
WaiHei

dazu heute morgen diepresse.com, Teilzitat:

diepresse.com hat gesagt.:
....

Die bayerische Staatspartei CSU musste mit dem Verlust der absoluten Mehrheit eine herbe Niederlage einstecken (erhielt mit 37,3 Prozent aber wohlgemerkt einen klaren Regierungsauftrag) .....
Teilzitat Ende

Es gibt keinerlei Gründe, um daran zu zweifeln

Quelle: Klick -->>

Ob man seine Lehren daraus ziehen zieht, wird sich zeigen.
 
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