Ungarn schliesst die Grenzen ab 1 September

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Was die Schalenwildjagden angeht, so kenne ich eigentlich nur Abzocke:
1. Endlose Kilometer im Kreis, das sind nicht nur Baustellen sondern das ist System
2. Aufbesserung der Drückjagdstrecke mir schweren Bachen, die dann auch noch Strafe kosten
3. Das Frischlinge ab 20 kg dann ÜL sind die das Dreifache kosten, das lassen wir mal noch durchgehen.
4. Die Jagd in Kleingattern wird verschwiegen. Alles schön überwuchert mit Clematis was an Zäunen da ist.
5. Kutschenpirsch in einem völlig überjagten Revier wo jeden Tag diese Jagdart stattfindet und von vielen Gästen gleich vom Wagen aus geschossen wird.
Schon vor 30 Jahren wurde mir erklärt wie Keiler ohne Wasser in einem Feldgehölz einen ganzen Tag die Sonne aushalten müssen, die Suhle habe sie im Wind. Dann wird der Schieber gezogen und der Lebenskeiler ist geritzt. Der nicht nur deutsche Waidmann ist mit seinem oft nur gering ausgeprägten Jagdverstand auch leicht übers Ohr zu hauen und Geld stinkt nicht.

Niederwild im letzten Jahr war dagegen super:
1. Man bucht privat
2. Die Freundin meines Jagdfreundes ist Ungarin
3. Sie führen einen Ungarisch Kurzhaar!
Zum einen: diese sympathische Hunderasse macht den Unterschied :)

Mir erzählte mal jemand zum Thema "Lebenskeiler auf Abruf", dass genau das passiert sei, Vorhang auf, der Jagdgast aber zwei- oder dreimal nacheinander gefehlt hat und der Keiler nach mehrfachem Auftritt irgendwann keinen Bock mehr hatte, in diesem für ihn nur mit Nachteilen behafteten Spielchen mitzuspielen :)))

In diesem Jahr, heute bekomme ich Bescheid, Daumen drücken, wollen wir in H auf Rotwild und danach auf Damwild im Nachbarrevier. Da wurde uns klipp und klar empfohlen, zum Nachbarrevier (15 oder 20km weg) fahrt Ihr schön selbst und macht dann da vor Ort die Runden mit dem Jagdaufseher, sonst würde das zu teuer (Aussage vom deutschen Vermittler der Jagdgelegenheit). Man hat es grundsätzlich im Blick. "Fahrservice" würde natürlich angeboten :)
 
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Was die Schalenwildjagden angeht, so kenne ich eigentlich nur Abzocke:
Seit ich, seit über 20 Jahre, regelmäßig in Ungarn jage, habe ich noch keine Abzocke erlebt. Es lief manchmal, tatsächlich, nicht alles rund, aber dann wurde schnell vom Vermittler oder Jagdführung Abhilfe geschaffen. Ich bin sehr zufrieden mit der Jagd in Ungarn und schätze dort vor allem die transparente Kostenübersicht, heißt ich weiß vorher was das kostet. Dbzgl. habe ich in manchen anderen Jagdländern schon recht böse Überraschungen erlebt.
Die ungarischen Jagdbüros sind sehr korrekt in der Abrechnung.

Die ewige Kritik an den Revierfahrten ist ein Thema seit es Jagd in Ungarn gibt. Kannst Du einfach umgehen indem Du im Revier mit dem eigenen Wagen fährst.
Die Reviere sind recht groß, nicht zu vergleichen mit den Handtuchrevieren hier, sondern schon so groß wie mancher Hegering in Deutschland und mehr, da kommt man um Revierfahrten nunmal nicht herum ,es sei den man möchte mit 4 Mann auf 500 Hektar rund um das Jagdhaus jagen :rolleyes:.
Weitere Möglichkeiten Kilometergeld einzusparen ( das ist natürlich ein großer Kostenfaktor auf einer Jagd.....:rolleyes:), den Jägern entgegenfahren und an einem Treffpunkt näher zum Jagdgebiet treffen, oder einfach mit 2 Jägern im Auto, oder oder oder...gibt da einige Möglichkeiten.
 
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Wie so oft im Leben, scheint es hier mehrere Wahrheiten zu geben - auch in Ungarn.

"Canned hunting" ist sicher auch aus anderen Wildbahnen bekannt und mithin nichtmehr als die proletarische Weiterentwicklung der fürstlichen Jagdgatter früherer Zeiten. Wer darauf besteht, innerhalb von zwei oder drei Tagen in einem von Beruf und anderen Freizeitaktivitäten durchgetakteten Leben auch noch schnell den Goldmedallienkeiler zu strecken, der wird soetwas dann auch wie gebucht geliefert bekommen. Idealer Weise noch nach dem "Geiz-ist-geil Motto", so dass man sich dann als doppelter Gewinner fühlt. Wo ein Kunde ist, da wird ein Anbieter nicht weit sein.

Wer hingegen bewusst wählt, bereit ist Geld und auch Zeit zu investieren, vielleicht sogar, wie der vermutlich eher in Niederwildhege und -Jagd vernetzte @colchicus ,eigene Verbindungen in das Jagdland und die örtliche Jägerei unterhält, der wird auch entsprechend einzigartige und authentische Jagd erleben können.

Ein Mitjäger hier in Brandenburg ist Ungar und kommt aus einem für seine sehr starken Böcke bekannten Gebiet der Puszta. Von den Erlösen für die Böcke und auch denen für herbstliche Fasanenjagden und die für Frankreich gefangenen Hasen wird der wie bereits in anderen Posts beschrieben ab einer bestimmten Fläche obligate Berufsjäger und die Jagdpacht bezahlt. Gegen Ende der Saison organisiert er jährlich für Jagdfreunde hier in der Region eine Niederwild-Jagdwoche auf Fasane, Enten und Hasen - zu Konditionen und in einem Umfeld, die dort die über Jagdkataloge buchenden Jagdgäste nicht im Traum bekämen. Im originären Sinne des Wortes also ein "Freundschafts"-Dienst.



Unsere Hirsche vom letzten Jahr haben FSK und ich sicherlich vor allem seinen Verbindungen ins ungarische Schweißhunde-Lager zu verdanken. In den dortigen Spitzenrevieren führen die Berufsjäger traditionell sehr leistungsstarke Schweißhunde und die Verbindungen zu bekannteren Protagonisten in VH und KBGS sind vielfältig. Das grüne Netz ist über die Hunde-Verbindungen dicht geküpft und öffnet Türen und Toren und auch Herzen...

Für das traumhafte Revier in Sellye, in dem wir unterwegs waren, sowie für die traditionellen Spitzenreviere wie Lábod etc, das uns der exzellent deutsch sprechende, weil in München studierte, Oberjäger und Schweißhundeführer persönlich zeigte, muss man sonst i.d.R. mehrjährige Wartezeiten in Kauf nehmen, bevor man zum Zuge kommt. Oder man hat Glück und kann kurzfristig auf einen frei gewordenen Termin einspringen.
Die Fotos sind übrigens auch alle aus Lábod (von offiziellen SEFAG Webseiten verlinkt Impressionen aus dem dortigen Alexandra Puszta).

Für Menschen, die ihren "Lebenskeiler" genauso spontan und kurzfristig kaufen wollen, wie ne Wochenendtrip zum Snowborden in Ischgl, ist das eher nichts... alle anderen werden dort und in anderen Jagdparadiesen des Landes etwas sehr besonderes geboten bekommen...



 
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Es wird im Moment von den Verschiedensten Lobbys ( darunter Jagd ) starker Druck ausgeübt auf die ausführenden Ministerien um die Einreise Verordnung mit Ausnahmen zu lockern. Morgen werden wir sehen ob das gelungen ist.
Es geht nichts über eine Starke Jagd Lobby !!!
Anscheinend wurden alle Hebel Richtig Angewendet ;-)
Es steht somit einer Erfolgreichen Bunftjagd 2020 in Ungarn nichts mehr im Wege. Gut so
 
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@Inyathi & @Black Grouse
Mag sein, bin halt nach drei Bauchlandungen etwas voreingenommen. Wenn dann noch zwei schwere Bachen mit Halsschuss (FLG) uns untergeschoben werden sollten, natürlich incl. 500 Euro Strafe dann hörte der Spaß auf. Die erste Sau wurde bei Nachsuche angeblich gefunden. Aber nachdem man mich manchmal auch Schweine-Quincy nennt habe ich schnell herausgefunden was der Sau gefehlt hat: Ein Stück Halswirbelsäule! Mit den Schuss geht keine Sau 200 m. Einen Vet hatten wir auch noch in der Truppe. Als sich Ärger anbahnte, wurde die zweite dicke Bache unverzüglich vor meiner Autopsy entfernt.
Was die Fahrten angeht: Da wurde uns mit ein paar Teilstücken schnell klar: Niemand fährt die Strecke mit einem normalen Allrad, ich meine jetzt nicht Disco-SUV. Er will ja mit seinem Gefährt wieder nach Hause kommen.....
@tommy-lee hat ja auch nur Positives über Ungarn berichtet, wir sind eben leider immer "neidappt". Wobei die Niederwildjagd okay war.
Zum Gatter hab ich eine pragmatische Einstellung. Wer es braucht? Das sind schon Jagdgäste die einem Führer nicht auf die Nerven gehen: "Massa wo geht es bitte zum Elefanten?"
Wie sagte mal einer zu mir: "Herr "colchicus" wo bekomme ich einen IIb Hirsch her?" Knappe Antwort: "vom Trophäenversand!" :LOL:
Tierisch "oagfressen" war ich von der Kutschenpirsch: Nur Läufe von hinten am Horinzont. Der arme Kutscher hat 10 % meines Stundensatzes bekommen. Wir sind nicht mal ansatzweise an Wild gekommen, immer sofortige Flucht.
Vielleicht wird es mit einer Ungarin als Begleiterin besser. Die Frauen können vieles positiv beeinflussen.
 
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@Inyathi & @Black Grouse

Vielleicht wird es mit einer Ungarin als Begleiterin besser. Die Frauen können vieles positiv beeinflussen.
Das sind fürwahr wirklich Bauchlandungen, die man nicht erleben möchte.

Was ich mit meinem Post zuvor sagen wollte - Du bist sicher gut im Niederwild Bereich vernetzt. Bei dem Einsatz und den Kenntnissen, würde ich das mal so aus der Ferne diagnostizieren.

Beim Schalenwild ist das ggf nicht so der Fall und Du fällst, weil die Berufsjäger dort Dich ja nicht kennen und einschätzen können und so fällst Du in deren Augen vielleicht in die Kategorie der vielen und oftmals gänzlich unbedarften (um es mal positiv zu formulieren) Jäger, die für DJ-Wochenenden in osteuropäischen Revieren einfallen um dann mal ein ordentlich Dampf zu machen.
Das diese Leute dabei manchmal den jagdlichen "Ballermann" raushängen lassen und durchaus manchmal einen anderen Auftritt pflegen, als bei einer heimischen Jagd, kann man sich ohne viel Fantasie sicher vorstellen und das löst sicher bei so manchem, an sich braven Berufsjäger vor Ort eine gewisse Antipathie aus und, verknüpft mit dem Interesse (ggf auch der Notwendigkeit) Geld zu verdienen, mag der eine oder andere dann in dem Gastjäger die eigentliche - pekunäre - Beute, sehen..

Ich will das nicht entschuldigen, kenne aber das Gefühl "Wir" und "Die" durchaus von größeren DJ-Tagen, wo ich Nachsuchen gemacht habe für eine mitunter zweifelhafte Corona von bezahlenden Jagdästen, bzw solchen, die für die privaten Revierinhaber aus eher strategisch geschäftlichen Gründen wichtig waren und weniger wegen ihrer jagdlichen Qualifikationen eingeladen wurden. Stehe dann lieber am Rande oder bei den heimischen Jägern als in der laut lärmenden Gruppe der frisch Eingekleideten mit ihren fetten Dienstwagen ... oder blitzsauberen Riesen-SUVs.

Das ich für meine Arbeiten, wie das für SH-Führer eigentlich selbstverständlich ist, niemals Geld genommen habe und nie ein wirtschaftliches Eigeninteresse habe, müsst Ihr mir einfach mal so glauben.

Ergo, Herr @colchicus: Ich bin mir sicher, dass Du im Niederwild Bereich einige Leute findest, die auch Zugang zu erstklassigen Hochwildrevieren haben (der Oberjäger von Lábod hatte neben seinem HS auch eine DK Hündin auf der Ladefläche seines Isuzus sitzen, als er uns das Revier zeigte). Wenn Du eine Jagd zusammen mit ungarischen Jägern erleben möchtest, nicht eine wo man sich als Melkvieh fühlt, dann ist das der Weg und er führt wie immer über das grüne Netzwerk des "man kennt einen, der einen kennt" und die Verbindlichkeiten für den anderen einzustehen und dann die Gewissheit zu haben, dass dieser einem dann ggf auch mal behilflich ist, wenn es drauf ankommt.
Das ist beim Hochwild nicht anders als beim Niederwild und zumindest beim Letzteren bist Du doch ganz vorne dabei.

Eine Ungarin mit zur Jagd zu nehmen, ist vermutlich aus verschiedenen Gründen interessant. Ob sie Dir durch ihre Sprachkenntnisse dort Türen öffnen kann, weiß ich nicht. Die Berufsjäger die ich kennen lernen durfte, sprechen sehr gut deutsch. Viele gehören der "schwäbischen" (was dort sinngemäß deutschen) Minderheit an und haben sogar teilweise noch deutsche Familiennamen.
Eher für andere Interessierte hier als für Dich möchte ich ergänzen, dass es wichtiger ist, dass man anstelle ungarischer Sprachkenntnisse die richtigen Töne trifft, die auf Respekt und das selbstsichere, kamardschaftliche, jagdliche Miteinander abzielen. Die Berufsjäger dort (wie auch hier) mögen weder plumpes anbiedern noch ein von Oben herab behandelt werden.

Ich selber nehme mir seit knapp zwei Jahren auch immer eine Viertel-Ungarin mit zur Jagd - sie hat etwas lange "Ohren" und einen "Schwanz", ist dunkel-rothaarig, etwas einfältig und aber treu wie Gold und zumindest mir gegenüber sehr anhänglich und liebevoll. Sie hat einen äußerst gesunden Appetit und ist durch viel Bewegung doch schlank und rank.
Sie hat auch etwas slowakisches deutsches und österreichisches Blut und ihr Name heißt auf ungarisch Méhek was sich sehr niedlich anhört, wenn das von einer weichen ungarischen Stimme ausgesprochen wird. ;)
 
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@Inyathi & @Black Grouse
Mag sein, bin halt nach drei Bauchlandungen etwas voreingenommen. Wenn dann noch zwei schwere Bachen mit Halsschuss (FLG) uns untergeschoben werden sollten, natürlich incl. 500 Euro Strafe dann hörte der Spaß auf. Die erste Sau wurde bei Nachsuche angeblich gefunden. Aber nachdem man mich manchmal auch Schweine-Quincy nennt habe ich schnell herausgefunden was der Sau gefehlt hat: Ein Stück Halswirbelsäule! Mit den Schuss geht keine Sau 200 m. Einen Vet hatten wir auch noch in der Truppe. Als sich Ärger anbahnte, wurde die zweite dicke Bache unverzüglich vor meiner Autopsy entfernt.
Was die Fahrten angeht: Da wurde uns mit ein paar Teilstücken schnell klar: Niemand fährt die Strecke mit einem normalen Allrad, ich meine jetzt nicht Disco-SUV. Er will ja mit seinem Gefährt wieder nach Hause kommen.....
@tommy-lee hat ja auch nur Positives über Ungarn berichtet, wir sind eben leider immer "neidappt". Wobei die Niederwildjagd okay war.
Zum Gatter hab ich eine pragmatische Einstellung. Wer es braucht? Das sind schon Jagdgäste die einem Führer nicht auf die Nerven gehen: "Massa wo geht es bitte zum Elefanten?"
Wie sagte mal einer zu mir: "Herr "colchicus" wo bekomme ich einen IIb Hirsch her?" Knappe Antwort: "vom Trophäenversand!" :LOL:
Tierisch "oagfressen" war ich von der Kutschenpirsch: Nur Läufe von hinten am Horinzont. Der arme Kutscher hat 10 % meines Stundensatzes bekommen. Wir sind nicht mal ansatzweise an Wild gekommen, immer sofortige Flucht.
Vielleicht wird es mit einer Ungarin als Begleiterin besser. Die Frauen können vieles positiv beeinflussen.
Ich habe die Keilerwaffen immer heimlich markiert, damit mir keine Übergrößen bei der Endabrechnung untergeschoben wurden.
 
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