Warum eigentlich diese Tendenz zum Overkill in Deutschland ?

  • Ersteller Gelöschtes Mitglied 16996
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Und so sehen gelungene Kopfschüsse aus, lagen beide im Knall.
Mach ich auch nicht immer, aber wenn es passt, dann passt es.;)

Während ich meinen bisher größten Keiler, exakt 90kg (aufgebrochen), mit der Barnes perfekt hinters Blatt getroffen hab, ordentlicher Lungenschuss mit Ausschus, nachsuchen durfte.
Der hatte meine bisher längste Fluchtstrecke von ca. 200m hingelegt.

Und nun?:rolleyes:

Das nächste Mal schiesst du so eine Sau nicht hinter, sondern voll aufs Blatt.
 
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Das nächste Mal schiesst du so eine Sau nicht hinter, sondern voll aufs Blatt.

Ja, diese Lehre habe ich für mich daraus gezogen...Sauen wenns net grad Frillis sind nur noch voll aufs Blatt oder wenn ich die Ruhe weg hab auch mal aufs Haupt.;)
Aber ich will mich hier auch net mit Hauptschüssen brüsten, und es ist auch bei mir eher die Ausnahme als Regel.

Denke sollte aber jeder für sich entscheiden dürfen.;)
 
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Gelöschtes Mitglied 16996

Guest
Kleines Kaliber heisst nicht automatisch wildbretschonend, sondern oft das Gegenteil.

Gerade Patronen wie die .222, .223 opder .243 sind die reinsten Hämatombomben, die sich gut zur Raubwildbejagung, aber nicht für wildbretschonendes Erlegen eignen.

Da sind Mittelkaliber wie die .30-06. 7x64 oder 8x57 die bessere Wahl und auserdem weniger wind- und ablenkungsgefährdet sowie bei Hindernissen in der Flugbahn auch weniger zerlegungsgefährdet.
Mit einem Kupfer-Solid in .30-06 kann man z,B. durchaus auch mel einen Busch durchschiessen, hinter dem ein Stück Wild steht, ohne dass sich die Treffpunktlage wesentlich ändert oder beim Wild schon eine Splitterwolke ankommt.

Einspruch: die .243 mit richtigem (!) Geschoss leistet mehr, als Viele glauben und die Entwertung ist sehr gering 🤷‍♀️
 
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Tja, es waren eben nicht mehr als 3, weil kaum welche da waren, ganz einfach. Schlau labern kan ich auch! Nur: jedes mal, wenn sie kamen, musste eben eine bleiben.
Wenns Bei Euch vor Sauen wimmelt, bittesehr.
Dieses Jahr sahs hier rundrum nicht so pralle aus, bisweilen SEHR leere Streckenplätze zu Drückjagden, auch mal gar kein SW.
In den umliegenden Revieren SW Strecke ca. 1/3 des Vorjahres. bei ALLEN.
OK, weniger Schaden, hat auch was.

Ich versteh nich, warum die hochwaidgerechten Jäger immer über Sportschützen und das Schießen auf Pappe lachen müssen. Auch das übt. Was sich da hier auch schon an Lodengespenstern beim Trap mörderlich blamiert hat, da könnte ich mich vor Lachen biegen.
Aufm Kugelstand schauts auch kaum besser aus. Waffe selber einschießen? Gottbewahre!
So sind die eben hier.

Einen konnte ich letztes Jahr erretten! Der ging immer noch mit Uraltdrilling und krummer BBF raus, beklagte sich bitterlich über immer geringer werdende Strecke.
Dann haben wir uns mal bei ihm am Feldrand getroffen, die Sauen standen schon in den Rüben. Ich hab ihm meine 308er Savage aufm Zielstock gelegt, Peng, da lag die Wutz!
Woche drauf war eine neue Savage bestellt und nen Monat Später der ganze andere Plunder in Egun entsorgt. Ein strammer Drilling blieb noch für die Revierrundfahrt, die Nachtarbeit macht die Savage.
Es geht, man muss nur wollen.

Was ich an schlechten Schüssen abgegebener Sauen beim Jagdkollegen schon gesehen hab, ist auch nicht grad wenig. Der kauft eben auch auf. Und macht mit seinen Wuffels auch mal Nachsuche.
Gibt genug Leute, die treffen die Sau noch nicht mal gescheit aufs Blatt, dass die sich dann auch nicht beim Schuß aufs Haupt versuchen sollten, liegt auf der Hand.
Wobei wenn ich die Waffen sehe, mit denen da "gewaidwerkt" wird, da muß ich KOTZEN!!!!!!!!!!!
Uralte Knarren mit uralten Gläsern!!!!!!!! Licht???? welches Licht????
HALLO!!!!!!!!!
Sind aber die selben, die einem einreden wollen, dass nur mit Links getrunken wird :)
Ich frag die dann immer, wo die ihr Pferd gelassen haben, die Blicke, UNBEZAHLBAR!

Was ich damit sagen will: Waidgerechtigkeit ist nicht der schöne, alte Drilling oder der fesche Hut. Sondern GENAU zu sehen, auf was man wie schießt. Dazu gibt es heute eben Sachen, die es vor ein paar Jahren noch nicht gab oder die da nicht erlaubt waren.
Wer das nicht nutzen will, gut, mag er es eben lassen.
Wenn ich einem Stück einen Schuß aufs Haupt antrage, dann nur, wenn ich es 100% sehen kann. Das geht schon mit einer entsprechenden Lampe(natürlich dimmbar) sehr gut. Man sieht die Lichter wunderbar leuchten, sieht die Teller. Das geht ohne Lampe nicht, noch nicht mal bei optimalem Mond(da traut sich hier eh keine Sau raus). Seh ich die Lichter nicht, weils Gras zu hoch ist oder sonstwas, dann eben Hochblatt, da is auch Ruhe. Man muß nich ums Verrecken schießen...

Aber ich will hier nich weiter die Herren Oberförster stören....................





Also ich denke dass ich das so nicht stehen lassen kann! Du hast wohl deinen Jagdschein in einer Jagdschule innerhalb 3 Wochen gemacht?

Ich möchte dir hiermit die Jagd in ein paar Zeilen erklären:

1. Das Revier ist kein Schiessstand!
2. Der Schuss auf der Jagd ist finaler Akt auf der Jagd, er macht zirka 0,05% der jagdlichen
Tätigkeit aus!
3. Man muss zur Jagd berufen sein und darf kein Schiesser sein!
4. Der Jäger erfreut sich am Anblick seines Wildes im Revier.
5. Der Jäger hegt sein Wild nicht um es abzuknallen sondern er entnimmt nur das was nötig ist!
6. Der Jäger trägt Sorge um sein Revier und sein Wild!
7. Der Jäger tritt anderen Jägern mit Respekt gegenüber und lästert nicht über dieselben!
8. Wenn ein Jäger ein Problem hat, sei es im Revier oder mit seinen Jagd-Ustensilien, dann hilft
man ihm, natürlich ohne sich über ihn lustig zu machen!
9. Die Jagd erfordert die Kameradschaft unter den Jägern, aber niemals Neid oder
Schadenfreude!
10. Der Jäger erfreut sich allen Dingen die die Natur ihm bietet, seien es die Gerüche (wie z.b.
frisch geschnittenes Holz oder Tannenschonung), der eigenartige Geruch gerade bevor es
anfängt zu schneien, die Geräusche im Wald die einen am Anfang der jagdlichen Tätigkeit
erschrecken und die man danach zu lieben lernt da man zu verstehen lernt wer sie
produziert, das wunderschöne Aussehen eines Waldes des nachts im Schnee wenn die
Sterne und der Mond den Blick verzaubern, den unvergesslichen Anblick wenn in der Nacht
plötzlich tausende von Glühwürmchen vom Boden aufsteigen und um den Hochsitz
schweben.
11. Das benehmen des Wildes generell. Viele langjährige Jäger können von wunderschönen
Erlebnissen auf der Pirsch oder generell bei der Jagd erzählen.

All das ist Jagd, das Schiessen ist nur ein Bruchteil davon! Ich bin selbst Pächter und habe schon so manchen Schiesser oder Fleischjäger nach Hause geschickt weil sie die Jagd nicht verstanden haben!

Wer schiessen will soll auf den Schiesstand gehen und Kunstschützen oder welche die sich dafür halten haben nix auf der Jagd verloren weil ganz einfach viel mehr dazu gehört als einen angeblich Olympia verdächtigen Schuss abzugeben!
 
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Experimente mit Haupt- und Trägerschüssen sind in der Regel ein Zeichen von Langeweile, Leichtsinn und Selbstüberschätzung und enden früher oder später praktisch unvermeidlich im Desaster, oft schon beim ersten Versuch.
 
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Ich persönlich sehe mit großen Sorgen der Bleifreipflicht entgegen, wenn in der .308Win mit 130gr Kupfer-/Messing geschossen gejagt werden muss. Ob da dann auf 180m wirklich noch der Dampf da ist, durch das Schild und Blatt, einer Sau ins Leben (Lunge) zu penetrieren.

Just my 2 cents....

Wir haben die Bleifrei-Pflicht in Ba-Wü schon seit 2015. Im ersten Jahr habe ich, gesetzestreuer Bürger wie ich bin, mit verschiedenen Bleifrei-Patronen herumprobiert. Geco Zero, Barnes und andere. So viele Nachsuchen wie im Jagdjahr 2015/2016 habe ich in den anderen dreissig Jahren in Summe nicht produziert. Eigentlich blieb nur ein einziges Stück im Feuer, ein Bock herangeblattet auf 30 Meter und dann auf den Stich geschossen. Alle anderen Rehe und Sauen mussten nachgesucht werden. Nicht schlimm, da mit eigenem Hund sofort erledigt, aber ärgerlich.
Danach habe ich auf bleifreie Vollmantel gewechselt - wenn ich sowieso alles nachsuchen muss. Die locht zuverlässig auf jede Entfernung. Meist bleibt das Wild nach kurzer Flucht liegen, manchmal geht es auch noch 150 Meter. Je nach Treffersitz, ein-/Ausschusswinkel, Knochentreffer etc.
 
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Sind wir schon wieder beim Militär? Hat ja nicht lange gedauert...
Vllt kann mal jemand den Thread "Jagd mit Militär vergleichen ist sinnlos weil..." aufmachen?
Geeenau - aber das fängt schon mit der NST an.
Man muss nicht gedient zu haben, um die Zielsetzung bei Jagd und Militär zu vergleichen.
Außerdem wird auf 1000 und mehr Meter sicher mehr vorbei oder schlecht geschossen, wobei mit überhaupt getroffen der taktische Zweck bereits übererfüllt ist.
 
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Gelöschtes Mitglied 16996

Guest
Nachdem ich die Ausgangsfrage gestellt hatte, erlaube ich mir mal ein zwischenzeitliches Fazit. Ich habe viel sachlich Richtiges, viel Erstaunliches und auch über KSK oder FKK oder so gelesen. Aber eigentlich zeigt sich nur, dass es sehr verschiedene Auffassungen von Jagd gibt, von denen viele rein gar Nichts mit meiner Art zu Jagen gemein haben. Ein Beispiel: Wenn ich abends einen Interessanten Bock auf der anderen Talseite sehe, käme ich nie auf die Idee, auf über 200m zu schießen, obwohl meine Waffen und ich das können. Ich setze mich am nächsten Tag halt auf die andere Talseite. So einfach ist das 😁. Ich käme auch niemals auf die Idee, das Wild oder die Natur durch nächtliches Rumstolpern mit dem Wbg weiter zu stören, und pachte einfach kein Revier, in dem ich zum Schädlingsbekämpfer mutiere, weil der Wildschaden ausufert, Irrsinn in meinen Augen. Was mich geärgert hat, ist die Gleichsetzung von alt = veraltet, sorry, das ist dumm, wie auch neu = gut. Wirkliche technische Neuerungen mit Nutzungswert sind z.B. die Entwicklungen in der Optik der letzten 20 Jahre, damit meine ich die Abbildungsleistung, nicht die Vergrößerung. Aber meine alten, aufgefrischten Mauser 66 sind immer noch erste Sahne. Auch ich habe 10 Jahre mit R93 Professional erfolgreich gejagt, bis mir bei Temperaturwechsel der Verschluss einfror (kein Problem, war ja ne Patrone wegen der Handspannung drin und der Schuss löste den Verschluss 😂), die Gummieinlagen sich verabschiedeten und die Kolbenkappe brach, wirklich sehr professionell und dazu immer der Brechreiz, wenn ich sie anschauen musste.... Bitte jetzt keine Diskussion über diese Art von Waffen ! Auch ein Schalldämpfer auf meinen führigen (!) Waffen ist mein Alptraum, es gibt exzellente, aktive Gehörschützer, die besser sind und die ich nicht sehe, wenn ich sie aufhabe 😉. Meine Art zu jagen ist so, dass ich auch noch in den Spiegel schauen kann...und ganz richtig, entscheidend ist der Sitz des Treffers, jawoll. Horrido 😉
 
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