Waldzustandsbericht - Lage ist katastrophal

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https://www.ufz.de/index.php?de=37937
Die Karte links, sollte jetzt -vor dem Austrieb- komplett weiß sein.
Da wir keine Landwirtschaft betreiben und unsere Bäume genau dort wurzeln, wo jetzt kein Wasser ist, sollte das Problem erkennbar sein.
CdB
Die Karte rechts
https://www.ufz.de/index.php?de=37937
zeigt, dass in der oberen Bodenschicht (wo sich auch Gehölzwurzeln befinden) genügend Wasser vorhanden ist (>=100%).
Und Pflanzen sind in der Lage, in ihrem Körper Wasser mit den entsprechenden Organen entlang eines osmotischen Gradienten zu leiten und damit auch zu verteilen.

https://www.spektrum.de/lexikon/biologie/wassertransport/70358
 
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Nur die obersten 25cm bedeuten gar nichts!
Alleine die Verdunstung über Boden und Pflanzen saugt die innerhalb von wenigen Wochen leer - auch in der Landwirtschaft!

Der Vorrat im tiefen Boden ist übrigens auch der Indikator für die Grundwasserbildung - ist diese Bodenschicht leer, dann kommt im Grundwasser ohnehin nichts mehr an:
 
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Nur die obersten 25cm bedeuten gar nichts!
Alleine die Verdunstung über Boden und Pflanzen saugt die innerhalb von wenigen Wochen leer - auch in der Landwirtschaft!

Der Vorrat im tiefen Boden ist übrigens auch der Indikator für die Grundwasserbildung - ist diese Bodenschicht leer, dann kommt im Grundwasser ohnehin nichts mehr an:
Ein grosser Teil der Grundwasserbildung erfolgt durch die Versickerung aus Oberflächengewässern.
In unserem Trinkwasserschutzgebiet stammen z.B. ca. 60% des entnommenen Wassers aus einem daneben vorbeilaufenden Fluss.
Das kam auch erst bei einer neuen Untersuchung raus.
 
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Das ist dann Uferfiltrat kein Grundwasser.
Äh, nein.
Damit es direkt als Trinkwasser genutzt werden kann, muss es mindestens ca. 60 Tage als Grundwasser durch den Untergrund sickern, und das tut es.
Die Entnahme erfolgt aus ca. 30 m tiefen Brunnen.
 
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Es wird selbstverständlich auch Uferfiltrat als Trinkwasser genutzt. Wie bspw am Rhein entlang.
Ich weiss, z.B. auch in Berlin am Wannsee.
Aber nicht bei uns.
Das Wasser aus Uferfiltrat muss dann normalerweise auch speziell aufbereitet werden (mit Aluminium-Flockungsmitteln, "Desinfikation" mit Chlor, etc.) und es sickert in der Regel auch nicht zwei Monate vom Oberflächengewässer bis zum Entnahmeort durch den Untergrund, was zur selbstständigen Abtötung von Bakterien notwendig bzw. vorgeschrieben ist.
 
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Ist es eigentlich richtig, dass man nur den Wald allein betrachtet? Muss man nicht auch die landwirtschaftliche Praxis betrachten um den Wald herum betrachten?

Durch die immer größeren Schläge führen Wind und Sonne zu stärkerer Verdunstung. Die bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts für Mitteleuropa prägende kleinteilige Struktur mit vielen Hecken und Knicks ist fast vollständig verschwunden.

Wenn wir eine künstliche Steppe schaffen, dürfen wir uns auch nicht über ein Steppenklima wundern, und das bekommt natürlich auch der angrenzende Wald mit ab bzw. werden Wasserreserven aus dem Wald abgezogen.

Auch im Wald werden durch moderne Bewirtschaftungsmethoden(Harvester, etc.) große Schneisen geschaffen, die das Mikroklima negativ verändern.

Unabhängig davon, ob man an den Klimawandel glaubt oder nicht, man sollte doch einmal die rein praktischen Möglichkeiten betrachten, mit denen man den Wasserhaushalt positiv beeinflußen kann.
 
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https://www.ufz.de/index.php?de=37937

Die Karte links, sollte jetzt -vor dem Austrieb- komplett weiß sein.

Da wir keine Landwirtschaft betreiben und unsere Bäume genau dort wurzeln, wo jetzt kein Wasser ist, sollte das Problem erkennbar sein.


CdB

Egal wie man es dreht und wendet, das nächste Dürrejahr ist wahrscheinlich. Der Forst ist in einer wirklich besch... Situation. Selbst wenn man wüsste, was man dagegen machen kann, dauert es wieder Jahrzehnte bis es sich stabilisieren könnte.

Hatte am WE 2 Gespräche mit Waldbauern. Einer hat seine Stückle vor 70 (!!) Jahren mit seinem Vater angelegt, der ist jede Woche im Wald und holt Bäume raus - Trockenheit, Käfer. Der Mann war so traurig, weil am Ende seinen Lebens "seine" Natur vor die Hunde geht. Aber alles Fichtenmonokultur . Schwäbisch aufgeräumt.

Der andere, keine 500m weiter, ungefähr genauso alt, hat Mischwald angelegt. Auch er hat Schäden, gleiches Lebensalter denke ich mal, aber er muss nur ne Handvoll Bäume entnehmen.
Wir sollen bei ihm nicht jagen, da er die Rehe im Wald haben will und er sich freut, wenn er die aus seiner Hütte raus sieht. Verbiss ist ihm egal, auch ne Einstellung ;-)

2 waldliche Lebenslinen sozusagen auf 500m - 2 Welten.
 
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In dem Artikel wird im wesentlichen anhand von zwei trockenen Jahren und Schäden an nicht standortgerechten Fichtenplantagen ein grossflächiger Waldumbau propagiert,

Aha. Wie sollen denn die "großflächigen Fichtenplantagen" umgewandelt werden, wenn nicht durch großflächigen Umbau? Wie soll man am Standort nicht vorhandene Arten einbringen, wenn nicht durch Kunstverjüngung?

Wenn man von Waldbau so absolut keine Ahnung hat, dann sollte man dazu nichts sagen, oder man blamiert sich so richtig wie Du gerade hier.

Ist es eigentlich richtig, dass man nur den Wald allein betrachtet? Muss man nicht auch die landwirtschaftliche Praxis betrachten um den Wald herum betrachten?

Natürlich braucht es da einen umgreifenden Ansatz. Zwar ist der Wald häufig "Oberlieger", d.h. es gibt keinen Zufluss. Aber gerade hier in der Region gibt es auch die Situation, dass die Landwirte die Niederungen entwässern, damit sie im Frühjahr auf dei Felder können und im Sommer dann beregnen müssen, womit sie den Grundwasserstand noch weiter absenken und das Waser auch unterm Wald wegziehen. Die Diskussionen darum waren "nicht nett".

Auch im Wald werden durch moderne Bewirtschaftungsmethoden(Harvester, etc.) große Schneisen geschaffen, die das Mikroklima negativ verändern.

Da gibt es keine "großen Schneisen", das Kronendach ist ganz schnell wieder geschlossen und das Mikroklima merkt das nur marginal. Also nur in Bereichen, die man früher nicht messen konnte.
 
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Aha. Wie sollen denn die "großflächigen Fichtenplantagen" umgewandelt werden, wenn nicht durch großflächigen Umbau? Wie soll man am Standort nicht vorhandene Arten einbringen, wenn nicht durch Kunstverjüngung?

Bezüglich Privatwälder, die ja die eigentlichen Experten bei den Fichtenmonokulturen waren und jetzt besonders betroffen sind.
Klar sollen die umbauen, aber bitte auf eigene Kosten. Die Gewinne vorher haben sie ja auch selbst eingesackt.
Gewinne privatisieren und Verluste vergesellschaften, so nicht.
 
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Ist es eigentlich richtig, dass man nur den Wald allein betrachtet? Muss man nicht auch die landwirtschaftliche Praxis betrachten um den Wald herum betrachten?

Durch die immer größeren Schläge führen Wind und Sonne zu stärkerer Verdunstung. Die bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts für Mitteleuropa prägende kleinteilige Struktur mit vielen Hecken und Knicks ist fast vollständig verschwunden.

Wenn wir eine künstliche Steppe schaffen, dürfen wir uns auch nicht über ein Steppenklima wundern, und das bekommt natürlich auch der angrenzende Wald mit ab bzw. werden Wasserreserven aus dem Wald abgezogen.

Auch im Wald werden durch moderne Bewirtschaftungsmethoden(Harvester, etc.) große Schneisen geschaffen, die das Mikroklima negativ verändern.

Unabhängig davon, ob man an den Klimawandel glaubt oder nicht, man sollte doch einmal die rein praktischen Möglichkeiten betrachten, mit denen man den Wasserhaushalt positiv beeinflußen kann.
Und Windmühlen tun nachweislich ihr übriges dazu, dass das Kleinklima sich massiv verändert. Eben auch mit deutlich weniger Niederschlag, dort wo sie zu Hunderten stehen -> z.b. Rheinhessen.
Ich hab das mal interessehalber in Wetteraufzeichnungen nachgeguckt.
Der Niederschlag in der windmühlenversuchten Agrar- und Wingertsteppe, in der Schatzi lebt, ist in den letzten Jahren kontinuierlich zurück gegangen, während er in der stark bewaldeten und noch nicht völlig windraddurchseuchten Gegend, in der ich wohne gleich blieb.
 
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Und Windmühlen tun nachweislich ihr übriges dazu, dass das Kleinklima sich massiv verändert. Eben auch mit deutlich weniger Niederschlag, dort wo sie zu Hunderten stehen -> z.b. Rheinhessen.
Ich hab das mal interessehalber in Wetteraufzeichnungen nachgeguckt.
Der Niederschlag in der windmühlenversuchten Agrar- und Wingertsteppe, in der Schatzi lebt, ist in den letzten Jahren kontinuierlich zurück gegangen, während er in der stark bewaldeten und noch nicht völlig windraddurchseuchten Gegend, in der ich wohne gleich blieb.

Vor dem Hintergrund müsste man sie konsequenterweise sofort flächendeckend abbauen. Der Benefit kann die Schäden nicht übertreffen...
Es gab dazu Anfang letzten Jahres übrigens bereits einen Artikel:

https://www.europeanscientist.com/d... Anders,die dann nachgelagerten Anlagen fehlt.
 
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