Jagd in der Waldstrategie 2050 - Stellungnahme des Wissenschaftlichen Beirates

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streiche Bejagung, setze Nutzung und setze auf Forstbeflissene,die auch Zugangsbeschränkungen durchsetzen;)
;-) auf die kannst Du lange warten. Ich finde die in den Gesetzen normierten Wildruhezonen auch nett. Auf meine Frage, wer das durchsetzen solle und wolle, blickt man in fragende Gesichter. Das zu präzisieren, haben die Gesetzgeber vergessen. Muss einen also nicht weiter bekümmern.
 
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Ist das so? Auf die Fläche gesehen doch eher nicht. Ob drei Geißen je zwei Kitze setzen, oder eine Bache oder ein Fuch 6 Frilis oder Welpen, kommt doch aufs gleiche raus: 6. Der Ausgangsbestand ist am Ende die entscheidende Größe.

Wir hatten vor Jahren eine derartige Verschiebung in Bayern, und da wurde sehr wohl der Ruhezeit des Wildes entsprechend das, was im Mai früher angefangen wurde im Januar früher aufgehört. Also von 16.5. auf 1. 5. und von 31.1. auf 15.1. Meinethalben könnte man das nochmal so machen, und in Zukunft am 31.12. aufhören, dafür am 16.4. anfangen.

Exakt das meinte ich,
Jagdzeit Ende Dezember abschliessen, dafür am 01.April loslegen. Erscheint mir persönlich wildbiologisch auch sinnvoller!
Da aber zumindest hier in Hessen nicht so verfahren wurde, gibt es eben jetzt viel Geschrei und Kontroverse; hätte man sich durchaus deutlich einfacher machen können, aber ich habe das Gefühl, das war nicht wirklich gewollt!
Man musste ja schon die für das eigene Klientel äusserst hässliche Kröte schlucken mit der Wiederzulassung der Bejagung der Jungwaschbären -und Füchse, wo sich das grüne Ministerium einer Aktivität des LJV und der FDP beugen musste; da hat man die Gegner direkt einmal per Retourkutsche mit einer neuen Massnahme ohne Einbindung des Landesjagdverbandes überfahren.
Zu deiner These mit dem Ausgangsbestand als entscheidende Größe;
überschlage doch nur mal kurz die theoretische Bestandsentwicklung von angenommenen 3 Rehen, 2 Sauen und 1 Füchsen auf der gleiche Fläche ausgehend (entspricht in etwa den Streckenverhältnissen in Hessen, alle drei Arten sind zusätzlich Kulturfolger!) der drei angeführten Wildarten nach drei Reproduktionszyklen ohne Eingriffe jeglicher Art; man erkennt den Unterschied sehr schnell.
Allein daraus entwickelt sich dann automatisch die Notwendigkeit einer intensiveren Bejagung von Wildtierarten mit höheren Reproduktionszahlen (wenn man das wertfrei betrachtet und auch wirklcich will, und da scheiden sich z.B. beim Waschbär die Geister), nennt man neudeutsch auch gerne Wildtiermanagement.

Prinzengesicht
 
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Bezahlbar = ökonomisch. Ist ja auch in Ordnung. Man soll das Kind halt nur beim Namen nennen
Und daran denken, dass es dabei nicht nur ums Geld verdienen geht, sondern dass natürlich auch Investitionen in z.B. Diversität und Risikominimierung möglichst kostengünstig erfolgen können sollten.

Da habe ich andere Erfahrungen. Wenn ich den Eigentümer einer Waldparzelle suche, laufe ich nicht selten von A über B zu C, nur um am Ende doch beim überraschten A zu stehen, der gar nicht weiß, wo sein Wald beginnt und wo er aufhört. Das gilt für den Gemeindewald übrigens genauso.
Das Problem ist bekannt, ändert aber nichts am Problem der Waldbesitzer, die was machen wollen. Wären alle so wie Du hier beschreibst gäbe es die Diskussion nicht.

Das ist geschehen und geschieht aktuell. Für RLP könnte ich dir einen Abriss der Geschehnisse schildern. Kurzfassung: Alleingang Forst -> Intervention des LJV -> umfangreiche Debatten -> umfangreiches Konzept (bei dem Dinge wie Schrotschuss auf Rehwild zum Ärger der üblichen Verdächtigen nicht durchsetzbar waren) -> Alleingang Forst. Was soll man dazu noch sagen?
Ich kenne diese Details in RP nicht, nur die Diskussionen generell und die läuft ja schon seit Jahrzehnten.

Es ist trotzdem festzuhalten, dass der geforderte Waldumbau nicht selten gegen die Interessen der Eigentümer propagiert wird.
Nicht "der Eigentümer". Einiger vielleicht und wer sich um seinen Wald nicht schert so wie von Dir oben beschrieben hat ja wohl auch keine Interessen, gegen die man vorgehen würde bzw. der läuft sogar Gefahr, seiner Sozialpflichtigkeit nicht nachzukommen und dann ist es doch in seinem Inetresse, wenn man ihn ein bisschen "aufmüdet".

Gerne eine Empfehlung.
Hasel: Forstgeschichte (schon etwas älter, Lehrbuch)
Küster: "Geschichte des Waldes" und "Geschichte der Landschaft in Mitteleuropa" (populärwissenschaftlich, Küster ist Vegetationskundler, kein Förster)

Und IMHO ist es ein Zeichen von Dummheit, das komplexe Geflecht monokausal zu sehen und nur und ausschließlich mit der Büchse lösen zu wollen, ohne auch nur im Ansatz bspw. die Machbarkeit zu hinterfragen.
Das macht doch keiner!! Es ist aber witzlos, an tausend Schrauben zu drehen, wenn das alles durch die eine bestimmte Schraube namens "Verbiss" wieder kaputt gemacht wird. Und die Machbarkeit ist gegeben - fraglich ist nur, ob das auch gewisse Teile der Jägerschaft "machen" oder man andere Wege geht.

Waren sie das zuvor nicht?
Doch, deswegen sollen die ja nicht mehr z.B. in Reinbeständen angebaut werden.


"Wildökologe Prof. Dr. Arnold von der VedMed Uni Wien erklärt in einer weiteren Folge von #waldbaumitwaidblick,
Prinzengesicht
Aua. Da hat er aber unterstellt, dass Otto Normaljäger zu unfähig oder unwillig ist, sich in dem rechtlich erlaubten Rahmen für die lokalen Gegebenheiten passende Jagdstrategien zu überlegen, damit es eben nicht mehr Schäle gibt. Das kann auf Erfahrung beruhen (deckt sich leider mit einigen, die ich gemacht habe) und ist dann keine Klatsche für die Verlängerung bzw. Verlagerung, sondern eine für "die Jägerschaft". Btw.: eine Verkürzung am Ende fände ich nicht nur wegen der Physiologie der Schalenwildarten gut. Besonders in Wolfsregionen kommt man dann nicht mit einer DJ in die Vorranz der Wölfe und hat ein geringeres Risiko für den Hundeeinsatz.
 
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Und daran denken, dass es dabei nicht nur ums Geld verdienen geht, sondern dass natürlich auch Investitionen in z.B. Diversität und Risikominimierung möglichst kostengünstig erfolgen können sollten.



Das Problem ist bekannt, ändert aber nichts am Problem der Waldbesitzer, die was machen wollen. Wären alle so wie Du hier beschreibst gäbe es die Diskussion nicht.



Ich kenne diese Details in RP nicht, nur die Diskussionen generell und die läuft ja schon seit Jahrzehnten.



Nicht "der Eigentümer". Einiger vielleicht und wer sich um seinen Wald nicht schert so wie von Dir oben beschrieben hat ja wohl auch keine Interessen, gegen die man vorgehen würde bzw. der läuft sogar Gefahr, seiner Sozialpflichtigkeit nicht nachzukommen und dann ist es doch in seinem Inetresse, wenn man ihn ein bisschen "aufmüdet".



Hasel: Forstgeschichte (schon etwas älter, Lehrbuch)
Küster: "Geschichte des Waldes" und "Geschichte der Landschaft in Mitteleuropa" (populärwissenschaftlich, Küster ist Vegetationskundler, kein Förster)



Das macht doch keiner!! Es ist aber witzlos, an tausend Schrauben zu drehen, wenn das alles durch die eine bestimmte Schraube namens "Verbiss" wieder kaputt gemacht wird. Und die Machbarkeit ist gegeben - fraglich ist nur, ob das auch gewisse Teile der Jägerschaft "machen" oder man andere Wege geht.



Doch, deswegen sollen die ja nicht mehr z.B. in Reinbeständen angebaut werden.




Aua. Da hat er aber unterstellt, dass Otto Normaljäger zu unfähig oder unwillig ist, sich in dem rechtlich erlaubten Rahmen für die lokalen Gegebenheiten passende Jagdstrategien zu überlegen, damit es eben nicht mehr Schäle gibt. Das kann auf Erfahrung beruhen (deckt sich leider mit einigen, die ich gemacht habe) und ist dann keine Klatsche für die Verlängerung bzw. Verlagerung, sondern eine für "die Jägerschaft". Btw.: eine Verkürzung am Ende fände ich nicht nur wegen der Physiologie der Schalenwildarten gut. Besonders in Wolfsregionen kommt man dann nicht mit einer DJ in die Vorranz der Wölfe und hat ein geringeres Risiko für den Hundeeinsatz.
genauso ist es. am besten schon weihnachten feierabend, aber dafür gleich am 1. april ordentlich loslegen. dann ist beim reh im wald zumindest bis anfang juni mit bissl glück der große teil erledigt, was den vorteil hätte dass man sich dann bei den sauen im feld ausleben könnte. :p
 
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Vielleicht beschäftigst du dich (hoffentlich noch mal) mit den Arbeiten von Arnold und dann reden wir gerne weiter!
Btw geht es weniger darum, "wie glücklich Forst und Jagd mit den jeweiligen Jagdzeiten in anderen europäischen Ländern sind", sondern welche jagdlichen Verordnungen wildbiologisch Sinn machen.
Du kannst mir dann auch gerne noch erläutern, wie "das nochmal mit den Schonzeiten von Fuchs und Waschbär in einigen Bundesländern zusammenhängt"; da freue ich mich doch, wenn ein Förster zu diesem Thema mal Stellung bezieht und uns tiefere Zusammenhänge diesbezüglich erklärt!
In freudiger Erwartung;

Prinzengesicht

nenne halt mal ganz konkrete arbeiten von arnold oder wg. meiner auch reimoser. dann ruf im alternativen club an und du bekommst zwei weitere profs an den tisch und fuchs / waschbär interessiert in dem zusammenhang wo?

von angepassten wildbeständen spricht jeder und trotzdem kann man unterschiedliches darunter verstehen. je nachdem, welche seite man vertritt. entweder die jagd mit stetig zunehmender zahl an jägern oder den wald mit stetig zunehmenden kalamitäten. der wald-jagd-konflikt ist ohne gesetzesänderungen unlösbar und einen wald-wild-konflikt gibt es de facto nicht und hat es ehrlicherweie auch nie gegeben.

je mehr menschen ein stück land besiedeln desto größer die probleme. je mehr jäger den wald besiedeln desto größer der wald-jagd-konflikt. ich habe noch nie irgendwo von einem prof. gelesen, dass der wald mit weniger wild ein problem hätte oder sich weniger wild im wald einsam fühlen würde oder es zu zeiten von wolf und luchs so gewesen wäre. der menschliche jäger hat aber ein problem, wenn er zahlt und wenig sieht.

was wäre ein jagdforum ohne wald-jagd-konflikt? vernünftig aber todlangweilig. :cool::D
 
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Exakt das meinte ich,
Jagdzeit Ende Dezember abschliessen, dafür am 01.April loslegen. Erscheint mir persönlich wildbiologisch auch sinnvoller!
Da aber zumindest hier in Hessen nicht so verfahren wurde, gibt es eben jetzt viel Geschrei und Kontroverse; hätte man sich durchaus deutlich einfacher machen können, aber ich habe das Gefühl, das war nicht wirklich gewollt!
Man musste ja schon die für das eigene Klientel äusserst hässliche Kröte schlucken mit der Wiederzulassung der Bejagung der Jungwaschbären -und Füchse, wo sich das grüne Ministerium einer Aktivität des LJV und der FDP beugen musste; da hat man die Gegner direkt einmal per Retourkutsche mit einer neuen Massnahme ohne Einbindung des Landesjagdverbandes überfahren.
Zu deiner These mit dem Ausgangsbestand als entscheidende Größe;
überschlage doch nur mal kurz die theoretische Bestandsentwicklung von angenommenen 3 Rehen, 2 Sauen und 1 Füchsen auf der gleiche Fläche ausgehend (entspricht in etwa den Streckenverhältnissen in Hessen, alle drei Arten sind zusätzlich Kulturfolger!) der drei angeführten Wildarten nach drei Reproduktionszyklen ohne Eingriffe jeglicher Art; man erkennt den Unterschied sehr schnell.
Allein daraus entwickelt sich dann automatisch die Notwendigkeit einer intensiveren Bejagung von Wildtierarten mit höheren Reproduktionszahlen (wenn man das wertfrei betrachtet und auch wirklcich will, und da scheiden sich z.B. beim Waschbär die Geister), nennt man neudeutsch auch gerne Wildtiermanagement.

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Wenn ich die Wahl habe, Rehwild ab dem 01.04. oder dem 16.04. zu bejagen und dafür den halben oder den ganzen Januar hergeben muss, dann bleibe ich lieber beim 01. Mai.
Beim Rotwild ist das sicher anders zu sehen, aber glücklicherweise, kommt das Rotwild nur auf 11 % der Waldfläche in BW vor.
 
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16. Mai bis 31.12. reicht beim Rehwild vollkommen, unter Beachtung des Muttertierschutzes. Alles andere ist hilfloser Aktionismus.
 
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Du hast kein Waldrevier oder aber außer Rehwildjagd weder Hobbies noch Familie? ;) Das bedingt aber in einem strukturreichen Wald entweder verdammt viel Ansitzzeit pro Stück, Frost mit verschärfter Tresterkirrung, Freigabe der Nachtjagd auf Rehwild (damit man mit Wärmebild effizient jagen kann) oder einige DJ mit klarer Ansage "Zahl vor Wahl" ab Laubfall. Optimaler wäre dann eine geteilte Jagdzeit: (Mitte) April und Mai, danach ab September wieder.
 
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Du hast kein Waldrevier oder aber außer Rehwildjagd weder Hobbies noch Familie? ;) Das bedingt aber in einem strukturreichen Wald entweder verdammt viel Ansitzzeit pro Stück, Frost mit verschärfter Tresterkirrung, Freigabe der Nachtjagd auf Rehwild (damit man mit Wärmebild effizient jagen kann) oder einige DJ mit klarer Ansage "Zahl vor Wahl" ab Laubfall. Optimaler wäre dann eine geteilte Jagdzeit: (Mitte) April und Mai, danach ab September wieder.
Unser Revier ist über die Hälfte zusammenhängende Waldfläche mit z.Zt. auch aufgeforsteten Kalamitätsflächen, auf die besonders geachtet wird. Klappt bei uns auch ohne Nachtjagd und Rehwildhetze im Januar ganz gut. Wer von den Mitjägern nicht mitzieht, bekommt einen dezenten freundschaftlichen Hinweis. z.B. Kein weilbl. Rehwild erlegt, dann auch kein Bock frei :p. Wirkt!
Es finden auch des öfteren Sammelansitze statt, auch zur Blattzeit, da wird der Bockabschuss weitesgehend komplettiert. Im Herbst das gleiche an 2-3 Wochenenden auf Ricken und Kitze und Einzeljagd. Ihr solltet Euch beim Forst mal vernünftige Jagdstrategien ausdenken und Euer "Personal" erziehen, dann würde das bei Euch auch klappen! Vlt. auch mal mit guten Beispiel vorangehen, anstatt mit parteipolitischen Aktionen an der eigene Karriere zu schrauben :sneaky:
 
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nenne halt mal ganz konkrete arbeiten von arnold oder wg. meiner auch reimoser. dann ruf im alternativen club an und du bekommst zwei weitere profs an den tisch und fuchs / waschbär interessiert in dem zusammenhang wo?

von angepassten wildbeständen spricht jeder und trotzdem kann man unterschiedliches darunter verstehen. je nachdem, welche seite man vertritt. entweder die jagd mit stetig zunehmender zahl an jägern oder den wald mit stetig zunehmenden kalamitäten. der wald-jagd-konflikt ist ohne gesetzesänderungen unlösbar und einen wald-wild-konflikt gibt es de facto nicht und hat es ehrlicherweie auch nie gegeben.

je mehr menschen ein stück land besiedeln desto größer die probleme. je mehr jäger den wald besiedeln desto größer der wald-jagd-konflikt. ich habe noch nie irgendwo von einem prof. gelesen, dass der wald mit weniger wild ein problem hätte oder sich weniger wild im wald einsam fühlen würde oder es zu zeiten von wolf und luchs so gewesen wäre. der menschliche jäger hat aber ein problem, wenn er zahlt und wenig sieht.

was wäre ein jagdforum ohne wald-jagd-konflikt? vernünftig aber todlangweilig. :cool::D


4 mal hast du den Begriff "wald-wild-konflikt" in deinem Beitrag verwendet und dann mittendrin dein Kernsatz:
"einen wald-wild-konflikt gibt es de facto nicht und hat es ehrlicherweise auch nie gegeben."!
Was denn nun?
Zum Thema "Wild einsam im Wald", auch da gibt es sehr aktuelle und interessante Studien zum Thema Rotwild und genetische Diversität in den hessischen Rotwildpopulationen, habe ich hier auch schon im Forum verlinkt. Verinselung und Zwergenpopulationen (einsam im Wald;)) der Rotwild-Vorkommen, da kann man mittlerweile schon von "einsam im Wald" sprechen mit den entsprechenden genetischen Konsequenzen-
Mit führend in dieser genetischen Depression ist übrigens eine Zwergenpopulation, die hier gerne als Vorbild dargestellt wird!
Ich bin ja nun ein klarer Verteter von wirtschaftlichen Interessen (egal ob in LW oder FW);
man muss sich manchmal aber auch entscheiden, was man will.
Will man das größte Säugetier unserer Breiten in höherer Stückzahl als freilebendes Wild noch erhalten, dann muss man eben die Rotwildbezirke mit isolierten Insel und/oder Zwergenpopulationen auflösen und in anderen Regionen parallel auch höhere Rotwilddichte ermöglichen und dann evt. anfallende höhere Schäden dort auch tolerieren.
Man kann Rotwilddichten nicht ohne Konsequenzen beliebig herunterfahren, oder sagt deutlcih der Zielbestand ist NULL.
Einen "leichten Rotwildschleier gleichmäßig über die Fläche verteilt" wird es aufgrund der Lebensweise dieser Wildart nie geben; für das Wild interessante Lebensräume werden immer erhöhte Konzentrationen mit gewwissen Schäden aufweisen.
Ansonsten reichen einige größere Gatterhaltungen ala Schönbuch, kommerzielle Wildparks (dürfen durchaus auch vom Forst betrieben werden;)) und ein paar Truppenübungsplätze dicke aus, damit die Familie Müller aus dem Ballungsräumen theoretisch von der Existenz dieses Tieres Kenntnis nehmen kann!

Prinzengesicht
 
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Ihr solltet Euch beim Forst mal vernünftige Jagdstrategien ausdenken und Euer "Personal" erziehen, dann würde das bei Euch auch klappen! Vlt. auch mal mit guten Beispiel vorangehen, anstatt mit parteipolitischen Aktionen an der eigene Karriere zu schrauben :sneaky:
Keine Sorge, wir beim Forst machen das stellenweise schon seit über 30 Jahren so vorbildlich mit Intervall etc. Da zeigt sich dann aber auch bei Verschiebung der Phänophasen bei der Vegetation die Vorteilhaftigkeit der Anpassung - sprich im Frühling Vorverlegung - der Jagdphasen. Und hier geht es - was Du übersehen hast - um die Situation in verpachteten Privatwäldern, nicht um "den Forst". ;)
 
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Das Problem hat aus meiner Sicht 2 Seiten, eine ist das viele recht behäbige Förster bei den LFA die kleinprivatwaldbesitzer schlecht beförstern und Ihnen nie vorrechnen und zeigen ob und falls ja was Ihnen aufgrund der derzeitigen Bejagung entgeht. Der Mischwald entsteht bei genug Licht in jedem Bestand von selber, man muss nur in ein Weisergatter schauen. Das hat die Natur mit Eichelhäher und Konsorten schon sehr schlau eingerichtet. Es gibt nun hoheitlich beförsterte Wälder bestehend aus Kleinstprivatwald die toll aussehen und einen auch nach DJV Maßstäben guten gesunden Wildbestand haben. Leider ist das in den meisten nicht der Fall. Hier versagen an ganz vielen Stellen die LFA da Sie sowohl beim Holzverkauf, der Beratung der Waldbesitzer, dem sozialen Aspekt mit den Waldbesitzern als auch um nur ein weiteres Besispiel zu nennen bei der Bereitstellung und Angebotseinholung von Unternehmern mit der Klammer gepudert sind, Es gibt leider deutlich mehr schlechte Förster als gute und das sieht man den Deutschen Wäldern, grade denen im Streubesitz(die ohne Frage besonders herausfordernd für den Förster sind), sehr deutlich an. Das hat wenig mit Personaleinsparungen etc. zu tun sondern ist einfach ein Versagen der Förster auf der Fläche(anwesende wie immer ausgeschlossen).

Das wiederum führt dazu das in dazu das in den meisten Wäldern der Eigentümer lieber, wenn er überhaupt was macht, Brennholz macht und sich sonst wenig für den Wald und wie er mal aussehen soll, interessiert.

Außerdem führt es dazu das der Jagdpächter häufig schalten und walten kann wie er mag da der Vostand der JG selbst nur Brennholz macht, der Inhaber der örtlichen Kneipe ist und außerdem des Jägers Schwager, des Jägers Onkel ist dann meistens auch noch der Landwirt der aufgrund seiner LaWi Flächen in dem Jagdbogen die Flächenmehrheit hat. (Um mal ein typisches Beispiel für Thüringer Verhältnisse im Kleinstprivatwald (wegen der Bodenreform) zu nennen. Soll heißen es gibt immer ein paar Jagdgenossen denen die Wildschäden zu hoch sind aber die Fläche reicht nicht aus um was zu ändern. Die Stimmenzahl würde zwar reichen aber die meisten Flächen gehören inzwischen verzogenen Erben oder gar verstrittenen Erbengemeinschaften die sich auf einer JG Versammlung eh nicht einfinden und denen der Wald, der aufgrund der miserabelen Beförsterung eh nur Geld kostet und nichts einbringt, egal ist.
Solche Konstellationen (und die sind keine Ausnahme, mindestens in Thüringen sondern eher die regel) führen natürlich automatisch zu Missverhältnissen. Das Konzept Jagdgenossenschaft und die Demokratie die dahinter steckt funktioniert (wie alles sozialistisch angehauchte) nur auf dem Papier gut und leider nicht in der Praxis. Das ist ungefähr eine Demokratievorstellung wie sie teilweise auch in Afrika üblich ist. Denn Demokratie funktioniert nur gut wenn deutlich mehr als 50% mitmachen und diese Leute einen Bezug zu dem Thema haben über das sie abstimmen.

Das es den Wäldern in Deutschland durch den Klimawandel ziemlich an den Kragen geht haben inzwischen die meisten Entscheidungsträger und auch andere begriffen. Das wir deshalb mit Mischwäldern besser aufgestellt sind als mit Monokulturen auch.

Die WaldStrategie an sich erscheint mir dennoch nicht sehr praxisorientiert. Aus meiner Sicht gäbe es 2 einfache Wege aus diesem Dilemma.

Der erste, man berechnet den Wildschaden im Wald über Weisergatter und Verbiss wirtschaftlich genau inkl. was würde es kosten das zu pflanzen was im gatter steht und wie mit wie viel % Verlust im Endstadium ist durch fegen, Schälen etc. monetär zu rechnen. Das könnte man dann noch prozentual 70/30 auf Jäger und Waldbesitzer aufteilen. Wäre zumindestens fairer als jetzt da derzeit der Waldbesitzer bei schlechter Jagd größtenteils auf den Kosten sitzenbleibt. Wird dann zwar entsprechend teuerer für den Jäger auch wenn die Pacht evtl. etwas sinkt, aber diese kosten trägt der Waldbesitzer im moment alleine.

Der zweite Weg, und der wäre aus meiner Sicht der beste, wäre das die Jagden zwar weiter verpachtet werden aber die Eigentümer mit Jagdschein Ihre eigene Fläche auch selber bejagen dürfen. Dafür gibt es keinen Wildschaden mehr. Das praktizieren wir in Thüringen auf freiwilliger Basis mit den Pächtern auf einigen unserer Splitterflächen und es hat sich sehr für alle Beteiligten bewährt auch wenn es mit etwas erhöhtem Org Aufwand verbunden ist. Denn dann kann man die Verantwortung übernehmen wenn einem der Wald wichtig ist. Wenn nicht dann lässt man es eben so wie es ist.

Der 3. Weg, den halte ich aber für utopisch bzw. nur privatwirtschaftlich zu organisieren, in einigen FBG's klappt das ja aber die LFA's haben gezeigt das Sie es nur selten können, wäre eine bessere Beförsterung und Beratung der Waldbesitzer. Aber dazu müssen sich die Privatwaldbesitzer wieder zusammenschließen und das ist, bei meinem Beispiel Ostdeutschland bleibend wo viele Eigentümer 0,5-1,5 ha Wald haben, häufig verzogen oder auf 10 köpfige Erbengemeinschaften aufgeteilt, leichter gesagt als getan.
 
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Wie für dich gemacht und das auch noch vom Dachverband der Lodenjockel!

"Deutschland hat im europäischen Vergleich bereits jetzt die längsten Jagdzeiten für Reh- und Rotwild. Trotzdem sind gerade diese Jagdzeiten in einigen Bundesländern ausgeweitet worden, um den Wald angeblich besser zu schützen. Doch funktioniert das überhaupt? Wildökologe Prof. Dr. Arnold von der VedMed Uni Wien erklärt in einer weiteren Folge von #waldbaumitwaidblick, warum genau das Gegenteil der Fall ist."

https://www.youtube.com/watch?v=2-AnE0hMeKc



Achtung, Wortspiel!
Ich kann mir das Grinsen kaum verbeissen, Beiträge wie deiner führen halt auch zur Entmischung!!!:p
Und was soll mir dieses Rumgedruckse jetzt sagen? Ich habe jetzt nicht jedes Video angeschaut, aber das, was ich gesehen habe, bestätigt das, was ich schrieb.
 
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